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29. Juni (12.7.)

Hll. PETER und PAUL, Chorführer der Apostel

Versammlung der 12 Hll. APOSTEL

 

Ihr Erste unter den Aposteln
und
Lehrer des Erdkreises,


bittet den Gebieter des Alls,


für die Welt um Frieden

und für unsere Seelen
um die große Milde.


Gesegnet bist Du, Christus unser Gott

der Du zu Allweisen die Fischer gemacht hast,

indem Du ihnen sandtest den Heiligen Geist,

und durch sie den Erdkreis eingefangen hast.

Menschenliebender, Ehre Dir !



Hl. Peter und Paul / Schmuckikone Byzantinisch 14.Jhdt

Hl. 12 Apostel / Festtagsikone / Klaus Kegelmann 20.Jhdt

Hl.JOHANNES CHRYSOSTOMUS: Auftrag an die Jünger
Ohne apostolische Werte: Werte-Probleme unserer Zeit


 

PLURALITÄT ist nicht erst ein Schlagwort unserer Zeit.

CHRISTENTUM ist PLURALITÄT !


PLURALITÄT in den 3 Personen des Einen GOTTES, der Eines Wesens ist.
Mehr PLURALITÄT in den Energien des Einen GOTTES in Drei Personen.

Und erst recht PLURALITÄT in den Menschen, die uns das göttlichen Wort überliefern und in ihrem Leben von Gott Zeugnis geben.

 

VERSÖHNTE VERSCHIEDENHEIT unter den APOSTELN
(unter den 12, und unter den 70...)
-

Das wird schon am Beispiel der Heiligen PETRUS und PAULUS deutlich:

Verschiedenheit in der Herkunft,
Simon-Petrus, der Familienmensch und bodenstaendige See-Fischer aus Kafr Naum
Saulus-Paulus, der unverheiratete Individualist und in der Tradition der Pharisaeer hochgebildete Weltbuerger (mit roemischen Buergerrecht) aus
der Kulturdrehscheibe Kilikien 

Verschiedenheit im Charakter,

ja sogar Verschiedenheit in den Äusserlichkeiten der Verbindung mit Gott.
Simon-Petrus, vom Gottessohn in Galilaea als einer der ersten berufenen Apostel
Saulus-Paulus, erst Jahre nach der Auferstehung vom Auferstandenen berufen
 

Die Apostel und apostelgleichen Verbreiter der christlichen Frohbotschaft in allen Voelkern
(von der Hl. Maria Magdalena, ueber die Hl. Nino bis zu den Hl.Bruedern Kiril und Method)
sind  allezeit leuchtende Vorbilder:

In verschiedenen Ausgangspunkten verwurzelt, aber vereint in der Liebe mit den Mitmenschen,
in der Versammlung an groesstmoeglicher Einheit untereinander arbeitend
und so zum gemeinsamen Zielpunkt - Gott - hinwachsend.

 



Hl. 4 Evangelisten aus Ikonostasentür / russ. 17.Jhdt / heute in der Kirche des Orthodoxen Theologischen Instituts St.Serge, Paris

Pluralität in der Hl.Schrift:
Das Christentum leistet sich Einmaliges: 4 verschiedene Texte der göttlichen Botschaft.
Keine von Menschen erfundene "Heilslehre" leistet sich diesen Aufwand an Vielfalt.
Nur im Bewußtsein der Einen Botschaft Gottes kann man dies als Bereicherung sehen - und sich der Kritik stellen,
die manche Widersprüche im Nebensächlichen auslösen.
Diese Kritik ist nur zu blind das Wesentliche zu erkennen:
Durch die Auswahl von 4 Evangelien bringt die frühe Kirche klar zum Ausdruck:

Nur Gott allein ist "die" Wahrheit


Wir Menschen sollen uns nicht zu wichtig nehmen.
Selbst die Hl. 4 Evangelisten können uns - trotz ihrer unbedingten Bereitschaft auf Gottes Geist zu hören (wie es uns die obigen Ikonen meisterhaft zeigen) - nur den Teil der Wahrheit übermitteln, den sie in ihrer menschlichen Begrenztheit erkennen konnten.


27. Juli (10.8.)

Siebenzahl der Hl. Erleuchter Bulgariens


Sveti Sedmotschislenizi, die Siebenzahl der Erleuchter Bulgariens / 19.Jhdt, Hl.Alexander Nevski Kathedrale, Sofia, Bulgarien


Pluralität in den Heiligen: Viele Festtagsikonen zeigen eine Versammlung von Heiligen. Die Siebenzahl der Heiligen Erleuchter Bulgariens, Sveti Sedmotschislenizi, ist deutliches Beispiel. Schon die Heiligen Brüder KIRIL und METHODIJ ergänzen einander in ihrer Verschiedenheit: Kiril - der Philosoph und Hofgelehrte der Völkerkunde Konstantin / Methodij - der zivile Verwaltungsspezialist und spätere kirchliche Hirte und Bischof. Aber selbst diese ideale Konstellation menschlicher Qualitäten hätte nicht gereicht um das Evangelium unter den Slawen zum Sieg zu führen. Erst mußten die Heiligen Brüder ihre Weisheit an ihre Schüler weitergeben. Diese Schüler mußten aus Mähren vertrieben werden damit der Hl. KLIMENT und der Hl. NAUM das geistliche Erbe am See von Ochrid zur Reife bringen konnten. Der Hl. Bischof von Maehren GORASD wurde unter dem Einfluss der westlichen Kirche mit brutaler Gewalt vertrieben und starb kurz nachdem er das Bulgarische Gebiet erreicht hatte. Die Hl. Mönche ANGELARIJ und SAVA stehen stellvertretend für Tausende von begeisterten bulgarischen Christen, die unter dem ersten christlichen Zaren des ersten Bulgarenreiches das Fundament an geistlichen Texten in slawischer Sprache schufen, die dann die Christianisierung des weiten Raumes der Kiewer Rus´ ermöglichte.




All-Orthodoxe Versammlung, Sofia 1.10.1998

 

Pluralität in der Kirche:

Der Heilige Geist leitet wie heute (oben, beim All-Orthodoxen Konzil in Sofia, Bulgarien,
1.10.1998) seit der Zeit der

Apostel im Prinzip der Pluralität die Kirche (unten, 1. Oekumenisches Konzil von Nikaia (325)).

Ikone: Väter des 1. Oekumen. Konzils / Bulgarien 1829

Wie auf der Ikone des Konzils dargestellt, wird das Kollegium der Bischöfe durch die vielgestaltigen Kirchenväter ergänzt, die nicht Bischöfe sind. Stellvertretend für sie sind auf der Ikone unter anderem der Hofgelehrte des Kalifen von Damaskus mit Turban - unser Heiliger Hymnograph Johannes von Damaskus und mit dem Korb als Kopfbedeckung und der feurigen Rede der Heilige Spyridon, der wortgewaltige Verteidiger des orthodoxen Glaubens zu erkennen.
Dass Pluralität auch bedeuten kann, dass ein einzelner Mensch eine solche Fülle nicht mehr fassen kann, mag uns das Beispiel des Kaisers, des weltlichen Herrschers der damaligen Oekumene zeigen, der sichtbar überfordert in der Mitte der Ikone zu erkennen ist.

 

 

 

 

Christi Auftrag an die Jünger


zum Fest

Versammlung der Heiligen Zwölf Apostel

nach einer Predigt Unseres Vaters unter den Heiligen JOHANNES CHRYSOSTOMOS (Mund der Goldenen Worte)

32,2.4.6f; 33,1; PG 57, 379-389


Der Herr ging in Städte und Dörfer und betrat die Synagogen der Juden ...
Er wartete nicht etwa, bis die Kranken zu ihm kamen, sondern ging selbst zu ihnen, um ihnen zwei ganz große Wohltaten zu erweisen:
Erstens, um ihnen (als Perpektive) die frohe Botschaft vom Gottesreich zu verkünden,
zweitens, um sie aus den Krankheiten der Welt aufzurichten . ...

Um nicht alle selbst an sich zu ziehen, sandte er seine Jünger aus; doch nicht nur deshalb; er wollte die Jünger auch unterweisen, sich in Palästina wie auf einem Sportfeld zu üben, um so für das Ringen in der ganzen Welt gerüstet zu sein...

Bei allen Verschiedenheiten in der Welt wird der Friede zum hohen Wert

Christus bezeugt mit den Worten: »Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch« (Joh 14,27) dass der Friede etwas Großes ist.
Alles müssen wir tun, um des Frieden zu erhalten - in der Gemeinschaft und in der Kirche.
In der Kirche entströmt der Friede der Göttlichen Liturgie, in der wir mit Gott in Seiner Herrlichkeit aber auch vor Gott mit unseren Mitmenschen verbunden sind. Dieser Friede aus der Liturgie stärkt uns dafür den Frieden auch im Alltag zu bewahren.

Den Frieden der Göttlichen Liturgie soll man versuchen mit ganzem Herzen aufzunehmen, erst im Geist, dann im Mahl.
Wenn es schon ein schwerer Mangel ist, nicht für die Teilnahme am Mahl vorbereitet zu sein, um wieviel unverschämter ist es dann, den abzuweisen, der dir den Frieden zuspricht.

Deinetwegen ist der Priester hier; deinetwegen steht dort der Lehrer, arbeitet und müht sich ab. Welche Entschuldigung hast du, wenn du nicht einmal die Bereitschaft hast, ihm zuzuhören?

Die Kirche ist ja das gemeinsame Haus aller Gläubigen; doch erst wenn ihr vor uns eingetreten seid, ziehen wir ein; wir folgen damit dem Beispiel der Apostel. Deshalb entbieten wir gleich nach dem Einzug allen gemeinsam den Frieden entsprechend jener Vorschrift (im Evangelium).

Keiner stehe also gelangweilt da, keiner sei mit anderen Dingen beschäftigt, wenn Priester und Lehrer eintreten ...

Ich selbst möchte tausendmal lieber unbeachtet bleiben, wenn ich bei euch ins Haus eintrete, als daß man mir hier bei meinem Friedensgruß nicht zuhört; das wäre für mich viel schwerer zu ertragen.
Denn dieses Haus der Kirche ist bei weitem bedeutsamer. Hier sind uns ja die großen Schätze hinterlegt; hier werden uns die großen Hoffnungsgaben zuteil. Was ist denn hier unbedeutend?
Dieser Tisch des Altares ist weit wertvoller und teurer als jeder andere; diese Lampe erhabener als jede andere.
Das sollten wir alle wissen, die im Glauben und zur rechten Zeit mit Öl (aus ihr) gesalbt worden sind und von den Krankheiten der Welt befreit wurden...
Wenn wir auch in allen anderen Dingen Bettler und arme Menschen sind, so sind wir doch in diesen Gaben reich.

Deshalb nehmt uns hier mit Liebe auf, wenn wir bei euch eintreten.
Und wenn ich sage: »Der Friede sei mit euch !« dann antwortet: »Und mit deinem Geiste ! «
Antwortet nicht nur mit den Lippen, sondern auch mit dem Herzen, nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit der Gesinnung.

Wenn du hier sprichst: Friede auch mit deinem Geist !, draußen aber streitest, angreifst und verleumdest, hinterrücks mit tausendfachen Schmähungen einseifst, was ist das denn für ein Friede?

Magst du auch tausendmal schlecht über mich reden, ich gebe dir den Frieden mit reinem Herzen und in lauterer Gesinnung. Niemals kann ich Schlechtes über dich sagen; habe ich doch das Herz eines Vaters. Wenn ich einmal tadeln muss, tue ich es aus Sorge . ...

Beachtet mir auch, was für Menschen das waren, die diese strengen und schweren Gebote zu hören bekamen: Arme und einfache Männer, die nicht schreiben und lesen konnten, die nirgendwo bekannt waren, die sich nie mit den Gesetzen der Welt befassten, die sich vielleicht nicht mal in öffentlichen Versammlungen hervortaten, Fischer und Zöllner, mit tausenderlei Armseligkeiten behaftet.

Wenn aber ein solcher Auftrag schon die hohen und großen Leute verwirren kann, wie sollte er nicht jene niederschmettern und erschrecken, die völlig unerfahren waren und nie und nimmer von Amt und Würde geträumt hatten? ...

Was für ein Trost hatten sie bei alldem denn?

Die Macht dessen, der sie aussandte!
Deshalb hat auch der Herr in seiner Rede allem anderen dies vorangestellt: »Seht, ich sende euch!«

Das genüge zu eurer Beruhigung, das genüge zu eurer Ermutigung, damit ihr ohne Furcht seid vor denen, die euch anfeinden.






20. Juli (2.8.)

Hl. Prophet ELIAS

ELIAS, den Thesbiter,
hast Du,
Barmherziger,
von der Erde hinweggenommen,
auf dem Feuerwagen,
o Logos


Auf seine Bitten
errette uns,
die wir
gläubig Dich lobpreisen
und in Freude begehen
sein gotterfülltes und
ehrwürdiges Gedächtnis.



Festtagsikone Bulgarisch .Jhdt.

Prophet ELIJA in der Ikonenmalerei




Nicht im Beben der Erde,

sondern im linden Hauche,

hast du geschaut das Kommen Gottes, gottseligster ELIAS,
 
das einstens dich hat erleuchtet.
 

Възнесението на св. пророк Илия и три сцени от живота му. Икона от 1850 г. от църквата "Св. Димитър" в с. Тешево край Банско

Auf dem Wagen aber bist du vierspännig einhergefahren

und hast den Himmel durchquert
 
auf ungekannte Weise
.
Gottbegeisterter, mit Staunen betrachtet.


Der Hl. ELIAS (eli-JA: " Mein Gott ist JAHWE )" war ein mutiger Kämpfer für den Glauben an JAHWE, den einen wahren Gott.
Er wird auch Thesbiter genannt, weil er aus Tischbe in Gilead kam, einem rauhen Bergland im heutigen Ostjordanland beidseits des Flusses Jabbok.
Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr. zur Zeit des Königs Ahab (871 - 852 v.Chr.).
Von seinem Leben und Kampf gegen den " Baalkult " berichten uns die Bücher der Könige des Alten Testaments. König Ahab hatte, unter dem Einfluss seiner heidnischen Frau, in der Hauptstadt Samarias einen Baalstempel errichten lassen und war vom Glauben an den einen Gott der Väter abgefallen. Der Hl. Prophet ELIAS kündigte dem König eine grosse Dürre als Strafe Gottes an und kämpfte sein ganzes Leben lang für den einen Gott des Volkes Gottes und mit Gottes Hilfe gegen die vom Glauben abgefallenen Machthaber und falsche Propheten des Heidentums. Mehrmals auf der Flucht vor der Staatsmacht, wurde er immer wieder vom Herrn bestärkt, von Raben und später sogar von Engeln des Herrn versorgt.
Dieses mutige Auftreten gegenüber den Mächtigen und Gottes an ihm erwiesene Fürsorge machte den Heiligen ELIAS zu einem in allen orthodoxen Völkern sehr verehrten Volksheiligen.
Am Jordan gebietet der Hl. Elias, wie Moses in Gottes Namen dem Wasser, ein Zeichen, dessen wir orthodoxe Christen auch heute bei jeder grossen Wasserweihe gedenken. Am Ende seines Lebens sandte ihm Gott einen feuriger Wagen, von feurigen Rossen gezogen und der Hl. ELIAS fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor.



Festtagsikone Bulgarisch .Jhdt.



Folgender Text
von Hypodiakon NIKOLAUS Thon: "Vierspännig auf dem Feuerwagen, der Prophet ELIJA und seine Darstellung in der Ikonenmalerei" in: Hagiographie, Studien zum Heiligenbild der Orthodoxen Kirche, Typos-Verlag, Herten 1992


hier aus:
St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
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Hl. Prophet ELIAS

- Heiliger der Christenheit nach dem Zeugnis der Kirchenväter



Die Verehrung des alttestamentlichen Propheten ist nicht allein auf volksreligiöse Überlieferung beschränkt, sondern korrespondiert mit der Aufmerksamkeit, die seiner Gestalt schon die meisten der altkirchlichen Theologen widmeten, und zwar sowohl die griechischen wie die orientalischen wie auch die lateinischen Kirchenväter.
So lassen sich in der gesamten patristischen Literatur ungefähr 3000 auf den Hl. ELIJA hinweisende Stellen nachweisen. Einige zählen ihn einfach in einer langen Reihe anderer biblischer Personen - besonders Propheten - auf, etliche aber beschäftigen sich ausführlich mit seinem Leben und Wirken und vor allem mit dessen christlicher Deutung. Allein beim hl. Gregorios dem Theologen (329/330-390) finden wir 40 solcher Erwähnungen. Die wohl früheste christliche Würdigung des Propheten finden sich im 1. Klemensbrief (17:1):
" Wir wollen Nachahmer sein auch derjenigen, die in Ziegen- und Schaffellen einherzogen und die Ankunft Christi verkündeten:
   Wir meinen die Propheten Elija, Elischa und dazu noch Ezechiel, die von Gott ein gutes Zeugnis erhalten haben. "


Auch nach dem Abschluss der patristischen Zeit im engeren Sinne haben immer wieder bedeutende Autoren - vor allem im griechisch-byzantinischen Raum - ihre Aufmerksamkeit dem Tischbiter zugewandt, so beispielsweise Kaiser Leo VI. der Weise (886-912), der nicht genau zu datierende Metropolit Theophanes Protothronos, ein nicht näher identifizierter Mönch Joannes oder der Kämpfer gegen die Pseudo-Union von Florenz und Bischof von Ephesos, der Hl. MARKOS EUGENIKOS (um 1380 - nach 1453), von denen alle - teilweise bis heute nicht editierte - Homilien, Enkomien oder Kommentare zum Hl. ELIJA, dem Tischbiter stammen. Sieben nehmen einen besonderen Platz ein, die von verschiedenen Manuskripten byzantinischer Homiliare als Lesungen für den Festtag des Hl. Elija, den 20. Juli, angegeben werden: je eine dem Hl. JOHANNES von DAMASKOS, dem Hl. EPHRÄM dem SYRER und dem Hl. BASILEIOS von SELEUKIA sowie vier dem Hl. JOANNES CHRYSOSTOMOS zugeschriebene Homilien. Dabei gehen die Autoren nicht nur in ihren theologischen Ausdeutungen von Gestalt und Werk des Propheten über den biblischen Textbefund hinaus, sondern auch in ihren biographischen Angaben zum Hl. ELIJA. Quelle hierfür dürften neben lokalen Überlieferungen auch ausser- oder nachbiblische jüdische Traditionen gewesen sein, die in den Midraschim Aufnahme gefunden haben.


So zur Geburt des Propheten (dem Hl. JOHANNES von DAMASKOS oder dem Hl. EPIPHANIOS von KRETA zugeschrieben, aus dem 11. Jahrhundert):
" Dieser aber, der heilige Mann Gottes, gehörte zum Stamme Aarons und war in Arabien geboren. Im Augenblick seiner Geburt, da er begann hervorzukommen in das Licht, schaute sein Vater weissgekleidete Männer, die ihn in feurige Windeln wickelten und ihm eine Feuerflamme zu essen gaben. Als er dieses den Priestern erzählte, antworteten sie ihm: ´ Das Kind wird gross werden für Gott, wird immer von Licht erfüllt sein, und er wird Israel richten mit dem Schwert und dem Feuer. ´ Und sie nannten ihn den Tischbiter, da Tischbe die Stadt war, die bei der Teilung den Priestern zugefallen war. Dort also lebte er und übte die Tugend von Kindheit an und liess seine Seele durch die brennende Gnade des Geistes einer Flamme ähnlich werden. Niemand konnte bestreiten, dass dieser Mann so machtvoll wurde wie eine Flamme, ein Schwert, das Feuer und das Wasser und all die anderen Wundertaten; für sich konnte er sie erlangen, und anderen konnte er sie senden nach seinem Wohlgefallen. "

In anderen Quellen wird der Vater des Hl. Elija ´Sobak´ genannt, und vor allem die syrische Tradition sieht - ausgehend von dem persischen Weisen Aphrahat (Darlegungen 15,5) - in Elija selbst einen Angehörigen des Priesterstandes. Auch hier dürfte der Ursprung der Überlieferung im Judentum zu suchen sein, wo die Priesterschaft des Propheten von einigen, allerdings nicht von allen rabbinischen Schriften behauptet wird, die ihn als Nachkommen Levis sehen und seine Genealogie auf Lea zurückführen.

Die verschiedenen Ereignisse aus dem Leben des Propheten werden von etlichen Vätern allegorisch bzw. typologisch gedeutet: So sieht man:

- im vertrockneten Bach Kerit einen Hinweis auf das seiner Lebenskraft beraubte Gesetz Israels

- im Gang nach Sarepta den Weg des Evangeliums zu den Heiden

- Elija´s Fortgehen aus Israel als Zeichen der Abkehr Gottes vom jüdischen Volk

Die übergabe des Mantels an Elischa wird als Präfiguration der Ausspendung der Gnade Christi an Seine Jünger interpretiert und

die Teilung des Jordanwassers als ein Hinweis auf die christliche Taufe.

Besonders reiche symbolische Deutung erfahren naturgemäss das Opfer auf dem Karmel, der Aufenthalt auf dem Horeb und die Auffahrt.

Das Opfer auf dem Karmels wird - so beispielsweise von Gregorios von Nyssa in seinem Tauftraktat - als ein Hinweis auf die Taufe verstanden:
Das Feuer ist der lebendigmachende Geist, der die Gottlosen verbrennt und die Gläubigen erleuchtet.

über die Auffahrt in ihrer prophetischen Funktion sagt schon Irenaios von Lyon:
"Auch ELIJA wurde in seiner leiblichen Wesenheit hinweggenommen, prophetisch hinzeigend auf die Himmelfahrt der Geistigen !"
ähnlich vergleichen auch Papst Gregorius der Dialoge und Isidorus die Auffahrt des Propheten mit derjenigen Christi.
Allerdings verweisen auch einige Väter deutlich auf die wesensmässigen Unterschiede beider Auffahrten. So betonen sowohl Joh.Chrysostomos wie Gregorius die grundlegende Differenz:
Während ELIJA nur mit fremder Hilfe emporgeführt wurde, nämlich als "Knecht" mit Hilfe des Wagens, fuhr CHRISTUS aus eigener Kraft und ohne ein entsprechendes Gefährt zum Vater empor.

Auch der am Ende der Zeiten wiederkehrende ELIJA findet gelegentlich bei den Vätern Beachtung. So bemerkt Johannes Chrysostomos in seiner 57. Homilie zum Matthäus-Evangelium - und sicherlich in Kenntnis der eschatologischen Deutung des Propheten durch die rabbinische Literatur - unter Bezugnahme auf die Maleachi-Stelle, dies sei gesagt, "um anzudeuten, dass der Thesbiter vor jener Ankunft, auf welche das Gericht folgt, kommen werde; belehrt uns aber auch zugleich über die Ursache seiner Ankunft. Welches ist diese Ursache ? Er wird kommen, um die Juden zum Glauben an Christum zu bewegen, damit sie nicht bei Seiner Ankunft samt und sonders zugrunde gehen.
...Ebendeshalb spricht auch Malachias auf das Allerbestimmteste, denn er sagt nicht ´er wird das Herz des Sohnes zum Vater wenden´, sondern ´des Vaters zum Sohne´. Weil die Juden die Väter der Apostel waren, so sagt Christus, Elias werde zu den Lehrern ihrer Söhne, d.h. der Apostel, die Herzen der Väter, d.h. des jüdischen Volkes, wenden
...Wenn Er [CHRISTUS] sagt, ELIAS werde kommen und alles wiederherstellen, dann meint Er den Elias selbst und die durch ihn zu bewirkende Bekehrung der Juden"

Възнесение на св. Илия, възрожденска икона от Варненско. Архив Pravoslavieto.com


"Св. пророк Илия". Икона от 1849 г. от габровския иконописец Гено Тихолов. Съхранява се в Плевенския музей. Източник: plevenmuseum.dir.bg


bulgar.18.Jhdt,Kirche Sw.Georgi,Belowo;Schule v. Trjawna

27. Juli (9.August)


Hl.Gr.Martyrer und Arzt PANTALEIMON
im Westen: PANTALEON
Uneigennützig bis zum Blutzeugnis
pflegte er die ihm von Gott verliehene
Gabe der Heilung

Auf die Fürbitten des Hl. PANTELEIMON
Schöpfer, HEILE uns !

E N P 1997 Moskau

2. August (15.August)
Auffindung der Hl.Reliquien
Jerusalem - Konstantinopel (428)
.
Hl. Erstmartyrer und Erzdiakon STEFAN
Erster Blutzeuge für den Glauben der Kirche:
"...Ich sehe den Himmel offen
und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen ."
Apg 6:5 -7:60

 

 24.06.2014  Geburt Hl. Johannes d.Täufers

Sonntag der

HEILIGEN der LAENDER 


Ikone zum Gottesdienst: Alle Bulgarischen Heiligen 

"Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, 
wollen wir alle Last und die Fesseln der Suende abwerfen.
Mit Ausdauer wollen wir laufen in dem Wettkampf, der vor uns liegt"

(Hebr 12,1)

Geistliches Wort des heimgegangenen Pfarrers Heils-Oikonom HERAKLIT Dimaratos
Protopresbyter Prof. Dr. Georgios Metallinos: Die Fruechte des Pfingstereignisses
Vater Serafim Pâtrunjel: Zum Sonntag Aller Heiligen
 

"Die Heiligkeit ist die grundlegende Eigenschaft Gottes, die Eigenschaft aller uebrigen Eigenschaften, 
die sie in sich schliesst, wie das weisse Licht alle Farben des Regenbogens. 
Das Leben in Gott, die Vergoettlichung (Theosis), ist Heiligkeit; 
ohne sie kann es in der Kirche keinerlei geistliche Gaben geben." 
schreibt der grosse orthodoxe Denker Vater SERGEJ Bulgakov.

In der Goettlichen Liturgie ruft der Geistliche vom Altar unmittelbar vor der Teilung des Lammes der Allerheiligsten Gaben: "Das Heilige den Heiligen!" und die Glaeubigen antworten: "Einer nur ist heilig, Einer nur der Herr: Jesus Christus in der Herrlichkeit Gottes des Vaters, Amen."
Von Heiligen kann man in der Kirche also nur reden, weil der Herr der Kirche heilig ist und durch Seine Herrschaft die heiligt, die Er sich auserwaehlt hat. 
Dies aber bedeutet, dass grundsaetzlich jeder Getaufte zur Heiligkeit berufen ist, weil er in der Taufe "Christus angezogen hat" (wie wir singen) und fortan Ihm gehoert. Denn nur in diesem Sinne kann man Heiligkeit dem jederzeit auch zur Suende offenen Menschen zuschreiben: nicht als selbst erzeugte Qualitaet, sondern als gnadenhaftes Anteilerhalten an der Heiligkeit des DreiEinen Gottes. 
Aber nur Wenige lassen die Heiligung an sich geschehen und "laufen in dem Wettkampf mit Ausdauer"; nicht alle vermoegen gleichermassen in dieser Herrlichkeit ihres Herrn zu stehen und sie wiederum auszustrahlen. Diejenigen aber, die so von der Gemeinschaft und Heiligkeit Christi erfuellt sind, dass sie diese ausstrahlen wie die Erde nach einem heissen Sommertag die Waerme, sie werden in der Kirche als Heilige verehrt.
 

das Folgende aus:
 

St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de

 

 

Geistliches Wort des in die Ewigkeit heimgegangenen Pfarrers Heils-Oikonom HERAKLIT Dimaratos:
ehemaliger Pfarrer der Muenchner deutschsprachigen Andreas-Gemeinde 
in der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland 
Griechisch-orthodoxes bischoefliches Vikariat in Bayern
 


 

"Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, 
wollen wir alle Last und die Fesseln der Suende abwerfen."

(Hebr 12,1)
 


Liebe Gemeindemitglieder und Freunde der Orthodoxen Kirche !

Die Heiligen unserer Kirche 

Das Wort "heilig" wird in der Heiligen Schrift hauptsaechlich fuer den Dreieinigen Gott verwendet. Er ist der Dreiheilige (Jes 6,3) und "Heiliger und Wahrhaftiger" (Offb 6,10). Deshalb singt unsere Kirche: "Einer ist heilig, einer der Herr, Jesus Christus ..."
Aber wenn Gott allein heilig ist, wie ist dann die Stellung der Heiligen?
Haben sie eine eigene Heiligkeit? 
Wie stehen sie zu dem einen Heiligen und zu uns, ihren Bruedern und Schwestern? 

Die Heiligkeit des Menschen gruendet in der Heiligkeit Gottes, weil der Mensch nach dem Ebenbild des Dreieinigen Gottes geschaffen wurde. Das hat Gott selbst Seinem Volk erklaert: "Denn ich bin der Herr, euer Gott. Erweist euch als heilig, und seid heilig, weil ich heilig bin." (Lev 11,44). Die Berufung des Menschen ist die Heiligung, welche in Erfuellung geht durch die Teilnahme am Leben Gottes in Jesus Christus. Christus hat uns Glaeubigen verbuergt, dass Er "das Licht der Welt" ist und wer Ihm nachfolgt wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern er wird das "Licht des Lebens" haben (Joh 8,12). Christus ist der "Abglanz Seiner Herrlichkeit" (Hebr 1,3), naemlich die Ausstrahlung der Herrlichkeit des Vaters. Aber auch der Mensch soll "erleuchtet werden zur Erkenntnis des goettlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi" (2 Kor 4,6) durch die unerschaffene goettliche Energie. Er wird naemlich Teilhaber der goettlichen Herrlichkeit (Joh 17,22) und "Anteil an Seiner Heiligkeit gewinnen" (Hebr 12,10), "Licht der Welt" (Mt 5,14) und "Herrlichkeit Christi" (2 Kor 8,23). Der Apostel Paulus sagt: "Wir alle spiegeln mit enthuelltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in Sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn" (2 Kor 3,18) 

Der Herr bestaetigt uns, dass jeder der Seiner Liebe mit eigener Liebe begegnet, zum "Tempel Gottes", zum "Tempel des Heiligen Geistes" zur "Wohnung Gottes durch den Geist" (1 Kor 3:16,6,19; 2 Kor 6,16; Eph 2,22; Joh 14,23) wird. 
Jeder Christ, der in Gottes Gnade lebt, wird "zu demselben Leib gehoeren und an derselben Verheissung in Christus Jesus teilhaben" (Eph 3,6). "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20), "Er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des goettlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi" (2 Kor 4,6) und wir sollen werden "Kinder Gottes ohne Makel" (Phil 2,15), sagt der hl. Paulus. 

Die Heiligen unserer Kirche hielten daran fest und lebten ihr Leben in Christus. Deswegen ermahnt uns der Apostel: "Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme" (1 Kor 11,1). Die Heiligen sind die "treuen Zeugen Christi". Ihr Leben ist dasselbe Leben Christi, welches sich zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Art an jedem Einzelnen von ihnen wiederholt. Sie sind die Menschen, welche durch "den Geist leben" und "in dem Geist" (Gal 5,25) wandelten; sie waren unverkennbar "ein Brief Christi, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch" (2 Kor 3,3). Die Heiligen unserer Kirche, verbunden mit Christus und uebergossen mit dem Licht des Heiligen Geistes, lebten wie eine Miniatur das Leben Christi. Ihre Gedanken, ihre Worte, ihr Handeln, waren Gedanken, Worte und Handeln Christi. Ihr ganzes Leben bestand aus der tatkraeftigen Fuelle des Heiligen Geistes in ihren Seelen. So sind die Heiligen in Christus "eine neue Schoepfung" (2 Kor 5,17). Sie sind die Taten Gottes im Leben des Menschen. 

Die Lebensweise der Heiligen unserer Kirche ist der menschlichen Natur nach, so wie sie Gott geschaffen hat, angemessen. Demnach zeigen uns die Heiligen, wie in Wirklichkeit der Mensch ist und wie er leben soll. Das Leben der Heiligen also ist Teilhabe am Leben Christi; ihre eigene Heiligkeit besteht in der Heiligkeit Christi. 

Die goettliche Ehre mit welcher die Heiligen unserer Kirche umgeben sind, ist ein Geschenk Gottes, unerschaffene Gnade, das unerschaffene goettliche Licht. Dieses Licht offenbart die Praesenz und die Wirkung des Dreieinigen Gottes in der Welt. 
Beim Propheten Daniel sehen wir, dass die Ehre Gottes vom Throne Gottes als "loderndes Feuer" ausstroemt. 
Das gleiche sehen wir im Buch Exodus, "da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht" (Ex 3,2; Ex 24,17; Ex 34, 29-30) und das Feuer wurde auf Mose uebertragen und sein Gesicht strahlte so, "dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten" (2 Kor 3,7) 

Die gleiche Herrlichkeit umhuellte den Propheten Elias, wie er gen Himmel fuhr (2 Koen 2,11).
Das ist das unerschaffene Licht, welches die Apostel auf dem Berge der Verklaerung sahen: "Petrus und seine Begleiter... sahen Jesus in strahlendem Licht" (Lk 9,32).
"Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiss wie das Licht" (Mt 17,2). 
Das unerschaffene Licht umstrahlte die Engel am leeren Grabe Christi (Mt 28,3; Mk 16,5; Lk 24,4), erschien dem Erstmaertyrer Stephanos (Apg 7,55), dem Apostel Paulus (Apg 9,3) und uebertraegt sich zu den Menschen Christi (Mt 5,14; Joh 17,22; 2 Kor 3,18) 

Charakteristisch ist der nachfolgende Bericht ueber das Gespraech des heiligen Serafim von Sarov mit Motowilov, als das Licht, welches den Heiligen umhuellte, auf seinen Gespraechspartner uebertragen wurde: 

Wie kann ich wissen, fragte ich Vaeterchen Serafim, ob ich mich auch in der Gnade des Heiligen Geistes befinde?
Das ist sehr einfach, antwortete er mir, weil der Herr sagte, dass alles einfach ist fuer denjenigen, der die Erkenntnis erwirbt. Die Apostel stuetzten sich auf diese Erkenntnis und konnten damit erkennen, ob der Geist Gottes sich in ihnen befaende oder nicht und sie behaupteten, dass ihr Tun in allem heilig und Gott gefaellig sei. Auf diesen Grundsatz stuetzten sich die Apostel und erkannten in ihren Herzen die Praesenz des goettlichen Geistes. 
Trotz allem verstehe ich nicht, wie ich sicher sein kann, dass ich im Heiligen Geist bin. Wie kann ich in mir seine Praesenz erkennen? 
Vaeterchen Serafim fragte, was willst du denn mein Sohn, ich habe es dir doch erklaert.
Ich will, sagte ich, es besser erkennen! 
Dann packte mich Vater Serafim fest an den Schultern und sagte: Jetzt, mein Sohn, sind wir alle beide drinnen im Heiligen Geist Gottes. Warum schaust du mein Gesicht nicht an? 
Ich kann dich nicht anblicken, Vaeterchen, amtwortete ich ihm; aus deinen Augen strahlen Flammen, dein Gesicht ist heller als die Sonne, du blendest mich! 
Habe keine Angst, du strahlst jetzt wie ich; auch du hast nun die Fuelle des Heiligen Geistes."

Wir sehen also, dass die Heiligen keine eigene Heiligkeit besitzen, sondern Anteil haben an der Heiligkeit Christi. Sie sind "Tempel Gottes" und "Wohnstaette Gottes durch den Heiligen Geist". Deshalb ist die Ehre der Heiligen das unerschaffene goettliche Licht, die grosse Gabe und Gnade Gottes im Leben der Heiligen. Die Liebe der Heiligen bleit nicht ohne Erfolg vor Gott. Die Heiligen bitten fuer uns und fuer die ganze Schoepfung zu Gott, welcher wiederum mit Seiner Liebe entgegenkommt. Durch die Fuerbitten und durch die Liebe der Heiligen werden die Grenzen der Natur aufgehoben und die Liebe Gottes greift wohltuend in unser Leben ein. 

 

Ihr Pfr. Oekon. HERAKLIT Dimaratos

 




 

 

Die Fruechte des Pfingstereignisses
von Protopresbyter Prof. Dr. Georgios Metallinos 
 


Der erste Sonntag nach Pfingsten ist allen Heiligen gewidmet, denn die erste Frucht nach Pfingsten sind die Heiligen. Die Kirche besteht in der Welt, "um die Heiligen fuer die Erfuellung ihres Dienstes zu ruesten, fuer den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen" (Eph 4,12-13). 
Diese bedeutsamen Worte des Apostels Paulus offenbaren das Ziel des Lebens in der Kirche: die Einheit aller im Glauben. Das bedeutet hier die Gegenwart des Heiligen Geistes im Herzen. Denn nur im Heiligen Geist gelangen wir zur Erkenntnis Christi und werden zu wahren Gliedern des kirchlichen Leibes. 

Das Hindernis zur Heiligung ist der Suendenfall. Wie mit dem Suendenfall des Menschengeschlechtes die menschliche Natur erkrankte, so verwirklicht die Heiligung unsere Vergoettlichung. "Denn dieses Vergaengliche muss sich mit Unvergaenglichkeit bekleiden und dieses sterbliche mit Unsterblichkeit" (1 Kor 15,33). Unsere Natur kehrt nicht nur "zur urspruenglichen Schoenheit" zurueck, zum Zustand vor dem Suendenfall, sondern zur Vergoettlichung. 
Die Vergoettlichung, die Heiligung der menschlichen Existenz, ist das Ziel des Menschen und die Hauptaufgabe der Kirche in dieser Welt. Sonst haette die Existenz der Kirche als Leib Christi in dieser Welt keinen Sinn. Die Kirche existiert in dieser Welt, um die ganze Welt zu heiligen und die Menschen zu vergoettlichen. 

Die orthodoxe Tradition bezeichnet jene Personen als heilig, die zur Vergoettlichung gelangt sind und diese in der Geschichte bezeugen (die Vergoettlichung). Nach dem Hl.Johannes von Damaskus "ehren wir die Heiligen als diejenigen, die sich mit Gott aus freiem Willen vereint, Ihm in sich Wohnung gegeben haben und - durch Sein Teilhaben der Gnade nach - das wurden, was Er von Natur her ist". Die Heiligen werden Gott; nicht Goetter, sondern Gott der Gnade nach. Die Heiligen sind "die beseelten Tempel Gottes, die beseelte Wohnstaette Gottes, durch den Heiligen Geist, der in ihren Koerpern ein Tempel ist" (Hl.Johannes von Damaskus). Der hl. Johannes, der im 8. Jahrhundert die ganze konkrete kirchliche Tradition zusammenfasste, betrachtet nur diejenigen als lebendige Glieder der Kirche, die in einer lebendigen Gemeinschaft mit Gott stehen, die je nach ihrer Empfaenglichkeit an der unerschaffenen Gnade Anteil haben. Genau diese sind die Heiligen, die wirklichen Glieder des Leibes Christi, die zu dem gelangt sind, was das Wort des Apostels Paulus bekennt: "nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20). 
Nach der orthodoxen Tradition "macht die unsagbare Vergoettlichung diejenigen, die an ihr Anteil haben, zu Unerschaffenen, Anfanglosen und Unbeschreiblichen, obwohl sie ihrer Natur nach aus dem Nichtsein geschaffen wurden", sagt der hl. Maximos der Bekenner (PG 91,114 4). In der Vervollkommnung gelangt der Glaeubige zur Gottaehnlichkeit, zur Vollendung seiner Natur, zur Verherrlichung. Nach dem hl. Dionysios dem Aeropagiten "ist die Vergoettlichung das groesstmoegliche Aehnlichwerden und die Vereinigung mit Gott". Zur Person des hl. Apostels Paulus betont der hl. Gregor Palamas dessen Wandlung in Christo mit seinem Aufstieg bis zum dritten Himmel (2 Kor 12,2), dessen Vergoettlichung auf folgende Weise: "Solange Paulus das Leben lebte, das auf den Befehl Gottes hin aus dem Nichts geschaffen wurde, war er geschaffen; als er (Paulus) jedoch nicht mehr dieses, sondern jenes Leben lebte, das mit der Reinigung durch Gott gewaehrt wird, wurde er durch die Gnade unerschaffen". 

Von einem Menschen zu sprechen und zu sagen, dass er unerschaffen ist, ist ein Aergernis, ein Skandal fuer die heutige Welt. Das aber ist die Sprache der Orthodoxie, die ihrer mystischen Erfahrung entspricht. 

Die Vergoettlichung in dieser Welt beschraenkt der hl. Gregor Palamas aber nicht nur auf Paulus oder die Apostel, sondern er betont, "dass auch jeder, der Gott Logos erworben hat, und zwar lebend und wirkend, zum gleichen Punkt gelangt". So verstehen wir, warum in der Bibel die Heiligen "Freunde Gottes" und "Kinder Gottes", nicht aber "Knechte" genannt werden (Joh 1,12). 

In der staendigen Praxis der Kirche werden die Heiligen nicht auf der Basis moralischer und innerweltlicher Kriterien anerkannt, sondern erst nach der Offenbarung ihrer Heiligkeit von Gott Selbst. Die "offizielle" Heiligsprechung in der Orthodoxen Kirche bedeutet also nicht irgendeine Ehrenbezeugung oder Belohnung fuer gewisse Verdienste. Es handelt sich vielmehr um die Bestaetigung und offizielle Proklamation der Wirklichkeit ihrer Vergoettlichung.

(wird fortgesetzt) 


 

 

Zum Sonntag Aller Heiligen
 

"Ut omnes unum sint." (Joh 17,21)

In der Geschichte ist durch die himmlische Kirche der Heiligen eine neue Realität zum Vorschein gekommen. In der Welt jenseits des gewöhnlichen biologischen Lebens des Menschen erschien das Leben des menschgewordenen Gottessohnes. Von Pfingsten an macht der Geist die Gläubigen zu Gliedern des Leibes Christi, welche die Kirche bilden. Die Kirche Christi ist gleichzeitig sicht- und unsichtbar, ist der mystische Leib des Herrn, hierarchische Institution und soziale Gemeinschaft. Das göttliche und das menschliche Element bilden eine einzige theandrische Realität, einen Leib in Christus (Röm 12,15). Diese Verbindung unter dem himmlischen und dem menschlichen Teil führt dazu, dass die Engel und die Heiligen für die Lebenden Fürsprecher sind und die Lebenden die Gebete jener anrufen. So haben die Heiligen einen wichtigen Platz in der orthodoxen Spiritualität.

Am ersten Sonntag nach Pfingsten feiern wir das Fest "Allerheiligen auf der Welt, in Asien, Libyen, Europa, im Norden und Süden". Dieser Sonntag ist das Fest der Fülle der Kirche. Die vollkommene Kirche der DreiEinheit endet in der vollkommenen Kirche der Heiligen (Pentekostarion, Allerheiligensonntag, Synaxarion). Über die Bedeutung dieses Festes und über die Gründe seiner Feier an diesem Sonntag gibt uns das Tagessynaxarion eine ausführliche Erklärung:
"Unsere gotttragenden Väter haben angeordnet, dass wir nach der Herabkunft des Heiligen Geistes das heutige Fest feiern, denn sie wollten zeigen, dass die Herabkunft des Heiligen Geistes so große Wunder bewirkt hatte, dass sie, die aus gleichem Teig [gemeint ist die menschliche aus Fleisch bestehende Natur] wie wir geschaffen, geheiligt und zu Weisen gemacht wurden, und dass sie an Stelle der gefallenen Schar eingesetzt und durch Jesus Christus zu Gott geführt wurden; die einen durch Martyrium und Blut, die anderen durch tugendhaftes Leben, weil der Heilige Geist Wunder bewirkt hatte... 
Einerseits ehren wir, indem wir das Fest feiern, viele andere, die, auch wenn sie durch ihre Tugend gottgefällig lebten, aus unbekannten Gründen (vielleicht wegen menschlichen Umständen) niemand bekannt wurden, obwohl sie vielleicht nun viel von  Gottes Herrlichkeit gelebt haben. 
Andererseits gab es viele, die gottgefällig in Indien, Ägypten, Arabien, Mesopotamien, um das Schwarze Meer sowie überall im Westen, sogar bis zu den britannischen Inseln, und, kurz gesagt, in Ost und West gelebt hatten, deren Gedächtnis sich nach der Sitte der Kirche wegen ihrer Vielzahl nicht leicht feiern laesst. Damit wir auch die Hilfe derer, die irgendwo auf Erden gottgefällig waren, bekommen und auch die künftigen Heiligen berücksichtigen, ordneten die gotttragenden Väter das Fest Allerheiligen an, das alle, von den ersten bis zu den letzten Heiligen, enthält, die bekannten oder unbekannten, die vom Heiligen Geist, der in ihnen wohnte, geheiligt wurden. 
Drittens sollten die einzelnen Feste der Heiligen auch zusammen an einem Tag gefeiert werden, um zu zeigen, dass sie für denselben Christus gekämpft haben, dass sie sich alle auf demselben Weg der Tugend befanden und nach Verdienst gekrönt wurden, als Diener desselben Gottes. Sie bilden die Kirche, sie ergänzen die jenseitige Welt hier bei uns und ermahnen uns zum gleichen Kampf, der verschieden nach dem Zustand jedes einzelnen ist."
 
(Pentekostarion: Allerheiligensonntag)

Das Fest Allerheiligen ist die letzte im Pentekostarion enthaltene Feier. 
Seine Position will uns zeigen, dass das Ziel des ganzen erlösenden Werkes Jesu Christi und der Zweck der ganzen Spiritualität der Kirche die Heiligkeit -unsere Vereinigung mit Gott- ist. 
Das Tagessynaxarion zeigt, dass die Feier "als Triodionsschluss“ eingesetzt wurde (darunter verstehen wir die beiden Bücher: das "Fasten-Triodion", für die Hymnen der großen Fastenzeit, und "Pentekostarion" für die Zeit im Jubel der Auferstehung),
und wie ein Rahmen alle Feste umschliesst. 
Das Triodion enthält die sorgfältige Auslegung aller für uns von Gott gewirkten Heilstaten: 
Die Verstossung der Teufel  aus dem Himmel wegen des ersten Unheils, der Sünde und die Vertreibung Adams aus dem Paradies, die ganze Oikonomia Gottes des Wortes und die Weise, in welcher wir wieder zu den Himmeln durch den Heiligen Geist erhoben werden, und wie wir dort gemäß den heiligen Vätern die gefallene Schar ersetzen.
Jetzt feiern wir alle, die durch das Wohlwollen des Heiligen Geistes geheiligt wurden: 
Die herrlichen und heiligen Geister, das heißt die neun Scharen; die Urahnen und Patriarchen, die Propheten und die heiligen Apostel, die Märtyrer und die Hierarchen, die heiligen Bekenner und die ehrwürdigen Mönche, die Gerechten und die ganze Schar der heiligen Frauen und alle anderen unbekannten Heiligen. 
Über, unter und mit allen Heiligen feiern wir aber die Heilige der Heiligen, die Allheilige und unsagbar mehr Geehrtere als der Engel Scharen, unsere Frau und Gebieterin und immerwährende Jungfrau Maria."
 (Pentekostarion, Allerheiligensonntag, Synaxarion)
An dieser Feier freut sich Christus selbst, weil er den Glanz der Früchte seines Opfers sieht, freut sich die Kirche, welche ihre Erfüllung schaut, sind selig alle Heiligen vor dem himmlischen Thron und freuen wir uns alle, die wir das Beispiel ihres Lebens anschauen. Wir versuchen ihrem Glauben zu folgen, um am Ende der Laufbahn unseres Lebens (vgl. 1Kor 9,24) mit ihnen zusammen zu sein, und beten dafür.

Durch ihre Annäherung an Gott und durch die Nähe zu ihm sind die Heiligen unaufhörliche Mittler für unsere Erlösung. 
Die Dankdoxologie für die Heiligen und ihre Anrufung in Bittgebeten für Lebende und Verstorbene bilden eine sehr alte christliche Praxis in welcher Gott in und unter uns verherrlicht wird.

Weil wir wissen, dass die Heiligen Menschen wie wir waren und dieselben dem Menschen zugehörenden Schwächen hatten, dass sie deswegen auch unsere Schwächen und Verfehlungen verstehen können, haben wir großes Vertrauen auf ihre Gebete für uns. 
Die Heiligen sind folglich unsere Freunde, die wir bitten, bei Gott für unsere Erlösung zu vermitteln, damit wir ewig zusammen mit ihnen sein können.

 

QUELLE:
Bischof SOFIAN von Brasov (p. Serafim Pâtrunjel)
Die Orthodoxe Spiritualität der Osterzeit (Kommentar zum Pentekostarion)
Würzburg 1998, S. 119ff     (hier aus 
* St.Andreas-Bote *)




 


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