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19. Oktober (1.11.)



Hl.
J O H A N N E S

von
R I L A

Himmlischer Fürsprecher der BULGAREN
Mönchsvater des Balkans
Vorbild des Hl.JOHANNES von Kronstadt in Russland
 

 Engl.: Tropar, Icon
 
 The LIFE of the SAINT

Lehrer der Umkehr,
Erheller der Schrift,
Fundament der Gedanken,
Geistlich wirkend im Gebet

Du hast Dich mit Erfolg bemüht,
Dein Leben
nach dem Vorbild der Engel zu gestalten,

stetig hast Du Dich Gott angenähert;

Vater JOHANNES

der du im Fasten und Gebet gewachsen bist,

bete bei Christos Gott
für unsere Seelen.

 

Bulgar. Ikone, 17.Jhdt.

Geboren 876 kurze Zeit nach der Taufe Bulgariens unter Fürst BORIS-MICHAEL wurde er zum überzeugten Christen. Vor der Einbeziehung in die neue herschende Schicht flüchtete er in die Einöde des RILA-Gebirges und ermahnte die Fürsten durch seine Askese zu Bescheidenheit und Umkehr.

Er wurde zum leuchtenden Vorbild seines Volkes und zum Mönchsvater der ganzen Balkanhalbinsel.

Bis in unser Jahrhundert behielt sein Vorbild die Leuchtkraft.
 
Der grosse Erneuerer des auch sozial engagierten orthodoxen Priestertums, der Hl. JOHANNES von Kronstadt, erstrebte eine zeitgemässe Umsetzung der ewigen Werte des Hl. Johannes von Rila.
In der Russischen Orthodoxen Kirche werden deshalb beide zusammen am 1. November gefeiert.


Sein Kloster: Das RILA-Kloster, Nationalheiligtum Bulgariens
 

Bulgar. Ikone, 18.Jhdt.



:

 

* St. Andreas Bote:
empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit ausgewählten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen und aktuellem Kalendarium
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de

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St. Andreas Bote - online


:

*** ORTHODOXES GLAUBENSBUCH ***
Eine Einführung in das Glaubens- und Gebetsleben der Russischen Orthodoxen Kirche
LORGUS A. (Priester ANDREJ)
DUDKO M. (Priester MICHAIL)
erschienen mit dem Segen
Seiner Heiligkeit ALEKSIJ II., des Hochheiligen Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus´
"Kniga o Cerkvi", Verlag Palomnik, Moskau 1997 (3.Auflage Moskau 2000)

mit dem Segen des Höchstgeweihten Erzbischofs PAVEL von Wien und Budapest übersetzt ins Deutsche von:
Erzdiakon VIKTOR Schilowsky, Russische Orthodoxe Bischofskirche des Hl. NIKOLAUS, Wien, Österreich
Prof. Dr. Dr. Johann KRAMMER , Philosoph.-Theolog. Hochschule St. Pölten, Österreich
Verlag "Der Christliche Osten"
Würzburg 2001
ISBN 3-927894-33-8
 


 

 

 

1. Oktober (14.10.)

POKROV PRESW. BOGOROD. (slaw.)
ACOPERAMANTUL MAICII DOMNULUI (rum.)

P O K R O V
(Kirche von Griechenland: 28.Oktober = Befreiungstag)


SCHUTZFEST

der

ALLERHEILIGSTEN

GOTTESMUTTER

Deines Schutzes
Gnadenfülle

besingen wir,
o Jungfrau,

da du
-über alles Verstehen-
wie eine lichtvolle Wolke
deinen Schleier ausgebreitet hast,
um zu schützen dein Volk
vor der Widersacher Arglist.


Durch dich haben wir Schutz,
Beistand und Hilfe
und rufen dir zu:

Ehre deiner Grossmut, Allheilige !
Ehre deinem göttlichen Schutz !
Ehre deiner Fürsorge für uns, Allreine !

Festtagsikone, Palecher Malweise, Moskau 19.Jhdt.

In diesem Fest feiern wir die Gottesgebärerin als Schutzherrin der Welt. Auf der Festtagsikone sind stellvertretend für uns Menschen verschiedener Herkunft und Standes zu sehen. Auf fast allen Ikonen wird der geistige Asket (russ. "Gottesnarr") ANDREAS (936) zu finden. Er hatte in der der Gottesmutter geweihten Blachernenkirche von Konstantinopel eine Erscheinung der Gottesgebärerin hatte und sah, wie diese in einem Vigilgottesdienst ihr Maphorion (Schleier) über das betende Volk ausbreitete. Man sieht ihn als Büsser, wie er auf die Erscheinung der Gottesmutter hinweist und zu seinem Freund und Schüler Epiphanios sagt: "Siehst du die Gebieterin und Königin der Welt ?" Der 1. Oktober ist auch der Gedenktag des Hl. Hymnendichters ROMANOS des Meloden und des Hl. JOHANNES Kukuzel des grössten spätbyzantinischen Hymnographen bulgarischer Herkunft. Am Beispiel des Hl. Romanos wird gezeigt, dass sein musischer Erfolg nicht Verdienst sondern Geschenk Gottes, hier vermittelt durch die Gottesmutter, ist. Man findet auf den meisten Festtagsikonen den jungen Romanos, wie er nachdem es die Gottesmutter angefleht hatte, bei seiner Aufgabe im Gottesdienst nicht zu versagen und sich ins Kloster zurückgezogen hatte, auf dem Ambo vor seinem Chor mit neugeschenkter Stimme seine bis heute unerreichten Kondakien und Iken vorträgt.

Das Fest ist im 10. Jahrhundert in Byzanz entstanden, geriet jedoch bald wieder in Vergessenheit.
Im 12. Jahrhundert hat es Fürst Andrej Bogoljubskij (1174) in Wladimir-Susdal eingeführt. Von hier aus verbreitete es sich wieder in der übrigen orthodoxen Welt.

Die Kirche von Hellas hat auf Beschluss des Hl. Synods von 1952 das Schutzfest auf den Nationalfeiertag, den Tag der Befreiung vom osmanischen Joch, am 28. Oktober verlegt.

Wir feiern dieses Fest im Wissen darum, dass die Welt der Fürbitte der Gottesmutter, der Kirche und ihrer Heiligen bedarf.


das Folgende aus:

St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de



Geistliches Wort von + Pfarrer Oekon. HERAKLIT Dimaratos:
Ins Himmelreich heimgegangener Pfarrer der Münchner deutschsprachigen Andreas-Gemeinde
in der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland
Griechisch-orthodoxes bischöfliches Vikariat in Bayern


"Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und Sein Name ist heilig."
Lk 1,49


Liebe Gemeindemitglieder und Freunde der Orthodoxen Kirche !

Die Jungfrau Maria ist die Mutter der ganzen Welt, weil alle aufgefordert werden"zur Erkenntnis der Wahrheit [zu] gelangen" (1Tim 2,4), das heißt Glieder Christi in der Kirche zu werden. In der Kirche reicht uns Christus Seinen kostbaren Leib, welchen Er von Natur und Wesen Seiner Mutter, der unbefleckten Jungfrau, erhalten hat. "Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen" (Joh 1,16), nämlich Gnade von Seiner Gottheit. Auf diese Art werden auch wir Kinder der Gottesgebärerin, Seiner Mutter, und Brüder Christi. Folglich sind alle Heiligen Diener der Jungfrau Maria in dem Sinn, daß diese die Mutter ihres Herrn ist, aber auch wir sind ihre Söhne, weil wir vom Leib und Blut ihres Sohnes kommunizieren, was auch ihr Leib und ihr Blut ist. Auch war sie es, die Christus empfangen hat und die erlösende Bindung zwischen Gott und den Menschen bewirkte. Deswegen haben wir sie zur Koryphäe (Größte) der Kirche und Mutter der Welt erhoben.

"Wahrhaftig würdig ist es, dich seligzupreisen, die Gottesgebärerin,
die Immerseligste und ganz Unbefleckte, und Mutter unseres Gottes.
Du bist ehrwürdiger als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim.
Unversehrt hast du Gott, das Wort, geboren,
wahrhafte Gottesgebärerin, dich preisen wir hoch."

Ist die Ehre der Gottesgebärerin nun eine wesentliche Voraussetzung für unsere Erlösung? Gewiß. Wer die persönliche Mitwirkung der Jungfrau Maria am Werk unserer Erlösung leugnet und der Gottesgebärerin nicht die ihr gebührende Ehre gibt, bewegt sich nicht in der neuen Schöpfung Christi, sondern befindet sich in der Zeit des Falls und des Verderbens, in der Zeit des alten Adam, der die Wurzel der Sünde ist. Für diesen Menschen ist es so, als wäre Christus nicht geboren. Mit anderen Worten wer die Jungfrau Maria nicht als Gottesgebärerin anerkennt, verleugnet die Gottmenschheit Christi. Er hat von der Lesung der Heiligen Schrift keinen Vorteil und für die Gebote Christi keine Verwendung. Denn nicht die Heilige Schrift errettet uns, sondern allein Christus, den die Heilige Schrift verkündet (vergl. Joh 5,39). An der Bezeichnung Marias als Gottesgebärerin erkennt man "das ganze Mysterium der göttlichen Ökonomie; denn wenn die Gebärende Gottesgebärerin ist, dann ist auch der von ihr Geborene, Gott wie auch Mensch" (Johannes von Damaskus). Wer aber die Jungfrau Maria als Gottesgebärerin anerkennt und an die Gottmenschheit Christi glaubt, muß der Maria die entsprechende Ehre geben und sie als Seine Mutter anerkennen. Daher hat die Ehrerbietung, die wir der Gottesgebärerin entgegenbringen unmittelbare Beziehung zu unserer Erlösung.

So ist die Jungfrau Maria "Gefäß" und "Mitwirkende" Gottes für die Erlösung des Menschen geworden. Mit ihrer Einwilligung hat sie der Heilige Geist überstrahlt, Er hat sie veredelt und zum geeignetem Gefäß gemacht, durch ihr Fleisch wurde die menschliche Natur des Sohnes und Wortes Gottes geboren. Auf diese Weise ist Er nicht nur Gott, sondern wahrhafter Gott im Fleisch.

Die Jungfrau Maria hat nicht die Gottheit, sondern die menschliche Natur geboren, welche zu der einen Person Jesu Christi gehörte, und deshalb ist sie "Mutter des Herrn", nämlich wahrhafte Gottesgebärerin. Durch diese Wahrheit wird die Erlösung des Menschen bewirkt und wer den Glauben, daß Maria die wahrhafte Gottesgebärerin ist verwirft, leugnet auch die Erlösung in Christus.

Christus ist die "neue Wurzel", weil Er nicht von der Wurzel Adams stammt. Er ist "ohne Samen" geboren, von der Jungfrau. Durch Seine Geburt wird die Jungfräulichkeit Seiner Mutter nicht aufgehoben und sie bleibt auch nach der Geburt Jungfrau, und Christus ihr einziggeborener Sohn. Joseph war "Vater" Jesu "nach dem Gesetz" und die sogenannten "Brüder" waren Brüder "nach dem Gesetz".

Die Kirche ehrt Maria als Gottesgebärerin und Immerjungfrau und verkündet, daß im Schoß der Jungfrau die Natur des Menschen erneuert wurde und wir somit Teilhaber des Göttlichen Lebens wurden. So ist Maria die "Brücke", welche die Erde mit dem Himmel verbindet und sie wird von den Gläubigen entsprechend geehrt. Derjenige, der als erster die Jungfrau Maria ehrte, war Gott selbst. Maria wurde die "Begnadete" und die "Gesegnete", die "Mutter des Herrn", die "alle Geschlechter" seligpreisen sollen (vgl. Lk 1,48b).

Aber die orthodoxen Christen stellen die Gottesgebärerin nicht über die Kirche, sondern in sie. Maria hat die kranke Natur geerbt, sie war ein echtes Kind der Welt, welche mit ihrer Einwilligung den Plan Gottes vertreten hat. In ihrem Schoß wuchs die neue Wurzel, aus welcher auch sie selbst ihre Erlösung erhalten hat. Deswegen wird sie als "Allheilige" im Verhältnis zu den übrigen Geschöpfen Gottes und als Koryphäe der Kirche angesehen.

Der heilige Leib des Herrn war auch Leib der Maria, und alle Christen, die sich in den Leib Christi einordnen, werden Brüder des Herrn. Die Jungfrau Maria wird zur Mutter der ganzen Menschheit. Wir betrachten die Jungfrau Maria nicht unabhängig von Christus, sondern immer in Verbindung mit der Voraussetzung unserer Erlösung "in Christus Jesus".

Die Kirche formuliert das in einzigartiger Weise in der göttlichen Eucharistie:

"...Ferner bringen wir diesen geistigen Gottesdienst dar für die im Glauben ruhenden Urväter, Väter, Patriarchen, Apostel, Verkünder, Evangelisten, Martyrer, Bekenner, Asketen und für jeden gerechten Geist, der im Glauben sein Leben vollendet hat.

Insbesondere für unsere allheilige, makellose, hochgelobte und ruhmreiche Herrin,
die Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria."

Wer ihr diese Ehre verwehrt, befolgt die Prophezeiung der Heiligen Schrift "...von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lk 1,48) nicht, sondern lebt vor der Geburt des Erlösers. Denn das Mysterium unserer Erlösung äußert sich mit dem Ausdruck "Gottesgebärerin", vereinigt sich mit der Ehre, die aus dieser Bezeichnung herrührt, und der Person der Jungfrau Maria zugeschrieben wird.

Außerdem betrachtet die orthodoxe Christenheit die Allheilige Gottesgebärerin als ihre Beschützerin bei Gefahren, Bedrängnis und Not. Sie ist unsere Fürsprecherin und Beistand beim Herrn, ihrem Sohn und unserem Gott. Deswegen hat die Orthodoxie ihr mit dichterischer Dynamik viele Hymnen gewidmet:

"Der unbesiegbaren Heerführerin Siegesgesang,
dir, Gottesgebärerin, Dankeslieder
bringt, aus Gefahren befreit, deine Stadt.
Da du unüberwindliche Macht besitzt,
befreie mich aus allen möglichen Gefahren,
damit ich dir zujuble: Sei gegrüßt, unvermählt Vermählte".

"Du, der der Schutz der Christen keine Schande bedeutet,
unverrückbare Fürbitterin beim Schöpfer,
verachte nicht die Stimme der Gebete von Sündern,
sondern eile als Gütige uns zu Hilfe, die dich voll Vertrauen rufen.
Eile auf unser Gebet, sei schnell auf unser Flehen,
die du immer beschützt, die dich, Gottesgebärerin, verehren."


Der hl. Romanos der Melode

Dieser stammte aus Syrien, aus der Stadt der Emeser, er wurde Diakon der heiligen Kirche Gottes in Berytos, die den Namen der Auferstehung trägt. Zur Zeit des Kaisers Anastasios kam er nach Konstantinopel und wohnte in der Kyros-Stiftung bei der Kirche der überaus heiligen Gottesgebärerin, wo er auch die Gnadengabe empfing, Kontakion zu komponieren. Es erschien ihm nämlich die heilige Gottesgebärerin am Abend der Geburt Christi im Traum, reichte ihm ein Papyrusblatt und befahl ihm, dieses hinunterzuschlingen. Nachdem er es verschlungen hatte, erwachte er sogleich, bestieg den Ambon und begann zu singen und höchst melodisch "Die Jungfrau gebiert heute den über dem Sein Seienden" zu rezitieren. Seit damals also schuf er Kontakia auf die Herrenfeste und auf die Gedenkfeste verschiedener Heiliger, etwa tausend an der zahl, von denen die meisten in seiner eigenhändigen Niederschrift in der Kyros-Stiftung aufbewahrt sind. Er starb in Frieden und wurde in selbiger Kirche begraben; dort wird auch seine Gedächtnisfeier begangen."

So lautet der Synaxarbericht, also der biographische Kurztext, welcher unter dem Datum des Todestages des Romanos des Meloden (griech. melodós, ‘Melode, Liedermacher, Sänger’), dem 1. Oktober, zugleich seinem Gedächtnistag, in den byzantinischen Synaxarhandschriften tradiert wird. Eine ausführliche Biographie dieses größten Dichters der Orthodoxie ist leider nicht erhalten. In den orthodoxen Kirchen ist seine Verehrung seit der Zeit des Kaisers Herakleios (610-641) nachweisbar. Dem Synaxar, sowie indirekten Hinweisen aus seinen Hymnen kann man also entnehmen, daß Romanos im letzten Viertel des 5. Jahrhunderts, wohl um 485, in Emesa (heute Homs in Syrien) geboren und daß er, noch in seiner Jugend, in Berytos (heute Beirut, Libanon) zum Diakon geweiht wurde. Da in seiner Heimat neben dem Syrischen das Griechische weit verbreitet war, darf man annehmen, daß Romanos selbst ebenfalls zweisprachig aufgewachsen ist. er kam in der zeit des - die Monophysiten unterstützenden - Kaisers Anastasios I. (491-518) nach Konstantinopel, wo er sich (als Mönch?) in der Marien-Kirche in der Stiftung eines sonst nicht bekannten Patriziers Kyros niederließ; sie ist vielleicht mit dem späteren Kyriotissa-Kloster zu identifizieren, an dessen Stelle in Istanbul heute die Kalenderhane-Moschee steht.

Über die Angaben des Synaxars hinaus läßt sich zu Romanos’ Leben wenig in Erfahrung bringen: Als wahrscheinlich gilt, daß er - ausgenommen vielleicht eine Reise nach Thessalonike - sein weiteres Leben in der Reichshauptstadt verbrachte und daß er den Kaiser Justinian I. (527-565), den Neffen des Kaisers Justin I. (518-527), zu seinen Auftraggebern zählte, was beispielsweise im Hymnus "Auf jegliches Erdbeben und Feuer" deutlich wird, den Romanos anläßlich der Vollendung des Neubaues der Hagia Sophia (537) schuf. Schließlich darf man vermuten, daß Romanos vor Ende 562 starb, da der ‘offizielle’ Hymnus auf die zweite Einweihung der Sophienkirche am 24. Dezember 652 - nach einem teilweisen Kuppeleinsturz im Jahre 558 war eine Erneuerung notwendig geworden - von einem anderen Meloden verfaßt wurde.

Für das Wunder, das Romanos die Gabe der Dichtung, Komposition und Rezitation der Kontakia verlieh, lassen sich Vorbilder feststellen: Der alttestamentliche Prophet Ezechiel empfing seine Sehergabe in ähnlicher Form, der Evangelist Johannes berichtet in seiner Offenbarung über ein gleichartiges Wunder, und auch über den syrischen Kirchenvater Ephraim (ca. 300-373) gibt es einen solchen Bericht.

Das Wenige, was über die Biographie des Romanos bekannt ist, hat Spätere zu legendärer Erweiterung angeregt, ohne zum konkreten Wissen über seine Persönlichkeit beizutragen. Einen berührenden, volksnahen Text, der vor 1300 entstanden sein muß, enthält eine Handschrift auf dem Heiligen Berg Athos. Aus ihm seien Teile des Dialogs zwischen der Muttergottes und Romanos zitiert, die besonders ansprechend sind; der Dialog entspinnt sich in einer Nacht, die Romanos - verzweifelt über seine Unmusikalität, die ihm auch den Spott anderer Kleriker einbringt - im Gebet durchwacht. Da erscheint ihm Maria: Was hast du, Romanos, gesegnetes Kind, was betrübt sich? - Es ist wegen meiner Unmusikalität, Herrscherin, Herrin, weil ich von allen ausgelacht werde. - Und wenn ich dir eine helle Stimme schenke, was versprichst du mir? Wirst du Mönch? - Ja, meine Herrin, das ist ja mein Herzensbedürfnis! - Auch ich habe deine Seelenneigung erkennt, doch freilich, diese Gabe kann denen Schaden bringen, die nicht behutsam damit umgehen. Wenn du also die Gabe erhalten willst, so hüte das Geheimnis, keiner soll es erfahren! Gib all deinen Besitz den Armen und geh in meinen lieben Palast, ich meine das Abassos-Kloster, und werde Mönch! Und dann will ich kommen und dich heimsuchen." Maria hält dann auch ihr Versprechen und verleiht Romanos die Gabe, Hymnen zu verfassen.

Der Legende nach schuf Romanos Melodos tausend Hymnen. Tatsächlich sind in spätbyzantinischen Sammelhandschriften unter dem Namen des Romanos etwas neunzig Hymnen überliefert, von denen die Forschung heute etwas sechzig als echt anerkennt. Über ihre Entstehung im Einzelnen ist ebenso wenig bekannt wie über eine Datierung, die meist nicht konkreter sein kann, als der ungefähre zeitliche Rahmen, mit dem die Schaffenszeit des Romanos bemessen ist, also etwa die erste Hälfte und die Mitte des 6. Jahrhunderts.

In seiner der Koiné des 6. Jahrhunderts nahestehenden Sprache ist Romanos um Schlichtheit und Bildhaftigkeit bemüht. Seine Quellen bzw. Vorlagen sind das Alte und das Neue Testament, die Chrysostomus-Liturgie, Apokryphen, Märtyrer- und Heiligenviten, Ephraim der Syrer und griechische Kirchenväter, insbesondere Athanasios und Kyrillos von Alexandreia, Johannes Chrysostomos, Proklos von Konstantinopel, Basileios von Seleukia und die Kappadokier Basileios von Kaisareia, Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa. Dementsprechend ist auch seine Sprache durch das biblische und patristische Griechisch geprägt, wobei Semitismen erkennbar sind, welche mit seiner Herkunft aus dem syrischsprachigen Ambiente und seiner Kenntnis der syrischen Väter, insbes. Ephraims, erklärt werden.

Ausschnitt aus dem auch als Weihnachtsgeschenk empfehlenswerten,
weil literarisch und theologisch vorbildlichen Buch:

Johannes Koder:
" Mit der Seele Augen sah er deines Lichtes Zeichen "
Romanos der Melode
Hymnen des orthodoxen Kirchenjahres
(Wien 1996)


ХИМН 
НА 
СВЕТИТЕ БРАТЯ КИРИЛ И МЕТОДИ 

В ИЗПЪЛНЕНИЕ НА ДЕТСКИЯ ХОР НА БНР




ORTHODOX  CHRISTIAN  FAITH   in  AUDIO:  
http://ourlifeinchrist.com

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Kloester -weltweit- (Hl.Berg Athos, Bulgarien, wird fortgesetzt)
Moenchsskite Hl.Spyridon in Geilnau/Lahn
Deutsches Orthodoxes Dreifaltigkeitskloster in Buchhagen, Bodenwerder/Weserbergland


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Bonner Str. 358, D-50968 Koeln, Deutschland (Germany)


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Stefan Gross