Orthodox Christlich in lebendiger Tradition
LEBEN in GOTT
Orthodoxe Fraternitaet in Deutschland
http://www.orthodoxfrat.de/


ORTHODOXES PORTAL: Christliche ORTHODOXE Quellen
AKTUELLES: 
in der Welt| aus den Kirchen | Werte | Kalender | Ikonen und Texte zum Fest im Jahreskreis |

Orthodoxe Jugend
                                                                  Today

ZEITLOSES:
 Unser Zugang zu Gott | Orthodoxe Gottesdienste |
GEMEINSCHAFT:
Orthodoxe Geistliche, Gemeinden | Orthodoxe Fraternität| In Mem.V.SERGIUS |
ORTHODOXE KLOESTER in aller Welt    ... und Deutschland | Hl.BERG ATHOS | Bulgarien | F&AOrthodoxe LINKS/Bücher
      
Aktuelle Zeit    November - Weihnachtliche Zeit - Januar Februar - Oesterliche Zeit - Juni Juli - Oktober  

1. September (14.9.)

ARCHI tis INDIKTOU, itoi tou Neon Ekklisiastikon etous (griechisch)
Zrkovn. Nov. God. (slawisch)
Începutul anului bisericesc (rumänisch)

B E G I N N
 

des
 

NEUEN KIRCHENJAHRES




Bildner der Schöpfung,
der Du
die Zeiten der Jahre
und der Welt
in der Dir eigenen Vollkommenheit
festgesetzt hast,

segne den Zeitenkranz
in Deiner Güte !
Bewahre Dein Volk
und Dein Land,
auf die Fürbitten
der Gottesgebärerin
und errette uns !





 

Subjektive Darstellung (bulgarisch) 17.Jhdt.

Gedanken zum Fest ...

S. Allhl. Patriarch BARTHOLOMAIOS  2014
(beim offiziellen Empfang durch den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg in Stuttgart)
(zusammengestellt und veröffentlicht in fb CHRISTENTUM in ORTHODOXER TRADITION in DEUTSCHER SPRACHE
von vtr. Diakon SERGIOS Kuckhoff)


S. Allhl. Patriarch BARTHOLOMAIOS  2005
(ENGLISH)

 

Zur Christlichen Umwelt-Ethik
unterzeichnet vom Oekumenischen und Papst JOHANNES-PAUL II.
(aus KOKID)
S.Allhl. Patriarch BARTHOLOMAIOS zum Fest
Gedanken einer orthodoxen Theologin zum Fest ...
All-Orthodoxe Botschaft und Gebet d.Höchstgew. NIKODEMUS, Metropolit v. Patras für die Erhaltung der Schöpfung Gottes
Idiomela v. Vater GERASIMOS v. Heiligen Berg Athos für Umwelt und Wohlbestand der ganzen Schöpfung
Prof. Dr. Georgios I. MANTZARIDIS: Die ÖKOLOGISCHE KRISE

 

 

Erster Tag des Kirchenjahres
dem Gebet und dem Flehen für die Rettung der Schöpfung Gottes gewidmet

  In der all-orthodoxen "BOTSCHAFT der VORSTEHER der HEILIGEN ORTHODOXEN KIRCHEN" vom 15. März 1992 werden die Gläubigen der Orthodoxie in aller Welt aufgerufen, den 1. September eines jeden Jahres, den Tag des Anfangs des Kirchenjahres dem Gebet und dem Flehen für die Rettung der Schöpfung Gottes und dem Erreichen jener Haltung zur Natur zu widmen, welche die Göttliche Eucharistie und die asketische Tradition der Kirche gebieten.

Auch für dieses Kirchenjahr gilt wieder, was Vater ELIAS Herter in seinen Texten zu den Gebeten sagt:

Das Filigranwerk des Kirchenjahres fängt gleichsam in gröberen und feineren Netzen jeden unserer Tage ein:

Ostern, das Auferstehungsfest, mit seiner allwöchentlichen Vergegenwärtigung am Sonntag und die "Zwölf Grossen Feste" Christi und der Gottesmutter überstrahlen gleich Sonne und Mond die Tage.

Wie Planeten folgen ihnen die Gedächtnisse des Heiligen Kreuzes und der Gottesgebärerin am Mittwoch und Freitag, der Heiligen Engel am Montag, des Vorläufers und Täufers Johannes am Dienstag, der Heiligen Apostel und des Heiligen Nikolaus am Donnerstag, der Märtyrer und der Entschlafenen am Samstag

- während am Firmament jedes Kirchenjahres aufs neue die fast unzähligen Fixsterne der, an den verschiedenen Tagen, an ihrem "Geburtstag für den Himmel", gefeierten Heiligen als grössere und kleinere Lichter erstrahlen.

Die Indiktion, ein Zeitabschnitt von 15 Jahren, begann unter Konstantin dem Grossen um 312 n. Chr. und war für die byzantinische Zeitrechnung die massgebliche Größe. Gleichzeitig mit der Einführung unserer Zeitrechnung (n.Chr.="nach Christi Geburt") wurde auch der Beginn des Kirchenjahres auf den 1. September festgelegt.
Die Texte dieses Festes werden in unseren Gemeinden auch oft für den 1. Januar benutzt.

 

Die Wiederholung der Feste

Das Leben im

KIRCHENJAHR

Wieder und wieder endet und beginnt ein neues Kirchenjahres. Der Zyklus des alten Kirchenjahres ist vollendet, ein neuer Zyklus beginnt am 1. September.

Viele Gläubige sehen das Ende des Jahreskreises, in dem sie Jesus von der Geburt bis zu seiner Verherrlichung gefolgt sind, mit einer gewissen Trauer. Wenn man dem österlichen Triumph und dem Geist vom Pfingsten so nahe war, könnte die Rückkehr zu den bescheidenen Anfängen, die Vorahnung der Geburt Christi, wie ein Abstieg erscheinen. Wenn die Fülle erreicht ist, warum soll man wieder zum Ausgangspunkt zurück?

Es liegt in der menschliche Natur, dass wir nicht dauernd in Höchstform bleiben können. Wir müssen wieder die Grundlagen dessen lernen, was wir glauben zu wissen. Nur durch eine ständig erneuerte und ständig aufmerksame Betrachtung des Lebens unseres Herrn, in allen seinen Aspekten, in seiner ganzen Folge menschlichen Wandels, können wir vielleicht wenigstens einen kurzen Blick auf den Widerschein des Geheimnisses Christi erhaschen. Dann sind da ja auch unsere Sünden, unsere Verfehlungen. Eine beschmutzte Seele könnte den Glanz der Herrlichkeit Gottes nicht ertragen. Es ist gut, es ist notwendig, dass sie zu der Zeit der Reue und Buße zurückkehrt.

Die Wiederkehr im Jahreskreis erinnert uns auch daran, dass ‚Heil’ im christlichen Sinne des Wortes nicht von seinem historischen und personellen Kontext getrennt werden kann. Es gehört nicht zu einer rein metaphysischen Kategorie. Es ist nicht die Vermittlung einer abstrakten Lehre.

Wir werden gerettet, weil ‚etwas geschehen ist’, weil gewisse Ereignisse stattgefunden haben. Das Kirchenjahr gedenkt ihrer und erneuert diese Geschehnisse auf geheimnisvolle Weise.

Wir würden es missverstehen, wenn wir die Fülle des Kirchenjahres nur mit seinem Ende voll Herrlichkeit gleichsetzen würden. Das Geheimnis der liturgischen Zeit ist das Geheimnis der Zeit selbst: Zeit ‚verzerrt’ und macht die ewige göttliche Realität unvollständig, vielfach und aufeinanderfolgend. In Gott gibt es nur einen Augenblick, in dem alles eingeschlossen ist. Die Fülle des Kirchenjahres besteht nicht darin, dass das Leben Christi, der Kreis der Herrenfeste, beschlossen oder vollendet wird, denn die Vollendung einer Folge beinhaltet, dass es eine Folge, eine Serie von Einzelelementen gibt.
Die Fülle des Kirchenjahres ergibt sich nicht aus der Zahl der Feste, sondern aus der Gnade, die es insgesamt vermitteln kann: wir fühlen sie, wenn wir fähig werden - an einem beliebigen Tag des Kirchenjahres, durch das besondere Geschehen, dessen wir gedenken - Christus als Ganzes zu fühlen, die Fülle seines Lebens, die Fülle seines Heilswerkes, die Fülle des Wortes.
Jedes Fest, sogar jeder Tag des Jahres, wird zur Fülle des ganzen liturgischen Kreises des Kirchenjahres. Dieser Kreis wiederholt sich nicht; jede seiner Facetten spiegelt die unerschöpfliche Tiefe und Fülle Christi und wird, als Ergebnis, neu für uns in einer Weise, dass wir ihn besser verstehen.

Das Kirchenjahr ist ein Prisma, welches das weiße Licht Christi empfängt und in unterschiedliche Farben aufteilt.

Die Farben sind die Feste - Christus ist wie die Fülle des weißen Lichtes, wie die Fülle des Jahres.

unter Verwendung von Ausschnitten aus: A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace, A Spiritual and Liturgical Commentary on the Calender of the Orthodox Church, Crestwood N.Y. 1992, p. 242 ff.

Text hier aus St.-Andreas-Bote



 

Protocol No. 847
 

+ B A R T H O L O M E W

BY THE MERCY OF GOD

ARCHBISHOP OF CONSTANTINOPLE,
 NEW ROME AND ECUMENICAL PATRIARCH

TO THE PLENITUDE OF THE CHURCH

GRACE AND PEACE
FROM THE CREATOR OF THE ENTIRE UNIVERSE
OUR LORD, GOD AND SAVIOUR JESUS CHRIST


“The earth, having no tongue cries out sighing, why are you people polluting me with many evil things? ”
Troparion - 9th ode - for the earthquake of October 26.

Beloved brethren and children in the Lord,

In a very pictorial way, the holy hymnographer Joseph presents the earth as grieving and protesting voicelessly for the many evils with which we burden her.? If this holy hymnographer thought back then that the pollution of earth by humankind would cause the wrath of God, today, humanity in its entirety should all the more realize our ultimate destructive behaviour against the creation of God.

Certainly, the earth was created well-equipped to offer shelter to the human beings and was ordered by God to cover their needs. However, we do not draw from earth’s resources what we need in moderation, so that we allow its productive ability to remain sound and intact; instead, we are depleting her natural resources.? We draw so much to such excess and in such rough ways that we weaken her abilities and destroy all future production of natural resources. In doing so, we resemble those who act greedily, and who, when in need of collecting wood, destroy both the trees and the forest and, thus, deprive themselves of the opportunity to collect more wood in the future. It is a known historic fact that many areas of the earth that had once been sites of developed civilizations, ended up in total devastation.

This phenomenon of devastation, which unfolded slowly in earlier times, is progressing in our times at a high speed. Vast expanses around polluting factories and industrial zones that emit toxic waste have already been deadened, and the number of such dead expanses is constantly growing. Huge regions have been made subject to deforestation in order to be used as cultivation grounds, but the utilization of toxic pesticides has destroyed any form of sprouting, except for the object needed. These non-biodegradable toxic pesticides enter the water-air cycle and pollute the springs and rivers causing severe problems to human health. In regard to the consequences of these methods employed and materials used, greed and negligence take their revenge. While we work hard to increase the productive ability of our planet, we, on the other hand, destroy it. The astronauts who recently saw the whole earth from a distance while in orbit, drew humankind’s attention to the fact that huge expanses of it have been deforested and will end up in devastation.

The aforementioned holy hymnographer Joseph personifies earth, which, addressing man, complains that the Master of humankind and God whips her instead of him, for God wants to spare the human being; the earth, however, bemoans her suffering due to humankind’s mistakes and cries to people: “Come to your senses and appease God in repentance.” This invitation is quite timely. We must realize the forthcoming danger; we must understand its causes and acknowledge our responsibility.? We must aim to appease God, not through words and small sacrifices, but through courageous acts and large sacrifices. For the promise of the Lord that we will receive back in multiple that which we sacrifice, applies here as well.? ?
?
The Mother Church is fully aware of the dangers that threaten the earth and our surrounding natural environment brought about by both the natural ramifications of human acts but, mostly, by the moral consequences of human crimes; therefore, the Mother Church established the 1st of September as a day of prayer for the environment. Prayer appeases God, however there is also a validity in the saying of ancient Greeks “In addition to asking for help from goddess Athena offer also your own effort.” This saying is similar to the biblical phrase “The effectual fervent prayer of a righteous man availeth much” (James 5:16).? The importance of this sentence lies on the word “effectual”, which means that the prayer is more powerful when accompanied by actions for the one for whom we are praying. For there is no vindication for the one who says “Lord, Lord”, but rather for the one who does the will of God. In our discussion, it is evident that the will of God mandates the preservation of the eternal yielding of our natural resources, respect toward the natural creation of God and our future generations, and the reversal of our destructive behaviour against the very good natural environment that was given to us by God.

May the grace of God and His abundant mercy be with you all.
 

September 1, 2005 A.D.
Your beloved brother in Christ
and fervent supplicant before God,
+ BARTHOLOMEW of Constantinople
 

 

.

Die Sorge der Orthodoxen Kirche


 um die ökologische Krise

 

 

 

REDE

SEINER ALLHEILIGKEIT DES ÖKUMENISCHEN PATRIARCHEN BARTHOLOMAIOS

BEIM OFFIZIELLEN EMPFANG

DURCH DEN MINISTERPRÄSIDENTEN

VON BADEN-WÜRTTEMBERG

IN STUTTGART

10. Mai 2014

 

 

Eure Exzellenz, sehr geehrter Herr Kretschmann, Minister-präsident von Baden-Württemberg,

Sehr geehrte Mitglieder und Mitarbeiter der Landesregierung,

Sehr geehrte Anwesende bei dieser für das Ökumenische Patriarchat und unsere geringe Person so ehrenvollen Veranstaltung,

Hochwürdigster Mitbruder Metropolit Augoustinos von Deutschland,

Meine Damen und Herren!

 

„Alle Werke <Gottes> sind im Glauben und in rechter Entscheidung geschaffen... (...)

Wenn du den Himmel siehst und die Ordnung in ihm, ist dies ein Wegweiser zum Glauben, denn er weist durch sich auf den Künstler hin...

Mit der Kraft des Geistes sehen wir durch die sichtbaren Dinge das Unsichtbare...

Oft ist auch in den kleinsten Dingen die Weisheit Gottes erkennbar“ sagt hochaktuell in seiner Homilie zum 32. Psalm (P.G. 30,329B-C) der Kirchenvater Basilius der Große, von dem es in seinem Festhymnus (Apolytikion) heißt, dass er „das Wesen der Dinge erklärte und die Sitten der Menschen zierte“.


Gerne haben wir dem Wunsch Eurer Exzellenz, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, und Ihrer erlesenen Gäste entsprochen, heute ein aktuelles Wort über das Zeugnis der orthodoxen Kirche, aber auch über ihre Anstrengungen zur Bewahrung der natürlichen Umwelt an Sie zu richten. Wir bedienen uns für dieses Wort beim unerschöpflichen Schatz der Weisheit der Kirchenväter unserer orthodoxen Kirche.

Basilius der Große, der, wie gesagt, «das Wesen der Dinge«, d.h. der Schöpfung Gottes deutet, geht von drei Begriffen aus, wenn er über die Schöpfung Gottes spricht und den harmonischen Zusammenhalt der Dinge, die rechte Entscheidung, die Kraft und die Weisheit. Diese orthodoxe Schöpfungstheologie und diese Rede von der Notwendigkeit nicht nur der Bewahrung, sondern auch des Schutzes der Schöpfung vor jedem schädlichen Eingriff des Menschen möchten wir Ihnen vorstellen und gleichzeitig auch kurz über unsere eigenen Bemühungen in dieser Sache berichten.

 

***

 

Zunächst aber freuen wir uns, dass uns die Gelegenheit der Begegnung mit Ihnen gegeben wird, dies geschieht anlässlich unseres offiziellen Besuchs bei der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, die zu unserem Ökumenischen Patriarchat gehört und ein halbes Jahrhundert lang existiert, Zeugnis ablegt und den orthodoxen Christen Deutschlands dient, ebenso wie den übrigen Christen; in dieser Zeit war sie für die Einheit der Christen tätig und generell für die deutsche Gesellschaft, für Kultur und Forschung, für die weitere Verbreitung der Hoffnung, welche in der orthodoxen Kirche lebt.

Wir danken Ihnen weiterhin für diesen freundlichen und ehrenvollen Empfang und für Ihr Interesse und Ihren Respekt gegenüber dem Ökumenischen Patriarchat, dessen Rolle und Dienst durch die Jahrhunderte hindurch in allen Bereichen des geistlichen, sozialen und sonstigen Lebens Sie kennen und anerkennen.

 

***

 

Es ist sicherlich weithin in der öffentlichen Meinung bekannt, dass der Beitrag zur Bewältigung des so genannten ökologischen Problems als eine der unmittelbaren Prioritäten der Orthodoxie gilt, die von der Kirche von Konstantinopel und unserer geringen Person ganz persönlich aufgegriffen worden ist, wodurch wir das lebendige und tätige Interesse unseres seligen Vorgängers, des Ökumenischen Patriarchen Dimitrios fortführen. Diese Aktivitäten führten dazu und gipfelten darin, dass der erste Tag des orthodoxen Kirchenjahres, also der 1. September eines jeden Jahres, zum Tag des Gebetes für die Rettung der Umwelt und der Bewahrung der Schöpfung erklärt wurde.

Durch die Abhaltung internationaler Symposien über die Umweltprobleme der Meere in Patmos im Jahr 1995, auf dem Schwarzen Meer im Jahre 1997 und anderer entsprechender Tagungen auf der Ostsee, der Adria, im Amazonasgebiet und an anderen Orten, haben wir von Anfang an persönlich den Dialog und die Zusammenarbeit der Religionen und der Fachwissenschaftler gefördert, um gemeinsam die ökologische Krise in Angriff zu nehmen.

Im Jahre 1999 wurden durch das damals gegründete Umwelt- Institut von Chalki Seminare organisiert, welche die Unterstützung kirchlicher, journalistischer und wissenschaftlicher Gruppen zum Ziel hatte, um die Umweltkrise gemeinsam und koordiniert anzugehen.

Nach dem Beispiel des Ökumenischen Patriarchats und aufgrund unserer persönlichen Ermahnungen und Vorschläge haben viele der Klöster, die unter unserer kirchlichen Jurisdiktion stehen, begonnen, in der Praxis die Vereinbarkeit der orthodoxen Tradition und des Naturschutzes zu beweisen. So werden etwa im Kloster Chrisopigi in Chania auf Kreta ökologische Pflanzungen durchgeführt, die Beforstung der Wälder des Klosters geschieht nach ökologischen Methoden, gleichzeitig werden Müllmanagementprogramme durchgeführt und das Umweltbewusstsein und die entsprechende Erziehung gefördert. Ähnliche Anstrengungen werden auch von anderen Klöstern unternommen, um den weltweit einmaligen Raum natürlichen, historischen und kulturellen Erbes der natürlichen Umwelt zu schützen, wofür sich viele internationale Organisationen interessieren.

Bereits seit den ersten Jahren unseres patriarchalen Dienstes haben wir uns an entsprechenden ökologischen und Umwelt-Initiativen beteiligt. Stellvertretend nennen wir nur unsere Unterstützung des WWF Griechenland bei der Frage der Umleitung des Acheloos, eines großen Flusses in Thessalien, welche Umleitung negative Auswirkungen auf die Natur gehabt hätte.

Über diese Aktivitäten hinaus haben wir selbst als erster Bischof der orthodoxen Kirche immer und überall praktisch und theoretisch durch konkrete Handlungen, aber auch unsere jeweiligen Vorträge und Reden auf den geistigen Hintergrund der gegenwärtigen Umweltkrise hingewiesen und hervorgehoben, dass ein vorbildhaftes Leben des Menschen eine Antwort, ja die Lösung des Problems darstellt, wenn die Welt sich die drei erwähnten Prinzipien der Natur der Dinge klarmacht, die der große Kirchenvater Basilius beschreibt, dass also die Schöpfung in rechter Entscheidung, in Weisheit und in Kraft erschaffen wurde und dass deshalb der Mensch die Verantwortung hat, die Weisheit und die Kraft dieser Harmonie zu erkennen und die Schöpfung in rechter Entscheidung zu bewahren.

 

***

 

Wir wissen aus der Heiligen Schrift, dass Gott die Welt aus Liebe zum Menschen geschaffen hat, zu seinem Wohlergehen und zu seiner Freude. Er hat sie als Paradies erschaffen, das heißt vollkommen, „ohne Flecken, Falten oder andere Fehler“ (vgl. Eph 5, 27). Gleichzeitig hat Gott die Welt dem vollkommensten seiner Geschöpfe, dem Menschen, Adam und Eva, zur Verfügung gestellt »damit er ihn bebaue und hüte» (Gen 2, 15) und geboten “von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen, denn sobald du davon ißt, wirst du sterben” (Gen 2,16-17).

Daneben erschuf Gott, wie gesagt, die Welt in Weisheit und Harmonie, allein durch sein Wort, das heißt durch seine Kraft, die jede Erkenntnis und jede Vernunft übersteigt, aber auch in rechter Entscheidung, in Besonnenheit also.

Die schöpferische Kraft Gottes, die Weisheit Gottes und die rechte Entscheidung Gottes stellen gleichzeitig auch einen Auftrag an den Menschen dar, der die Erde bebauen und bewahren soll, die ihn mit ihren Früchten ernährt. Dieser Auftrag besteht darin, durch die sichtbaren Dinge die unsichtbaren zu sehen, »seine ewige Macht und Gottheit«, aber auch seine gerechte Entscheidung, denn »in Weisheit«, »in Besonnenheit« und in «rechter Entscheidung» hat er alles für uns erschaffen. Der Mensch aber, »als Teilhaber des Bildes» (Gottes), das er nicht bewahrt hat, fiel heraus aus der göttlichen Herrlichkeit und der Weisheit Gottes; er wurde dadurch «vergänglich» und «sterblich» und musste sich auf die «vergängliche» menschliche Erkenntnis und Entscheidung beschränken. Weil er vergänglich und «klein» ist, fürchtet der Mensch den Tod. Von Todesangst beherrscht und in seinem Bemühen den «Tod zu besiegen« greift er ständig durch unbesonnene Handlungen, todbringend könnte man sagen, in die Harmonie der Schöpfung und in die Sicherheit seines eigenen Lebens und seines Daseins ein, so dass wir allmählich oder fortschreitend zur heutigen ökologischen Krise gelangt sind. Für diese Schöpfung und dieses Dasein, für ihren Schutz und ihre Bewahrung setzen wir, die wir dies wollen und können, uns ein, «damit das Böse nicht unsterblich werde».

Die Bemühungen und das Interesse der orthodoxen Kirche für die Schöpfung sind also ein Ergebnis ihrer Liebe für den vorübergehenden Gast auf Erden, den Menschen also (ständiger Bewohner und Herr »aller Enden der Erde und derer, die auf dem Meere entfernt sind« ist allein der Schöpfergott,; sie sind eine Folge ihres Interesses für die Befriedigung seiner vitalen Bedürfnisse, die zum einen den Erhalt seines «Fleisches» betreffen, aber letztendlich »durch göttliche und lebensschaffende Inspiration» die Rettung seiner Seele zum Ziel haben.

 

***

 

Gewiss müssen wir vor uns selbst und den Anderen in Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit bekennen, dass für die drohende ökologische Katastrophe sicherlich nicht, oder nicht nur, der technologische Fortschritt verantwortlich ist, sondern insbesondere und hauptsächlich der Mensch, der durch die Versuchung und durch seine allgemeinen Herrscherinstinkte verfremdet und deshalb «gottesfremd» geworden ist, er, der nach seinem Fall und der Vertreibung aus dem «Paradies der Wonne“ seine Orientierung und seinen Lebenshauch verloren hat, er bewegt sich nun in Unvernunft und sucht seine Vervollkommnung im «Besitzen» und «Haben», nicht aber im «recht leben» («εὖ εἶναι»).

Wie aktuell klingen also auch heute die Worte des anderen großen Kirchenvaters unserer orthodoxen Kirche, des hl. Gregor des Theologen: «Fürchte nicht den Fortschritt [...] fürchte die Entfremdung» (25. Homilie, PG 35, 1224).

Leider weigern sich viele der heutigen Menschen Gott als Schöpfer und Herrn, als Lenker des Alls und Ursprung seiner Existenz anzuerkennen. Sie begründen dies damit, dass sie nicht in der Lage sind, ihn durch ihre Sinne zu begreifen. Wir Menschen vergessen dabei, dass wirklich wahr ist, was durch das inspirierte, soeben zitierte Wort zum Ausdruck gebracht wird, dass wir nämlich »mit der Kraft des Geistes durch die sichtbaren Dinge das Unsichtbare... sehen.“

Dieses Phänomen beschreibt sehr plastisch und über jeden Zweifel erhaben auch der Völkerapostel Paulus mit folgenden Worten: «Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar. Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren. Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen. (...) Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen.“ (Röm 1,20-26).

Die orthodoxe Kirche verkündet und lehrt durch das Ökumenische Patriarchat diese apostolische und patristische Wahrheit. Das ist alles. Und sie unternimmt Anstrengungen, dass die seufzende und in Geburtswehen liegende Schöpfung mit dem hier vorübergehenden Gast, dem Menschen, «zur Ähnlichkeit» (Gottes) zurückfindet, die verloren gegangen ist; sie soll also den wertvollen Schatz wieder finden, der den Menschen in Gnaden geschenkt worden ist.

Es ist also vonnöten, dass der Mensch sich heutzutage abwendet von jener Hauptursache, die der Umweltkatastrophe zu Grunde liegt. Und diese Ursache ist der Egozentrismus, die Sünde, wie wir in der Sprache der Theologie sagen. Leider verbirgt sich diese manchmal auch in den Bemühungen der Menschen diese Krise zu meistern. Obwohl wir alle unsere Kräfte bündeln müssten und gemeinsam kämpfen müssten fü die Rettung aus dieser großen Gefahr, beobachten wir häufig das Phänomen, dass jeder diese Gefahr aus Sicht seiner eigenen Fachrichtung sieht und der Auffassung ist, dass nur aus dieser eigenen Fachrichtung eine Lösung kommen kann. So schaffen wir eine eigene Sprache und einen eigenen Raum, in den die Spezialisten der anderen Gebiete nicht eindringen können, so dass die babylonische Sprachverwirrung der Bibel wieder auftaucht und wiederum Egozentrismus und Verständnislosigkeit auftreten. Es gelingt uns also nicht einmal auf dem Gebiet dieser Bemühungen, uns selbst und unser überhebliches Ego nützlich zu machen, so dass wir uns in unserer Naivität an die Stelle des allmächtigen Gottes setzen.

 

Liebe Mitstreiter für die Bewahrung der Schöpfung,

 

Unsere Welt lebt leider in einer Zeit der Verwirrung und des Aufruhrs. Der Mensch, der von Streben nach Glück und Indifferenz, von Heuchelei und Lüge, von Selbstsucht und Mangel an geistigen Werten und moralischen Prinzipien geprägt ist, der Mensch auf unserem Planeten, wird täglich gefährlicher für sich selbst, für seine Mitmenschen aber auch für seine Umwelt. Die Welt befindet sich bereits vor dem Abgrund einer ökologischen Katastrophe und wird täglich von neuem dahin geführt, dies geschieht wegen der Tatenlosigkeit der Menge und jener, welche ihre Geschicke leiten und sich selbst zu «von Menschenhand gemachten Göttern» (vgl. Ju 8,18) machen. Gleichzeitig sind jene Mächte der Dunkelheit losgelassen, welche das Buch der Offenbarung beschreibt, diese können zur nuklearen Vernichtung der Welt führen, wie dies der Apostel Petrus beschreibt: «Die Elemente werden verbrannt und aufgelöst, die Erde und alles, was auf ihr ist, werden nicht mehr gefunden“ (2 Petr 3,10).

 

***

 

Die Welt ist, wir wiederholen es noch einmal, das Werk der Liebe, der Fürsorge oder Menschenliebe Gottes und nur mit der Liebe des Menschen und seiner rechten Entscheidung, d.h. ihrer besonnenen Nutzung, welche die Weisheit und die Macht Gottes widerspiegelt, kann sie gerettet werden und ihren Zweck erfüllen.

Die Orthodoxie gibt dem Menschen die Möglichkeit, die Probleme zu überwinden, auch das Problem der ökologischen Krise, indem eine andere Sicht der Dinge angestrebt wird. Es geht darum, den Teufelskreis des Willens, der in einer egoistischen Anhäufung von Dingen zur Lustbefriedigung besteht und unweigerlich zum Schmerz und zu neuen Begierden führt, zu durchbrechen, indem man freiwillig und gern den Verzicht und den Schmerz annimmt, was zur Ursache eines Strebens nach den göttlichen Dingen führt, welches ständig und unendlich größer wird. Das orthodoxe Leben und die orthodoxe Askese sind nicht so sehr eine Summe tugendhafter Handlungsweisen, wie man sich häufig das christliche Leben vorstellt, sondern eine neue Existenzweise, welche die Anziehungskraft der Götzen dieser Welt zurückweist und sich Gott zuwendet. Wenn also jemand fastet und die Begierden freiwillig abtötet, wie dies in der Orthodoxie praktiziert wird, kann er die Lebensweise des Paradieses wiederfinden, kann nach Kräften den körperlosen Engeln nachahmen und von jeder Leidenschaft befreit werden, welche der Gesellschaft und seiner Umwelt schadet.

Die Folgen der Sünde und des Missbrauchs der Natur zu einem widernatürlichen Zustand sind nicht nur auf den einzelnen Menschen beschränkt, der so handelt. Sie sind ontologisch und kosmologisch und beeinflussen die gesamte Menschheit.

Folglich ist das orthodoxe asketische Leben schon in sich ein Standpunkt und eine Antwort auf das so genannte ökologische Problem. Wenn es uns Menschen, ausgehend natürlich von den Christen, gelingt, dieses Leben zu verinnerlichen und anzuwenden, ist das Problem als solches überwunden. Die Askese bringt durch ein freiwilliges, nicht krankhaftes Erdulden sozusagen »zwangsweise« das natürliche Gesetz in den Körper zurück, der unter dem «widernatürlichen« Gesetz des Todes leidet; sie gibt ihm die Möglichkeit, das Gefühl der Ordnung und der Schönheit der Schöpfung wiederzufinden. Wenn der Mensch ganz auf Gott ausgerichtet ist, beginnt er eine neue Beziehung mit seiner natürlichen Umwelt, die nicht mehr der Ausbeutung zur Befriedigung seiner Wünsche dient, sondern der harmonischen Nutzung nach dem Maß seiner nötigen Bedürfnisse.

Diese besonnene und vorsichtige Nutzung der Natur und ihrer Möglichkeiten, die Enthaltsamkeit und das einfache Leben, sowie der Respekt vor der Umwelt sind für die orthodoxe Kirche nicht das Ergebnis einer Ideologie, sondern die Folge einer veränderten Denkweise und eines veränderten Lebensstils, nämlich der Rückkehr aller Kräfte der Seele zur Versöhnung mit Gott und seiner Schöpfung.

 

***

 

Dieses Prinzip haben wir als Patriarchat bis heute nie aufgegeben und verkünden es weiterhin, auch was das drängende Problem der ökonomischen Krise betrifft, die heute viele Länder Europas getroffen hat und sogar die Einheit des Kontinents bedroht. Immer und überall haben wir erklärt, dass für die Überwindung dieser Krise, die oft auswegslos erscheint, ein Wandel der Denkweise und des Ethos von Nöten ist.

Für die Politiker ist dies einsichtig, denn es geht für sie um die Wiederherstellung der Vertrauensbeziehung zwischen den Bürgern und dem Staat, etwa um die Überwindung des Phänomens der Steuerflucht, darum dass dem Kaiser gegeben wird, was des Kaisers ist. Große Anstrengungen werden heutzutage unternommen, damit die Bürger eine neue Einstellung in ihren Beziehungen zum Staat einnehmen, wobei die Länder Westeuropas und sicherlich Deutschland Vorbildfunktion einnehmen. Dass dies nicht einfach ist, weil es große Unterschiede in der historischen Entwicklung, in den gesellschaftlichen Bedingungen und so weiter gibt, liegt auf der Hand.

Das Wichtigste allerdings, um Auswege aus der Krise zu finden, ist jedoch nicht nur die Änderung der Einstellung, was die Beziehung zum Staat betrifft. Es ist die Änderung des Lebensstils und des Ethos. Bezeichnend ist, dass man dem heutigen Menschen beigebracht hat, häufig mehr zu verbrauchen, als er benötigt und gierig und unbesonnen immer mehr zu besitzen und zu genießen, und nicht das harmonische »rechte Leben« im Sinn zu haben. Er versucht durch diese ihm nicht bewusste Schwäche, die Kraft Gottes zu besiegen und in seinem eigenem Mangel an Weisheit, die Weisheit Gottes zu ignorieren, die „ihr Haus gebaut hat“ (Vgl. Spr 9,1); dieses Haus ist unsere Welt.

Darüber hinaus vergisst der heutige Mensch, dass das höchste Ideal für ihn nicht der wirtschaftliche Komfort oder der Wohlstand ist, sondern die Freiheit. Wenn die Freiheit mit Trauer oder Unglück verbunden ist, ist sie keine Freiheit, sondern Sklaverei.

Die große Wahrheit, welche das Christentum täglich verkündet, ist, dass alles nach seinem Wert zu bewerten ist, nicht nach seiner Farbe oder Form, sondern nach seinem Sinn, also nicht nach der äußeren Erscheinung, sondern nach seinem Wesen.

Auch der Mensch wird also nicht nach seiner Eigenschaft oder seinen Besitzverhältnissen bewertet werden, nicht nach äußerem Anschein also, sondern nach seinem Herzen, das die «rechte Entscheidung» ist, er wird also durch jene innere Freiheit beschrieben, welche ihm seine Nähe zu Gott schenkt.

Folglich zieht die orthodoxe Kirche es vor, die Frage der persönlichen Verantwortung eines jeden Menschen für die ökologische und die ökonomische Krise aus der Sicht ihrer soteriologischen und spirituellen Dimension zu beurteilen. Hier wird die Mitwirkung des Menschen ein stilles und gelebtes Zeugnis für die mögliche Wiederherstellung einer harmonischen Beziehung zur Natur sein, wenn er sein Leben beispielhaft führt.

 

***

 

Im Hinblick auf die große Zahl für alle Menschen gefährlicher Schadstoffe gibt es nur eine einzige Macht, die ihnen widerstehen kann: das Gewissen des Menschen. Das Gewissen ist die einzige Macht, die den Menschen daran hindern kann, eine heimliche Verschmutzung vorzunehmen oder kleine oder große Aktivitäten, welche die Umwelt zerstören, zu entwickeln.

Die Aufgabe des Ökumenischen Patriarchats ist es, für dieses Bewusstsein zu sensibilisieren. Wir haben nicht die Möglichkeit, administrative oder juristische Maßnahmen zu ergreifen, um den Schaden an der Umwelt zu reduzieren. Wir haben sicherlich nicht die materiellen Mittel, um die bereits der Umwelt zugefügten Schäden zu reparieren. Folglich versuchen wir, das Gewissen jener Mitmenschen aufzurütteln, welche die entsprechenden Mittel und die Möglichkeiten haben, sowie jener, welche die Macht besitzen, das zu tun, was ihnen auf diesem Feld möglich ist, sei es persönlich oder im Rahmen einer kollektiven Anstrengung einer Regierung oder eines internationalen oder lokalen Trägers.

Wir beenden unsere Worte mit dem Gebet der orthodoxen Liturgie »Lasst uns geziemend stehen, lasst uns stehen mit Ehrfurcht« vor der Ungewissheit der Dinge und bitten den Schöpfer der gesamten Schöpfung seine gewaltige Hand zu öffnen und die Welt heimzusuchen; dann und nur dann werden alle Dinge «satt an Gutem» (Ps 103,28 LXX). Amen.

Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und wünschen Ihnen allen die Erleuchtung Gottes, dass ein jeder nach dem Maße seiner Möglichkeiten zur Lösung dieses lebenswichtigen Problems beitragen kann, in der Hoffnung dass eine bessere und verheissungsvolle Zukunft für die Menschheit aufscheinen möge für die zukünftigen Generationen.

 

 

 

ΟΜΙΛΙΑ
ΤΗΣ Α.Θ.ΠΑΝΑΓΙΟΤΗΤΟΣ ΤΟΥ ΟΙΚΟΥΜΕΝΙΚΟΥ ΠΑΤΡΙΑΡΧΟΥ κ.κ. ΒΑΡΘΟΛΟΜΑΙΟΥ
ΚΑΤΑ ΤΗΝ ΜΕΤΑ ΤΗΝ ΥΠΟΔΟΧΗΝ ΑΥΤΟΥ

ΕΠΙΣΗΜΟΝ ΕΚΔΗΛΩΣΙΝ ΕΝΩΠΙΟΝ ΠΡΟΣΚΕΚΛΗΜΕΝΩΝ

ΥΠΟ ΤΟΥ ΠΡΩΘΥΠΟΥΡΓΟΥ ΤΟΥ ΚΡΑΤΙΔΙΟΥ

ΤΗΣ ΒΑΔΗΣ - ΒΥΡΤΤΕΜΒΕΡΓΗΣ

(10 Μαΐου 2014)

 

 

«Ἡ μέριμνα τῆς Ὀρθοδόξου Ἐκκλησίας

διά τήν οἰκολογικήν κρίσιν»

 

Ἐξοχώτατε κύριε Πρωθυπουργέ Βάδης-Βυρττεμβέργης κύριε Winfried Kretschmann μετά τῶν ἐκλεκτῶν συνεργατῶν σας, καί πάντες οἱ μετέχοντες εἰς τήν τιμητικήν ταύτην ἐκδήλωσιν διά τό Οἰκουμενικόν Πατριαρχεῖον καί διά τήν ἡμετέραν Μετριότητα,

Ἱερώτατε ἀδελφέ Μητροπολῖτα Γερμανίας κύριε Αὐγουστῖνε,

 

«Πάντα τά ἔργα αὐτοῦ ἐν κρίσει...

Ἐάν δέ ἴδῃς τόν οὐρανόν καί τήν ἐν αὐτῷ τάξιν, πίστεώς ἐστιν ὁδηγός· δείκνυσι γάρ τόν τεχνίτην δι᾿ ἑαυτοῦ...

Τῇ τοῦ νοῦ δυνάμει διά τῶν ὁρωμένων τό ἀόρατον καθορῶμεν...

Πολλάκις καί ἐν τοῖς μικροτάτοις ἡ σοφία τοῦ Θεοῦ καταφαίνεται», λέγει ἐπικαίρως ὁ Μέγας Βασίλειος (Εἰς τόν ΛΒ΄ Ψαλμόν, P.G. 30,329B-C), ὁ «τρανώσας τήν φύσιν τῶν ὄντων καί κατακοσμήσας τά ἤθη τῶν ἀνθρώπων» (ἀπολυτίκιον τῆς ἑορτῆς του).


Ἀνταποκρινόμενοι εἰς τήν ἐπιθυμίαν τῆς ὑμετέρας Ἐξοχότητος, ἀγαπητέ κύριε Πρωθυπουργέ, καί πάντων τῶν ἐκλεκτῶν παρισταμένων μας, ὅπως σᾶς ἀπευθύνωμεν λόγον ἐπίκαιρον περί τῆς μαρτυρίας τῆς Ὀρθοδόξου Ἐκκλησίας ἀλλά καί τῶν καταβαλλομένων ὑπ᾿ αὐτῆς προσπαθειῶν ὑπέρ τῆς προστασίας τοῦ φυσικοῦ περιβάλλοντος, δανειζόμεθα τόν λόγον ἐκ τοῦ ἀκενώτου θησαυροῦ τῆς Πατερικῆς σοφίας τῆς Ὀρθοδόξου Ἐκκλησίας μας.

Ὁ Μέγας Βασίλειος ἑρμηνεύων, ἐπαναλαμβάνομεν, τήν «φύσιν τῶν ὄντων», τῆς Θείας δηλαδή δημιουργίας, ἐπικεντρώνει τήν οἰκολογικήν προσπάθειαν εἰς τρεῖς ἐννοίας: εἰς τήν δημιουργίαν ὑπό τοῦ Θεοῦ καί εἰς τήν ἐν ἁρμονίᾳ συνοχήν τῶν ὄντων πρός ἄλληλα, ἐν κρίσει, ἐν σοφίᾳ, καί ἐν δυνάμει. Τήν θεολογίαν ταύτην τῆς Ὀρθοδόξου Ἐκκλησίας τῆς δημιουργίας καί τῆς ἀναγκαιότητος οὐχί μόνον συντηρήσεως ἀλλά καί διατηρήσεως τῆς κτίσεως ἀλωβήτου ἀπό πάσης βλαπτικῆς τοῦ ἀνθρώπου ἐπηρείας, θά ἐκθέσωμεν πρός τήν ἀγάπην σας, ἐνημεροῦντες ἐν συνόψει καί περιλήψει καί διά τάς ἡμετέρας προσπαθείας ἐπί τοῦ προκειμένου.

 

***

 

Χαιρόμεθα, λοιπόν, πρωτίστως, διότι δίδεται εἰς ἡμᾶς ἡ δυνατότης ἐπικοινωνίας μαζί σας, μέ ἀφορμήν τήν ἐπίσημον ἐπίσκεψίν μας εἰς τήν ὑπό τό Οἰκουμενικόν Πατριαρχεῖον Ἱεράν Μητρόπολιν Γερμανίας, τήν συμπληρώσασαν ἥμισυν αἰῶνα ζωῆς, μαρτυρίας καί προσφορᾶς πρός τόν ἐν Γερμανίᾳ Ὀρθόδοξον λαόν, πρός τόν Χριστιανισμόν καί τάς καταβαλλομένας προσπαθείας ὑπέρ τῆς ἑνότητος αὐτοῦ καί ἐν γένει πρός τήν Γερμανικήν κοινωνίαν, τόν πολιτισμόν καί τήν ἔρευναν, διά τῆς εὐρυτέρας διαφωτίσεως περί τῆς ἐν τῇ Ὀρθοδόξῳ Ἐκκλησίᾳ ἐλπίδος.

Σᾶς εὐχαριστοῦμεν, εἶτα, διά τήν φιλόφρονα καί τιμητικήν ὑποδοχήν σας καί διά τό ἐνδιαφέρον καί τόν σεβασμόν μέ τά ὁποῖα περιβάλλετε τό Οἰκουμενικόν Πατριαρχεῖον, ἀναγνωρίζοντες καί τιμῶντες ἐν τῇ πράξει τόν ρόλον καί τήν μακραίωνα εἰς πάντας τούς τομεῖς τῆς πνευματικῆς, κοινωνικῆς καί ἀνθρωπιστικῆς ζωῆς προσφοράν αὐτοῦ.

 

***

 

Εἶναι εὐρύτερον ἀσφαλῶς γνωστόν εἰς τήν παγκόσμιον κοινήν γνώμην, ὅτι ἡ συμβολή εἰς τήν ἀντιμετώπισιν τοῦ οἰκολογικοῦ λεγομένου προβλήματος ἐτέθη ὡς μία ἐκ τῶν ἀμέσων προτεραιοτήτων τῆς Ὀρθοδοξίας διά τῆς Ἐκκλησίας τῆς Κωνσταντινουπόλεως καί τῆς ἡμετέρας Μετριότητος προσωπικῶς, συνεχισάσης τό ἤδη ἐπιδειχθέν ζωηρόν καί ἔμπρακτον ἐνδιαφέρον τοῦ ἀοιδίμου προκατόχου ἡμῶν Οἰκουμενικοῦ Πατριάρχου Δημητρίου, δραστηριοποιηθέντος καί εἰς τοῦτο, μέ ἀποκορύφωσιν τήν ἀνακήρυξιν τῆς ἡμέρας ἐνάρξεως τοῦ ἐκκλησιαστικοῦ ἔτους, τῆς 1ης Σεπτεμβρίου ἑκάστου ἔτους, ὡς ἡμέρας ἀφιερωμένης εἰς τήν προσευχήν διά τήν διάσωσιν τοῦ περιβάλλοντος καί εἰς τήν διαφύλαξιν τῆς δημιουργίας.

Διά τῆς διοργανώσεως διεθνῶν συνεδρίων ἐπί τῶν περιβαλλοντικῶν προβλημάτων τῶν θαλασσῶν εἰς Πάτμον, ἐν ἔτει 1995, καί Μαύρην Θάλασσαν, ἐν ἔτει 1997, ἀλλά καί ἑτέρων ἀναλόγων ἐν συνεχείᾳ προσπαθειῶν ἐν Βαλτικῇ, ἐν Ἀδριατικῇ, ἐν Ἀμαζονίῳ καί ἀλλαχοῦ, ἐνισχύσαμεν προσωπικῶς ἐξ ἀρχῆς τήν προσπάθειαν διαλόγου καί συνεργασίας τῶν θρησκειῶν καί τῶν εἰδικῶν ἐπιστημόνων, μέ στόχον τήν ἀπό κοινοῦ ἀντιμετώπισιν τῆς οἰκολογικῆς κρίσεως.

Τό ἔτος 1999, διά τοῦ τότε ἱδρυθέντος Οἰκολογικοῦ Ἰνστιτούτου τῆς Χάλκης, διωργανώσαμεν σεμινάρια, τά ὁποῖα εἶχον ὡς σκοπόν τήν ἐνίσχυσιν τῶν ἐκκλησιαστικῶν, δημοσιογραφικῶν καί ἐπιστημονικῶν κοινοτήτων διά τήν ἀπό κοινοῦ καί ἐν συντονισμῷ ἀντιμετώπισιν τῆς περιβαλλοντικῆς κρίσεως.

Ἀκολουθοῦσαι τό παράδειγμα τοῦ Οἰκουμενικοῦ Πατριαρχείου καί τῇ παροτρύνσει καί προτροπῇ ἡμῶν προσωπικῶς, πολλαί ὑπαγόμεναι ὑπό τήν ἐκκλησιαστικήν δικαιοδοσίαν αὐτοῦ Ἱεραί Μοναί ἀποδεικνύουν ἐμπράκτως τήν συμβατότητα τῆς Ὀρθοδόξου παραδόσεως καί τῆς προστασίας τῆς φύσεως. Ἐπί παραδείγματι, εἰς τήν Ἱεράν Μονήν Χρυσοπηγῆς εἰς Χανιά Κρήτης πραγματοποιοῦνται οἰκολογικαί καλλιέργειαι, ἡ διαχείρισις τῶν ἀνηκουσῶν εἰς αὐτήν δασικῶν ἐκτάσεων γίνεται μέ οἰκολογικάς μεθόδους, ἐνῷ ἐκ παραλλήλου ἐφαρμόζονται προγράμματα διαχειρίσεως ἀπορριμμάτων καί προωθεῖται ἡ περιβαλλοντική εὐαισθησία καί ἐκπαίδευσις. Ἀνάλογοι προσπάθειαι καταβάλλονται καί ὑπό ἄλλων Ἱερῶν Μονῶν διά τήν προστασίαν τοῦ μοναδικοῦ παγκοσμίως χώρου φυσικῆς, ἱστορικῆς καί πολιτιστικῆς κληρονομίας τοῦ φυσικοῦ περιβάλλοντος, περί τοῦ ὁποίου ἔχουν ἐκδηλώσει ζωηρόν ἐνδιαφέρον πολλοί διεθνεῖς ὀργανισμοί.

Σημειωτέον, ὅτι ἤδη ἀπό τῶν πρώτων ἐτῶν τῆς Πατριαρχικῆς ἡμῶν διακονίας παρέσχομεν τήν συμβολήν ἡμῶν εἰς στοχευμένας σχετικάς οἰκολογικάς καί περιβαλλοντολικάς προσπαθείας. Ἐνδεικτικῶς, ἀναφέρομεν τήν ὑποστήριξιν τῆς κινήσεως τοῦ «Παγκοσμίου Ταμείου διά τήν Φύσιν», «WWF Ἑλλάς» ἐναντίον τῆς ἐκτροπῆς τοῦ Ἀχελώου, ἑνός μεγάλου ποταμοῦ εἰς τήν περιοχήν τῆς Θεσσαλίας, ἡ ὁποία θά εἶχε ἐπιπτώσεις εἰς τήν φύσιν.

Ὅμως, πέραν τῶν δραστηριοτήτων τούτων, πάντοτε ὡς ὁ πρῶτος Ἐπίσκοπος τῆς Ὀρθοδόξου Ἐκκλησίας, ὑπομιμνήσκομεν πανταχοῦ καί πάντοτε, διά πράξεως καί θεωρίας, διά συγκεκριμένων ἐνεργειῶν ἀλλά καί δι᾿ ἡμετέρων ἑκάστοτε ὁμιλιῶν, τό πνευματικόν ὑπόβαθρον τῆς συγχρόνου περιβαλλοντικῆς κρίσεως καί ἐπισημαίνομεν ὅτι τό πρότυπον ζωῆς καί ἀνθρώπου, ἀποτελεῖ καί τήν ἀπάντησιν ἀλλά καί τήν λύσιν τοῦ προβλήματος, ἐφ᾿ ὅσον ἤθελε συνειδητοποιήσει ὁ κόσμος τάς τρεῖς ἀνωτέρω περιγραφομένας ὑπό τοῦ μεγάλου Πατρός Βασιλείου ἀρχάς τῆς φύσεως τῶν ὄντων, δηλαδή τῆς ἐν κρίσει, ἐν σοφίᾳ καί ἐν δυνάμει δημιουργίας αὐτῶν καί τῆς εὐθύνης τοῦ ἀνθρώπου ὅπως, ἐν κατανοήσει τῆς σοφίας καί τῆς δυνάμεως τῆς ἁρμονίας ταύτης συντηρήσῃ αὐτά ἐν συνέσει κρίσεως.

 

***

 

Γνωρίζομεν ἐκ τῆς Βίβλου, ὅτι ὁ Θεός ἔπλασε τόν κόσμον ἐξ ἀγάπης πρός τόν ἄνθρωπον καί διά τήν εὐημερίαν καί εὐφροσύνην αὐτοῦ. Τόν ἐδημιούργησεν ὡς παράδεισον, δηλαδή τέλειον, μή ἔχοντα «σπῖλον ἤ ρυτίδα ἤ τι τῶν τοιούτων» (πρβλ. Ἐφεσ. ε΄ 27). Συγχρόνως ὁ Θεός ἔθεσε τόν κόσμον εἰς τήν διάθεσιν τοῦ τελειοτέρου τῶν δημιουργημάτων Του, τοῦ ἀνθρώπου, τοῦ Ἀδάμ καί τῆς Εὔας, «ἐργάζεσθαι καί φυλάσσειν αὐτόν» (Γεν. β΄ 15), μετά τῆς ἐντολῆς «ἀπό παντός ξύλου τοῦ ἐν τῷ παραδείσῳ φάγῃ, ἀπό δέ τοῦ ξύλου τοῦ γινώσκειν καλόν καί πονηρόν οὐ φάγεσθε ἀπ᾿ αὐτοῦ, ἧ δ᾿ ἄν ἡμέρᾳ φάγητε ἀπ᾿ αὐτοῦ θανάτῳ ἀποθανεῖσθε» (ὅ. π. β΄ 15-17).

Παραλλήλως, ἐπαναλαμβάνομεν, ὅτι ὁ Θεός ἐδημιούργησε τόν κόσμον ἐν σοφίᾳ καί ἐν ἁρμονίᾳ, διά μόνου τοῦ Λόγου Του, διά τῆς δυνάμεώς Του δηλαδή, τῆς ὑπερβαινούσης πᾶσαν γνῶσιν καί ἔννοιαν, ἀλλά καί ἐν κρίσει, ἐν συνέσει δηλαδή.

Ἡ δημιουργική Θεία Δύναμις, ἡ Σοφία τοῦ Θεοῦ, καί ἡ Κρίσις τοῦ Θεοῦ ἀποτελοῦν συγχρόνως καί μίαν ἐντολήν τοῦ Θεοῦ πρός τόν ἐργάτην καί φύλακα τοῦ κόσμου ἄνθρωπον νά διαχειρίζηται τά τῆς περιβαλλούσης καί τρεφούσης αὐτόν «διά τῶν καρπῶν αὐτῆς» κτίσεως, καθορῶν ἐκ τῶν ὁρωμένων τόν Ἀόρατον, «τήν ἀϊδιον αὐτοῦ δύναμιν καί θεότητα», ἀλλά καί τήν κρίσιν Αὐτοῦ, ὅτι «ἐν σοφίᾳ», «ἐν συνέσει» καί «κρίσει ἀληθινῇ» ἐπήγαγεν ἡμῖν καί δι᾿ ἡμᾶς τά πάντα. Ὁ ἄνθρωπος ὅμως «μεταλαβών τῆς εἰκόνος» (τοῦ Θεοῦ) καί μή φύλαξας» αὐτήν, ἐξέπεσε τῆς θείας δόξης καί τῆς θείας σοφίας, μέ ἀποτέλεσμα νά καταστῇ «φθαρτός» καί «θνητός» καί νά περιορισθῇ εἰς τήν «πεπερασμένην» ἀνθρωπίνην γνῶσιν καί κρίσιν. Διά τοῦτο καί ὡς «φθαρτός» καί «μικρός» ὁ ἄνθρωπος φοβεῖται τόν θάνατον. Ἐκ τοῦ φόβου τοῦ θανάτου κυριευμένος καί ἐν τῇ προσπαθείᾳ του νά «νικήσῃ τόν θάνατον», παρεμβαίνει συνεχῶς διά ἀσυνέτων ἐνεργειῶν αὐτοῦ, θανατηφόρως θά ἐλέγομεν, ἐπί τῆς ἁρμονίας τῆς κτίσεως ἀλλά καί τῆς ἀσφαλείας τῆς ἰδίας τῆς ζωῆς καί ὑποστάσεώς του, μέ ἀποτέλεσμα νά ἔχωμεν ὁδηγηθῆ σταδιακῶς εἰς τήν σημερινήν οἰκολογικήν κρίσιν, διά τήν προστασίαν καί διαφύλαξιν τῆς ὁποίας κτίσεως καί ὑποστάσεως καταβάλλομεν οἱ βουλόμενοι καί δυνάμενοι «προσπαθείας», «ἵνα μή τό κακόν ἀθάνατον γένηται».

Ἡ προσπάθεια, λοιπόν, καί τό ἐνδιαφέρον τῆς Ὀρθοδόξου Ἐκκλησίας διά τό περιβάλλον εἶναι ἀπόρροια ἀγάπης καί ἐνδιαφέροντος διά τόν πάροικον –μόνιμος κάτοικος καί Κύριος "πάντων τῶν περάτων τῆς γῆς καί τῶν ἐν θαλάσσῃ μακράν" εἶναι ὁ Δημιουργός Θεός καί μόνον- πολίτην τῆς γῆς, τόν ἄνθρωπον, καί διά τήν ἱκανοποίησιν τῶν βιοτικῶν ἀναγκῶν του, αἱ ὁποῖαι πηγάζουν μέν ἀπό τήν συντήρησιν «τῆς σαρκός», ἀποβλέπουν ὅμως εἰς τήν σωτηρίαν τῆς ψυχῆς, «τῇ θείᾳ καί ζωοποιῷ ἐμπνεύσει».

 

***

 

Ἀσφαλῶς, ὀφείλομεν νά ὁμολογήσωμεν, πρός ἑαυτούς καί ἀλλήλους, ἐν εἰλικρινείᾳ καί ἐντιμότητι, ὅτι διά τήν ἀπειλουμένην οἰκολογικήν καταστροφήν δέν εὐθύνεται ἀσφαλῶς ἡ τεχνολογική πρόοδος, ἤ μόνον αὐτή, ἀλλά πρωτίστως καί κυρίως ὁ ἀλλοτριωθείς ὑπό τοῦ πειρασμοῦ καί τῶν ἐνστίκτων κυριαρχίας ἐπί τῶν πάντων καί, ὡς ἐκ τούτου, «ξένος τοῦ Θεοῦ» καταστάς, ἄνθρωπος, ὁ ὁποῖος, μετά τήν «πτῶσιν» καί τήν ἀποπομπήν ἐκ τοῦ «παραδείσου τῆς τρυφῆς», ἔχει ἀπολέσει τόν προσανατολισμόν αὐτοῦ καί τήν «ζωοποιόν πνεῦσιν» καί κινούμενος διά τῆς καί ἐκ τῆς «ἀ-λογίας» αὐτοῦ ἀναζητεῖ τήν ὁλοκλήρωσιν αὐτοῦ εἰς τό «κτᾶσθαι» καί εἰς τό «ἔχειν» καί ὄχι εἰς τό «εὖ εἶναι».

Ἠχοῦν, λοιπόν, λίαν ἐπίκαιροι καί σήμερον οἱ λόγοι τοῦ ἑτέρου μεγάλου Πατρός τῆς Ὀρθοδόξου ἡμῶν Ἐκκλησίας, τοῦ Γρηγορίου τοῦ Θεολόγου «μή φοβηθῇς τήν πρόοδον[...] φοβήθητι τήν ἀλλοτρίωσιν» (Λόγος ΚΕ΄, PG 35, 1224).

Δυστυχῶς, πολλοί τῶν σημερινῶν ἀνθρώπων ἀρνοῦνται νά δεχθοῦν τόν Θεόν ὡς δημιουργόν καί κυρίαρχον καί κυβερνήτην τοῦ σύμπαντος καί πηγήν τῆς ζωῆς αὐτοῦ, μέ τήν αἰτιολογίαν ὅτι δέν δύνανται νά Τόν συλλάβουν διά τῶν αἰσθήσεων αὐτῶν. Λησμονοῦμεν οἱ ἄνθρωποι τήν μόνην πραγματικότητα, τήν διά τοῦ ἐμπνευσμένου φθόγγου ἐκφραζομένην, ὅτι «τῇ τοῦ νοῦ δυνάμει διά τῶν ὁρωμένων τόν ἀόρατον καθορῶμεν».

Τό φαινόμενον τοῦτο περιγράφει ἐπίσης ἀναγλύφως καί πέραν πάσης ἀμφισβητήσεως καί ὁ Ἀπόστολος τῶν Ἐθνῶν Παῦλος διά τῶν ἑξῆς χαρακτηριστικῶν: «τά γάρ ἀόρατα αὐτοῦ ἀπό κτίσεως κόσμου τοῖς ποιήμασι νοούμενα καθορᾶται, ἥ τε ἀΐδιος αὐτοῦ δύναμις καί θειότης, εἰς τό εἶναι αὐτούς ἀναπολογήτους, διότι γνόντες τόν Θεόν οὐχ ὡς Θεόν ἐδόξασαν ἤ εὐχαρίστησαν, ἀλλ᾿ ἐματαιώθησαν ἐν τοῖς διαλογισμοῖς αὐτῶν, καί ἐσκοτίσθη ἡ ἀσύνετος αὐτῶν καρδία· φάσκοντες εἶναι σοφοί ἐμωράνθησαν, καί ἤλλαξαν τήν δόξαν τοῦ ἀφθάρτου Θεοῦ ἐν ὁμοιώματι εἰκόνος φθαρτοῦ ἀνθρώπου καὶ πετεινῶν καί τετραπόδων καί ἑρπετῶν.[...] οἵτινες μετήλλαξαν τήν ἀλήθειαν τοῦ Θεοῦ ἐν τῷ ψεύδει, καί ἐσεβάσθησαν καί ἐλάτρευσαν τῇ κτίσει παρά τόν κτίσαντα, ὅς ἐστιν εὐλογητός εἰς τούς αἰῶνας· ἀμήν» (Ρωμ. α΄ 20-26).

Ἡ Ὀρθόδοξος Ἐκκλησία διά τοῦ Οἰκουμενικοῦ Πατριαρχείου αὐτήν τήν ἀποστολικήν καί πατερικήν ἀλήθειαν κηρύττει καί διδάσκει. Οὐδέν πλέον. Καταβάλλει δέ προσπαθείας διά νά ἐπανέλθῃ ἡ συστενάζουσα καί συνωδίνουσα κτίσις, μαζί μέ τόν ἐπ᾿ αὐτῆς παροικοῦντα ἄνθρωπον, εἰς τό «καθ᾿ ὁμοίωσιν», τό ὁποῖον ἀπωλέσθη, νά ἐπανεύρῃ δηλαδή τόν πολύτιμον «θησαυρόν», ὁ ὁποῖος ἐχαρίσθη καί ἐδωρήθη εἰς τόν ἄνθρωπον.

Εἶναι ἀνάγκη, λοιπόν, σήμερον ὁ ἄνθρωπος νά ἀπομακρυνθῇ ἀπό τήν βασικήν αἰτίαν, ἡ ὁποία εὐθύνεται διά τήν καταστροφήν τοῦ περιβάλλοντος. Καί ἡ αἰτία αὕτη εἶναι ὁ ἐγωκεντρισμός, ἡ ἁμαρτία εἰς τήν θεολογικήν γλῶσσαν. Δυστυχῶς, ἡ αἰτία αὕτη ὑπεισέρχεται ἐνίοτε καί εἰς τήν προσπάθειαν τῶν ἀνθρώπων νά ἀντιμετωπίσουν τήν κρίσιν αὐτήν. Ἐνῷ θά ἔπρεπε ἅπαντες νά συστρατεύσωμεν τάς δυνάμεις ἡμῶν καί νά ἀγωνισθῶμεν ἡνωμένοι πρός τήν κατεύθυνσιν τῆς σωτηρίας ἐκ τοῦ μεγάλου τούτου κινδύνου, συχνάκις βλέπομεν τό φαινόμενον ἕκαστος καί τό αὐτονομοῦμεν εἰς τήν περιοχήν τῆς εἰδικότητος ἡμῶν, ἔχοντες τήν πεποίθησιν ὅτι μόνον ἐκ τοῦ ἰδικοῦ μας χώρου θά προέλθῃ ἡ σωτηρία· οὕτω δημιουργοῦμεν τήν ἰδίαν ἡμῶν γλῶσσαν καί τόν ἴδιον ἡμῶν χῶρον, εἰς τόν ὁποῖον δέν εἶναι δυνατόν νά εἰσέλθουν οἱ εἰδικοί ἄλλων περιοχῶν, μέ ἀποτέλεσμα νά δημιουργῆται ἡ σύγχυσις τῆς Βιβλικῆς Βαβέλ καί νά κυριαρχῇ πάλιν ὁ ἐγωκεντρισμός καί ἡ ἀσυνεννοησία. Δέν δυνάμεθα δηλαδή καί εἰς τόν τομέα τῆς προσπαθείας αὐτῆς νά τιθασεύσωμεν ἑαυτούς καί τό ὑπερφίαλον «ἐγώ» μας, τοποθετοῦντες ἑαυτούς ἐν τῇ ἀφελότητι ἡμῶν εἰς τήν θέσιν «τοῦ πάντα δυναμένου Θεοῦ».

 

Φίλοι συμπορευόμενοι εἰς τόν ἀγῶνα τῆς προστασίας τῆς κτίσεως,

 

Ὁ κόσμος μας, ἀτυχῶς, ζῇ καί πορεύεται εἰς μίαν περίοδον συγχύσεως καί ταραχῆς. Ὁ κυριαρχούμενος ὑπό τοῦ εὐδαιμονισμοῦ καί τῆς ἀδιαφορίας, τῆς ὑποκρισίας καί τοῦ ψεύδους, τῆς φιλαυτίας καί τῆς ἐλλείψεως πνευματικῶν ἀξιῶν καί ἠθικῶν ἀρχῶν ἄνθρωπος τοῦ πλανήτου μας, καθίσταται ὁσημέραι ἐπικίνδυνος διά τόν ἑαυτόν του, διά τόν συνάνθρωπόν του, ἀλλά καί διά τό περιβάλλον του. Ὁ κόσμος εὑρίσκεται καί ὁδηγεῖται καθημερινῶς, λόγῳ τῆς ἀκηδίας τῶν πολλῶν καί τῶν ἰθυνόντων τάς τύχας του ἡγετῶν καί τοποθετούντων ἑαυτούς εἰς τήν θέσιν «χειροποιήτων θεῶν», εἰς τό χεῖλος μιᾶς οἰκολογικῆς καταστροφῆς. Συγχρόνως ἔχουν ἀπελευθερωθῆ αἱ δυνάμεις ἐκεῖναι τοῦ σκότους, ὡς τάς περιγράφει τό Βιβλίον τῆς Ἀποκαλύψεως, αἱ ὁποῖαι δύνανται νά φέρουν τόν πυρηνικόν ὄλεθρον, κατά τούς λόγους τοῦ Ἀποστόλου Πέτρου: «στοιχεῖα δέ καυσούμενα λυθήσονται, καί γῆ καί τά ἐν αὐτῇ ἔργα κατακαήσεται» (Β΄Πέτρ. γ΄ 10).

 

***

Ὁ κόσμος, ἐπαναλαμβάνομεν διά πολλοστήν φοράν, εἶναι ἔργον τῆς ἀγάπης, τῆς προνοίας καί τῆς φιλανθρωπίας τοῦ Θεοῦ καί μόνον μέ τήν ἀγάπην τοῦ ἀνθρώπου καί μέ τήν «ἐν κρίσει», δηλαδή ἐν συνέσει, χρῆσιν αὐτοῦ, -ὡς ἀπαύγασμα τῆς σοφίας καί τῆς δυνάμεως τοῦ Θεοῦ-, δύναται νά σωθῇ καί νά ἐκπληρώσῃ τόν προορισμόν αὐτοῦ.

Ἡ Ὀρθοδοξία παρέχει εἰς τόν ἄνθρωπον τήν δυνατότητα τῆς ἐξόδου ἀπό ὅλα τά προβλήματα, καί ἀπό τό πρόβλημα τῆς οἰκολογικῆς κρίσεως, μέσῳ μιᾶς διαφορετικῆς θεωρήσεως τῶν πραγμάτων. Διαρρηγνύων τόν φαῦλον κύκλον τῆς ἐπιθυμίας διά τήν ἐγωϊστικήν ἀπόκτησιν πραγμάτων μέ σκοπόν τήν ἡδονήν, ἥτις ἀναποφεύκτως θά καταλήξῃ εἰς τόν πόνον καί εἰς νέας ἐπιθυμίας, ὁ ἄνθρωπος ἀναλαμβάνει μέ χαράν τόν ἑκούσιον πόνον, τόν ὁποῖον μετατρέπει εἰς πηγήν ἐπιθυμίας τῶν θείων πραγμάτων, ἐπιθυμίαν διαρκῆ καί αὐξανομένην ἐπ᾿ ἄπειρον. Ἡ Ὀρθόδοξος ζωή καί ἄσκησις δέν εἶναι τόσον ἕν σύνολον ἐναρέτων πράξεων, ὅπως συχνάκις φρονοῦμεν ὅτι εἶναι ἡ χριστιανική ζωή, ὅσον εἷς νέος τρόπος ὑπάρξεως, ὅστις ἀποστρέφεται τήν ἕλξιν τῶν εἰδώλων τοῦ κόσμου τούτου, διά νά στραφῇ πρός τόν Θεόν. Ὅταν λοιπόν ἀσκῇ τις τήν νηστείαν καί τήν ἑκούσιον νέκρωσιν τῶν ἡδονῶν εἰς τήν ὀρθόδοξον πρακτικήν, ὡς τρόπον ζωῆς, δύναται νά ἐπανεύρῃ τόν παραδείσιον τρόπον ζωῆς, νά μιμηθῇ τό κατά δύναμιν τούς ἀσωμάτους ἀγγέλους καί νά ἀπαλλαγῇ ἀπό κάθε ἐπιβλαβές διά τήν κοινωνίαν καί τό περιβάλλον του πάθος.

Αἱ συνέπειαι τῆς ἁμαρτίας καί τῆς καταστρατηγήσεως τῆς φύσεως εἰς τήν «παρά-φύσιν» δέν περιορίζονται μόνον εἰς τόν διαπράττοντα αὐτήν ἄνθρωπον. Εἶναι ὀντολογικαί καί κοσμολογικαί καί ἐπηρεάζουν ὁλόκληρον τήν ἀνθρωπότητα.

Συνεπῶς, ἡ Ὀρθόδοξος ἀσκητική ζωή εἶναι ἀφ᾿ ἑαυτῆς μία τοποθέτησις καί μία ἀπάντησις εἰς τό λεγόμενον οἰκολογικόν πρόβλημα. Ἐάν οἱ ἄνθρωποι, ἀρχίζοντες βεβαίως ἐκ τῶν χριστιανῶν, ἐγκολπωθῶμεν καί ἐφαρμόσωμεν τήν ζωήν ταύτην, δέν θά ὑφίσταται τοιοῦτον πρόβλημα. Ἡ ἄσκησις, μέσῳ τῆς ἑκουσίας καί ὄχι νοσηρᾶς κακοπαθείας, ἐμβάλλει «βιαίως» τόν κατά φύσιν ἔλλογον νόμον εἰς τό σῶμα, τό ὁποῖον πάσχει τόν «παρά φύσιν» νόμον τοῦ θανάτου καί τοῦ δίδει τήν δυνατότητα νά ἐπανεύρῃ τήν αἴσθησιν τῆς εὐταξίας καί τῆς ὡραιότητος τῆς δημιουργίας. Ἐξ ὁλοκλήρου ἐστραμμένος πρός τόν Θεόν ὁ ἄνθρωπος ἐγκαινιάζει μίαν νέαν σχέσιν μέ τό φυσικόν περιβάλλον αὐτοῦ, ἡ ὁποία δέν εἶναι πλέον μία ἐκμετάλλευσις διά τήν ἱκανοποίησιν τῆς ἐπιθυμίας αὐτοῦ, ἀλλά μία ἁρμονική χρῆσις κατά τό μέτρον τῆς ἀναγκαίας χρείας.

Ἡ συνετή αὐτή καί προσεκτική χρῆσις τῆς φύσεως καί τῶν δυνατοτήτων της, ἡ ἐγκράτεια καί ἡ λιτότης, ὁ σεβασμός εἰς τό περιβάλλον, ἐντός τῆς Ὀρθοδόξου Ἐκκλησίας, δέν εἶναι ἀπόρροια μιᾶς ἰδεολογίας, ἀλλά συνέπεια τῆς ἀλλαγῆς νοοτροπίας καί τρόπου ζωῆς καί τῆς ἐπιστροφῆς ὅλων τῶν δυνάμεων τῆς ψυχῆς εἰς συγκαταλλαγήν μετά τοῦ Θεοῦ καί τῆς δημιουργίας του.

 

***

 

Τήν ἀρχήν ταύτην οὐδέποτε ἔχομεν παύσει μέχρι σήμερον νά διακηρύττωμεν καί νά ἐπισημαίνωμεν ἀπό τοῦ Οἰκουμενικοῦ Πατριαρχείου καί διά τό φλέγον πρόβλημα τῆς οἰκονομικῆς κρίσεως, ἡ ὁποία πλήττει σήμερον πολλάς χώρας τῆς Εὐρώπης, ἀπειλοῦσα τήν ἑνότητα αὐτῆς. Πάντοτε καί πανταχοῦ κηρύττομεν καί ἐπισημαίνομεν ὅτι διά τήν ἔξοδον ἐκ τῆς ὡς ἀδιεξόδου πολλάκις ἐμφανιζομένης ἤ παρουσιαζομένης κρίσεως ταύτης εἶναι ἀπαραίτητος ἡ ἀλλαγή νοοτροπίας καί ἤθους.

Καί τοῦτο, διά τούς πολιτικούς ἄνδρας εἶναι κατανοητόν ὡς ἀποκατάστασις τῆς σχέσεως ἐμπιστοσύνης πολίτου καί κράτους, τῆς ἀπαλλαγῆς ἀπό τοῦ συνδρόμου τῆς φοροαπαλλαγῆς, τῆς ἀποδόσεως εἰς τόν Καίσαρα τῶν τοῦ Καίσαρος. Σήμερον γίνεται μία τεραστία προσπάθεια διά νά ἀποκτήσουν οἱ πολῖται μίαν νέαν νοοτροπίαν εἰς τάς σχέσεις των μετά τοῦ κράτους, εἰς τήν ὁποίαν αἱ χῶραι τῆς Δυτικῆς Εὐρώπης, καί ἀσφαλῶς ἡ Γερμανία, ἀποτελοῦν ἀξιομίμητα ὑποδείγματα. Βεβαίως τοῦτο δέν εἶναι εὐχερές, διότι ὑπάρχουν καί τεράστιαι διαφοραί εἰς τάς ἱστορικάς καταβολάς, τάς κοινωνικάς συνθήκας κλπ.

Ὅμως, τό βασικώτερον διά τήν ἔξοδον ἀπό τήν κρίσιν δέν εἶναι μόνον ἡ ἀλλαγή νοοτροπίας ὡς πρός τάς σχέσεις μέ τό κράτος. Εἶναι ἡ ἀλλαγή τρόπου ζωῆς καί ἤθους. Εἶναι χαρακτηριστικόν ὅτι ὁ σύγχρονος ἄνθρωπος ἔχει διδαχθῆ νά καταναλίσκῃ συχνάκις περισσότερον τῶν ὅσων χρειάζεται καί νά ἀποβλέπῃ ἀπλήστως καί ἀσυνέτως εἰς τό συνεχῶς «κτᾶσθαι» καί «ἀπολαμβάνειν» καί ὄχι εἰς τό ἁρμονικόν «εὖ εἶναι», προσπαθῶν διά τῆς ἀσυναισθήτου εἰς αὐτόν ἀδυναμίας του νά νικήσῃ τήν δύναμιν τοῦ Θεοῦ καί ἐν τῇ ἀ-σοφίᾳ του τήν Σοφίαν τοῦ Θεοῦ, ἥτις «ἐθεμελίωσε τόν οἶκον» (πρβλ. Παροιμ. θ΄ 1), τόν κόσμον μας.

Ἐπί πλέον, λησμονεῖ ὁ σύγχρονος ἄνθρωπος, ὅτι τό ὑπέρτατον ἰδανικόν δι᾿ αὐτόν δέν εἶναι ἡ οἰκονομική ἄνεσις καί ἡ εὐημερία, ἀλλά ἡ ἐλευθερία. Ἡ ἐλευθερία, ἡ ὁποία, ὅταν εἶναι συνυφασμένη μέ τήν λύπην καί τήν δυστυχίαν, δέν εἶναι ἐλευθερία, ἀλλά δουλεία. Ἡ μεγάλη ἀλήθεια τήν ὁποίαν εὐαγγελίζεται καθ᾿ ἡμέραν ὁ Χριστιανισμός εἶναι ὅτι τά πάντα ἀξιολογοῦνται συμφώνως πρός τήν ἀξίαν των, ὄχι ἐκ τοῦ χρώματος ἤ τοῦ σχήματός των, ἀλλά ἀναλόγως πρός τό νόημά των καί κρίνονται ὄχι ὡς πρός τά ἐξωτερικά φαινόμενα, ἀλλά ὡς πρός τήν οὐσίαν.

Ὁ ἄνθρωπος κρίνεται ὄχι ἐκ τῆς ἰδιότητος ἤ τῆς περιουσίας του, ὄχι «κατ᾿ ὄψιν» δηλαδή, ἀλλά «κατά τήν καρδίαν» αὐτοῦ, ἡ ὁποία εἶναι ἡ «δικαία κρίσις». Ταυτίζεται, δηλαδή, μέ τήν ἐσωτερικήν ἐλευθερίαν, τήν ὁποίαν προσφέρει ἡ παραμονή πλησίον τοῦ Θεοῦ.

Συνεπῶς, ἡ Ὀρθόδοξος Ἐκκλησία προτιμᾷ νά λύσῃ τό πρόβλημα τῆς προσωπικῆς εὐθύνης ἑκάστου ἀνθρώπου διά τήν οἰκολογικήν καί τήν οἰκονομικήν κρίσιν, τοποθετοῦσα τοῦτο εἰς τήν σωτηριολογικήν καί πνευματικήν αὐτοῦ διάστασιν. Ἡ συμμετοχή τοῦ ἀνθρώπου εἰς τήν κίνησιν αὐτήν εἶναι μία σιωπηρά καί βιωματική μαρτυρία διά τήν δυνατότητα ἀποκαταστάσεως ἁρμονικῆς σχέσεως μέ τήν φύσιν, προσφέροντος τό παράδειγμα τῆς ζωῆς αὐτοῦ.

 

***

 

Ἐνώπιον τοῦ ὄγκου τῶν ἐπικινδύνων δι᾿ ὅλους τούς ἀνθρώπους ρυπογόνων παραγόντων μία καί μόνη δύναμις εἶναι δυνατόν νά ἀντισταθῇ: Ἡ συνείδησις τοῦ ἀνθρώπου. Ἡ συνείδησις εἶναι ἡ μόνη δύναμις, ἡ ὁποία ἠμπορεῖ νά συγκρατήσῃ τόν ἄνθρωπον ἀπό τῆς διαπράξεως μιᾶς κρυφῆς ρυπογόνου πράξεως ἤ μιᾶς μικρᾶς ἤ μεγάλης καταστροφικῆς τοῦ περιβάλλοντος ἐνεργείας.

Ὁ ρόλος τοῦ Οἰκουμενικοῦ Πατριαρχείου εἶναι νά εὐαισθητοποιήσῃ αὐτήν τήν συνείδησιν. Δέν ἔχομεν τήν δυνατότητα νά λάβωμεν διοικητικά ἤ νομικά μέτρα περιορισμοῦ τῆς βλάβης τοῦ περιβάλλοντος. Δέν ἔχομεν προφανῶς τά ὑλικά μέσα νά ἐπανορθώσωμεν τάς ἤδη γενομένας εἰς τό φυσικόν περιβάλλον βλάβας. Προσπαθοῦμεν λοιπόν νά ἀφυπνίσωμεν τήν συνείδησιν τῶν ἐχόντων τά μέσα καί τόν τρόπον συνανθρώπων μας καί τῶν ἐν ὑπεροχῇ ἐξουσίας ὄντων νά πράξουν ὅ,τι δύνανται, εἴτε μικρόν ἐν τῷ πλαισίῳ τῆς ἀτομικῆς ἐνεργείας εἴτε μέγα ἐν τῷ πλαισίῳ τῆς συλλογικῆς προσπαθείας μιᾶς Κυβερνήσεως ἤ ἄλλου διεθνοῦς καί τοπικοῦ φορέως.

Καί κατακλείομεν τόν λόγον μέ τήν προσευχήν: «στῶμεν καλῶς, στῶμεν μετά φόβου» ἐνώπιον τῆς ἀβεβαιότητος τῆς ὕλης, καί παρακαλοῦμεν τόν Δημιουργόν πάσης τῆς κτίσεως νά ἀνοίξῃ τήν κραταιάν Αὐτοῦ χεῖρα καί νά ἐπισκεφθῇ τόν κόσμον. Τότε, καί μόνον τότε, «τά σύμπαντα πλησθήσονται χρηστότητος» (Ψάλμ. ργ΄ 28). Ἀμήν.

Σᾶς εὐχαριστοῦμεν διά τήν ὑπομονήν καί εὐχόμεθα εἰς ὅλους τόν φωτισμόν τοῦ Θεοῦ διά νά συμβάλῃ ἕκαστος κατά τό μέτρον τῶν δυνατοτήτων αὐτοῦ εἰς τήν ἐπίλυσιν τοῦ ζωτικοῦ τούτου προβλήματος, μέ τήν ἐλπίδα νά ἀνατείλῃ ἕν καλλίτερον καί πλέον εὐοίωνον μέλλον διά τήν ἀνθρωπότητα, διά τάς γενεάς τοῦ αὔριον.

 

 

 

 .


„Das Deine vom Deinigen“


Orthodoxie und Ökologie

Es ist wohl kaum eine Übertreibung von der „Rettung der Erde“ zu sprechen. Die globale Erwärmung der Erde verursacht Überschwemmungen, die große Küstengebiete bedrohen. Man schätzt, dass ca. 10 % aller Tierarten von der Ausrottung bedroht sind. Unwiederbringliche Wälder verschwinden Hektar für Hektar jede Sekunde. Große Ströme erreichen das Meer nicht mehr, weil ihr Wasser umgeleitet wird zur Bewässerung von Feldern, für die Industrie oder zur Bewässerung des Rasens im Vorgarten.

Diese Fakten zeigen uns die Schöpfung als etwas Kostbares und Verletzliches. Aber der sprichwörtliche Mars-Mensch, der in den USA landet, könnte zu dem Schluss kommen, dass die Bodenschätze so unbegrenzt sind, dass sie nicht einmal Respekt verdienen. Ungefähr 50 % des Papiers und 30 % der Plastikmaterialien, die auf Kosten der Umwelt produziert werden, werden nur für Verpackung verbraucht – sie werden produziert um weggeworfen zu werden. Ganze Stadtviertel werden so gebaut, dass das Auto optimal genutzt werden kann. Jeden Tag werden Millionen von Tüten und andere Behältnisse weggeworfen, weil haltbarer und wiederverwendbarer Ersatz unbequemer ist. Nahrungsmittel wie Rindfleisch, das mit immensen Kosten von Futter, Wasser und Energie hergestellt wird, gilt als Grundnahrungsmittel. Wenn es Umweltprobleme gibt, heißt das nur, dass man sein Haus besser isoliert (und damit Heizöl spart) und einigen Abfall in die Recycling-Tonne wirft statt in die Mülltonne.

Müssen wir wirklich die Erde retten – oder nur unsere Abhängigkeit vom importierten Öl verringern?

Für manche bedeutet die Umweltkrise nur eine kleine technische Störung des „Fortschritts“, die bald durch die Riesenernten der gentechnisch manipulierten Pflanzen und durch saubere Energiequellen Überwunden sein wird. Andere sind etwas realistischer und rufen nach einer Änderung des Lebensstils der reichen Länder. Die begrenzten natürlichen Ressourcen und die umweltverschmutzenden Energiequellen werden verschwendet, während die wachsende Bevölkerung der Erde immer noch der Befriedigung der grundlegendsten Bedürfnisse entbehrt. Deshalb ist es nur gerecht, wenn die größten Verbraucher auch die größten Einschnitte hinnehmen müssen.

Immer mehr glauben, dass der Ausweg aus der Krise auch einer geistigen Erneuerung bedarf: nicht bloss eine Änderung der Gewohnheiten, sondern eine Änderung in den Herzen – christlich ausgedrückt, Umkehr - Buße. Leider wird die innige Verbindung zwischen Glaube und Umwelt so wenig verstanden, dass die Kirche für die meisten wohl an letzter Stelle steht, wenn nach geistigen Lösungen gesucht wird. Viel wahrscheinlicher wenden sie sich der Verehrung der Mutter Erde zu oder Eingeborenenreligionen oder der Magie oder der Esoterik. Und doch stellt die Erkenntnis, dass die Welt Erlösung braucht, was eine Änderung in den Herzen nötig macht, eine Herausforderung für die Kirche dar. Sie gibt uns die Gelegenheit zu einer Missionierung, wie sie vielleicht nicht mehr gegeben war, seit der hl. Apostel Paulus den Altar der Athener sah, der „dem unbekannten Gott“ geweiht war.

Im Jahre 1989 hat der heimgegangene Ökumenische Patriarch Dimitrios eine wichtige Initiative ergriffen, als er verlangte, den ersten September zu einem Tag des Dankens und der besonderen Gebete für die Errettung und den Schutz der Schöpfung Gottes zu machen. Das hat so viel Interesse erweckt, dass im November 1991 eine interorthodoxe Konferenz zum Schutz der Umwelt nach Kreta einberufen wurde. Ihre Empfehlungen sprechen von „der wachsenden Belastung der natürlichen Umwelt durch den menschlichen Missbrauch, den die Kirche Sünde nennt und für den sie alle Menschen zu Umkehr und Buße aufruft,“ und fährt fort, dass die Orthodoxe Kirche glaubt, dass „die Lösung im liturgischen, eucharistischen und asketischen Ethos der orthodoxen Überlieferung zu finden ist.“

Eucharistischer Ethos bedeutet vor allem, dass die natürlichen Ressourcen mit Dankbarkeit genutzt und Gott wieder zurückgegeben werden sollen. Solch eine Haltung kann Verschwendung nicht dulden. Ähnlich lassen uns die Fastenpraxis sogar die einfachsten Nahrungsmittel und andere einfache Bequemlichkeiten als Gaben erscheinen, die uns zur Befriedigung unserer Bedürfnisse bereit gestellt werden. Wir dürfen sie nicht missbrauchen oder verschwenden nur weil wir sie bezahlen können.

Wir beten als Gemeinschaft, nicht als Einzelpersonen; also ist ein liturgischer Ethos auch eines des miteinander Teilens. Lange bevor die Erde aus dem Weltraum als Ganzes gesehen werden konnte, wusste die Kirche, dass wir alle zusammen vor Gott stehen und dass uns gemeinsam die Segnungen und Schätze der Erde gehören, die Er den Menschen und allen Geschöpfen geschenkt hat. „Unseren eigenen Reichtum nicht mit den Armen zu teilen bedeutet von den Armen zu stehlen und sie ihrer Lebensgrundlagen zu berauben. Wir besitzen nicht unseren eigenen Reichtum sondern den ihren,“ erinnert uns der Hl. Johannes Chrysostomos.

Dieses Prinzip, angewandt auf die ganze Breite der natürlichen Ressourcen, ist besonders wichtig, weil die natürliche Umwelt von zwei Seiten in die Zange genommen wird:
durch zu großen Verbrauch, Gier und Verschwendung der Reichen
und
durch die dringenden Nöte der Armen, die oft gezwungen sind ihr Land kurzfristig nach Nahrung und Energie auszubeuten.

Gerechte Verteilung heißt nicht nur weniger der endlichen Ressourcen zu verbrauchen. Es schließt auch aus, dass man sich der Bequemlichkeiten und Luxusgüter erfreut, für die andere den versteckten Preis für die Schädigung der Umwelt zahlen müssen, nämlich mit Giften zu leben, die zu ihrer Produktion benötigt werden und die Verschmutzung durch ihren Gebrauch und die Entsorgung.

Ethos der Kirche bedeutet Ehrfurcht vor der Materie – der Welt um uns, anderen Geschöpfen, unserem eigenen Körper. Man kann diese Haltung im Gebet der Kirche kaum Übersehen: wir bekreuzigen uns, wir verehren Ikonen, wir kommunizieren Christus Selbst in der Eucharistie. Aber es scheint recht einfach zu sein das alles mit einer Geringschätzung der Materie im nicht-liturgischen Bereich zu verbinden, sogar in der Kirche: so wird das Wasser gesegnet und dann trinken wir es aus Plastikbechern, die anschließend auf den Müll geworfen werden! Was die Kretakonferenz verlangt ist einfach eine durchgängige Haltung des Respekts in allen unseren Handlungen, die die Welt betreffen. Wir können nicht erwarten, dass wir in unserer Umwelt keine Spuren hinterlassen. Wir können wählen, ob sie unsere Gier und Hässlichkeit – die Berge gebrauchter Verpackung, die verseuchten Flüsse mit ihren toten oder mutierten Fischen, die kahlen erodierten Berghänge – widerspiegelt, oder ob wir sie in einer Weise nutzen, dass das Werk Gottes sich in unserem durch seine Schönheit zeigt. Die Kretakonferenz erkennt an, dass die kirchliche Gemeinschaft die Führung Übernehmen sollte diesen Ethos der Kirche sichtbar zu machen und macht eine Reihe von Vorschlägen:

•   Programme christlicher Umwelterziehung auf allen Ebenen zu initiieren.

•   Gemeinden sollen sich örtlich engagieren: z.B. Recycling-Programme organisieren,
       für Energiesparen in Gebäuden und für weniger autofahren werben.

•   Ausbildungsprogramme organisieren, die die Bandbreite
       von der Theologie bis zu Umweltwissenschaften abdecken,
       um die Kirche bei ihrem weiteren praktischen Engagement
       für die Umwelt und in der Bioethik zu unterstützen.
       Hier sollten sich sowohl Kirchenmitglieder als auch nicht-orthodoxe Experten
       in den wissenschaftlichen und ökologischen Themen engagieren.

•   Die orthodoxe Jugend dazu aufrufen, die Initiative für Umweltprojekte zu ergreifen.

•   Praktische Schritte wie diese sind wesentlich, wenn auch begrenzt.
       Die zu Grunde liegende Botschaft muss deutlich werden:
       „die Kirche sollte ihren eigenen Gläubigen, wie auch der übrigen Welt,
       wieder diese einfache, doch erfüllte Art des Lebens anbieten.
       Die Menschheit braucht um der Umwelt willen eine einfachere Art des Lebens,
       ein erneuertes asketisches Denken.“


Die Autorin, Dr. Elizabeth Theokritoff, ist orthodoxe Theologin und Schriftstellerin aus England. Sie war Schriftführerin der orthodoxen Bruderschaft von St. Alban und St. Sergius. übers.: G. Wolf

.


In der all-orthodoxen "BOTSCHAFT der VORSTEHER der HEILIGEN ORTHODOXEN KIRCHEN" vom 15. März 1992 werden die Gläubigen der Orthodoxie in aller Welt aufgerufen, den 1. September eines jeden Jahres, den Tag des Anfangs des Kirchenjahres dem Gebet und dem Flehen für die Rettung der Schöpfung Gottes und dem Erreichen jener Haltung zur Natur zu widmen, welche die Göttliche Eucharistie und die asketische Tradition der Kirche gebieten.

Bereits 1990 hatte der höchstgeweihte NIKODEMOS, Metropolit von Patras entsprechende Texte für die Gebetsordnung entworfen, die wir in der Folge in Ausschnitten widergeben:


Welch staunengebietendes Wunder,
der Weisheit Gottes überwältigend schönes Kunstwerk,
die sichtbare Schöpfung,
die mitteilt die Herrlichkeit des allmächtigen Schöpfers des Himmels und der Erde,
der alles Sichtbare und Unsichtbare durch Sein Wort vollbrachte.
Herr, wie sind Deine Werke so gross,
rufen wir Gläubigen und verherrlichen Dich,
Anfangloser !

Wie schön sind deine wunderbaren Werke,
Christos, Logos des Vaters und wirkende Weisheit,
ewig von Anfang an.
Das Weltall ist durch Dich,
durch allmächtige Anordnung geworden.
Alle Erdgeborenen sind erfüllt von Deinen Gaben.
Herr, wie sind Deine Werke so gross,
rufen wir ehrfürchtig und preisen Deine Macht !

In dem durch Deine göttliche Unterweisung gelernten Gebet ,
lasst uns täglich dem Schöpfer zurufen:
Vater unser,
der Du im Himmel wohnst,
gib uns das tägliche Brot.
Heile unsere Fehler,
gib uns Weisheit und Besonnenheit,
nur das Nötige zu nehmen,
mit diesem Geschenk uns zu begnügen
und nicht zu übertreten
die Grenzen der von Dir geschaffenen Natur.




 

.

Idiomela zur Liti am 1. September aus der

"Ordnung des Bittgottesdienstes


zu unserem menschenliebenden Gott und Retter

 
Jesus Christus


für unsere Umwelt


und den Wohlbestand der ganzen Schöpfung"


von
Vater GERASIMOS (Mikrayannanitis)
Mönch vom Heiligen Berge Athos
im Dezember 1991

 

Der Du im Anfang das Weltall geschaffen
und einem jeglichen die entsprechende Ordnung gesetzt,
verachte nicht die Werke Deiner Hände,
sondern schau mit barmherzigen Augen vom Himmel,
Herr,
nach diesem Weinberg
und bereit’ ihn nach Deinem Willen,
wend’ ab von ihm jeglichen schädlichen Gedanken und jeden Zerstörer,
denn Du bist unser Hirte und Retter und Heiland, und von Dir empfangen wir
die Hilfe in Erbarmen und Mitleid
und preisen Dich, o Herrscher.

Der Du den Ort der Erde umschanztest,
Herr,
und ihn auch mit Schutz umkleidet hast,
rette, Herrscher, vor Schaden und Zerstörung seinen Bestand,
denn Du bist der Stärke Hort und Quell’ des Lebens,
und auf Deinen Wink, Herr, dient und fügt sich alles Dir gehorsam,
daher zeig’ uns Dein Erbarmen,
wend’ ab von uns jegliches Unheil
und rette unsere Seelen,
Du Menschenliebender.

Nimm die Geißeln hinweg und Untergang,
die drohend über uns schweben
wegen unserer vielen Vergehen,
Herr,
denn gesündigt haben wir,
gefehlt und uns von Dir entfernt,
dem Widerwärtigen haben wir uns verschworen und zugesellt;
aber rett’ uns,
Herr,
vor kommenden Gefahren,
und der Erde Bestand behüt’
ohn’ Schad’, lass’ gleichmäßig die Winde wehen
und stetig die Wasserwellen fließen
zu unsrer Pfleg’ und Rettung,
Menschenliebender.

Ehre ...

Doxastikon:

Der Du der Erden Kreis erfüllst
und ihren Grund befestigst nach des Propheten Wort,
nimm an von uns,
o Herr,
die flehentlichen Bitten
als unser Pfleger, Fürsorg und Heiland;
denn wir sind Dein Volk
und Schafe Deiner Weide,
und aus den erwarteten Gefahren wirst Du uns erretten
durch Dein unendliches Erbarmen;
nun, Herr,
zermalm’ uns nicht,
lass’ Deine Güte siegen
über die Menge unserer Vergehen,
damit wir alle rühmen
Deines Erbarmens Meer.

Jetzt ...

Theotokion:

Vor allen Gefahren
Deine Herd’ behüt’,
gepriesene Gottesgebärerin,
auf dass wir rühmen
die Hoffnung unsrer Seelen.

Idiomela zur Liti am 1. September nach der "Ordnung des Bittgottesdienstes zu unserem menschenliebenden Gott und Retter Jesus Christus für unsere Umwelt und den Wohlbestand der ganzen Schöpfung" von Vater GERASIMOS (Mikrayannanitis), Mönch vom Heiligen Berge Athos, † im Dezember 1991.


Zum downloaden stellt die Gebetstexte dankenswerterweise der St.-Andreas-Bote der Münchner Gemeinde des Bayrischen Vikariates der Metropolie von Deutschland und Exarchats von Zentraleuropa des Oekumenischen Patriarchats (Konstantinopel) zur Verfügung:

download des vollständigen Gebetstextes


.

 

Prof. Dr. Georgios I. MANTZARIDIS - Professor an den Universitäten THESSALONIKI und MÜNCHEN

Die ÖKOLOGISCHE KRISE


Dankenswerterweise wurde dieser hochaktuelle und trotzdem voll aus den originären Urquellen der orthodoxen Tradition schöpfende Beitrag dem Andreas-Boten (München) vom Autor zur Verfügung gestellt. Basierend auf der griechischen Ausgabe des Buches von Professor Mantzaridis "Christliche Ethik" ist der Inhalt Teil der Vorlesung "Grundlinien christlicher Ethik", die er im Sommer-Semester 1997 an der Ludwig-Maximilian-Universität in München gehalten hat.

Die ökologische Krise spiegelt die innere Krise des Menschen wieder, der alles tut, um die Vollkommenheit als Person zu erreichen, aber daran scheitert. Dieses Scheitern ist nicht zufällig, sondern entspringt seiner falschen Auffassung über das, was seine Vollendung als Person ist. Die Person (Hypostase) wird nicht durch die Konfrontation mit dem "was nicht Ich ist" zur Vollendung geführt, sondern vielmehr durch die Einheit mit allem "ad intra". So ist die wirkliche Vollkommenheit für den Menschen sein gnadenhaftes ähnlichwerden mit der vollkommenen Person, Gott, der "das ganze Sein in sich faßt".

Im Hintergrund der ökologischen Krise steht das Verlangen des Menschen, mit allen Mitteln die Vollkommenheit zu erlangen, ohne jedoch den Willen Gottes zu berücksichtigen oder persönliche Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen. Die Geschichte von der Ursünde im Alten Testament stellt diese Wahrheit deutlich dar. Der Mensch, das göttliche Gebot verachtend, ißt vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen und spürt seine Nacktheit. Im folgenden übernimmt er nicht etwa die Verantwortung für sein Tun, sondern wälzt diese ab: "Die Frau die du mir beigegeben hast, sie hat mir von dem Baum gegeben und ich aß", oder "die Schlange hat mich verführt" . Adam distanziert sich von Gott und seinem Nächsten und schiebt ihm die Schuld für seine Taten zu, Eva wiederum beschuldigt die Schlange.

Ein jeder von uns wiederholt die Ursünde durch sein egozentrisches Tun und die Weigerung, Verantwortung für das in der Welt angehäufte Böse zu übernehmen. Indem wir unser Selbst allem "was nicht Ich ist" gegenüberstellen, werden wir unfähig, den Nächsten und die Umwelt zu lieben. Diese Sünde bildet die Grundursache und die zentrale Achse der ökologischen Krise.

Die ökologische Krise ist kein selbständiges Phänomen, sondern verbindet sich unmittelbar mit dem persönlichen und gesellschaftlichen Leben des Menschen. Sie offenbart die Krise seiner Gesinnung und seiner Moral, seiner Wissenschaft und seiner Technologie, seiner Wirtschaft, seiner Politik, seines Rechtes und seiner Religion. Sie ist der äußere Ausdruck der inneren Krise des Menschen, wie auch aller seiner Taten und Handlungen. Die ökologische Krise kann als Metastase der geistigen und moralischen Krise vom Menschen zur Schöpfung, vom Mikrokosmos zum Makrokosmos charakterisiert werden.

Der Mensch, als eine "große Welt im kleinen" , umfaßt die ganze Schöpfung in seiner natürlichen Konsistenz. Gleichzeitig ist er berufen, als ein Geschöpf "nach dem Bild und der ähnlichkeit Gottes" , die ganze Schöpfung durch sich selbst dem Schöpfer darzubringen. Er ist berufen, das Geschaffene mit dem Ungeschaffenem zu verbinden .

Das Geschaffene ist seiner Natur nach wandelbar; die erste Wandlung ist seine eigene Entstehung. Es ist also unvermeidlich, daß sich das Geschaffene immer entweder auf dem Wege zum schlechteren oder zum besseren befindet. Das einzige Geschöpf aber, das die Richtung dieser Wandlung letztendlich entscheiden kann, ist der sich selbst bestimmende Mensch . Sein Gang führt zur Entwicklung und Vollendung, aber auch zu Dekadenz und Verderbnis.

Kriterium, von dem die Richtung dieser Wandlung des Menschen und der ganzen Natur von Anfang an abhing, ist die Beziehung des Menschen zur Welt. Diese Beziehung wird durch die Fähigkeit zu verzichten kontrolliert. Deswegen wird das Fasten in der orthodoxen Tradition als ein "Lebensgebot von gleichem Alter wie die menschliche Natur" bezeichnet . Das Gebot Gottes für den Menschen war: "Von Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon ißt, wirst du sterben" . Die vernünftige Benutzung der Schöpfung ist also mit dem Fasten verbunden. Das Fasten, das das Wissen um die Abhängigkeit von Außen aktualisiert, ist zugleich Ausdruck des Gehorsams und bedeutet, daß der Mensch bereit ist, Gott ähnlich zu werden, indem er seine eigene Geschaffenheit anerkennt; indem er auch akzeptiert, daß ihm "das Sein verliehen ward" . Dagegen drückt die unvernünftige Benutzung der Schöpfung Ungehorsam aus und leugnet die Tatsache der Geschaffenheit des Menschen. Dies führte den Menschen zur Entfremdung von Gott.

Die ökologische Krise ist auf die Entfremdung des geschaffenen Menschen vom ungeschaffenen Gott zurückzuführen; auf die Trennung nämlich der Seienden von dem wirklichen Sein und damit der Quelle des Lebens. Daraus entspringt außerdem jede menschliche Krise und alles Böse. Wie Basileios der Große schreibt, "das ist das Böse: die Entfremdung von Gott" . Diese Entfremdung führt den Menschen zum Gegensatz zur Welt und zu sich selbst.

Alle Geschöpfe, zusammen mit dem Menschen, sind Werke des göttlichen Willens. Alle Geschöpfe, außer dem Menschen, sind absolut dem Willen Gottes unterworfen, da sie sein Wort vollbringen . Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das den Willen Gottes zu übertreten vermag und sich unabhängig von Ihm bewegen kann. Da er aber selbst aus dem göttlichen Willen hervorging, bereitet bereits das übertreten desselben eine Krise in seiner Hypostase; es verfälscht und vernichtet sie. "Ich bin im Schlamm der Sünden verstrickt und meine Hypostase ist verloren", schreibt ein Hymnendichter der Kirche . Darin besteht auch die Identitätskrise des Menschen.

Der Mensch existiert und agiert als Mensch nur in Zusammenhang mit und in Bezug auf seinen Schöpfer. Seine Hypostase bekommt Sinn und Inhalt, wenn sie sein Urbild annimmt und ausdrückt, wenn sie mit dem göttlichen Willen in Einklang kommt. Die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der harmonischen Beziehung des Menschen zu sich selbst, seinem Nächsten und der Welt kann deswegen nur im Rahmen seiner harmonischen Beziehungen zu Gott, der die Liebe ist, verstanden werden.
Diese These scheint vielleicht sehr theoretisch oder gar utopisch. Das hat seinen Grund darin, daß die rechte Sicht des Menschen und der Natur verloren gegangen ist. Wenn die Natur und der Mensch jeweils für sich betrachtet werden, ohne jede Verbindung oder Bezug zu der Ursache ihrer Existenz, so scheint folglich auch die Zurückführung des Bösen auf sein wahres Prinzip merkwürdig oder unangemessen. Wenn nun aber der Mensch und die Natur in Verbindung und in Bezug zu Gott betrachtet werden, bekommen die Dinge wieder ihre wirklichen Dimensionen. In diesem Fall erhalten selbst die für die Sinne unangenehmen und schmerzlichen Erfahrungen einen positiven Charakter und dienen der Realisierung des menschlichen Ziels.

Die ökologische Krise als anthropologische Konsequenz kann nur durch den Menschen und im Menschen selbst angemessen angegangen werden. Ohne eine Veränderung des Menschen kann keine Veränderung in der Entwicklung der Ökologie stattfinden. Wenn der Mensch die ökologische Krise nicht in Verbindung mit seiner geistlichen und moralischen Krise sieht, Übersieht er ihre wahren Dimensionen und bleibt unfähig, ihren eigentlichen Sinn zu erfassen. In diesem Fall erweisen sich auch die Maßnahmen, die er für den Umweltschutz ergreift, gleich wie nützlich sie auch erscheinen mögen, als oberflächlich oder sogar als verlogen, weil sie die Wurzel der Krise nicht treffen.

Hier muß sich die Stimme der Kirche erheben. Ziel der Kirche ist natürlich nicht, mit den staatlichen Verwaltungen in Konkurrenz zu treten oder deren Leistungen zu ergänzen, und das noch mit den geringen Möglichkeiten und den wenigen Mitteln über die sie verfügt. Die Kirche besteht nicht, um dem Staat zu dienen, sondern den Menschen das zu bieten, was weder der Staat noch irgend eine andere weltliche Einrichtung zu bieten vermögen. Nur dann versucht die Kirche sich mit weltlichen und kalkulierbaren Leistungen zu messen, wenn sie ihr Selbstbewußtsein verliert oder wenn sie an die Bedeutung ihrer Mission nicht mehr glaubt. Ziel der Kirche ist die Erneuerung der Schöpfung, die Sünde und Tod besiegt; eine Erneuerung nämlich, die Verheißung ist, und die doch schon im täglichen Leben anwesend bleibt. Es ist eine Erneuerung, die den Menschen geistig regeneriert und sein Ethos und sein Verhalten gegenüber der Welt und den Dingen der Welt verwandelt. Eine Erneuerung, die eine andere Lebensqualität bewirkt.

Der Mensch findet mit dem Glauben an Gott und der Erfüllung Seiner Gebote sein wahres Sein und seine rechte Beziehung zu seinem Nächsten und der Welt. Er nimmt an der Liebe Gottes teil und achtet darauf, daß er keinesfalls seinem Nächsten schadet oder die Dinge der Welt schlecht anwendet. Es ist bemerkenswert, daß die Kirche zu einer Zeit, als keine Rede von ökologischer Krise oder ökologischen Problemen war, das gute Gewissen des Menschen in unmittelbarer Verbindung zur Umwelt sah. So schreibt der hl. Dorotheos über die Position des Gläubigen gegenüber den Dingen folgendes: "Richtiges Gewissen des Menschen gegenüber den Dingen bedeutet, daß er keinen Mißbrauch von diesen macht, er nichts von diesen zerstört oder wegwirft. Auch dann, wenn er sieht, daß etwas von diesen Dingen weggeworfen wurde, übersieht er es nicht, selbst wenn es unbedeutend ist, sondern bringt es wieder an seinen Ort" . Und der hl. Isaak der Syrer schreibt: "Ein barmherziges Herz bedeutet ein Herz, das für die ganze Schöpfung brennt, das heißt für Menschen und Vögel, für Tiere und Dämonen und für ein jedes Geschöpf" .

Die Bekämpfung der ökologischen Krise darf nicht als eine allgemeine und abstrakte Angelegenheit betrachtet werden. Es ist nicht etwas, was auf eine unbestimmte Art die Menschheit oder die Menschen betrifft, sondern jeden einzelnen, aber auch alle zusammen. Wenn wir uns unserer persönlichen Verantwortung für die Krise, die in uns selbst und um uns herum stattfindet, nicht bewußt werden, dann können wir der ökologischen Krise auch nicht richtig gegenübertreten. Dieses Bewußtwerden ist eine Frage, die nicht nur die persönliche Sensibilität, sondern auch die soziale Erziehung betrifft. Um so mehr betrifft sie die Erziehung, für die die Kirche zuständig ist. Es ist eine Frage der Metanoia, der Umkehr des Menschen zu seiner richtigen Beziehung zu Gott, der Welt und den Dingen der Welt. Wenn diese Erziehung entgleist ist, wie heute oft der Fall, dann wird auch die Sensibilität der Personen abgestumpft.
In einem Hymnus der Orthodoxen Kirche heißt es: "Ich bin Gift für die Luft, die Erde und das Wasser geworden" (13a). Die Vergiftung der Umwelt spiegelt die innere Vergiftung des Menschen wieder. Und diese Vergiftung beginnt beim Geist des Menschen. Er ist es, der zuerst mit leidenschaftlichen Sinngehalten vergiftet wird; deswegen wird der Geist des Menschen als "erstleidend" bezeichnet (14). Diese leidenschaftliche Sinngehalte, die aus Sinngehalten und Leidenschaften zusammengesetzten Gedanken (15), nämlich die Obsession der Gier und Selbstsucht, führen zum Mißbrauch der Welt und ihrer Dinge. Ohne Reinigung des Geistes von diesen leidenschaftlichen Sinngehalten kann keine rechte Beziehung des Menschen zur Welt und ihren Dingen in Gang kommen. Wenn das übel nicht im Geist des Menschen angegangen wird, kann es keine wirkliche und zukunftsfähige Hilfe geben. Alle anderen Bemühungen, so sehr sie auch nützlich oder praktisch scheinen, sind in der Tat äußerlich und oberflächlich, weil sie die Wurzel des übels, das heißt die schlechte Beziehung des Menschen zur Welt und den Dingen der Welt nicht erreichen.

Wichtig ist auch eine vermehrte Aufnahme der ökologischen Krise in alle menschlichen Handlungsbereiche: in die Wissenschaft, in die Kunst, in die Wirtschaft, in die Politik usw. Weil diese Krise keine bestimmten Länder oder Gebiete der Erde betrifft, sondern die gesamte, ist eine internationale Zusammenarbeit und Koordinierung der Bemühungen erforderlich. Die Wiederherstellung einer Balance zum friedlichen Zusammenleben der Menschen, die Förderung guter Beziehungen in Wirtschaft und ökologie, die Vermeidung von Verschwendung bei der Nutzung von Energie, die Kontrolle der unbesonnenen Entwicklung der Technik - besonders der Biotechnik, die unvorhersehbare Folgen haben kann -, die Ergreifung von Maßnahmen zur Begrenzung der Umweltverschmutzung, der Tier- und Pflanzenschutz und anderer ähnlicher Themen bedürfen institutioneller Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene.

Die Bemühungen, die bis heute gemacht wurden, haben keine befriedigenden Ergebnisse erbracht. Und das ist nicht paradox, denn die Ursache des übels befindet sich hier nicht in den verschiedenen Aktionsgebieten des Menschen. Sie befindet sich weder in der Wissenschaft oder Technik, noch in der Wirtschaft - mögen noch so viele sie als Umweltzerstörer ansehen - auch nicht in der Politik, hat diese sich wegen auch noch so vieler Fehler oder Versäumnisse zu verantworten. Die Ursache des Übels befindet sich auch hier im menschlichen Geist, der dies alles lenkt. Und dieser Geist wird durch die eindimensionale Ideologie der Wirtschaftsentwicklung geprägt, die mit religiöser Demut auf allen Längen und Breiten der Erde, im Osten und im Westen, in Ländern des Sozialismus’ und des Kapitalismus’, in den sogenannten Industriestaaten und der Dritten Welt angenommen und kultiviert wurde.

Diese Ideologie hatte vernichtende Folgen für den Menschen und die Welt. Die Entwicklung der Wirtschaft, die mit der Entwicklung im allgemeinen identifiziert wurde, schwang sich in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts zu einem universalen Ideal hinauf, an das alle Mensch als Ziel ihres Lebens glaubten und es vertraten. Der Glaube an eine eindimensionale Entwicklung, der zu einem großen Teil den religiösen Glauben ersetzte, erzeugte ein falsches Gefühl der Hoffnung, daß alle Probleme des Menschen endgültig lösbar seien und schuf dementsprechend eine eindimensionale Entwicklungsethik. Diese Ethik behielt die Oberhand, weil sie messianischen Charakter annahm, und als Antiethik funktionierte für die je nach Ort unterschiedlichen Ethiken der Völker.

Diese Ethik der eindimensionalen Entwicklung, frei von jeder Religions-, Gefühls-, Traditions-, oder auch Wertegrundlage, schaffte es, die Menschen auf der Ebene der wirtschaftlichen Zielsetzung zu verbinden. Dies ist das niedrigst mögliche Niveau auf das die Menschen fallen können, einer vom anderen getrennt bleibend. All die tiefsten Schichten des menschlichen Gewissens zur Seite schiebend und uninteressiert für sein kollektives Selbstbewußtsein und seine soziale Tradition, setzt sie alles auf die Ebene der Zweckrationalität, mit der die Wirtschaft funktioniert. Im Rahmen einer solchen Ethik zeigt es sich, daß zu Gunsten des Gewinns alles, was auch immer, geschehen kann. Das führt wiederum dementsprechend zur Reduzierung des Menschen auf wirtschaftliche Dimensionen und zu seiner ethischen und geistlichen Verstümmelung. Wert hat nur, was finanziellen Charakter hat und zählbar ist. Und man bemüht sich sogar, auch die natürlichen Schönheiten in zählbare finanzielle Werte zu übersetzen. Das paradoxe daran ist, daß diese Haltung selbst zum Schutz der Umwelt vertreten wird. Das Ideal der Entwicklung der Wirtschaft ist auch in sich selbst aus vielen Aspekten betrügerisch. Das heißt natürlich nicht, daß die vielen Vorzüge die sie für ein komfortables und freieres Leben bietet, in Frage gestellt werden müssen. Diese Vorzüge allerdings haben auch ernste Nebenwirkungen, die in naher Zukunft sich als katastrophal herausstellen können. Heute sucht der Mensch ausschließlich Leichtigkeit, Bequemlichkeit und Genuß, während er gleichzeitig den Wert der Anstrengung, der Geduld und des Opfers, jene Voraussetzungen für seine ethische und geistliche Entwicklung, vergißt. Diese Lebensart birgt die Verschmutzung seines Geistes und die Vergrößerung seiner leidenschaftlichen Sinngehalte und Gefühle.

Vor etwa zwanzig Jahren fand in Moskau ein wissenschaftlicher Kongreß über die Gründe der ökologischen Krise statt, bei dem auch der hochgeehrte Kapitsa anwesend war. Während der Dauer des Kongresses blieb er schweigsam. Als dann der Kongreß sich dem Ende zu neigte und der Vorsitzende sich zu einer Zusammenfassung anschickte, ersuchte Kapitsa um das Wort und sagte: "Sehr geehrter Vorsitzende, sehr viele interessante Dinge über verschiedene Ursachen der ökologischen Krise konnten wir während dieser Tage hören, doch wir hörten gar nichts über deren wahre Ursache." Und auf die Frage des Vorsitzenden, welche diese denn sei, antwortete er: "Der Geist des Menschen."

Wenn wir uns nicht darum sorgen, unseren Geist von den andauern anwachsenden Verschmutzungen durch leidenschaftliche Sinngehalte zu reinigen, können wir unsere Umwelt nicht sauber machen. Wie kann jedoch diese Reinigung des Geistes von den leidenschaftlichen Sinngehalten und Phantasien realisiert werden?

Der hl. Maximos der Bekenner bemerkt: Es gibt das Ding, den Sinngehalt und die Leidenschaft. Das Ding ist z.B. der Mann, die Frau, das Gold usw. Der Sinngehalt ist die einfache Erinnerung an eines von diesen. Die Leidenschaft ist die unüberlegte Liebe oder der urteilslose Haß zu einem davon. Der leidenschaftliche Sinngehalt ist schließlich der Sinngehalt, der aus Leidenschaft und Sinngehalt zusammengesetzt wird. Wenn die Leidenschaft vom Sinngehalt getrennt wird, bleibt der einfache Sinngehalt übrig (16).
Die Voraussetzungen für die richtige Einstellung des Menschen zur Welt ist also die Reinigung des Geistes und der Sinngehalte des Menschen von den Leidenschaften. Sie ist nämlich die Wiederherstellung des reinen Geistes und der reinen Sinngehalte. Je mehr der Mensch seinen Geist und seine Sinngehalte von Leidenschaften trennt, desto richtiger verhält er sich selbst zur Welt und ihren Dingen. Um es zu schaffen, braucht man Askese und selbstlose Liebe, die die ganze Schöpfung umarmt. Man braucht auch eine dem asketischen Geist und der wahren Liebe gemäße Erziehung. Dies ereignet sich sowohl auf persönlicher als auch auf kollektiver Ebene. Um dies zu verwirklichen, bedarf es der Askese und der Liebe gegenüber den Dingen, die die ganze Schöpfung umarmt. Es bedarf auch einer Erziehung, in übereinstimmung mit dem Geist der Kirche, die Verantwortung und Sozialgefühl kultiviert.

Heutzutage ist unsere Stellung gegenüber der Umwelt eindeutig schizophren. Auf der einen Seite sehen wir die Gefahren und ergreifen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt, während wir auf der anderen die Augen verschließen und die positiven Maßnahmen, die unternommen werden so untergraben. Das Interesse an der Umwelt ist nicht nur mit der Sorge um die essentielle Reinheit und die wahre Liebe verbunden, sondern geht auch mit der systematischen Bemühung um eine Infektion des menschlichen Geistes mit leidenschaftlichen Sinngehalten und Phantasien einher. Das Hauptziel des Interesses, das international hervorgerufen wird, ist der finanzielle Gewinn. Für seine Verfolgung werden die Begriffe der Personen und der Dinge, also die Sinngehalte der Menschen, mit verschiedenen Leidenschaften und Phantasien verbunden. Es reicht, an die tagtägliche Werbung zu denken.

Ihr Ziel ist nämlich nicht, die Dinge bekannt zu machen oder ihre Nützlichkeit aufzuzeigen, sondern ihre Sinngehalte mit irrationalen und urteilslosen Sehnsüchten, die die Menschen reizen, zu verbinden, um ihn zum Konsum zu verführen. Selbst da, wo der Schutz des Staates eingreift, bleibt die Vergiftung der Sinngehalte unvermindert. Das sieht man zum Beispiel bei der Zigarettenwerbung; Dort, wo ausdrücklich steht, "Rauchen gefährdet die Gesundheit", sieht man freundliche und kerngesunde Personen, die in einer angenehmen Umgebung Zigaretten rauchen. So wird die Schönheit, die Sorglosigkeit, die Gesundheit, die freundliche Umgebung mit der Leidenschaft des Rauchens verbunden.

Es ist nicht möglich eine saubere Umwelt zu haben, wenn wir unseren Geist und unsere Phantasie dem vielgestaltigen Schmutz aussetzen. Es ist Heuchelei, wenn wir unsere Umwelt vor dem Müll schützen und unseren Geist unter einem Haufen Unrat begraben. Wir glauben, wir seien Praktiker, wenn wir das tun was sichtbar ist, und Utopisten, was nicht sichtbar ist. Dies ist ein großer Fehler. Das Christentum ist nicht utopistisch, sondern praktisch. Es schwebt nicht in der Luft, sondern wird selbst die reine Luft, der Geist, der weht und der das Leben und unsere Atmung möglich macht. Deshalb müssen wir die vielseitigen und vergiftenden Handlungen, die rings um uns vorgenommen werden, mißbilligen. Es ist nötig, daß wir uns der Vergiftung unserer Gesellschaft im Namen der Information mit unserem eigenen Beitrag widersetzen. Es ist Zeit den Kanälen der verdorbenen Angebote die Schätze der christlichen Tradition entgegenzustellen.

Die Zeit bleibt nicht stehen. Wenn der Mensch nicht schnellstens mithilft, seinen Verstand und seine Sinngehalte zu reinigen, wenn er nicht Selbstenthaltung und wahre Liebe gelehrt wird, wenn er nicht in die rechte Beziehung geführt wird, mit der Welt und ihren Dingen, die richtige Beziehung zu Gott aufzubauen, kann es keine grundlegende Veränderung in der ökologischen Frage geben. Damit dieses jedoch geschieht, müssen wir die Wahrheit, die uns die Kirche darbringt, nutzen, und auf sie unser persönliches und soziales Leben stützen.

hier aus:
St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217;
gerhard.wolf@t-online.de
 


ХИМН 
НА 
СВЕТИТЕ БРАТЯ КИРИЛ И МЕТОДИ 

В ИЗПЪЛНЕНИЕ НА ДЕТСКИЯ ХОР НА БНР




ORTHODOX  CHRISTIAN  FAITH   in  AUDIO:  
http://ourlifeinchrist.com

AKTUELLES: Monatskalender |
aus den orthodoxen kirchen|
Orthodoxe Verantwortung in der Welt |
ZEITLOSES:
Unser Zugang zu Gott | Unsere Gottesdienste |
kirchenGEMEINSCHAFT:
Geistliche und Gemeinden | Orthodoxe Fraternitaet |
In Memoriam V.SERGIUS | Links / Buecher |
Fragen und Antworten| Jugendseite
KLOESTER:
Kloester -weltweit- (Hl.Berg Athos, Bulgarien, wird fortgesetzt)
Moenchsskite Hl.Spyridon in Geilnau/Lahn
Deutsches Orthodoxes Dreifaltigkeitskloster in Buchhagen, Bodenwerder/Weserbergland


Orthodoxe Fraternitaet in Deutschland e.V.

Bonner Str. 358, D-50968 Koeln, Deutschland (Germany)


protostefan@gmx.at

Stefan Gross