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 Fasten |


 

11. - 19. Dezember (24.12.-1.1.)

WEIHNACHTLICHE   VORZEIT
Gedaechtnis der Ahnen des Volkes Gottes,
der Heiligen und Gerechten des Alten Bundes, der Patriarchen und Propheten der Offenbarungen
die Christos vorausverkuendigt haben

 

Retten will die Welt,
Der alles schuf, der Weltenordner
Er kommt in die Welt aus eigenem Willen,
und da Er Gott unser Hirte ist,
kommt Er, uns aehnlich, unseretwegen als Mensch nach unserer Art,
Sein Ebenbild zur Aehnlichkeit aufrufend !

 

"Tor Gottes habe ich dich genannt, ein zugeschlossenes, durch welches allein Gott der Herr gegangen"
nach Ezechiel 44:2
"Ich stelle dich nach dem Traumbild als Leiter dar, von der Erde bis zum Himmelsgewoelbe Christi"
Jakob nach Gen 28:12
"Vlies habe ich dich, du Reine genannt, du Jungfrau. Die wunderbare Geburt aus dir zeigte das Vlies"
Gideon nach Ri 6:36 ff

"Geistiger Berg, von welchem sich abloeste der Stein, habe ich dich einst genannt, reine Jungfrau und Mutter"
Daniel nach Dan 2
"Ich habe einst goettliche Zange fuer die Weihrauchkohle (Gottes) dich genannt, Jungfrau, du Thron Christi"
Jesaja nach Jes 6:6

Lob im Akathist, russ.Ikone a.d. KIRIL-Kloster am Weissen See, 16.Jhdt. "Ich habe dich vorhergesagt, Jungfrau, dass du einen strahlenden Stern, Gottes Wort, gebaeren wirst"
Bileam nach Num 24:17
"Ich habe dich Lade des Heiligtums, Jungfrau, genannt einst angesichts des Tempels Anmut"
David nach Ps 132:8
"Ich habe Dornbusch genannt dich, der Menschen Schutz und Schirm,
dein Geheimnis schauend im wunderbaren Dornbusch"
Moses nach Ex 3:2
"Ich habe dich als Stab, der aufbluehen liess den Schoepfer, die Bluete,
in Liedern vorherverkuendet, du Jungfrau"
Aaron nach Num 17:23
"Als Weg dich schaute ich, du Tochter Israel,
als neuen Weg des Lebens, aus den Irrwegen fuehrend, du Jungfrau"
Jeremias nach Jer 18:15, 21:8, 31:21 f.
"Seherische Gabe durch den Geist tragend, sah ich dich, du dichtbewaldeter und schattiger Berg"
Avvakum nach Hab 3:3

 

Bereite dich, Bethlehem,
denn für alle steht Eden offen.
Rüste dich, Ephrata,
denn der Lebensbaum entsprosst aus der Jungfrau in der Höhle.

Christus wird geboren,
um wiederaufzurichten das gefallene Ebenbild Gottes !


Im Gedenken an die Heiligen und Gerechten, die Väter und Mütter    aus dem Volk Gottes    des Alten Bundes
bereiten auch wir uns auf das Fest der Menschwerdung Gottes vor.

Wir gedenken der Patriarchen und Propheten, Adams des Urvaters, Henochs, Melchisedeks, Abrahams des Gottesfreundes, Isaaks der Frucht der Verheissung, Jakobs und seiner Söhne der 12 Patriarchen, ferner jener die unter dem Gesetz lebten: Moses, Aarons, Josuas, Samuels, Davids und der folgenden Könige, der Schriftpropheten, aber auch Bileams, Elias, Zacharias und seines Sohnes, Johannes des Täufers und schliesslich der allheiligen GOTTESGEBÄRERIN.

Sie alle sind Träger der Verheissung Christi, durch den auch sie gerettet wurden.
In ihnen   und durch sie   hat der alte Bund Anteil an der Erlösung durch Christos.

Durch ihren Glauben   sind sie Vorbilder auch der Gläubigen des neuen Bundes;
an ihnen hat sich   die Treue Gottes zu Seinem Volk erwiesen.

Die Väter und Mütter des Alten Bundes mögen auch uns Vorbilder im Glauben sein,
denn wir empfangen   alle Verheissungen unseres Heils   im Bewusstsein zu Gottes Volk zu gehören.

So wird deutlich,  für alle Verheissungen Gottes  beginnt mit dem Kommen Christi ihre tiefe Erfüllung.

 

http://www.johnsanidopoulos.com/2012/12/sunday-of-holy-forefathers-of-christ.html


"Komm und sieh !"

Beispiel Orthodox-Christlicher Theologie:
"Wer betet treibt Theologie, wer Theologie treibt betet", so ist auch eine akademische Veranstaltung untrennbar mit dem Kirchenjahr verbunden und das Mysterium wird als reelle Aufforderung gesehen.
Aus einer Ansprache von Prof.Dr.Dr.Dr.NIKOLAOU :
zu: Christi Geburt, Kirche und Aufgabe des Christen und orthodoxen Theologen
anlässlich des Eröffnungsgottesdienstes für das akademische Jahr 1999/ 2000 mit Studenten und Professoren der Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München am 15.11.1999.


"Philippus traf Nathanael und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazareth, den Sohn Josefs. Da sagte Nathanael zu ihm: Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh!”
(Joh 1, 45-46).
.......

Die Aufforderung "Komm und sieh” galt zunächst für Nathanael.
Wie wir dem Kontext dieser Aufforderung entnehmen, war Nathanael zwar darüber informiert, was Moses und die Propheten verheißen hatten; wie die übrigen Juden seiner Zeit erwartete auch er den Messias. Aber er war zugleich in gewisser Weise misstrauisch. Weil Nazareth offensichtlich keinen besonderen Ruf hatte, konnte und wollte er nicht glauben, dass der erwartete Messias aus Nazareth kommen würde. Philippus geht auf seine Bedenken nicht ein. Vielmehr fordert er ihn direkt auf, sich selbst zu überzeugen. Er hatte nicht die Autorität des Herrn, um ihm das zu sagen, was dieser zu Philippus selbst gesagt hatte: "Folge mir!”. Nathanael sollte seine eigene Erfahrung machen, indem er selber Jesus Christus begegnet, seine Botschaft hört und sich überzeugt. Philippus war sich dessen sicher, dass die eigene Erfahrung auch Nathanael zu der Gewissheit führen würde, dass Jesus Christus der erwartete Messias ist. Es ist darum nur allzu verständlich, wenn anschließend Nathanael beim Treffen mit Jesus Christus ihm entgegenruft: "Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!” (Joh 1,49).
Die Aufforderung "Komm und sieh” führt Nathanael somit zum Rabbi Christus, zum Sohn Gottes und dem Zentrum christlichen Lebens. Sie führt zum einmaligen Ereignis der Menschwerdung des Logos Gottes und zum dadurch gewirkten Heil des Menschen.

Aber das Ereignis der Menschwerdung Christi und das Heil des Menschen sind nicht eine Angelegenheit der Vergangenheit; sie sind nicht eine abstrakte Theorie von gestern; vielmehr sind sie eine Wirklichkeit, die in der Geschichte fortdauert und diese umspannt. Sie sind darum auch hier und jetzt im liturgischen Leben der Kirche wirksam. Christus lebt und wirkt in der Geschichte fort. Er ist dort, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind (Mt 18,20). Er ist und bleibt das Zentrum der Heilsgeschichte. Jede Heilssuche endet darum aus christlicher Sicht in Christus Jesus. So wie die Worte "Komm und sieh” Nathanael zum Herrn führten, laden dieselben Worte auch heute zum durch Christus gewirkten Heil des Menschen ein. Sie führen zu der von Christus gestifteten Kirche. Sie erschließen das Mysterium der Kirche auf eine unmittelbare Weise, nämlich auf der Ebene der Erfahrung.

Es ist allgemein bekannt, dass man die Kirche im Grunde schwer definieren kann. Zur Beschreibung der Kirche wird zwar eine Reihe von Begriffen verwendet (Mysterium, Leib Christi, Volk Gottes, gottmenschlicher Organismus usw.). Aber solche Begriffe und Beschreibungen sind keineswegs erschöpfend.
In Anbetracht dieser Schwierigkeit, die Kirche, besonders die Orthodoxe Kirche näher zu definieren, hat der bekannte orthodoxe Theologe Sergej Bulgakow mit Recht gemeint, dass die Aufforderung des Philippus "Komm und sieh” den Schlüssel zum Eindringen in das Mysterium Kirche liefert. Denn, fährt er fort, die Orthodoxe Kirche versteht sich als eine geistige, homogene und unzertrennliche Ganzheit; sie versteht sich wesentlich als Leben, und als solches übersteigt sie jede Definition. In der Tat tritt die Kirche als lebendiger Organismus, als Gebetsge-meinschaft, als Liturgie und geistiges Leben in Erscheinung. Gerade als Leben kann die Kirche nicht in logischen Kategorien beschrieben und erfasst werden. Sie kann nur erlebt und erfahren werden; um sie kennenzulernen, gelten eben die Worte "Komm und sieh".
Stehen diese Worte in der Evangeliumsperikope im Zusammenhang mit der Wahl der Apostel und somit dem Beginn des öffentlichen Lebens und Heilswirkens Jesu Christi, so läutet die entsprechende Perikope im Leben der Kirche die Zeit der Erwartung und der Vorbereitung auf das Geburtsfest des Herrn ein. Nach dem gestrigen Fest des Philippus fängt in unserer Kirche, wie jeder weiß, die Fastenzeit vor Weihnachten an, die auch als Fastenzeit des Philippus bekannt ist.
Die Aufforderung "Komm und sieh” leitet daher in die "orthodoxe Adventszeit” ein. Anders als in den westlichen Kirchen, bei denen die Adventszeit die vier Sonntage vor Weihnachten umfasst, dauert sie bei uns vierzig Tage.

Auf dem Weg zum Weihnachtsfest wird der Christ liturgisch begleitet und hingeführt. Denn die Feste vergegenwärtigen die Heilsereignisse im Leben der Kirche. Dies kann man genauer verfolgen bei der Auswahl der Evangeliumsperikopen vor Weihnachten (z.B. erst der "Sonntag der heiligen Vorväter” und dann der "Sonntag vor der Geburt Christi”). Aber auch die verschiedenen Hymnen, die während der "orthodoxen Adventszeit” in den Gottesdienst eingebaut werden, bereiten Schritt für Schritt auf das Geburtsfest des Herrn vor und führen zu diesem Heilsereignis. So wird z.B. - mit dem Fest des Eingangs Mariens in den Tempel angefangen - der herrliche Kanon "Christus wird geboren...” bis Weihnachten gesungen. Kurz darauf kann man das schöne Kontakion von Romanos dem Meloden hören: "Die Jungfrau kommt heute in die Höhle, um den ewigen Logos auf unaussprechbare Weise zu gebären...”.
Wie für das einmalige Ereignis der Menschwerdung des Logos Gottes ist der Mensch auch für die bevorstehende Zeit aufgerufen das zu tun, wozu Philippus einlädt: "Komm und sieh”. Den Drei Königen folgend hat er sich auf den Weg zu machen, um zu erfahren, wo Christus geboren wurde. Es ist nicht zufällig, dass dieselbe Aufforderung in den Hymnen der Kirche vorkommt. Bezeichnend ist beispielsweise das Stichiron der Vesper zu Weihnachten, welches mit denselben Worten beginnt und inhaltlich von besonderem Interesse ist: "Kommt, Gläubige, lasst uns sehen...”. Der vollständige Text des Stichirons lautet: "Kommt, Gläubige, lasst uns sehen, wo Christus geboren wurde; folgen wir nun, wohin der Stern mit den Magiern aus dem Osten, den Königen, führt. Engel lobpreisen dort unaufhörlich. Hirten spielen mit ihrer Flöte eine würdige Ode, indem sie sagen: Ehre in der Höhe sei dem, der heute aus der Jungfrau und Gottesgebärerin in der Höhle, in Bethlehem von Judäa, geboren wird”.
Auf dem Weg dorthin hat aber auch der Christ seinen Beitrag zu leisten und sich angemessen vorzubereiten. Eine dieser Vorbereitungen ist das Fasten vor Weihnachten, welches bis zum 6. Jahrhundert nur wenige Tage dauerte. Erst danach, und zwar zunächst in monastischen Kreisen und später beim Volk, wurde es auf vierzig Tage ausgedehnt. Außerdem ist in dieser Fastenzeit, anders als z.B. in der Fastenzeit vor Ostern, bis zum 17. Dezember der Verzehr von Fisch (außer mittwochs und freitags) erlaubt. Aber unabhängig von der Länge und der Strenge des Fastens, darf man nicht übersehen, dass das wahre Fasten, wie Basileios der Große mit Recht betont, in der "Entfremdung vom Bösen” besteht.
Die Aufforderung "Komm und sieh” haben besonders wir, als Theologen und Theologiestudenten, liebe Schwestern und Brüder, zu beherzigen.
Unser Lebenswandel und unsere Vorbereitung auf das Weihnachtsfest können zu einer lebendigen Aufforderung entsprechenden Inhalts werden.
Dies gilt auch für jeden orthodoxen Christen, besonders hier in der Diaspora.
Dies gilt ebenfalls für unsere Ausbildungseinrichtung insgesamt.
.......


 

all das obige als Gegengewicht zu unserer Welt, die in der "Hektik der Leere" erstickt.
Eine abschreckende Schilderung, die zeigt wo sich unsere westliche "Kultur" ohne Christentum hinbewegt:
"Marketing zwischen SANTA und X-MAN"

Status: Wie Weihnachten 99 im Internet gezeigt hat, heißt es Weihnachten 2000 nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas, also muss der Weihnachtsmann auch X-man sein! Da X-mas 2000 quasi schon vor der Tür steht, war es spätestens ab März höchste Zeit mit der Weihnachtsvorbereitung zu beginnen - Verzeihung: das diesjährige Weihnachts-Roll-Out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion just in Time vorzubereiten. Hinweis: Die Kick-off-Veranstaltung (früher 1. Advent) für das diesjährige SANCROS (SANta Claus ROad Show) findet bereits am 29. November 2000 statt. Daher wurde das offizielle Come-Together des Organizing Committees unter Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) schon am 6. Januar 2000 abgehalten.

Erstmals haben wir ein Projektstatus-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in Workshops entwickeIte "To-Do-Liste " und einheitliche Job Desrptions erstellt wurden, Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle Performance des Kundenevents und optimierte Geschenk-Allocation geschaffen werden, was wiederum den Service Level erhöht und außerdem hilft, "X-mas " als Brandname global zu implementieren, Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head Global Christmas Markets ( Knecht Ruprecht) die Ablauf-Organisation abzustimmen, die Geschenk-Distribution an die zuständigen Private-Schenking-Centers sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch so genannte Geschenk-Units über das Internet angeboten werden.

Die Service-Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via Conference Call virtuell informiert und die Core-Competences vergeben. Ein Bündel von Incentives und ein separater Team-Building-Event an geeigneter Location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig helfen, eine einheitliche Corporate Culture samt Identity zu entwickeln. Der Vorschlag, jedem Engel einen Coach zur Seite zu stellen, wurde aus Budgetgründen zunächst gacancelt. Statt dessen wurde auf einer zusätzlichen Client Management Conference beschlossen, in einem Testbezirk als Pilotprojekt eine Hotline ( 0,69 Pf/Minute ) für kurzfristige Weihnachtswünsche einzurichten, um den Added Value für die Beschenkten zu erhöhen.

Durch ein ausgeklügeltes Management Information System (MiSt) ist auch Benchmark- orientiertes Controlling für jedes Private- Schenking- Center möglich. Nachdem ein neues Literatur- Konzept und das Layout- Format von externen Consultants definiert wurde, konnte auch schon das diesjährige Goldene Buch (Golden Book Release 99.1) erstellt werden. Es erscheint als Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen NewsIetter für das laufende Updating. Hochauflagige Lowcost-Giveaways dienen zudem als Teaser und flankierende Marketingmaßnahme. Ferner wurde durch intensives Brain Storming ein Konsens über das Mission Statement gefunden. Es lautet: "Lets Keep the Candles Burning" und ersetzt das bisherige "Frohe Weihnachten". Santa Claus hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des Corporate-Redesigns, akzeptierte aber letztlich den progressiven Consulting-Ansatz und würdigte das Know-how seiner Investor-Relation- Manager.

In diesem Sinne noch erfolgreiche X-mas Preparations für das Jahr 2000.

 

W E I H N A C H T E N   bis   T H E O P H A N I E 
UEBERBLICK
zum Auswählen je nach dem Zeitpunkt des Aufrufens

 

11. - 19. Dezember 
(24.XII.-1.I.):

Weihnachtliche Vorzeit


24. Dezember (6.I.):zum Tag
Der Vortag des Festes

PARAMONIE vor dem Fest

Metropolit ANTHONY: 
"Heiland, all derer in Finsternis"


Die Symbolik der Weihnachtsikone

Hl. BASILIUS (315-379)
Papst LEO (395-461)
 

LNP/Moskau Sofrino-Festtagsikone

Christ is born   - glorify Him ! 
Christ descends from the heavens 
  

- welcome Him ! 

Christ is now on earth   – ascend !
25. Dezember (7.I.):zum Festtag zur Geburt Christi:
"Niemand hat eine vollständigere Liebe, als Gott selbst ..."
Patriarch BARTHOLOMAIOS (2000)

Weihnachtsbotschaft 2013 
des Ökumenischen Patriarchen 2013  B A R T H O L O M A I O S


Metropolitan Hilarion of Volokolamsk, 
chairman of the Moscow Patriarchate’s Department for External Church Relations, 
Christmas greetings to the Primates of the Local Orthodox Churches:


Predigt: "O Schöpfer des Alls ... O Kind ... Du erfüllst uns mit Staunen" (Papst Johannes Paul II.)

Predigt: "Unsere Welt braucht Hoffnung ... sie hat Hoffnung ... 
Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !" 
(Metropolit Augoustinos)


Predigt: "Mit Gaben verneigten sich die Weisen, vom Glauben erleuchtet" (Erzbischof Mark)

26. Dezember (8.I.):
Mitfest der AllheiligenGOTTESGEBÄRERIN

"Blüte der Unversehrtheit"- Prototyp der neuen Schöpfung -
 


Zum westlichen, weltlichen Jahreswechsel: 31.12. 2000 - 1.1. 2001

6. Januar (19.I.)
 - THEOPHANIE -


 

24. Dezember (6.I.)
 

W E I H N A C H T E N

der VORABEND zum HOCHFEST der GEBURT unseres HERRN, GOTTES und ERLÖSERS
JESUS CHRISTOS 
im FLEISCHE 
 

Die Jungfrau gebiert heute Den, 
Der vor allem Sein war. 
Und die Erde bietet eine Höhle 
dem Unbegrenzten. 
Die Engel lobsingen 
mit den Hirten. 
Die fernen Weisen 
wandern dem Stern nach. 
Denn für uns ist geboren 
als kleines Kind 
der urewige Gott. 
 
LNP/Moskau-Sofrino Festtagsikone

 

Christliches BRAUCHTUM der orthodoxen Völker zum Fest:
Metropolit HILARION von Dorostol: zum Festmahl am "Abend der Ankunft" 
 

 

Erklärungen zum Tag vor dem Fest

PARAMONIE vor dem Fest

Hl. BASILIUS: "Predigt zur Geburt Christi"

Festpredigt von Metropolit ANTHONY: "Heiland all derer in Finsternis"

 

 

WEIHNACHTEN


feiern wir die Geburt Christi als das Mysterium der wahren Menschheit und der wahren Gottheit unseres Herrn und Erloesers.
Dieses Mysterium ist keine milde Verschleierung der Wirklichkeit sondern eine den menschlichen Verstand uebersteigende Realitaet, die den Glaeubigen zumutet, Oberflaechlichkeit und starrsinnige Selbstgerechtigkeit abzulegen und wie verwandelt einzustimmen in den Chor der Engel und Heiligen, die das Unfassbare feiern:
 

Gott wurde Mensch,
ohne sein Gottsein preiszugeben;
der Unbegrenzbare hat sich selbst begrenzt;
der Allmächtige kam machtlos als Kind;
der Allerhoechste ist zu uns herabgekommen,
damit wir zu Ihm hinauf gelangen koennen.
 


Unsere erkrankte menschliche Natur, die sich von Gott immer wieder entfernt hat, ist auf diese Vereinigung von Gott und Mensch angewiesen, um wieder heil zu werden.(s.Joh 3:16)

Das Geburtsfest Christi, vermutlich im 2.Jhdt. in Alexandria entstanden, wurde zunaechst als Epiphaniefest am 5. / 6. Jaenner gefeiert, zusammen mit der Anbetung Christi durch die Weisen, seiner Taufe und in Rom sogar mit seinem ersten oeffentlichen Wirken bei der Hochzeit zu Kana. 
Um die Mitte des 4.Jhdt. trennte man in Rom das Geburtsfest Christi von Epiphanien und verlegte es auf den Feiertag des "Sol invictus"(der unbesiegbaren Sonne), der im heidnischen roemischen Reich am 25. Dezember nach der Wintersonnenwende begangen wurde. Diese Symbolik wurde bewusst auf die christliche Symbolik fuer Christus als "Licht der Welt" uebertragen. 
Rund 50 Jahre spaeter ist dann das vorgezogene Geburtsfest in Konstantinopel von unserem Vater unter den Heiligen Johannes Chrysostomus erstmals zelebriert worden. 
 



 

 

Der Vortag des Festes
 


Auf den ersten Blick ist die Fülle des Inhalts der Gebete der "Königlichen Stunden" am 24. Dezember etwas verwirrend. Einerseits ist die Vigil der Geburt Christi der Höhepunkt der Hoffnung und der Erwartung des Advents. Andererseits nehmen die Gottesdienste dieses Tages das Weihnachtsfest selbst vorweg: wir bitten noch voll Inbrunst um die Ankunft Christi, da berichtet uns die Kirche schon aus den Evangelien über die Geburt. Dieses Verschmelzen zweier Elemente - der Buße in der Erwartung eines Ereignisses und die Verkündung des Ereignisses als schon stattgefunden - wird eher durch das Zusammenspiel liturgisch-historischer Faktoren erklärt als durch eine bewußte dogmatische oder pädagogische Absicht. Das gleiche gilt auch für den Karsamstag. Es ist aber schon wichtig zu wissen, wie wir diese doppelte Bedeutung des 24. Dezembers zu unserem besten Nutzen verwenden. Daß wir am Heiligen Abend die Perikopen über die Geburt Christi gehört und Dankeshymnen gesungen haben, entwertet nicht das freudige Gebet am 25. Dezember. Im Gegenteil, es vorbereitet und erleichtert dieses Gebet. Die Gottesdienste am Hl. Abend sind länger als die für das eigentliche Fest; während der Gottesdienste hören wir die biblischen Berichte von der Geburt, die detaillierter sind als die, welche wir am nächsten Tag hören.
So präsentiert uns die Kirche am 24. Dezember das ganze Panorama der Geburt; jedes Detail wurde erwähnt und untersucht; das ganze Bild wurde in unserem Geist aufgebaut.
Am Weihnachtstag selbst wiederholt die Kirche nicht alles, was schon gesagt wurde; sie nimmt an, daß wir es wissen und darüber nachgedacht haben. Die Kirche lenkt unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Punkte. Sie gibt uns die Möglichkeit nicht nur zu lernen und uns geistig zu entwickeln, sondern die spirituelle Frucht der Worte des Lebens, die wir schon kennen, zu kosten und zu genießen. Der 24. Dezember spricht zu uns von den gleichen Dingen wie der 25. Dezember, aber der 24. ist eine Vorbereitung, eine Belehrung, ein Lobpreis zum Empfang des Ereignisses, der 25. ist die Fülle, die Frucht, der Lobpreis zur Krönung der vollendeten Tatsache. Am Morgen des 24. Dezembers werden die Stundengebete mit besonderer Feierlichkeit zelebriert. Jede der Stunden enthält neben den Psalmen und verschiedenen Hymnen eine Perikope aus dem Alten Testament und Lesungen aus einer Epistel und einem Evangelium. 

Zur Ersten Stunde (Prim) wird eine Stelle aus dem Propheten Micha (5,2-4) gelesen, die sich auf Bethlehem bezieht, die kleine Stadt unter den Tausenden in Juda, aus der aber der künftige Herrscher Israels kommen wird. Die Epistel (Hebr 1,1-12) besagt, daß Gott, der zu uns durch die Propheten gesprochen hat, nun endlich durch Seinen Sohn gesprochen hat, der "um so viel erhabener geworden als die Engel”. Das Evangelium (Mt 1,18-25) ist das gleiche wie am Sonntag vor Weihnachten und beschreibt die Bestürzung des Josef und wie er beruhigt wurde. 

Zur Terz wird eine Stelle des Propheten Baruch (3,36-4,4 gelesen) die über Gottes Weisheit verkündet: "Dann erschien sie auf der Erde und hielt sich unter den Menschen auf.” Die Epistel (Gal 3,23-29) verkündet: "So hat das Gesetz uns in Zucht gehalten bis zum Kommen Christi ... Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dieser Zucht. ... Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.” Das Evangelium (Lk 2,1-20) erzählt von der Geburt Jesu in Bethlehem und der Anbetung der Hirten. 

Zur Sext kündigt der Prophet Jesaja (7,10-16; 8,1-4,9-10) die Geburt Christi an: "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben. Er wird Butter und Honig essen bis zu der Zeit, in der er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.” Die Epistel (Hebr 1,10-2,3) spricht wieder davon daß Jesus erhabener als die Engel ist und warnt uns: "wie sollen dann wir entrinnen, wenn wir uns um ein so erhabenes Heil nicht kümmern.” Das Evangelium (Mt 2,1-12) erzählt von der Reise und der Anbetung der Magier. 

Zur Non hören wir Jesaja (9,5-7): "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.” Die Epistel (Hebr 2,11-18) sagt uns den Grund für die Fleischwerdung: "Darum mußte er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.” Das Evangelium (Mt 2,13-23) erzählt die Abreise der Magier, die Flucht nach Ägypten und den Mord an den unschuldigen Kindern. 

Den ‚königlichen Stunden' folgt unmittelbar die Vesper. Da hören wir drei Lesungen aus dem Alten Testament: den Schöpfungsbericht (Gen 1,1-13) über jene Schöpfung, in die der fleischgewordene Gott gesandt wurde, um sie zu vollenden. Dann hören wir die Botschaft: "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt....” (Jes 7,10-16;8,1-4,9-10). Wir haben diese beiden letzten Stellen bereits während der königlichen Stunden gehört. Nach der dritten Lesung aus dem Alten Testament geht die Vesper in die Göttliche Liturgie über: der Zelebrant betet eine kurze Ektenie und geht dann sofort über zu dem Gebet, das dem Kleinen Einzug folgt. Das Trisagion wird gesungen, Epistel und Evangelium der Göttlichen Liturgie werden gelesen. Die Epistel ist die gleiche wie die zur Prim und das Evangelium das gleiche wie zur Terz, wir haben sie bereits erwähnt. Dann wird die Liturgie ganz normal gefeiert. 
Die Lieder bei den Stunden, der Vesper und der Liturgie sind bereits Freudengesänge: "Kommt laßt uns jubeln dem Herrn, verkünden das heutige Mysterium. ... Licht vom Licht, Abglanz des Vaters, Du erfüllst mit Freude und erleuchtest alle Kreatur ... Wir verherrlichen Deine Geburt, o Christus...”
Trotzdem verliert die Vigil von Weihnachten nicht ihren Charakter der Buße. 
Das Fasten an diesem Tag sollte besonders strikt eingehalten werden. 
In Rußland gibt es den Brauch, daß bis zum Erscheinen des ersten Sterns am Nachthimmel gefastet wird. 
Das läßt uns an den Stern denken, der die Magier geführt hat und an Christus, der das wahre Licht ist. 
Dieser Tag sollte auch ein Tag des Fastens in unserer Seele sein: wir sollten uns aller schlechten oder nutzlosen Gedanken enthalten und in Stille und Gelassenheit den Retter erwarten, der zu uns kommt. 

Es wird dunkel.

Bald wird der erste Stern am Himmel leuchten und nach dem Kirchenkalender den Beginn des neuen Tages verkünden, des großen Festes der Geburt Christi. 

Möge mit dem Aufleuchten des Sterns das Licht unseres Herrn leuchten für uns, mit den Worten des Apostels Petrus (2Petr 1,19), "ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen.”
A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace of the Lord, Crestwood, N.Y. 1980, p. 59f.; Übers. G. Wolf


 

 

 

nach dem Buch "Vermächtnis seit Jahrhunderten"
von
Metropolit HILARION von Dorostol 

Das Festmahl am 
"Abend der Ankunft" (Budni Wetscher) 
im orthodoxen Bulgarien

 

Am Abend des 24. Dezember feiert man den "Abend der Ankunft". Es ist der letzte Fastentag der Vorweihnachtlichen Fasten und Fastenspeisen werden auch vorbereitet. Aber dieser Abend schliesst die Fasten ab und so ziehen retrospektiv gleichsam alle Fastenspeisen noch einmal vorbei. Auf den Festtisch kommen reichlich gekochte Bohnen, eingelegte mit Reis gefuellte Tomaten und Paprika, gekochter Reis in Kraut- und Weinblaetter gewickelt, Nuesse und Kompott (oshav) aus getrocknetem Obst und allen Fruechten, die im Laufe des zu Ende gehenden Jahres gereift sind. Die Mitte des Tisches markiert ein frisch gebackenes rundes Brot (bogovica) in dem spaeter eine brennende Kerze an den angekommenen Christus -das Licht der Welt- erinnert. In diesem Brot ist gewöhnlich eine Münze eingebacken, die nach dem Brechen des Brotes ein Glueckskind in seinem Teil findet.
In manchen Gegenden legt man den Boden oder den Tisch mit Stroh aus, zum Gedenken an die Krippe von Bethlehem, wo das goettliche Kind geboren wurde.
Anderswo leitet man das feierliche Abendessen besonders passend ein: Kinder mit einer brennenden Kerze, einem Weihrauchgefaess, Wein und Brot ziehen zur Eingangstür um den Herrn willkommen zu heissen und um Segen fuer die Festtafel zu bitten indem sie dreimal sagen: "Komm, Herr und Gott, damit wir zu Abend essen !" Wenn sie zur Festtafel zurueckkommen, sprechen sie als Gruss: "Ein frohes Fest der Geburt Christi !". Alle an der Tafel stehen auf und empfangen sie mit der Antwort "Amen ! Willkommen ! Auf viele Jahre !". 
Beim Schein des Oellichtes vor der Ikone des Hauses und der Kerze auf dem Brot spricht der Hausherr, der aelteste oder der juengste Anwesende, wenn alles fertig ist, das Gebet des Herrn "Vater unser ..." und man singt das Weihnachtstroparion: "Deine Geburt Christus, unser Gott, liess erstrahlen der welt das Licht der Erkenntnis; denn in ihm wurden die Anbeter der Gestirne durch einen Stern belehrt, Dich anzubeten als die Sonne der Gerechtigkeit und Dich zu erkennen als den Aufgang aus der Hoehe. Herr, Ehre sei Dir !". Am Ende des Abendessens fuegt man dem Dankgebet noch das Kondakion des Festes hinzu: "Heute gebiert die Jungfrau Den, Der ueber allem Sein ist, und die Erde bietet dem Unbegrenzten eine Hoehle. Die Engel singen den Lobpreis mit den Hirten; die Weisen folgen dem Stern. Denn fuer uns ist geboren das kleine Kind, Gott von allem Anfang an."

Hier aus dem Pfarrblatt der Bulgarischen Orthodoxen Kirchengemeinde "Hl. IWAN RILSKI" in Wien, Österreich
Pfarrer: Bischofsvikar Iwan Petkin 
Übersetzung: Regierungsrat Prof. DDr. Johann Krammer und Kalojan Petkin

 


 


 

 

 

Heute wird aus der Jungfrau geboren Er, 
der in Seiner Hand die ganze Schöpfung hält !
Wie ein Sterblicher ist in Windeln gewickelt Er, 
der Seinem Wesen nach unbegreifbar unbegrenzt ist. 
In einer Krippe liegt Gott,
der zu Anbeginn die Himmel geschaffen. 
Von Muttermilch nährt sich der, 
welcher einst in der Wüste Seinem Volke Manna regnen liess. 
Die Weisen ruft herbei 
der Bräutigam der Kirche. 
Er nimmt Gaben entgegen 
der Sohn der Jungfrau. 
Wir beten an Deine Geburt, Christos ! 
Lass uns auch Deine heilige Theophanie schauen ! 
 
Festtagsikone

 

+++PARAMONIE vor dem Fest CHRISTI GEBURT:
Das Geburtsfest unseres Herrn und Erloesers Jesu Christi beginnt am 
Vortag, der ein besonderer Tag des Vorbereitungs-Fastens ist. Dieser Tag ist ausgefuellt durch das Koenigliche Stundengebet waehrend der Tagstunden und die PARAMONIE waehrend der Abendstunden, ein hymnisches Gedenken, das in alter Tradition ein gemeinschaftliches In-der-Kirche-bleiben der Glaeubigen bis zur Feier der morgendlichen Festliturgie bedeutet.
Wir laden nun ein, die reichen Texte dieser Paramonie mit uns zu beten:


 

 

+++

 

Einschreiben liess sich einst Maria in Bethlehem,
mit dem betagten Josef aus dem Geschlechte Davids.
In ihrem Leibe trug sie die jungfraeuliche Frucht.
Es kam die Zeit, da sie Gebaeren sollte,
und in der Herberge war kein Raum fuer sie da.
Da erschien die Hoehle der Koenigin wie ein hehrer Palast.
Christus wird geboren, 
um wieder aufzurichten
das einst gefallene Abbild Gottes.

Kommt, lasset uns jubeln dem Herrn
auslegen das heutige Mysterium.
Die Scheidewand ist niedergerissen,
das Flammenschwert wendet sich ab.
Die Cherubim weichen dem Holz des Lebens
und ich habe teil an des Paradieses Koestlichkeit,
von der mich der Ungehorsam frueher vertrieben.
Denn des Vaters gleiches Bild,
die Praegung Seiner Ewigkeit,
nimmt Knechtsgestalt an,
tritt hervor aus der Mutter,
die vom Manne nichts weiss,
und erleidet doch keine Veraenderung.
Denn Er blieb, was Er war:
der wahre Gott,
und nahm an, was Er nicht war:
Mensch geworden aus Menschenliebe.
Ihm rufen wir zu:
Aus der Jungfrau geborener Gott,
erbarme dich unser !

Als der Herr Jesus geboren wurde
aus der heiligen Jungfrau,
da wurde das All erleuchtet.
Da die Hirten wachten, 
die Weisen anbeteten
und die Engel lobsangen,
wurde Herodes erschreckt:
Denn
Gott erschien im Fleische,
der Retter unserer Seelen.

Dein Koenigreich, Christus Gott,
ist ein Koenigreich aller Aeonen,
und Deine Herrschaft 
waehrt von Geschlecht zu Geschlecht,
Fleisch geworden vom heiligen Geiste
und Mensch geworden aus der steten Jungfrau Maria
liessest Du uns Licht erstrahlen,
Christus Gott, in Deiner Ankunft;
Licht vom Licht, Abglanz des Vaters,
erfreuend die ganze Schoepfung.
Aller Odem lobet Dich,
die Praegung der Herrlichkeit des Vaters,
der Du bist und der Du warst
und aufleuchtest aus der Jungfrau als Gott;
erbarme Dich unser.

Was bringen wir Dir dar, Christus,
da Du fuer uns auf Erden als Mensch Dich zeigest ?
Denn jedes der von Dir gemachten Geschoepfe
bringt Dir die Danksagung dar:
die Engel den Hymnus,
die Himmel den Stern,
die Weisen die Gaben,
die Hirten ihr Staunen,
die Erde die Hoehle,
die Wueste die Krippe,
wir aber
die Jungfrau-Mutter,
Du Gott vor den Aeonen,
erbarme Dich unser.



LESUNG aus dem Buche GENESIS 
( Gen 1: 1 - 13 )
LESUNG aus dem Buche NUMERI 
( Num 24: 2 - 3, 5 - 9, 17 - 18 )
LESUNG aus dem Propheten MICHA 
( Mich 4: 6 - 7, 5: 13 )



Verborgen wurdest Du in der Hoehle geboren,
aber der Himmel hat dich verkuendet, Erloeser,
sprechend durch den Stern.
Und die Weisen hat Er herangefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !


Seine Gruendungen sind auf den heiligen Bergen.
Der Herr liebt deine Tore, Sion,
mehr als alle Wohnstaetten Jakobs.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Herrliches sagt man ueber dich, du Stadt Gottes.
Ich zaehle Raab und Babylon unter meine Bekenner.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Siehe, da sind auch Tyros und das Volk der Aethiopier.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Sie sind dort geboren.
Aber Sion nennt jedermann Mutter.
In ihr sind alle geboren.
Und der Allerhoechste Selbst hat sie gegruendet.

"Und die Weisen hat Er hergefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !"

Der Herr tat sich kund in der Schrift der Heiden
und jener Fuersten,
die in ihr geboren sind.

Verborgen 
wurdest Du in der Hoehle geboren,
aber der Himmel 
hat dich verkuendet, Erloeser,
sprechend durch den Stern.
Und die Weisen hat Er herangefuehrt,
im Glauben Dich anzubeten;
wie ihrer
erbarme Dich unser !



LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 11: 1 - 10 )
LESUNG aus dem Propheten BARUCH 
( Baruch 3: 36 - 4: 4 )
LESUNG aus dem Propheten DANIEL 
( Dan 2: 31 - 36, 44 - 45 )



AUFGEGANGEN
BIST DU, CHRISTUS,
AUS EINER JUNGFRAU,
UND EIN STERN HAT DICH ANGEZEIGT,
DEN ALLUMFASSENDEN,
IN EINER HOEHLE.
"Weise hast Du gefuehrt
zu Deiner Anbetung.
Mit ihnen erheben wir Dich:
Lebensspender, Ehre Dir !"

Der Herr ist Koenig, mit Hoheit umkleidet.
Umkleidet hat Sich der Herr,
mit Macht Sich geguertet.

"Weise hast Du gefuehrt
zu Deiner Anbetung.
Mit ihnen erheben wir Dich:
Lebensspender, Ehre Dir !"

Du hast festgemacht das Weltall,
Dein Thron wird nimmermehr wanken.
Bereitet ist dein Thron von Anbeginn.

"Weise hast Du gefuehrt
zu Deiner Anbetung.
Mit ihnen erheben wir Dich:
Lebensspender, Ehre Dir !"

Einst erhoben sich die Fluten, o Herr,
erhoben die Fluten ihre Stimme.
Wieder erheben die Wasserstroeme
ihr Tosen vom Brausen maechtiger Wellen.

"Weise hast Du gefuehrt
zu Deiner Anbetung.
Mit ihnen erheben wir Dich:
Lebensspender, Ehre Dir !"

Wunderbar ist die Brandung des Meeres;
wunderbarer noch ist der Herr in den Hoehen.
Verlaesslich sind Deine Zeugnisse.

"Weise hast Du gefuehrt
zu Deiner Anbetung.
Mit ihnen erheben wir Dich:
Lebensspender, Ehre Dir !"

Deinem Hause ziemet Heiligkeit, Herr,
auf ewige Zeiten.



AUFGEGANGEN
BIST DU, CHRISTUS,
AUS EINER JUNGFRAU,
UND EIN STERN HAT DICH ANGEZEIGT,
DEN ALLUMFASSENDEN,
IN EINER HOEHLE.
"Weise hast Du gefuehrt
zu Deiner Anbetung.
Mit ihnen erheben wir Dich:
Lebensspender, Ehre Dir !"



LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 9: 5 - 6 )
LESUNG aus dem Propheten JESAJA 
( Jes 7: 10 - 16, 8: 1 - 4, 9, 10 )



Der Herr sprach zu Mir:
Mein Sohn bist Du, Ich habe Dich heute gezeuget.

Heische von Mir,
so gebe Ich Dir die Voelker zum Erbe,
die Enden der Erde zum Eigentum.



APOSTEL: Hebr 1: 1 - 12



Alleluja, Alleluja, Alleluja !


+
+
+

EVANGELIUM: Lk 2: 1 - 20
(Die Geburt des Herrn) 
+
+
+
 



+++

Heute

wird aus der Jungfrau geboren
Er,
der in Seiner Hand die ganze Schoepfung haelt !

Wie ein Sterblicher ist von Windeln umhuellt
Er,
der Seinem Wesen nach allumfassend ist.

In einer Krippe liegt Gott,
der zu Anbeginn die Himmel gruendete.

Von Muttermilch naehrt sich
Er, der einst in der Wueste
Seinem Volk Manna regnen liess.

Die Weisen ruft herbei
der Braeutigam der Kirche.
Er nimmt ihre Gaben entgegen,
der Sohn der Jungfrau.

+++

Im Schosze der Jungfrau,
Gebietender,
hast Du
unsere kranke Natur geheilt,
indem Du sie
mit Deiner Gottheit
geeint hast,
dem einzig wirksamen
Mittel zum Heil,
Du,
Wort des Vaters !

+++

 

 

Festtagsikone

HEILAND all derer in FINSTERNIS

Weihnachtspredigt von Metropolit Anthony (Bloom)

 

Vor rund 2000 Jahren kam in einer Nacht wie dieser die göttliche Liebe in der Gestalt eines neugeborenen Kindes in die Welt, das bei all seiner Zerbrechlichkeit und Schutzlosigkeit wahrhaftig ein Bild der Liebe ist, die sich selbst hingibt, verwundbar ist und alles hofft....

Einer unserer geistlichen Väter und Seelsorger, Vater Sophronios, schreibt: 
Aus Gottes Offenbarung wissen wir, Gott ist Liebe, Gott ist Licht, in Ihm ist keine Finsternis. Wie schwer fällt es dem Menschen, hier zuzustimmen... Es ist schwer, weil unser persönliches Leben wie auch das unserer Umwelt eher das Gegenteil wahrscheinlich macht ... 
In der Tat, wo ist dieses Licht väterlicher Liebe, wenn wir im Blick auf das Ende unseres Lebens mit Hiob bitteren Herzens sagen müssen: "All meine guten Vorhaben sind dahin. Alles, woran mein Herz hing, ist zunichte, meine Tage sind vorüber, und das Totenreich wird mein Zuhause. Worauf soll ich meine Hoffnung setzen? Alles, was mein Herz von Jugend auf insgeheim, aber mit Inbrunst begehrte - wer wird es sehen? Die Seele verlangt nach Gott und will Ihn fragen: "Weshalb hast Du mir das Leben gegeben? Ich bin der Leiden müde, denn um mich herum ist Finsternis. Warum verbirgst Du Dich vor mir? Ich weiß, daß Du gut bist, weshalb aber ist Dir mein Leid so gleichgültig? Ich kann dich nicht begreifen ...”
Erhebt sich nicht überall auf unserer Erde dieser Ruf angesichts der Kälte und Schrecken, unter Kummer und Schmerz? Und welche Antwort wird bei Gott dieser Resignation zuteil? Ein Beispiel dafür, was und wie der Herr redet, entnehmen wir einem Buch von Vater Sophronios über den Starzen Siluan: 
Es lebte auf Erden ein Mann von ungewöhnlicher, ja gigantischer Geisteskraft. Lange betete er, ohne seine Tränen zurückhalten zu können: Erbarme Dich meiner! Gott aber hörte ihn nicht. Über diesem Gebet gingen viele Monate dahin, die Kräfte seiner Seele schwanden, verzweifelt rief er aus: Du bist unerbittlich! Und während etwas bei diesen Worten in seiner müden Seele zerriß, erblickte er für einen Augenblick plötzlich den lebendigen Christus. Feuer erfaßte sein Herz, und seinen Körper durchflutete eine solche Kraft, daß er, hätte die Vision auch nur eine kurze Spanne angehalten, gestorben wäre. Nie mehr hat er später diesen unaussprechlich sanften, grenzenlos liebenden und frohmachenden Blick Christi vergessen können, voll jenes Friedens, den die Welt nicht kennt. Noch viele Lebensjahre standen ihm bevor, ohne daß er müde geworden wäre zu bekennen, daß Gott Liebe ist, grenzenlose, unbegreifliche Liebe.

Diese Liebe ist nicht ein Gefühl oder eine gute Beziehung Gottes zu uns. 
Nein, es ist Gott Selbst, Der in der Gestalt des neugeborenen Christus in die Welt eintritt, die Er aus Liebe geschaffen hat. 
Er wollte mit ihr das jubelnde, triumphierende Leben teilen, das Liebe heißt und sich in eine solche Spannung begibt. Sie verströmt sich in einer solchen Fülle, daß sie bereits jede Begrenzung oder Minderung hinter sich gelassen hat. In ihrer Hingabe vergißt sie alles, außer den Geliebten. Sie schenkt sich in Schutzlosigkeit und Zerbrechlichkeit wie der in Bethlehem geborene Knabe. 
Deshalb mahnt uns der Herr: Gebt darauf Eure Antwort!

Aber wie sollen wir darauf reagieren? 
In dem Bericht des Evangeliums wird erzählt, daß Weise aus dem Osten mit ihren Gaben kamen. Wohin aber sollen wir gehen und von wo aus? Sie kamen aus weiter Ferne, aus einer Gegend, wo Christus nicht war. Wir können jetzt Christus, dem Allgegenwärtigen, Auferstandenen und alles Überwindenden aus der Nacht und Finsternis unseres eigenen Lebens folgen. Wieviele unter uns sitzen in der Finsternis. Und aus dieser Finsternis wollen wir zum Licht aufsteigen. Licht aber ist die Liebe.

Aus dem Dunkel der Bosheit wollen wir zur Liebe emporsteigen! 
Weg von der Sünde wollen wir zur Liebe gehen, die immer wieder verzeiht und heilt! 
Aus der Kälte des Alltags wollen wir zur Liebe eilen, die die Seele wärmen und alles um uns verwandeln kann! 
Aus dem grauen Alltag wollen wir zur Liebe aufbrechen, weil überall dort wo die Liebe ist, Licht und Freude einkehren, dort wird nicht mehr groß und klein unterschieden, sondern alles ist wichtig, weil alles zu einem Zeichen der Liebe werden kann. 
(Indem er in unserem Fleisch in die Welt kommt...) ermuntert uns der Herr zum Selbstvertrauen.

Wir denken an die Gaben der Weisen. 
Sie brachten zunächst Gold. In dunklen Gründen verschlossen lag sein funkelnder Glanz, seine klangvolle Melodik und von keinem Rost bedrohte Reinheit. In einem jeden von uns verborgen liegt dieser Glanz und drängt zum Licht, die von keinem Rost bedrohte Lauterkeit der Seele, die zu Großem befähigt. Sie vermag ihr erst die Freiheit zu geben und Liebe ohne Furcht zu wecken. Zur Liebe aus der Vollkraft der mächtigen Seele! Das Gold, von dem hier die Rede ist, ist die verklärte Erde. Laßt uns die dunklen Abgründe unseres Seins enthüllen, in denen sich der Schein des Lichtes verbirgt und zum Licht emporsteigt. 
Auch Weihrauch brachten die Weisen, der erhebt und mit Wohlgeruch erfüllt. Wir wollen unsere Liebe bringen, die nicht nur wie ein Licht in makelloser Reinheit glänzt, sondern sich wie ein Wohlgeruch mit Zärtlichkeit, Zuwendung und Wärme über die ganze Erde ergießt. 
Und Myrrhe brachten die Weisen, als ob sie zu einem Toten zögen, denn Christus, der unsterbliche Gott, wurde nicht geboren, um wie wir zu leben, sondern Er kam ins Fleisch, um mit uns zu sterben. Er wollte unser sterbliches Leben leben, damit wir eingehen könnten in Seine unsterbliche, herrliche und festliche Ewigkeit. "Wer Mir nachfolgen will, der sehe nicht auf sich, nehme sich nicht so wichtig, sondern denke vielmehr daran, daß Tausende ringsum der Liebe bedürfen. Keiner hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt.” Darunter ist nicht unbedingt der physische Tod zu verstehen, sondern es will besagen, daß wir in jedem Augenblick des Lebens da sein sollen für die Liebe, die schöpferische und erkennende, kluge und kühne Liebe, für eine Liebe, die sich verschenkt, das Eigene nicht sucht, sich selbst nicht schützt und sich nicht verschließt.

Weil die Kraft Gottes in der Schwachheit mächtig ist, brauchen wir uns nicht vor der Liebe zu fürchten.

Darum wollen wir uns bis ans Ende unserer Tage einbringen, so daß die Nachricht von dem heute geborenen Christus nicht nur in unserem Leben, sondern auch in dem von Millionen Menschen eine Realität, Licht und Wärme, Freude und eine lebenerneuernde Kraft wird. 
Amin.

Aus: Stimme der Orthodoxie, Januar 1991, Hsgb. und Chefredaktion Erzpriester Vladimir Ivanov, Verlag Berliner Diözese der russisch-orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat)

den Abdruck hier übernommen aus: "St.Andreas Bote" 

 

 

 

 

CHRISTI GEBURT
Tag der zweiten Geburt der Menschheit

Predigt Unseres Hl. Vater BASILIUS des Grossen (315-379)

 

Christi Geburt, Seine Ihm eigene, erste und einzigartige Geburt aus der Gottheit, werde mit Schweigen verehrt !
Selbst unserem Denken wollen wir gebieten, sie nicht zu erörtern und neugierig zu erforschen. Denn wo der Ewige in die Zeit kommt und weder die Begriffe Zeit noch Ewigkeit etwas vermitteln ... wie soll da der Verstand sich eine Vorstellung machen ? ... 

Gott auf Erden !
Gott unter Menschen ! 
Nicht im Feuer und unter Posaunenschall, nicht auf rauchendem Berg oder in Dunkelheit, nicht im Sturmwind, der die Herzen der Hörer in Schrecken versetzt, verkündet Er Gebote; Nein im Leib spricht Er sanft und gütig mit denen, die Ihm verwandt sind. Gott im Fleisch; nicht aus weiter Entfernung wie bei den Propheten wirkt Er, sondern Er hat Menschheit angenommen, eine mit dem Ewigen verbundene und eins gewordene Menschheit. ...

Menschheit, o Menschheit: 
Als Gott in der Höhe weilte, hast du nicht nach Ihm gefragt; 
da Er aber zu dir herabgestiegen ist und mit dir spricht, nimmst du Ihn nicht in dich auf.
Du fragst vielmehr nach dem Grund, warum du mit Gott verwandt werden solltest.
Höre also, dass Gott deshalb im Fleische ist, weil dieses verlorene Fleisch geheiligt werden soll, was der Schwachheit ausgeliefert aus dem Paradies verstossen war soll gestärkt und in den Himmel emporgeführt werden. Und welches war die Stätte dieses Werkes zu unserem Heil ? Der menschliche Leib der heiligen Jungfrau. ... Die Urkräfte dieser einzigartigen Geburt ? Der Heilige Geist und die überschattende Macht des Schöpfers ...

So wollen denn auch wir diese grosse Freude in unsere Herzen aufnehmen ! 
Diese Freude verkünden ja die Engel den Hirten (Lk 2,10).
Mit den Magiern wollen wir anbeten, 
mit den Hirten lobpreisen, mit den Engeln frohlocken !
"Denn heute ist uns der Heiland geboren worden, welcher ist Christus der Herr"(Lk 2:11)

Das Fest ist der ganzen Schöpfung gemeinsam: es schenkt der Welt überweltliche Gaben ... Engelchöre singen: "Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden; unter den Menschen wohlgefallen" (Lk 2:14)
Sterne am freien Himmel richten ihren Weg nach Ihm aus, 
Magier kommen von weit her aus dem Land der Heiden, 
die Erde nimmt Ihn auf in einer Höhle: 
Keiner bleibe unbeteiligt, keiner ohne Dank. Lassen auch wir ein Wort des Jubels erschallen !... 
Feiern wollen wir das Errettungsfest der Welt, den zweiten Geburtstag der der Menschheit !


nach: Hl. Basileios der Grosse: Predigt zur Geburt Christi
1-3.6 PG 31, 1457C-1473A 
in: Lothar Heiser: "Jesus Christus, Das Licht aus der Höhe"
hier Ausschnitte aus: "St.Andreas Bote" 
 


 

 

25. Dezember (7.I.)
 

W E I H N A C H T E N

HOCHFEST der GEBURT unseres HERRN, GOTTES und ERLÖSERS JESUS CHRISTOS IM FLEISCHE 

 

Ehre sei Gott in der Höhe !   Frieden auf Erden ! 
Unter den Menschen Wohlgefallen !

 

Deine Geburt, Christos unser Gott, 
liess erstrahlen der Welt 
das Licht der Erkenntnis; 
denn durch sie wurden 
Anbeter der Gestirne 
von einem Stern belehrt, 
Dich als die Sonne der Gerechtigkeit anzubeten 
und Dich zu erkennen 
als den Ankommenden aus der Höhe. 
Herr, Ehre Dir ! 
 
Festtagsikone

 


 

 

"Es hat niemals jemand existiert oder wird jemals existieren, 
der eine vollständigere Liebe hätte als Gott selbst. 
Deshalb war die Menschwerdung Gottes selbst 
der einzige Weg, 
diese Liebe dem Menschen noch einmal zu schenken ... 

Als nämlich der erstgeschaffene Mensch, 
obwohl er noch im Paradies der Liebe war, 
seine Liebe zu Gott durch seinen Ungehorsam in sich tötete, 
vermochte er doch nicht auch die Liebe Gottes zu töten 
die ihm in der Person des Gottessohnes Jesus Christos wiedergegeben wird. 
Der Sohn Gottes, 
als Er ganz Mensch wurde, blieb Er doch auch ganz in der göttlichen Liebe, 
die das einzigartige Motiv für seine Menschwerdung war ... "


(S.Allhl.Patriarch BARTHOLOMAIOS am 30.10.2000 in der Universität Tartu, Estland) 

in der Freude über dieses Geschenk der Liebe wünschen auch wir:

Eine Festzeit der Freude ! 
Eine Festzeit der Hoffnung ! 
Eine Festzeit der Geistlichen Erneuerung ! 



Festpredigt von Papst LEO (395-461)


Die Symbolik der Weihnachtsikone
 

Predigt: "O Schöpfer des Alls ... O Kind ... Du erfüllst uns mit Staunen" 
(Papst Johannes Paul II.)


Predigt: "Unsere Welt braucht Hoffnung ... sie hat Hoffnung ... Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !" 
(Metropolit Augoustinos)


Predigt: "Mit Gaben verneigten sich die Weisen, vom Glauben erleuchtet" 
(Erzbischof Mark)

 

 

Hl. EPHRAIM der Syrer: 
Hymnen über die Geburt Jesu Christi:

An diesem Tag hat den Glanz gegen Schmach vertauscht unser Herr, als Demütiger, 
weil Adam vertauscht hatte die Wahrheit gegen das Unrecht, als Verkehrter. 
Es hatte Mitleid mit ihm der Gütige. 
Seine Rechtschaffenheit siegte über die Verkehrtheit.

Gelobt sei der Weise, der verbrüdert, verbunden hat die Gottheit mit der Menschheit !
Die eine aus der Höhe, die andre aus der Tiefe:
Beide Naturen hat Er vereint wie Farben, 
und es entstand ein Bild: der Gott-Mensch. 

 

aus: Edel, R.F. (Hrsgb.): "Das Leben aus dem Geist" III. Orthodoxe Zeugnisse über das geistliche Leben, Marburg an der Lahn 1980, S23
hier aus "St.Andreas Bote" 
 



 

WEIHNACHTEN

feiern wir die Geburt Christi als das Mysterium der wahren Menschheit und der wahren Gottheit unseres Herrn und Erloesers.
Dieses Mysterium ist keine milde Verschleierung der Wirklichkeit sondern eine den menschlichen Verstand uebersteigende Realitaet, die den Glaeubigen zumutet, Oberflaechlichkeit und starrsinnige Selbstgerechtigkeit abzulegen und wie verwandelt einzustimmen in den Chor der Engel und Heiligen, die das Unfaszbare feiern:
 

Gott wurde Mensch,
ohne sein Gottsein preiszugeben;
der Unbegrenzbare hat sich selbst begrenzt;
der Allmächtige kam machtlos als Kind;
der Allerhoechste ist zu uns herabgekommen,
damit wir zu Ihm hinauf gelangen koennen.
 


Unsere erkrankte menschliche Natur, die sich von Gott immer wieder entfernt hat, ist auf diese Vereinigung von Gott und Mensch angewiesen, um wieder heil zu werden.(siehe Joh 3:16)

Das Geburtsfest Christi, vermutlich im 2.Jhdt. in Alexandria entstanden, wurde zunaechst als Epiphaniefest am 5. / 6. Jaenner gefeiert, zusammen mit der Anbetung Christi durch die Weisen, seiner Taufe und in Rom sogar mit seinem ersten oeffentlichen Wirken bei der Hochzeit zu Kana. 
Um die Mitte des 4.Jhdt. trennte man in Rom das Geburtsfest Christi von Epiphanien und verlegte es auf den Feiertag des "Sol invictus"(der unbesiegbaren Sonne), der im heidnischen roemischen Reich am 25. Dezember nach der Wintersonnenwende begangen wurde. Diese Symbolik wurde bewusst auf die christliche Symbolik fuer Christus als "Licht der Welt" uebertragen. 
Rund 50 Jahre spaeter ist dann das vorgezogene Geburtsfest in Konstantinopel von unserem Vater unter den Heiligen Johannes Chrysostomus erstmals zelebriert worden. Die Predigt dieser ersten Feier des Festes ist uns noch erhalten.
 



 

 

 

CHRISTI GEBURT
Tag der zweiten Geburt der Menschheit

Predigt Unseres Hl. Vater BASILIUS des Grossen (315-379)

 

Christi Geburt, Seine Ihm eigene, erste und einzigartige Geburt aus der Gottheit, werde mit Schweigen verehrt !
Selbst unserem Denken wollen wir gebieten, sie nicht zu erörtern und neugierig zu erforschen. Denn wo der Ewige in die Zeit kommt und weder die Begriffe Zeit noch Ewigkeit etwas vermitteln ... wie soll da der Verstand sich eine Vorstellung machen ? ... 

Gott auf Erden !
Gott unter Menschen ! 
Nicht im Feuer und unter Posaunenschall, nicht auf rauchendem Berg oder in Dunkelheit, nicht im Sturmwind, der die Herzen der Hörer in Schrecken versetzt, verkündet Er Gebote; Nein im Leib spricht Er sanft und gütig mit denen, die Ihm verwandt sind. Gott im Fleisch; nicht aus weiter Entfernung wie bei den Propheten wirkt Er, sondern Er hat Menschheit angenommen, eine mit dem Ewigen verbundene und eins gewordene Menschheit. ...

Menschheit, o Menschheit: 
Als Gott in der Höhe weilte, hast du nicht nach Ihm gefragt; 
da Er aber zu dir herabgestiegen ist und mit dir spricht, nimmst du Ihn nicht in dich auf.
Du fragst vielmehr nach dem Grund, warum du mit Gott verwandt werden solltest.
Höre also, dass Gott deshalb im Fleische ist, weil dieses verlorene Fleisch geheiligt werden soll, was der Schwachheit ausgeliefert aus dem Paradies verstossen war soll gestärkt und in den Himmel emporgeführt werden. Und welches war die Stätte dieses Werkes zu unserem Heil ? Der menschliche Leib der heiligen Jungfrau. ... Die Urkräfte dieser einzigartigen Geburt ? Der Heilige Geist und die überschattende Macht des Schöpfers ...

So wollen denn auch wir diese grosse Freude in unsere Herzen aufnehmen ! 
Diese Freude verkünden ja die Engel den Hirten (Lk 2,10).
Mit den Magiern wollen wir anbeten, 
mit den Hirten lobpreisen, mit den Engeln frohlocken !
"Denn heute ist uns der Heiland geboren worden, welcher ist Christus der Herr"(Lk 2:11)

Das Fest ist der ganzen Schöpfung gemeinsam: es schenkt der Welt überweltliche Gaben ... Engelchöre singen: "Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden; unter den Menschen wohlgefallen" (Lk 2:14)
Sterne am freien Himmel richten ihren Weg nach Ihm aus, 
Magier kommen von weit her aus dem Land der Heiden, 
die Erde nimmt Ihn auf in einer Höhle: 
Keiner bleibe unbeteiligt, keiner ohne Dank. Lassen auch wir ein Wort des Jubels erschallen !... 
Feiern wollen wir das Errettungsfest der Welt, den zweiten Geburtstag der der Menschheit !


nach: Hl. Basileios der Grosse: Predigt zur Geburt Christi
1-3.6 PG 31, 1457C-1473A 
in: Lothar Heiser: "Jesus Christus, Das Licht aus der Höhe"
hier Ausschnitte aus: "St.Andreas Bote" 
 

 


ROM: Sta. MARIA MAGGIORE (431-1296) Konzil von Ephesos - Jacopo Torriti

 

 

 

"Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; 
Er ist der Messias, der Herr." 
Lk2:11

Weihnachtspredigt von Papst LEO d. Gr. (395 - 461)

 


Laßt uns frohlocken, denn heute ist uns der Heiland geboren! 
Darf doch dort keine Trauer aufkommen, wo das Leben selbst zur Welt kommt, das die Furcht vor dem Tode nimmt und uns durch die Verheißung ewigen Lebens mit Freude erfüllt. Niemand wird von der Teilnahme ausgeschlossen, alle haben den gleichen Grund, in festlicher Stimmung zu sein; denn da unser Herr, Der die Sünde und den Tod vernichtet, niemand findet, der ohne Schuld ist, so kommt Er, um alle zu befreien. 
Es jauchze der Gerechte, weil er sich der Siegespalme naht; 
es frohlocke der Sünder, denn ihm winkt Verzeihung.
Denn nachdem sich die Zeit erfüllte (Eph 1,10), welche die unerforschliche Tiefe göttlichen Ratschlusses dazu bestimmte, nahm der Sohn Gottes die Natur des Menschengeschlechtes an, das wieder mit seinem Schöpfer versöhnt werden sollte, damit der Teufel, der den Tod in die Welt gebracht, gerade durch die menschliche Natur, die er bezwungen hatte, wieder bezwungen würde. In diesem Kampfe wurde der Streit nach dem erhabenen Grundsatz der Gleichheit geführt: Der allmächtige Herr mißt sich mit dem Feinde nicht in seiner Majestät, sondern in unserer Niedrigkeit. Er stellt ihm den gleichen Leib entgegen und die gleiche Natur, die zwar wie die unsere sterblich, aber frei von jeder Sünde ist.
Gilt doch von Seiner Geburt nicht, was man sonst von jeder lesen kann: "Niemand ist rein von dem Schmutze der Sünde, nicht einmal das Kind, dessen Leben nur einen Tag auf der Erde währt" (Hiob 14,4). Kein Makel liegt auf dieser Geburt, die nicht von der Begierde des Fleisches ausgegangen ist, keine Schuld vom Gesetz der Sünde lastet auf ihr. Eine königliche Jungfrau aus dem Stamme Davids wird auserwählt, die heilige Frucht in sich aufzunehmen und Gottes und der Menschen Sohn zunächst im Geiste und dann im Fleische zu empfangen. Damit sie nicht, unbekannt mit dem himmlischen Ratschluß, über eine so ungewöhnliche Wirkung erschrecke, erfährt sie durch die Unterredung mit dem Engel, was der Heilige Geist in ihr wirken sollte. Auch glaubt die, die bald bestimmt ist, Gottesgebärerin zu werden, nicht an den Verlust der Jungfräulichkeit. Warum hätte sie diese neue Art der Empfängnis bezweifeln sollen, da die Macht des Allerhöchsten dies zu vollbringen verspricht? Gestärkt wird ihr Vertrauen durch ein vorausgehendes Wunder: Der Elisabeth, die nicht mehr darauf hoffen konnte, wird Kindersegen verliehen, damit man nicht daran zweifle, daß Der, Der die Unfruchtbare empfangen läßt, auch die Macht hat, daß eine Jungfrau empfange.

So ist also "Gott", "Gottes Sohn", das "Wort Gottes"("im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist" Joh 1,2-3), Mensch geworden, um den Menschen vom ewigen Tod zu befreien. Er nahm unsere Niedrigkeit an ohne Minderung Seiner Majestät. Er verband die wahre Knechtsgestalt mit jener, worin Er Gott dem Vater gleich ist. In der Weise hat Er sich herabgelassen, daß Er beide Naturen so miteinander vereinte, daß weder die Erhebung der niedrigen Natur diese in der göttlichen aufgehen ließ, noch ihre Annahme der höheren Abbruch tat.
Obwohl die Eigenheit beider Wesenheiten gewahrt bleibt, bekleidet sich die Majestät mit Niedrigkeit, die Stärke mit Schwachheit, die Ewigkeit mit Sterblichkeit. Um unsere Schuld zu tilgen, hat sich die unversehrbare Natur mit der leidensfähigen vereinigt, sind wahrer Gott und wahrer Mensch zur Einheit des Herrn verbunden. Dadurch sollte - wie dies unserer Erlösung entsprach - ein und derselbe "Mittler zwischen Gott und den Menschen" (1Tim 2,5) einerseits sterben, andererseits auferstehen können.
Also brachte die Geburt des Heilandes der jungfräulichen Reinheit keinen Schaden; denn das Erscheinen der Wahrheit war ein Schutz der Keuschheit. Eine solche Geburt ziemte Gottes Macht und Weisheit. Wäre Er nicht wahrer Gott, so brächte Er keine Erlösung, wäre Er nicht wahrer Mensch, so böte Er uns kein Beispiel. Darum wird auch von den jauchzenden Engeln bei der Geburt des Herrn gesungen: "Herrlichkeit Gott in der Höhe!" Darum wird auch "den Menschen des Wohlgefallens", Friede verheißen (Lk 2,14). Sehen die Engel doch, wie sich das himmlische Jerusalem aus allen Völkern der Erde erbaut. Wie sehr muß sich da menschliche Niedrigkeit über dieses unbeschreibliche Werk göttlicher Liebe freuen, wenn die Engel darüber in solchen Jubel ausbrechen! Laßt uns also Gott dem Vater durch Seinen Sohn im Heiligen Geist danken! Hat Er doch um Seiner Barmherzigkeit willen, mit der Er uns liebte, sich unser erbarmt, "die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht" (Eph 2,5), auf daß wir in ihm eine neue Schöpfung würden.

Laßt uns also ablegen den alten Menschen (Eph 2,22) mit seinen Werken, nachdem wir an der Menschwerdung Christi Anteil erhielten!

Erkenne, o Christ, deine Würde! Kehre nicht durch entartete Sitten zur alten Niedrigkeit zurück, nachdem du der göttlichen Natur teilhaftig geworden bist! Erinnere dich daran, daß du der Macht der Finsternis entrissen und in Gottes lichtvolles Reich versetzt worden bist! Durch das Sakrament der Taufe wurdest du zu einem Tempel des Heiligen Geistes.
Vertreibe nicht durch schlechte Handlungen einen so hohen Gast aus deinem Herzen! Unterwirf dich nicht aufs neue der Knechtschaft des Satans. Ist doch das Blut Christi dein Kaufpreis. Wird dich doch Der in Wahrheit richten, Der dich in Barmherzigkeit erlöst hat, Der mit dem Vater und dem Heiligen Geist waltet in Ewigkeit. Amin.

 

Papst LEO der GROßE (ca. 395 - 461)


Stimme der Orthodoxie, Dezember 1987, S. 19f., Hsgb. und Chefredaktion Erzpriester Vladimir Ivanov (Moskauer Patriarchat)
 

 

 

 

Die Symbolik der WEIHNACHTSIKONE

 


Nach der orthodoxen Tradition ist Christos in einer Hoehle in unsere Erde hineingeboren worden. So zeigt uns auch die Weihnachtsikone Gottes Sohn hell hervorleuchtend in einer Krippe zwischen Ochs und Esel in einer schwarzen Hoehle inmitten eines Berges. Der Stern der Weisen empfaengt sein Licht aus Gott und weist mit seinem Lichtstrahl auf das Kind in der Krippe.
Christos liegt zwischen Ochs und Esel, was an Jes 1:3 erinnert, wo zu lesen ist:
"Der Ochse kennt seinen Meister und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Einsicht, mein Volk keinen Verstand."
Die Kirchenvaeter haben bisweilen den Ochsen als Symbol der Heidenvoelker und den Esel als ein Symbol des stoerrischen Volkes Israel gedeutet.
Auszerhalb der Hoehle liegt oder kniet die Gottesmutter. Sie ist als die wichtigste Figur auszer dem kleinen Kind ueberdimensional grosz dargestellt. Im Eindruck des unfaszbaren Geschehens betet sie. Deshalb ist sie meist mit dem Kind im Ruecken dargestellt, ohne es anzuschauen, ohne sich mit ihm zu beschaeftigen. Dieses zunaechst eigenartige Verhalten wird aus dem Heilsverstaendnis erklaert: Nachdem Christos in der Gottesmutter unsere menschliche Natur angenommen hat und in die Welt hineingekommen ist, bleibt die Gottesmutter der Welt verbunden und ist ganz fuer uns da, sie schaut auf uns, als unsere Fuerbitterin beim Hoechsten. Es ist kein Zufall, dasz sie auf orthodoxen Ikonen - im Gegensatz zu westlichen Krippenszenen - kaum je gemeinsam mit Joseph dargestellt wird. Dieser ist im Gegenteil abseits von der Krippe, oft am unteren Bildrand zu sehen, wo er, den Kopf in eine Hand gestuetzt, in tiefes Nachdenken versunken, sitzt. Er ist ja nicht der Vater des Kindes; sein Verstand versucht vergeblich das Mysterium der wunderbaren Geburt zu erfassen. Vor ihm steht eine in Felle gehuellte, gebeugte Gestalt, mit einem Stock in der Hand: Nach Mt 1:20-23 waren es naemlich die Worte des groeszten Propheten des alten Bundes, des Propheten Jesaja, die den Zweifel des Joseph geloest und ihn bewogen haben, weiterhin den Weg mit der Gottesmutter zu gehen, und zwar die Worte: "Siehe, die Jungfrau wird schwanger und gebiert einen Sohn, und man wird Ihn Emmanuel (Gott mit uns) nennen."
(Jes 7:14).
Weiters wird am unteren Bildrand das neugeborene Kind von Hebamme und Magd in einer Art Taufbecken gewaschen. Der geistliche Sinn dieser Szene weist schon auf die Bedeutung hin, die das Wasser bald im Fest der Theophanie am Jordan bekommt: Das Wasser, Hauptelement der Oberflaeche und Huelle unseres Planeten Erde und der belebten Materie und auch des menschlichen Koerpers, wird durch die Beruehrung mit dem Herrn gesegnet und geheiligt.
Der obere Bildrand der Ikone ist von Engeln erfuellt, die Gott, dem Vater, lobpreisen und mit den Worten danksagen, die der orthodoxe Christ jeden Tag im Morgengebet spricht: "Ehre Gott in der Hoehe, Friede auf Erden, den Menschen wohlgefallen !"
Einer von diesen Engeln wendet sich den Hirten zu und verkuendet ihnen die Frohbotschaft von der Ankunft des Erloesers (Lk 2:9-11), denn ihnen den Armen, gilt die Erloesungsbotschaft zuerst.
Aber nicht nur sie werden zum Kind hin in Bewegung gesetzt.
Auf der anderen Seite des Berges ziehen aus dem Osten die weisen Sterndeuter heran, meist hoch zu Pferde. Sie vertreten die weltliche Oberschicht dar: Wissenschaft, Ansehen, Reichtum. Dasz auch sie mittels der Leitung des Sternes zum Kinde finden, bedeutet, dasz die Erloesung fuer alle Welt geschehen ist: fuer Reiche und Arme, fuer Niedrige und Hochgestellte, fuer Einfaeltige und Weise. Sie, die Weisen, suchen das Kind allerdings zunaechst am falschen Ort: im koeniglichen Palast bei ihresgleichen, den Wuerdentraegern, statt in der Hoehle bei den Armen. Sie haben darum einen weiteren Weg als die Hirten. Die Ikone zeigt sie auf diesem Weg, noch fern vom Ziel, das sie aber letztlich doch erreichen.

 

 

 

 

Weihnachtsbotschaft des Ökumenischen Patriarchen 2013

+ B A R T H O L O M A I O S


durch Gottes Erbarmen Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom, und Ökumenischer Patriarch

allem Volk der Kirche Gnade, Friede und Erbarmen von Christus, 
unserem in Bethlehem geborenen Erlöser



Im Herrn geliebte Brüder und Kinder,

„Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“
(Jes 9,5)

Begeistert und freudig kündigt uns der Prophet vorausschauend vor vielen Jahrhunderten die Geburt des Kindes Jesus aus der immerwährenden Jungfrau an. Gewiss, damals, zur Zeit der Volkszählung des Kaisers Augustus, fand sich kein Ort in der Herberge, die Jungfrau aufzunehmen, die empfangen hatte vom Heiligen Geist, und so war ihr Verlobter und Beschützer, der heilige Josef, genötigt, sie in eine Höhle zu führen, zur Krippe der Tiere, damit sie das Kind gebären könne.

Himmel und Erde stimmen ein, indem sie dem Schöpfer Dank sagen: „ … ein jegliches Deiner Geschöpfe bringt Dir den Dank dar:
Die Engel den Lobpreis,
die Himmel den Stern,
die Weisen die Gaben,
die Hirten das Staunen,
die Erde die Höhle,
die Wüste die Krippe,
doch wir 
(Menschen) als Mutter die Jungfrau.“
Die Hirten wachen bei ihrer Herde und halten Nachtwache, und Engel schauen staunend das Mysterium und lobpreisen 
(Vesper von Christi Geburt).

Die Süße der Heiligen Nacht der Geburt Christi umfängt wiederum die ganze Welt. Und inmitten der menschlichen Mühsale und Qualen, der Krise und der Krisen, der Leiden und der Feindschaften, der Beunruhigungen und der Enttäuschungen vergegenwärtigt sie so realistisch und aktuell wie nie zuvor das Mysterium der Menschwerdung des göttlichen Wortes, das wie Regen auf das Vlies in den Schoß der immerwährenden Jungfrau Maria herabkam, um Gerechtigkeit und Fülle des Friedens sprossen zu lassen 

(s. Psalm 71,7).


Im Schweigen und im Frieden der Heiligen Nacht der Geburt Christi tritt der Anfanglose, der Unsichtbare, der Unbegreifliche, der Stofflose, der Immerseiende, Jesus Christus, im Fleisch, unkenntlich, unverstellt, arm und unerkannt in das Drama der Geschichte ein. Zugleich kommt er als „Bote des großen Ratschlusses, Ratgeber, (…) Machthaber, Friedensfürst, Vater des kommenden Äons (Jes 9,6).

Ja, er geht als Mensch aus der jungfräulichen Mutter hervor, löst die Verstrickung der Sünde und schenkt durch seine Gnade und sein Erbarmen einen Ausweg aus der Ausweglosigkeit des Lebens, und ein Ziel, Würde, Inhalt, exemplarisches Ethos und Vorbild in den Wirren des menschlichen Lebens.

Der Herr hat die ganze menschliche Natur angenommen und geheiligt. Der vorewige Gott hat es auf sich genommen, als Embryo im Schoß der Gottesgebärerin getragen zu werden. So hat er das menschliche Leben von seinem allerersten Stadium an geehrt und uns gelehrt, den Menschen vom Beginn seines Daseins an zu respektieren. Der Schöpfer des Alls ist herabgekommen, als Kindlein geboren und von der Jungfrau gestillt zu werden. So hat er die Jungfräulichkeit und die Mutterschaft geehrt, im geistlichen und im leiblichen Sinn. Darum mahnt der hl. Gregor d. Theologe: „Ihr Frauen, bleibt Jungfrauen, um Christi Mütter zu werden!“ 
(38. Rede zum Fest der Erscheinung, PG 36, 313 A)

Und der Herr verfügte die eheliche Gemeinschaft von Mann und Frau in der Familie. Die Institution der christlichen Familie ist die Keimzelle des Lebens und der Brutkasten einer seelisch und körperlich gesunden Entwicklung der Kinder. Darum ist es die Schuldigkeit der Kirche, aber auch die Pflicht der Regierung jedes Volkes, die Institution der Familie auf vielfältige Weise zu stärken.

Damit ein Kind gesund und normal heranwächst, bedarf es einer Familie, in der Mann und Frau wie ein Leib, ein Fleisch und eine Seele harmonisch zusammenleben und sich einander unterordnen.

Wir sind uns dessen sicher, dass alle geistlichen und kirchlichen Oberhäupter wie einst die Hirten auf dem Feld, aber auch die Mächtigen der Welt diese göttliche Wahrheit und Wirklichkeit, die wir auch am diesjährigen Weihnachtsfest vom Ökumenischen Patriarchat aus verkünden, kennen und anerkennen. Wir alle müssen die Gründung und den Bestand natürlicher Familien unterstützen, damit sie seelisch gesunde und glückliche Bürger hervorbringen, die vom Gefühl der Sicherheit erfüllt sind und sich auf das Empfinden des Schutzes durch einen starken und schützenden Vater und eine liebende und sorgende Mutter stützen. Das sind Familien, wie sie Gott gefallen.
Wir laden das ganze Volk unserer heiligen orthodoxen Kirche dazu ein und rufen es dazu auf, dass es in einem seiner Berufung würdigen Wandel dafür Sorge trage, alles Mögliche zu tun, um die Institution der Familie zu stützen.

Brüder, „die Nacht ist vorgerückt, der Tag hat sich genaht“ 
(Röm 13,12). Schon eilen die Hirten nach Betlehem, verkünden das Wunder und laden uns ein, ihnen zu folgen wie andere „von Freude erfüllte Sterndeuter“ (Troparion der 4. Ode des Orthros des Festes von Christi Geburt) und ihm kostbare Gaben darzubringen:
„Lauteres Gold dem König der Äonen,
Weihrauch dem Gott über alle,
Myrrhe dem Unsterblichen
und doch drei Tage Toten.“
(Stichiron idiomelon der Vesper des Festes der Geburt des Herrn)
Gemeint sind die Gaben unserer Liebe, unseres Glaubens und unserer Bewährung als orthodoxe Christen in unserem Lebenswandel und nach der Überlieferung unserer Familien, der Kirchenväter und der Kirche, die über Jahrhunderte hinweg in Geltung stand und unsere gesegnete Gesellschaft erhalten hat. Die Keimzelle ihres gottgefälligen Lebens und Wachstums ist, wir wiederholen es, die Familie.
Brüder und Kinder,

2013 Jahre sind seit der Geburt Christi im Fleisch vergangen.

2013 Jahre lang wird Christus in der Person der Ohnmächtigen unablässig von Herodes und seinen zeitgenössischen Nachahmern jeder Art verfolgt.

2013 Jahre sind vergangen, und Jesus wird verfolgt in der Person der Christen in Syrien – und nicht nur dort.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus flieht als Flüchtling mit ihnen – nicht nach Ägypten, sondern in den Libanon, nach Europa, nach Amerika und anderswohin, um in der Unsicherheit der Welt Sicherheit zu finden.

2013 Jahre sind vergangen, und das Kind Jesus ist noch immer gefangen mit den beiden Bischöfen Paulus und Johannes aus Syrien, mit den orthodoxen Nonnen und vielen namenlosen und namhaften Christen.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus wird zusammen mit denen gekreuzigt, die gequält und ermordet werden, weil sie den Glauben an IHN nicht verraten wollen.

2013 Jahre sind vergangen, und Jesus wird täglich getötet in der Person von tausenden ungeborener Kinder, deren Eltern nicht zulassen, dass sie geboren werden.

2013 Jahre sind vergangen, und Christus wird verhöhnt und geschmäht in der Person jener unglücklichen Kinder, die unter der Krise der Familie, unter Not und Armut leiden.

Der Herr, der gesagt hat: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan“ 
(Mt 25,40), kam und kommt auch an diesem Fest seiner Geburt, um den Schmerz, die Trauer und die Leiden der Menschen aufzuheben. Für sie ist er aus der Jungfrau hervorgegangen. Für sie ist er Mensch geworden. Für sie hat er gelitten, ist er gekreuzigt worden und auferstanden. Also für uns alle. Also mag ein jeder von uns sein persönliches Kreuz auf sich nehmen, damit wir Gnade und Erbarmen finden zur rechten Zeit. Damit „Gott mit uns“ sei, der geborene Emmanuel, der Erlöser und Herr. Amen.

Phanar, Weihnachten 2013

+ Bartholomaios von Konstantinopel,
 dem Neuen Rom, und Ökumenischer Patriarch

euer aller inständiger 
Fürbitter bei Gott

 

 

 

 

PREDIGT zum Fest

 

...

O Schöpfer des Alls, der Du Dir die Futterkrippe der Tiere zur Wiege gewählt hast !

Der Glanz Deiner Geburt erleuchte die Nacht der Welt !

Die Macht Deiner Botschaft der Liebe zerstöre die hochmütigen Nachstellungen des Bösen ...

O Heilige Nacht, so sehnlich erwartet, die du Gott und Mensch für immer vereint hast !

Erneut entzündest du in uns die Hoffnung.

...

Predigt am 24. Dezember 2003

+  Johannes Paul II.
Metropolitan-Bischof von Rom
Patriarch des Westens
Papst der Römischen Katholischen Kirche

hier Ausschnitte aus: "Es kommt der König der Herrlichkeit" 
Inst. Christus König und Hoherpriester

 


 

 

 

BOTSCHAFT  Seiner Heiligkeit des  PATRIARCHEN
und des Hl. SYNODS 
der
BULGARISCHEN  ORTHODOXEN  KIRCHE
zum
  FEST  DER  GEBURT  CHRISTI 
2010 

ОФИЦИАЛНИ ДОКУМЕНТИ 
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ПАТРИАРШЕСКИ И СИНОДАЛНИ ПОСЛАНИЯ »

 

Patriarchal and Synodical Epistle for the Nativity of Christ 
Bulgarian Orthodox Church-Bulgarian Patriarchate 
2010 г.


“For, behold, I bring you good tidings of great joy, 

which shall be to all people. 
For unto you is born this day in the city of David  the Saviour, 
who is Christ the Lord.” 
(Luke 2:10-11)


Beloved in the Lord children of our Holy Church
,

Today is a day of great joy!
 

Of this same ineffable joy which came with the good news the angel of the Lord brought once to the Bethlehem shepherds and to all humanity through them: 

“For unto you is born a Saviour who is Christ the Lord” 
(cf. Luke 2:11) 

The words of the divine Evangelist are echoing nowadays throughout the whole world: 

“For God so loved the world, that he gave his only begotten Son, 

that whosoever believeth in him should not perish, 
but have everlasting life” 
(John 3:16). 

When the whole universe reverberates with the heavenly and unprecedented news that the Lord was born, 
our joy grows so high and radiant! 


The Church celebrates a day of triumph and in its joy calls every man: 


"Christ is born 
  - glorify Him ! 
Christ descends from the heavens   - welcome Him ! 
Christ is now on earth   – ascend !” 
(Katavasiae of the Nativity of Christ).   

Wondrous day is this prime day of “the year of the Lord’s favor” 
(cf. Luke 4:19) 
the day when the great mystery of godliness got implemented, 
as 
“God was manifest in the flesh, justified in the Spirit, seen of angels, preached unto the Gentiles, 
believed on in the world” 
(1 Tim.3:16) 

And nothing, and nowhere would ever becloud this great joy and exultation, for Light and Hope came into the world of darkness and hopelessness on that very day, Righteousness in Person and Life in Person stands against sin and death, because Truth in Person totally defeated the misguidance of the “spiritual powers of evil in the heavens” 
(cf. Eph. 6:12)

 

So, now we have nothing to be afraid of, “for God is with us” 
(cf. Is. 8:10)

Therefore, the Church sings today, rejoicing:
 

"Thy Nativity, O Christ our God, has illumined the world like the Light of Wisdom" 
(Troparion, 4th tone)

On this most glorious Day of the Nativity of Christ, given reality was the event that had been expected eagerly for centuries by the old Adam descendents who had the promise of God Himself that He would save them from the power of evil and death (cf. Gen. 3:15)


Now God, as He is “the faithful God” 
(cf. Deut. 7:9) 
and as 

“with God nothing shall be impossible” 
(Luke 1:37), 
“for us men and for our salvation came down from heaven, 
and was incarnate of the Holy Spirit and the Virgin Mary, 
and 
became man” 
(Nicene Creed)

Through Christ, or the New Adam, it has become possible that the human sons may become again sons of God. Through Christ, Who was predicted by the prophets and Who had been most sincerely hoped for and expected by mankind, the redemption and reconciliation of humanity has been brought to reality, giving us free in Christ the opportunity of gaining “holiness”, and “everlasting life” 
(cf. Rom. 6:22). Therefore, let us rejoice together today, let us offer thanksgiving and sing the praise of the Godly child wrapped in swaddling clothes and lying in a manger at Bethlehem, as “in Him was life” (John 1:4)evermore and as He hath given us “an understanding, so that we may know Him Who is true; and we are in Him Who is true, even in his Son Jesus Christ” (1 John 5:20), since we were granted in Him free “grace for grace” (cf. John 1:16). 

 

The Nativity of Christ represents
 

eternity coming into time, 

incorruption coming into corrupted human nature, 


life entering the realm of death. 


 

It brings restoration and redemption to the creation in general and to each of us in person. It is an ultimate expression of God’s love for the world and for man, an ineffable hope to the hopeless as well as faith to the faithless. Christ has come to the world, He has come into the life of His own creation and into human nature in its integrity, so that He would deliver us all from the power of darkness and desperation and direct us along the path of life. He has come in the world which lieth in wickedness (cf. 1 John 5:19) evermore, bringing His everlasting peace so that He would reign into the hearts of all those people who accept Him in faith and make up their minds to adhere to His Testament. There is no compulsion, neither injustice in Him. His will is that everyone would be free to follow Him, joining Him with happiness and being guided simply by their love for God and for their neighbors. This is the plan of His divine righteousness. And the response He expects of us is the response of our hearts: 

“Create in me a clean heart, O God; and renew a right spirit within me” 
(Ps. 50:12). 

So that everyone who is to live for ever in Him and by His Commands would even in this world produce fruit of high virtue, for they are clean through the word which He has spoken unto you 
(cf. John 15:3).

 

Dear Brothers and Sisters,

Christ was born so that we might have life and even have it more abundantly (cf. John 10:10). 
Therefore, let us say in our hearts as well as in our minds, together with the host of heaven: 

“Glory to God in the highest, 

and on earth peace, 
good will toward men!” 

Rather than being children of darkness, let us be well aware of the high worth of being children of God, 
so that we may be the children of light ! 
(cf. John 12:36) 

Let us fill our hearts with joy and let us make our days full of good virtues, so that at the end of our time in this world we may say together with the apostle: 

“I have fought a good fight, 
I have finished my course, 
I have kept the faith” 
(2 Tim. 4:7)
 

Let us follow as a guiding star the God-man born on this very day, taking up His infinite love, divine humbleness of mind and loyalty and obedience to the divine Will of God, so that we may become worth of the crown of incorruption!


On the bright holiday celebrating the Nativity of Christ, 
greetings to all our spiritual children 
within the borders of our Fatherland and abroad!

May the grace and peace of the Godly Child born on this day 
and the joy in the Holy Spirit be with you all! 
Amen.

 



Happy and blessed Nativity of Christ!


HEAD OF THE HOLY SYNOD
M A X I M
PATRIARCH OF BULGARIA
AND METROPOLITAN OF SOFIA


MEMBERS
  OF THE HOLY SYNOD :

Metropolitan KALINIK of Vratsa
Metropolitan 
IOANIKIUS of Sliven
Metropolitan DOMETIAN of Vidin
Metropolitan CYRIL of Varna and Veliky Preslav
Metropolitan JOSEPH of the USA, Canada and Australia
Metropolitan SIMEON of Western and 
Central Europe
Metropolitan GREGORIUS of Veliko Turnovo
Metropolitan NEOPH
YT of Rousse
Metropolitan NATHANIEL of Nevrokop
Metropolitan IGNATIUS of Pleven
Metropolitan GALAKTION of Stara Zagora
Metropolitan GABRIEL of Lovech
Metropolitan NIKOLAY of Plovdiv
Metropolitan AM
BROSIUS of Dorostol

         

Metropolitan Hilarion of Volokolamsk, 
chairman of the Moscow Patriarchate’s Department for External Church Relations, 
sent Christmas greetings to the Primates of the Local Orthodox Churches: 


‘Christ is born, glorify him! 


(Canon for the Nativity, Ode 1, Katavasia).



Now there has been accomplished ‘the mystery hidden from eternity and unknown even to the angels’ 

(Resurrection Hymn to the Mother of God, Tone 4) 

– the Word of God, pre-eternally born of the Father, has appeared in the flesh on earth for the salvation 

of the human race. 

The Son of God, the Maker of the human person, is born of a Virgin as his Redeemer. 

‘He takes upon himself my body so that I may be able to accommodate within myself his Spirit, 

he is clothed in my body and grants me his Spirit so that I, in giving and receiving in return, 

may find the treasure of life’,  says St. Gregory of Nyssa  
(Homily on the Nativity of Christ) 

in elevating his thought to the Mystery of the Incarnation.


Please be assured of my prayers that that the Saviour, who has been born in Bethlehem, 

may grant to your God-loved flock well being and an ‘abundance of peace’ 
(Ps 72:7), 

and to Your Eminence bodily strength and his almighty divine aid for many and good years of Primatial ministry.



With reverential love in the Lord,

/+Hilarion/

Metropolitan of Volokolamsk

Chairman 

Department for External Church Relations 

Moscow Patriarchate

 

 

PREDIGT

 

Unsere Welt braucht Hoffnung;
Unsere Welt hat Hoffnung;
Hier ist Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !

 

Unsere Welt braucht Hoffnung.

Die Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit, Frieden und wahrer Gemeinschaft, nach Hilfe, Verständigung, nach Wahrheit und Leben. Immer wieder versuchen sie das zu realisieren. Sie versuchen es mit Fortschritt in Wissenschaft und Technik, mit Reformen von Regierungs- und Wirtschaftssystemen mit Änderungen in Erziehung und Bildung, mit Evolution und Revolution - immer wieder aber werden sie enttäuscht. Denn sie vergessen dabei, dass zuerst und vor allem der Mensch sich selbst ändern muss, wenn sich in unserem Leben etwas ändern soll. 
 

 

Unsere Welt braucht Hoffnung.

Können wir aber unsere Hoffnung auf den Menschen setzen, wenn wir feststellen müssen, dass unter uns immer wieder Egoismus, Rechthaberei, Rücksichtslosigkeit, Lüge, Unfriede, Unfreiheit, dass Ungerechtigkeit, Verständnislosigkeit, Streit und Trennung überhandnehmen ?
Wenn wir merken, dass rettende Änderungen mit Zwang, vielleicht sogar unter Missachtung des Rechts und des Wohles anderer Menschen geschehen ? 
 

 

Unsere Welt braucht Hoffnung.

Wir Menschen haben eine ferne Erinnerung an einen Zustand in Frieden, Güte und Harmonie. Wir wissen, dass wir einmal gut geschaffen waren als Geschöpfe und Ebenbilder eines göttlichen Schöpfers. Auch wenn wir uns von Ihm losgesagt haben, ist Er uns nachgegangen. Er kommt in diese Welt, wird Mensch unter Menschen und lebt unter Seinen Geschöpfen als hilfloses Kind ... 
 

...

 

Unsere Welt braucht Hoffnung.   Hier hat sie Hoffnung.

Gott ist in Christus Mensch geworden. Der Schöpfer verbindet und verbündet sich aufs neue mit den Menschen.

Jesus Christus löst uns aus den Verstrickungen von Unfreiheit und Selbstsucht, von Lüge und Ungerechtigkeit; Er lässt uns teilhaben an Seinem Frieden, an Seiner Freiheit, an Seinem göttlichen Leben. Hier ist die lebendige Hoffnung, die uns zu neuen Menschen macht. 
 

 

Unsere Welt hat Hoffnung.

denn all das, was wir uns erhoffen, hat Jesus Christus, die lebendige Hoffnung, durch Sein Leben und Sterben in dieser Welt bereits verwirklicht.

Diese lebendige Hoffnung ist auch für uns hier und heute gegenwärtig. Denn Jesus Christus lebt in Seiner Kirche als Haupt der Glieder Seines Leibes. Und wie Er eins ist mit Vater und Geist in der göttlichen Dreiheit, so ist Er auch eins mit denen, die an Ihn glauben. Die Kirche ist ja nicht eine Organisation unter vielen anderen, sondern ein gottmenschlicher Organismus, in dem sich die Menschwerdung Gottes in dieser Welt fortsetzt.

Die Kirche hat Hoffnung, weil wir Glieder sind am Leibe Christi, weil Jesus Christus in uns ist, die Hoffnung der Herrlichkeit. Die ganze Menschheit hat Hoffnung; denn ihr gilt der Ruf:
Lasset euch versöhnen mit Gott !
Ihr seid nicht mehr ohne Gott in der Welt 
und nicht mehr solche, die keine Hoffnung haben.
 

Hier ist Jesus Christus - die Hoffnung der Welt !

 

Predigt in der Salvatorkirche zu München am 9. Oktober 2004

+  Augoustinos
Metropolitan-Bischof von Deutschland
Exarch von Zentraleuropa
Orthodoxe Kirche von Konstantinopel - Ökumenisches Patriarchat

hier Ausschnitte aus: "Orthodoxie Aktuell" 
Herausgegeben im Auftrag der KOKiD - Verband der Diözesen - von der Gesellschaft Orthodoxe Medien e.V. 

 

 


 

 

 

 

PREDIGT zum FEST

 

Mit Gaben verneigten sich die Weisen,
vom Glauben erleuchtet
(Gottesdienst zu Christi Geburt, Stichire im gr. Apodipnon)

 

Wenn aber der Menschensohn kommt,
wird Er denn auf der Erde Glauben finden?
(Lk 18, 8)

Gott das Wort kam zum auserwählten Volk, dem Alten Israel, 
um es zu erneuern, 
es zu beleben, 
ihm von Neuem das von Gott verliehene Leben zu geben. 

Als erste jedoch nach den Hirten verneigten sich dem himmlischen Göttlichen Gesandten – dem Engel des Großen Rates – Abgesandte der heidnischen Welt, die Weisen: sie öffneten ihre Schätze und brachten Ihm Gaben dar, Gold und...(Mt 2, 11).

Hier, an der Nahtstelle des Alten und Neuen Israel, sehen wir, daß die Göttliche Auserwähltheit allein nicht ausreichend ist. 
Es bedarf des Kampfes des Glaubens und der Askese der Wanderschaft. 
Unter den Heiden waren es die Sterndeuter, die diese Askese auf sich nahmen, da sie Glauben faßten und zur Verehrung des Gotteskindes nach Bethlehem kamen. Eingeweiht in die Geheimnisse des sichtbaren Himmels, erforschten sie dessen Zeichen und ließen sich von der Ungewöhnlichkeit der bevorstehenden Erscheinung überzeugen. So faßten sie den Mut, sich auf den langen und gefährlichen Weg zu machen um der Geheimnisse der unsichtbaren Welt willen. Gott brachte die Könige durch den Engel- Stern zum Glauben. Als erfahrene und weise Erforscher höchster himmlischer Erscheinungen stießen sie fast am Ende ihres Weges auf die Niedrigkeit irdischer menschlicher Furcht und Neides. Neid verblendete die jüdischen Hohenpriester und Schriftgelehrten – obwohl ihnen die Prophezeiung von der Geburt des Messias wohl bekannt war, glaubten sie nicht daran, als sie zu Zeugen der Erfüllung dieser Prophetie wurden. Die Könige dagegen glaubten offenen Herzens dem Stern-Engel und der Prophezeiung und erhielten die Erleuchtung des Glaubens. Sie verehrten den menschgewordenen Gott, brachten Ihm ihre Gaben dar.

Der Allreiche Gott bedarf nicht unserer Gaben. 
Wir bringen sie IHM dar, um selbst – heilvoll für unsere Seelen – IHN mit dem uns Geliehenen zu lobpreisen. 
Unsere erste und wichtigste Gabe an unseren Schöpfer ist der Glaube. Das ist das erhabenste Geschenk an Gott, denn ohne ihn bringt niemand irgend etwas Gott dar. Der Glaube ist ein Geschenk Gottes an uns, so daß wir ihn als Gabe an Gott zurückgeben, aber aus Schuldigkeit.

Uns hilft weder das Auserwähltsein, noch die Engel, oder Prophetien, uns hilft nicht die uns von Gott verliehene Wanderschaft auf Erden, wenn in uns der Glaube nicht vorhanden ist. Vom Alten Israel haben wir das Auserwähltsein geerbt, doch zusammen damit haben wir auch die Verantwortung für unser Auserwähltsein ererbt. Auch jetzt sind die Engel in ihrem Dienst nicht zurückhaltender geworden, auch heute unterweisen sie die Menschen fromm zu sein. Doch die Begegnung mit den Engeln bringt dem Ungläubigen keinen Nutzen, so wie sie seinerzeit den Einwohnern Sodoms nicht half. Uns, dem Neuen Israel, sind die Prophetien vom Fleischgewordenen Wort Gottes Selbst gegeben. Wir wissen nicht nur um die erste, bereits vollendete, Ankunft Christi, sondern ebenso auch um die zweite noch bevorstehende. Aber auch dieses Wissen dient uns nicht zur Rettung, so wie die Prophetien nicht den jüdischen Hohenpriestern und Schriftgelehrten halfen, wenn wir uns, auf unser Auserwähltsein und unsere Kenntnis des Buchstabens der Schrift gestützt, nicht vom Glauben durch die höchste Gnade und die Ausgießung des Lichtes erleuchten lassen.

Als Geschenk Gottes erscheint der Glaube im Menschen vor der Tugend. 
Die Geschöpfe können den Glauben lediglich bestätigen, aber sie können ihn nicht hervorbringen. In einer solchen Bestätigung jedoch schaut der Mensch mittelbar bereits den Schöpfer. Dabei wird in ihm die Bereitschaft zur Askese der Reue gestärkt, die die Fähigkeit zur Abwehr gegen sündige Gedanken und das Ablegen des alten Menschen nährt. So wird der Weg zur Tugend eröffnet.

Gott gab uns das erhabenste Geschenk – Seinen Eingeborenen Sohn. 
Ein Knabe ward uns geboren, der Sohn uns gegeben (Jes 9, 6). 
Er gab Ihn nicht nur um Belehrer, Führer, Vorbild für das Leben zu sein. Er gab Ihn vor allem und über allem – zum Tod für das Leben, damit jeder, der an IHN glaubt, nicht ins Verderben gelangt, sondern ins ewige Leben (Jo 3, 15). Nur der Glaube allein kann das Wunder der Geburt des Gottmenschen in unsere vergängliche Welt hinein fassen, Des Gottmenschen, Der zu uns kam und alles aufnahm, was uns eigen ist, außer der Sünde, um unserer Rettung willen von Tod und Verderben, das wir selbst hervorbrachten.

Ein Knabe wurde uns geboren, ein Sohn uns gegeben – eben uns. 
Deshalb dürfen wir IHN nicht gleichsam “von Ferne” betrachten, als außerhalb von uns Bestehenden oder neben uns her. 
Vielmehr sollen wir IHN stets in uns tragen, 
in der Einfachheit, 
ja sogar in der Höhle unseres glaubenden Herzens durch den Glauben – unseres glaubenden Herzens. 
Starker Glaube und ein reines tugendhaftes Leben bereiten den Boden für Seine Ankunft. Durch diese Gaben empfinden wir IHN als Licht, als Frieden, und Leben und Kraft. 
 

Wenn wir Gott unsere Gaben darbringen - 
das Gold der geistlichen und körperlichen Jungfräulichkeit, 
den Weihrauch des Gebets, 
die Myrrhe der Tugenden, 
dann werden auch wir der Gnade nach neu geboren zu Gottessöhnen, in denen die Fülle der Gottheit durch unsere Annahme an Sohnes statt durch Gott lebt. 

Wenn Gott-Logos Mensch und Menschensohn wurde, um uns zu Göttern zu machen, so glauben wir, daß wir dort sein werden, wo Christus Selbst als das Haupt des Leibes der Kirche jetzt ist. 

Wenn wir in den Tagen der Geburt Christi, zu Weihnachten, 
in den Gott geweihten Nächten, 
unseren Nächsten Geschenke darbringen, so sollten wir daran denken, daß dies lediglich ein Echo und ein Gedenken an jene unausschöpflichen Güter ist, die wir “umsonst”, d.h. unverdient, von Dem Einen Gabengeber annehmen. Selbst von Ihm mit Gnadengaben beschenkt, sind wir dazu berufen, sie IHM zurückzureichen auch durch unseren Nächsten, indem wir sie durch den Kampf des Glaubens, Gebets und Gottesgedenkens vermehren. Amen.


Christi Geburt 2000 

+  Mark
Erzbischof von Berlin und Deutschland
Russische Orthodoxe Kirche (im Ausland)

hier Ausschnitte aus: "Der Bote" der deutschen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland 
 

 



 


 

 

26. Dezember (8.I.)
 

MITFEST der ALLHEILIGEN GOTTESMUTTER
 

Was bringen wir Dir dar, o Christos, 
der Du für uns 
als Mensch 
auf Erden erschienen bist ? 
Alle von Dir geschaffene Schöpfung 
bringt Dir Zeichen des Dankes: 
Die Engel ihre Verherrlichung, 
die Hirten ihre Anbetung, 
die Erde die Höhle, 
das Weideland die Krippe, 
wir Menschen aber, eine jungfräuliche Mutter ! 
 
LNP/Sofrino-Festtagsikone

 

weiterer ausführlicherer Text:
Prof. Larentzakis: Marienverehrung in der Orthodoxie
 

 

Hl. EPHRAIM der Syrer: 
Hymnen über die Geburt Jesu Christi:

Im Nu ist die Magd zur Mutter des Höchsten geworden, 
durch Dich, o Sohn des Höchsten. 
Siehe, die Niedrige im Hause Davids hat Deinetwegen, o Sohn Davids,
siehe, die Tochter der Erde 
hat den Himmel erreicht durch den Himmlischen. 

 

aus: Edel, R.F. (Hrsgb.): "Das Leben aus dem Geist" III. Orthodoxe Zeugnisse über das geistliche Leben, Marburg an der Lahn 1980, S23
hier "St.Andreas Bote" 
 

 

 

"Blüte der Unversehrtheit"
- Prototyp der neuen Schöpfung -

(Reflexionen von Prof. Dr. A. Kallis)
 


Wenn die orthodoxe Hymnographie die Gottesgebärerin als unbefleckte Jungfrau preist, bringt sie ihre Ehrfurcht vor dem Mysterium der Inkarnation zum Ausdruck, dass eine sündenlose Geburt durch eine in die Sünde hinein geborene Frau möglich ist. Ohne sie von der Erbsünde auszuschliessen, verehrt die Orthodoxe Kirche die Gottesmutter als die Allheilige (Panhagia), da in ihr durch die Kraft des Heiligen Geistes der Logos gewohnt hat. Als Tochter Adams erbt Maria gemeinsam mit allen Menschen die Erbsünde und bleibt in der Gemeinschaft der sündigen Natur, in die hinein der Sohn Gottes geboren wird, um sie von der Sünde zu befreien, ohne selbst ein Sünder zu werden: Gott "hat Den, Der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in Ihm Gerechtigkeit Gottes würden" (2Kor5:21)

Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis (conceptio immaculata), das Papst Pius IX. 1854 verkündet hat, stellt in orthodoxer Sicht einen Versuch dar, die geheimnisvolle Dialektik von Erbsünde und Heiligkeit in der Gottesmutter, d.h. die sündenlose Geburt des Logos rational zu erklären. Dabei wird aber der Kern der Soteriologie (Erlösung) empfindlich getroffen, indem die Gottesmutter aus der Gemeinschaft der Kreatur herausgenommen wird, die in Christus angenommen wird, um neu geboren zu werden. Christus hat den ganzen sündigen Menschen angenommen und mit der göttlichen Natur geeinigt, um ihn zu retten, denn "was nicht angenommen wird, bleibt ungeheilt". Er nahm die kranke Schöpfung an, um ihr die Heilung zu schenken. "Denn die Menschwerdung des Gott-Logos geschah, damit die sündige, abgefallene und verdorbene Natur den betrügerischen Tyrannen besiegt und sich von der Verderbtheit befreit." Diese Heilsökonomie setzt die Erbsünde der Gottesmutter voraus, die als Gottesgebärerin die ganze Menschennatur vertritt, die von Christus angenommen wird, um gerettet zu werden.

Als eine aus der sündigen Menschheit wird Maria durch den Heiligen Geist geläutert, um Gottesgebärerin zu werden. Auf diese Weise deutet sie zum einen auf die Heilsökonomie der Menschwerdung Gottes hin, und zum anderen wird sie zum Prototyp der neuen Schöpfung, die in ihrem Sohn geschieht. Die Gemeinschaft der Gottesmutter mit allen Menschen dokumentiert das Mysterium der Heilung und Neugeburt der Schöpfung im Heiligen Geist und erklärt zugleich die in der Frömmigkeit tief verwurzelte Anhänglichkeit an eine Mutter, die in deren Mitte steht. So lässt sich auch der Umstand erklären, dass im Gebet der orthodoxen Kirche die Gottesmutter einen bedeutenden Platz einnimmt, sie immer wieder um ihre Fürbitte angefleht, aber zugleich "insbesondere" auch für sie gebetet wird. 

Diese Solidarität mit der Menschheit entspricht auch die Bezeichnung der Gottesmutter als Vermittlerin, "doch wird sie so keineswegs und niemals im Sinne von Mittlerin (commediatrix) oder Miterlöserin (corredemptrix), sondern nur im Sinn von Fürbitterin bezeichnet". Das ist auch der Sinngehalt der Deesis-Ikone, in der zur Rechten des thronenden Christus die Gottesmutter und zu seiner Linken Johannes der Täfer, die den Neuen und den Alten Bund repräsentieren, im Gestus der Fürbitte stehen. Die existentielle Nähe der Gottesmutter zu Christus, dem einzigen "Mittler zwischen Gott und den Menschen" (1Tim2:5), erweist sie als die Fürsprecherin bei ihrem Sohn und Gott, denn "das inständige Gebet eines Gerechten vermag viel" (Jak5:16)

Diese Bewusstsein veranschaulicht die eucharistische Liturgie, wenn bei der Bereitung der Gaben im Kontext des Gedächtnisses der Heiligen, der Lebenden und der Verstorbenen der Priester "zur Ehre und zum Gedächtnis ... der Gottesgebärerin" zur Rechten des Lammes das Gottesmutter-Teilchen auf den Diskos legt und spricht: "... Durch ihre Fürbitte nimm, Herr, dieses Opfer an auf Deinem überhimmlischen Altar".

In einzigartiger Weise verbindet die Gottesgebärerin die Heiligkeit mit der sündigen Menschheit, die der aus ihr und dem Heiligen Geist menschgewordene Logos befreit und in eine Gemeinschaft der Heiligen zusammenführt. Das ist das Werk des Parakleten, der in Vollendung des Werkes Christi überall gegenwärtig ist und Leben spendet. In dieser Zuversicht beginnt die Orthodoxe Kirche ihre Gottesdienste (und jeder Gläubige sein Gebet) mit der Anrufung des Heiligen Geistes:


 

"Himmlischer König, Tröster, Geist der Wahrheit, 
Allgegenwärtiger und Alleserfüllender, 
Hort der Güter und Lebensspender, 
komm und wohne in uns, 
reinige uns von allem Makel 
und rette, Gütiger, unsere Seelen." 
 


Die dialektische Verbindung der Heiligkeit mit der sündigen Menschheit in der Gottesmutter weist auf das Mysterium der Neugeburt in Christus hin, an dem die Menschen durch den Heiligen Geist teilnehmen; "denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (wie ein Gewand) angelegt" (Gal 3:27). Diesen Weg, der Heiligung und Neugeburt der Schöpfung, deren "Erstgeborener" Christus ist (Kol 1:15), zeigen die Hodigitria (Weg-Führerin)-Ikonen der Gottesgebärerin, in der die Neuschöpfung offenbart wurde: 

 

"Eine neue Schöpfung zeigte der Schöpfer, 
als Er uns erschien, den von Ihm Geschaffenen; 
da Er aus dem Mutterschoß ungezeugt hervorgesprossen war 
und sie so bewahrte, wie sie war, unversehrt, 
auf dass wir das Wunder schauend sie mit dem Ruf preisen: 
"SEI GEGRÜSST, BLÜTE DER UNVERSEHRTHEIT ...""
 


aus: Kallis, Anastasios: "Brennender, nicht verbrennender Dornbusch" Reflexionen orthodoxer Theologie, Münster 2000, S 233 ff.
hier "St.Andreas Bote" 
 

 


 

 




14. November (27.11.)
Am Tag des Hl. Apostels Philip beginnt die 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit:
nur vegetarische Speisen bis 24. Dezember (7.1.)
Strenges Fasten in der ersten und letzten Woche der Fasten
Danach Ausnahmen möglich:
Dienstag und Donnerstag wären Krustentiere, Öl und Wein erlaubt
Samstags, Sonntags, am Fest des Einzugs der Allhl. Gottesgebärerin und besonders verehrter Heiliger wie des Hl. Nikolaus (6.(19.)Dezember) wäre Fisch erlaubt

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Warum wir fasten ?

Prof. Dr. John Breck
Charleston,USA - Paris,St.Serge

übersetzt von G. Wolf
St.Andreas-Bote

Viele Christen haben die überkommene Fastenpraxis aufgegeben. In vielen heutigen westlichen Kirchengemeinschaften scheint sie mühsam und unwesentlich. Für diejenigen aber, die ihre eschatologische und sakramentale Bedeutung schätzen, ist sie aber so wesentlich wie Essen und Trinken.
Warum fasten die orthodoxen Christen ?
Für die meisten ist das Leben schon herausfordernd genug ohne selbstauferlegte Schranken für das, was wir an gewissen Wochentagen und während langer Perioden des Kirchenjahres essen, trinken und tun. Sorgt sich Gott wirklich darum ob wir freitags Fleisch essen oder den Kühlschrank während der Fastenzeit von Milchprodukten befreien ? Ist das wirklich wichtig ?
Zusätzlich haben manche noch Bedenken wegen der Scheinheiligkeit, die das Fasten manchmal begleitet. Wir weigern uns aus spirituellen Gründen manche Lebensmittel zu essen, tun aber wenig oder gar nichts dafür, unser Verhalten gegenüber Anderen zu ändern.
Eine mit der Fastenzeit verbundene Klage (sowohl vom Hl. BASILIOS dem Grossen, wie vom Hl. CHRYSOSTOMOS überliefert und von Metropolit Simeon von der Bulgarischen Orthodoxen Kirche auch in unserer Zeit wiederholt gelehrt, Anm. des Herausgebers dieser Internet-Seite) fasst das mit erschreckender Genauigkeit zusammen:
" DU ENTHÄLTST DICH DER FLEISCHSPEISE - UND VERSCHLINGST DEINE NÄCHSTEN !"
Der Hl.JOHANNES vom Sinai hat uns die wirkliche spirituelle Gefahr aufgezeigt, die im übermässigen Genuss liegt:
...Essen soll den Körper gesund erhalten; aber nicht durch unüberlegte oft von aussen suggerierte Wünsche versklaven und uns von der Sorge um unser Heil ablenken !
Die pastoralen Erfahrungen der Kirchenväter ergänzen die biblischen Mahnungen, wie die des Hl. Apostels PAULUS:
" ... sorgt nicht so für euren Leib, dass unsinnige Begierden erwachen " (Röm. 13,14).

Die asketische Tradition der Alten Kirche kennt mehrere Gründe für das Fasten. Richtiges Fasten reinigt den Körper von Giften, es erleichtert das Gebet, es hilft verschiedene LEIDENschaften und Versuchungen zu beherrschen, und es hilft Solidarität mit den armen zu fühlen. Diese tradition aber besteht auf einem Zugang zum Fasten, der heute oft vergessen wird: Ausgewogenheit und Masshalten. Wir können uns zwanghaftes "Etikettenlesen" von allen gekauften Lebensmitteln auferlegen, nur um sicher zu sein, dass sie auch nicht eine Spur von Milch enthalten; wir können hungern bis unsere Gesundheit in Gefahr ist; wir können uns hämisch freuen über unseren "Erfolg" und die weniger Eifrigen unter uns verurteilen. Das aber macht die Fastendisziplin zu einer Farce.

Viele Orthodoxe, die im Westen leben, stehen vor einem Dilemma, wenn sie von Nicht-Orthodoxen eingeladen werden, die unsere Fastenpraxis nicht kennen, oder auch von Orthodoxen, die sich nicht darum scheren. In diesen Fällen sind Ausgewogenheit und Masshalten besonders gefragt. Um Stolz auf unser Fasten zu vermeiden, ist es gesund und vernünftig, das Gebot zur richtigen Zeit zu lockern.
" Durch die Lockerung unserer gewöhnlichen Praxis, " rät der Hl. DIODOKOS von Photiki, " können wir unsere Selbstbeherrschung in Demut verborgen halten ".
Wenn wir in Gefahr sind andere mit unseren fasten zu beleidigen, ist der Rat des Hl. PAULUS eine gesunde Daumenregel: " ... esst, was euch vorgesetzt wird " (1Kor 10:27)

Doch beantwortet solcher Rat nicht die Frage, warum wir gerufen -eingeladen- sind, Fastenregeln zu akzeptieren, sei es eine totale Abstinenz für kurze Zeit oder eingeschränkte Nahrung während längerer Fastenzeiten.
Evagrios Pontikos, ein georgischer Mönch, der 399 in der Abgeschiedenheit der ägyptischen Wüste starb, beschreibt uns die richtigen Gründe, warum das Fasten im christlichen Leben so wichtig ist. " Faste vor dem Herrn so gut du kannst, " rät er, " denn damit wirst du von deinen Lastern und Sünden gereinigt; es erhöht die Seele, heiligt den Geist, treibt Dämonen aus und bereitet dich auf die Gegenwart Gottes vor ... Sich der Nahrung zu enthalten, sollte dann deine eigene Wahl sein und asketisches Bemühen ".
Elias, der Presbyter, ein Priestermönch des 11./12. Jahrhunderts, verdeutlicht dieses Ziel mit dem Bild des kommenden Reiches. Wer Fasten und das unablässige Gebet praktiziert, " das eine zusammen mit dem anderen, wird sein Ziel, die Stätte aus der ´Kummer und Seufzen entfliehen´ (Jes 35:10 LXX) erreichen ".

Fasten ist nur sinnvoll, sofern es in Beziehung auf das Reich Gottes gehalten wird. Wenn es auch dazu dienen mag den Leib zu entgiften und uns hilft unsere Versuchungen zu Völlerei und Genusssucht in den Griff zu bekommen, rechtfertigt dies keineswegs ihre Strenge. Die Fastendisziplin hat nur einen grundlegenden Zweck: uns auf das Fest vorzubereiten.
Wir enthalten uns völlig des Essens bevor wir die Heilige Kommunion empfangen, nicht nur um den Bauch zu leeren, sondern um Hunger für die wahre Eucharistie zu schaffen, das Himmlische Mahl, das für uns bereitet wurde vor der Erschaffung der Welt.
Das gleiche gilt für die langen Fastenzeiten unseres Kirchenjahres. Sie helfen sehr bei der lebenswichtigen Aufgabe, die "Zeit zu heiligen", Herz und Geist der überweltlichen Wirklichkeit und dem Versprechen der erfüllten Hoffnung zu öffnen.

Fasten hat seine wahre Grundlage im gesamten sakramentalen Leben der Kirche, das den Gläubigen nährt und zum ewigen Leben, zu Freude und Frieden im Himmelreich führt. Es erhebt uns über die täglichen Sorgen unserer irdischen Existenz, um uns sicher auf die Flugbahn zu setzen, die uns von diesem Leben ins nächste bringt. Fasten ist kein Sakrament im strikten Sinne, aber es ist zutiefst "sakramental". Sakramental und eschatologisch, weil es unser gegenwärtiges Leben und unser Tun heiligt, unser Gebet -das persönliche, wie das gemeinschaftliche- vertieft und verstärkt, und in unserem innersten Sein einen entscheidenden Durst nach dem versprochenen Mahl schafft, dem kommenden ewigen Fest.

Fasten ist die Mahnung, dass der Weg zur Herrlichkeit der Weg des Kreuzes ist. Fasten mag kleinere Unannehmlichkeiten auferlegen: unseren Drang nach sofortiger Befriedigung enttäuschen und uns schmerzlich daran zu erinnern, wieviele der Menschen dieser Erde jede Nacht hungrig zu Bett gehen. Aber das alles hat sein Gutes. Denn diese Unannehmlichkeiten führen den Leib, den Geist und die Seele zu dem, was wirklich wichtig ist: zum himmlischen Jerusalem in dem die Seele erhöht wird, der Geist geheiligt und die Dämonen besiegt, und wir alle auf ewig in der Gegenwart Gottes weilen.

Quelle:  http://www.holyapostles.org

 

 


ХИМН 
НА 
СВЕТИТЕ БРАТЯ КИРИЛ И МЕТОДИ 

В ИЗПЪЛНЕНИЕ НА ДЕТСКИЯ ХОР НА БНР




ORTHODOX  CHRISTIAN  FAITH   in  AUDIO:  
http://ourlifeinchrist.com

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