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15. August (28.8.)

KOIMISIS tis IPERAGIAS, ENDOXOU, DESPINIS IMON, THEOTOKOU kai AEIPARTHENOU MARIAS (gr.)

USPENIJE PRESW. BOGORODIZ. (slaw.)
ADORMIREA MAICII DOMNULUI (rum.)


ENTSCHLAFEN


der


ALLERHEILIGSTEN  GOTTESGEBÄRERIN


Im Gebären

hast du die Jungfräulichkeit bewahrt,


im Entschlafen

die Welt nicht verlassen,

o Gottesgebärerin.


Du bist hinübergegangen zum Leben

die du bist des Lebens Mutter


und durch deine Fürbitten

errettest du vom Tode

unsere Seelen.





Festtagsikone, Syrien-Libanon, Kloster Balamand, Schule v.Aleppo, 18.Jhdt

 

Gedanken zum Fest ...
Ikone und Gebete zum Fest ...
Erzählung zum Fest ...

Dieses Hochfest der Gottesmutter ist für uns Gläubige ein Fest der Überwindung des Todes im Herrn:
Der Tod ist nach seinem Besiegtwerden durch Christus in der Auferstehung nicht einfach aufgehoben. Er gehört vielmehr als Abschluss des irdischen Lebens zur irdischen Wirklichkeitserfahrung der Gläubigen.
Aber er hat nicht mehr das letzte Wort, sondern ist zum Mittel der Vollendung geworden - in der Hand dessen, der über Leben und Tod herrscht.

Die in Fürbitten unermüdliche Gottesgebärerin
und in der Fürsprache unerschütterliche Hoffnung
haben Grab und Tod nicht überwältigt;

denn
als die Mutter des Lebens
hat sie zum Leben hinübergeführt,
Er,

der einst in ihrem jungfräulichen Schoße Wohnung nahm.

Das letzte Hochfest des Kirchenjahres wurde zwischen 588 und 602 im byzantinischen Reich allgemein verbreitet. Es ist das Kirchweihfest der bis heute erhaltenen unterirdischen Kirche im Tal Josaphat in Jerusalem.

Das "Grabtuch" mit der Darstellung der Gottesmutter wird von der Mitte der Kirche nach einer Prozession rund um die Kirche in den Altar gebracht. Viele jetzt blühende Sommerblumen schmücken die Kirche. Es ist vielerorts in der Orthodoxie ein Volksfest des Jubels und der Lebensfreude. Denn wirklich freuen kann man sich erst, wenn man selbst dem Tod mit dem Bewusstsein begegnen kann, dass er nicht mehr das letzte Wort hat.

Tausende Gläubige sind auch 2003 wieder zum Festtag des Batschkovo-Klosters gekommen. (Pressefoto Vasko Hadzhiivanov von der bulgarischen Zeitung STANDART )
Tausende verbrachten die Nacht vor dem Festtag auf den Wiesen rund um das Kloster und füllten die Kirche und den Hof des Klosters zur Liturgie des Festtags. Trotz seiner angegriffenen Gesundheit zelebrierte Vater Igumen NAUM die Göttliche Liturgie und verteilte danach tausende kleine Ikonen der Gottesmutter an die Gläubigen.

Grosse Freude nehmen die Menschen von diesem Festtag des Klosters mit in ihr Alltagsleben. Denn wirklich freuen kann man sich erst, wenn man selbst dem Tod mit dem Bewusstsein begegnen kann, dass er nicht mehr das letzte Wort hat.

Das "Grabtuch" mit der Darstellung der Gottesmutter wird von der Mitte der Kirche nach einer Prozession rund um die Kirche in den Altar gebracht. Viele jetzt blühende Sommerblumen schmücken die Kirche. Es ist vielerorts in der Orthodoxie ein Volksfest des Jubels und der Lebensfreude wie hier im Batschkovo-Kloster in Bulgarien.  

Bilder vom BATSCHKOVO-Kloster       Information BATSCHKOVO-Kloster       BATSCHKOVO-Kloster

Festtags im Batschkovo-Kloster, Bulgarien

In den Kalendern der orthodoxen Christenheit trägt das Fest nicht den Namen "Himmelfahrt" wie in der lateinischen Kirche.
Diese Bezeichnung ist ja auch sehr missverständlich.
Nicht vergleichbar ist das Geschehen um die Gottesmutter mit der Himmelfahrt Christi, des Gottessohnes.

Der Glaube an das Entschlafen der Gottesmutter  - die Beendigung des irdischen Lebens und die Aufnahme in das ewige Leben -   beruht nicht auf einer biblischen Erzählung oder auf einem historischen Zeugnis, das wissenschaftlich nachprüfbar wäre.

Die Orthodoxie hat es nie dogmatisch formuliert.
Die Kirche hat keine Notwendigkeit gesehen, auf dem Glauben an die leibliche Aufnahme des Leibes der Gottesmutters zu bestehen.

Aber auch wenn die Kirche nicht auf einer solchen (inneren oder äußeren) Bekräftigung besteht, so kann man doch sagen, dass das orthodoxe Gewissen eine tatsächliche Verneinung der leiblichen Aufnahme in den Himmel nicht nur als leichtsinnig sondern als eine Gotteslästerung ansehen würde:

Wie kann man auch eine Tatsache leugnen, die über jeder historischen Verifizierung steht ?

Glaube beruht nicht auf dokumentierten Beweisen.
Gläubiges Denken, erleuchtet vom Heiligen Geist, wurde Schritt für Schritt davon überzeugt, dass, wenn "der Lohn der Sünde der Tod" ist,  
Maria einen besonderen Sieg über den Tod verdient hat.

Die Verherrlichung der allreinen und allheiligen Gottesmutter in Seele und Leib   - und nicht der eine oder andere Symbolismus oder die historischen Umstände -   sind der eigentliche Gegenstand des Festes.  
Es ist nicht nur das Fest der Gottesmutter,  sondern der ganzen menschlichen Natur.

Denn in Maria hat die menschliche Natur ihr Ziel erreicht.


Dieses Hochfest der Gottesmutter ist für uns Gläubige ein Fest der Überwindung des Todes:

Der Tod ist nach seinem Besiegtwerden durch Christus in der Auferstehung nicht einfach aufgehoben.
Er gehört vielmehr als Abschluss des irdischen Lebens zur irdischen Wirklichkeitserfahrung der Gläubigen.

Grosse Freude nehmen die Menschen von diesem Festtag in den vielen Klöstern   - die dem Entschlafen der Gottesmutter besonders gedenken -   mit in ihr Alltagsleben.
Denn wirklich freuen kann man sich erst, wenn man selbst dem Tod mit dem Bewusstsein begegnen kann, dass er nicht mehr das letzte Wort hat.
Er hat nicht mehr das letzte Wort, sondern ist zum Mittel der Vollendung geworden - in der Hand dessen, der über Leben und Tod herrscht.


 



Die Tradition dieses Festes schöpft aus einem apokryphen Evangelium
Transitus Mariae Kap. 6-17
ausführlich


Dort wird folgendes erzählt: Kurz vor dem Entschlafen der Gottesmutter sind die in alle Welt zerstreuten Apostel auf wunderbare Weise an das Sterbebett gebracht worden, so dass sie noch mit der Mutter des Herrn wachen und beten konnten.
Auch für uns wichtig ist, dass auch die allheilige Gottesmutter in ihrer Todesnot der Fürbitte ihrer Brüder im Glauben bedürftig war, wie sie dies in dieser Erzählung ausdrückt: "Der Herr hat euch hierher geführt, um mich zu trösten in den Ängsten, welche mich bedrängen müssen. Ich bitte euch, dass ihr alle, ohne zu erschlaffen, mit mir wachen möget bis zur Stunde, da der Herr kommen wird und ich diesen Leib verlassen werde" (Trans Mar 6)

Nach ihrem Dahinscheiden hatten sie die Gottesmutter dann nach dem Befehl des Herrn im Tal Josaphat in einem neuen Grab beigesetzt.
Doch kaum war das Grab mit einem grossen Stein verschlossen, ist der Herr Selbst mit Seinen Heerscharen erschienen, hat den Stein wegwälzen lassen und Seine Mutter mit den Worten ins Leben zurückgerufen: "Erhebe dich, Meine Freundin, du, die du nicht versehrt wurdest durch die Berührung eines Mannes, du wirst auch nicht die Zerstörung des Leibes im Grabe erfahren." (Trans Mar 17)
So hält der Herr auf der Festtagsikone Seine noch in Leichentücher gewickelte Mutter im Arm.
Er ist auch der Herr über das Leben nach dem Tod !

 

Die Entschlafung unserer allheiligen Gebieterin
der Gottesgebärerin und steten Jungfrau Maria

Das dritte der großen Feste des Sommers ist das Gedächtnis der Beendigung des irdischen Lebens und die Aufnahme in das ewige Leben der allheiligen Gottesmutter Maria, das in der liturgischen Sprache "Entschlafung" genannt wird.
Schon in den 2 Wochen vorher werden wir durch eine Fastenzeit (1.-14. August nach neuem Stil, 14.-27. August nach altem Stil) auf das Fest hingeführt. Wenn wir die liturgischen Texte des Festtages hören, dann bekommen wir den Eindruck, dass wir in dem bedeutendsten der Feste stehen, die der Gottesmutter gewidmet sind.

Das Fest fasst das Heilsgeschehen rund um die Gottesmutter noch einmal zusammen. So erzählt uns das Evangelium im Orthros vom Besuch der Gottesmutter bei Elisabeth (Lk 1,39-56). Lesung (Phil 2,5-11) und Evangelium (Lk 10,38-42 und 11,27-28) in der Liturgie sind die gleichen wie am 8. September, dem Tag der Geburt Marias. Man wird bemerken, dass die Perikopen, die am Fest gelesen werden, den Tod der Allheiligen nicht erwähnen. Nur in den Gesängen zu Vesper und Orthros findet man die besondere Bedeutung, die die Kirche dem Fest zuschreibt.

Die Bedeutung ist zweifach und wird genau durch einen Satz ausgedrückt, der zur Vesper gesungen wird:
"DIE QUELLE DES LEBENS WIRD BESTATTET IN EINEM GRABE
- und -
EINE LEITER ZUM HIMMEL WIRD IHR GRAB".


Der erste Teil des Satzes - "die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe" - zeigt, dass wir konkret des irdischen Ablebens der Allheiligen gedenken. Wenn wir im Jahr der Kirche jedes Jahr an den entsprechenden Tagen die Gedächtnisse des Ablebens des Vorläufers JOHANNES, der Apostel und der Martyrer begehen, so gibt es noch viel mehr Gründe das Ende des irdischen Lebens der Mutter Gottes zu feiern, die ja auch unsere Mutter ist und deren Heiligkeit und Herrlichkeit viel größer ist als die der Auserwählten.

Aber das Fest ist viel mehr als ein Gedenken an den Tod.

Der zweite Teil des Satzes lautet: "EINE LEITER ZUM HIMMEL WIRD IHR GRAB". Jedes Grab, derer, die uns in ihrem Weg zu Christus vorangegangen sind, kann uns in gewisser Weise eine Leiter werden, die auch uns zum Himmel führt.

Aber im Fall der Gottesmutter Maria kommt noch Außergewöhnliches hinzu. Die gesungenen liturgischen Texte weisen uns darauf hin:

"ERHEBET DIE TORE UND EMPFANGET SIE AUF ÜBERIRDISCHE WEISE,
SIE, DIE MUTTER DES EWIGEN LICHTES,
DENN HEUTE BREITET DER HIMMEL SEINE WÖLBUNGEN AUS, SIE AUFZUNEHMEN.
DIE ENGEL STEHEN IM KREISE UND BESINGEN DEINE ENTSCHLAFUNG, DIE WIR IM GLAUBEN FEIERN"



Hier wird klar, dass es um mehr geht, als nur darum, dass die Seele Marias in den Himmel aufgenommen wird.
Obwohl im byzantinischen Kalender das Fest nicht den Namen "Himmelfahrt" trägt (wie in der lateinischen Kirche), so drückt doch der Text den Glauben an die leibliche Himmelfahrt Marias aus. Nach diesem Glauben erlitt der Leib Marias nicht die Verwesung, die dem Tode folgt. Maria, von den Toten auferstanden, wurde von Engeln zum Himmel getragen (hier weicht die Himmelfahrt Mariae von der Jesu ab, denn Christus fuhr aus eigener Kraft zum Himmel).

Die Himmelfahrt Marias ist außerhalb - und über - der alltäglichen Natur. Der Glaube an die Himmelfahrt Marias beruht nicht auf einer biblischen Erzählung oder auf einem historischen Zeugnis, das wissenschaftlich nachprüfbar wäre. Sie ist auch nicht dogmatisch formuliert. Die Kirche hat bis jetzt noch keine Notwendigkeit gesehen, auf dem Glauben an die leibliche Himmelfahrt zu bestehen. Aber auch wenn die Kirche nicht auf einer solchen (inneren oder äußeren) Bekräftigung besteht, so kann man doch sagen, dass das orthodoxe Gewissen eine tatsächliche Verneinung der Himmelfahrt nicht nur als leichtsinnig sondern als eine Gotteslästerung ansehen würde. Wie kann man auch eine Tatsache leugnen, die nicht der historischen Verifizierung bedarf? Der Glaube an die Himmelfahrt beruht nicht auf dokumentierten Beweisen. Gläubiges Denken, erleuchtet vom Heiligen Geist, wurde Schritt für Schritt davon überzeugt, dass, wenn "der Lohn der Sünde der Tod" ist, Maria einen besonderen Sieg über den Tod errungen hat. In gleicher Weise wie Jesus (auch wenn man hier die Proportionen nicht verschieben darf) wurde sie in ihrem Leib verherrlicht. Die Verherrlichung der allreinen und allheiligen Gottesmutter in Seele und Leib - und nicht der eine oder andere Symbolismus oder die historischen Umstände - sind der eigentliche Gegenstand des Festes

Die Himmelfahrt ist das Fest nicht nur Marias, sondern der ganzen menschlichen Natur. Denn in Maria hat die menschliche Natur ihr Ziel erreicht. Eine Woche nach dem Beginn des liturgischen Jahres, werden wir die Geburt der allheiligen Jungfrau feiern. Jetzt, zwei Wochen vor dem Ende des liturgischen Jahres feiern wir den Tod und die Verherrlichung der allheiligen Gottesmutter.
So also macht der Zyklus des Marienlebens das Schicksal und die Entwicklung einer menschlichen Natur deutlich, die Gott völlig treu ist. Mit ihr wird das Menschengeschlecht erhoben und im Himmel aufgenommen. Die allheilige Gottesmutter hat in der Geschichte der Menschheit eine einzigartige Aufgabe erfüllt, die weit über unsere Vorstellungskraft hinaus geht. Aber die vollkommene Frucht der Gnade, die wir an der Gottesmutter so bewundern, zeigt uns die Entwicklung einer Seele, die sich geöffnet hat, um die Fülle der Gaben Gottes zu empfangen.

Nur zwei Wochen trennen das Fest der Entschlafung der Gottesmutter und das Ende des Kirchenjahres. Der Zyklus des vergangenen Kirchenjahres ist fast vollendet, ein neues Kirchenjahr beginnt am 1. September. Auch während dieses Kirchenjahres werden wieder die Feste von Weihnachten, Ostern, Pfingsten, der Gottesmutter und die Feste der vielen Heiligen auch auf uns zukommen. Machen auch wir uns wie die Gottesmutter bereit die Fülle der Gnade Gottes zu empfangen und sie in uns Frucht bringen zu lassen.

 

unter Verwendung von Ausschnitten aus: A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace, A Spiritual and Liturgical Commentary on the Calender of the Orthodox Church, Crestwood N.Y. 1992, p. 242 ff.

Text hier aus St.-Andreas-Bote



Festtagsikone, zeitgen. bulgarisch aus Zerkowen Westnik

O welch unfassbares Wunder !
Die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe.
Doch das Grab wird eine Leiter zum Himmel.
Freue dich, Gethsemane, der Gottesgebärerin heiliger Garten.
Lasst uns rufen, ihr Gläubigen,
da wir Gabriel zum Anführer haben:
Du Begnadete, sei gegrüsst.
Mit dir ist der Herr,
der durch dich
der Welt gewährt
das grosse Erbarmen.
Sticheron automelon der grossen Vesper



Sie, die niemals ruht im Gebet
Sie, deren Führung und Schutz
uns untrügerische Hoffnung gibt,
die Gottesgebärerin,
durch ihr Sterben und Grab
wurde sie doch nicht überwunden +
Als Mutter des Lebens
hat Er sie in ein neues Leben gebracht,
der einst wohnte
in ihrem immerjungfräulichen Schoß +



O welch unfassbares Wunder !
Die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe.
Doch das Grab wird eine Leiter zum Himmel.
Freue dich, Gethsemane, der Gottesgebärerin heiliger Garten.
Lasst uns rufen, ihr Gläubigen,
da wir Gabriel zum Anführer haben:
Du Begnadete, sei gegrüsst.
Mit dir ist der Herr,
der durch dich
der Welt gewährt
das grosse Erbarmen.



Heilig bist Du durch deine Mysterien
als Königin der Himmel wirst du heute verkündet
o Thron des Allerhöchsten
da du nun von der Erde hinübertrittst zur himmlischen Herrlichkeit +
Würdig ist es
dich zu verherrlichen
die Du vom Glanze göttlichen Lichtes leuchtest
o du, voll der Gnade +
Erhebt euch, ihr Jungfrauen
mit der Mutter des Königs zu den Himmeln hinan
Freue Dich
o du, in der Fülle der Gnade
der Herr ist mit Dir
und bringet der Welt die große Gnade dar +



Deinen Tod
verherrlichen
Throne / Fürsten und Gewalten
Herrscher der Engel und geistigen Mächte
unnahbar hehre Cherubim
Schauder erregende Seraphim +

Wir aber
die Erdgeborenen
jubeln im Glanz deiner göttlichen Ehre +
Könige fallen nieder vor dir
und singen gemeinsam mit Engeln und Erzengeln dir den heiligen Gesang
Freue Dich
o Du in der Fülle der Gnade
der Herr ist mit dir
und bringt der Welt die große Gnade dar +



Auf göttlichen Wink
wurden von überall her
die Apostel wie auf Wolken gebracht +
Sie nahen sich deiner unberührbaren
weil Leben gebärenden Lagerstatt
und grüß sie voll Freude +
Es treten hervor
die hocherhabenen, geistigen Himmelsmächte
geleiten den Herrn selbst +
In heiliger Ehrfurcht geleiten sie
deinen makellosen gottempfangenden Leib +
Sie schreiten voran
in überirdischer Ordnung
und unwahrnehmbar rufen sie den himmlischen Mächten zu
Siehe,
die Allherscherin von Gottes Gnade,
ist da +
Öffnet die Tore weit
empfanget in überirdischem Glanze
sie
die Mutter des Lichtes +
Denn siehe,
durch sie
ist den Sterblichen
allgebärendes Heil widerfahren
Sie zu erkennen in Wahrheit
fehlt uns die Kraft
und wir vermögen nicht,
sie gebührend zu ehren +
Sie ist die Allüberragende,
sie übersteigt alles Begreifen +
Darum,
allheilige Gottesgebärerin
Allreine
die du in Ewigkeit lebst mit deinem Sohn
dem König des Lebens
tritt unablässig für uns ein
errette uns
von jedem Anschlag des Feindes
und bewahre dein heiliges / neuerwähltes Volk +

 

 

 



ROM:   Sta. MARIA MAGGIORE   (431-1296)  Konzil v. Ephesos - Jacopo Torriti

 

Die Entschlafung unserer allheiligen Gebieterin
der Gottesgebärerin und steten Jungfrau Maria

Erzählung nach Transitus Mariae Kap. 6-17
.


Text hier aus "ORTHODOXES GLAUBENSBUCH"


Nachdem der Herr in den Himmel aufgefahren war, lebte die Allreine Jungfrau Maria, die Mutter Gottes und Fürsprecherin aller Christen vor Gott, noch lange inmitten der Apostel und ihrer Nachfolger. Sie freute sich, als sie die Verbreitung der Kirche Christi in der ganzen Welt sah, ihr Herz frohlockte darüber, dass der Ruhm ihres Sohnes bis an die Grenzen der entlegensten Länder drang, und überall, wo der Name Christi verehrt wurde, wurde auch ihrer gedacht, die Ihn geboren und sich in den Tagen des irdischen Lebens um Ihn gekümmert hatte. Alle priesen die Allreine Mutter Gottes, die noch unter den Menschen auf Erden lebte.

Obwohl ihr Leben lange währte, war sie sich dessen bewusst, dass der Zeitpunkt kommen würde, den sie so sehr erwartete - den Körper zu verlassen und zu Gott zu gehen. Es ist uns nicht genau bekannt, wie lange die Allreine Jungfrau gelebt hat: die einen sagen 57 Jahre, andere 63, wieder andere nennen die Zahl 72, aber es ist klar, dass sie ein hohes Alter erreichte. Die Seele der Gottesmutter war immer von einem Wunsch erfüllt - endlich wieder das Antlitz ihres Sohnes zu schauen, in der Herrlichkeit des Himmels. Sie betete unter Tränen zum Herrn, dass Er sie aus dieser Welt des Leids dorthin nehmen möge, wo mit Ihm alle Heiligen frohlocken.

Die Allreine Jungfrau lebte im Haus des heiligen Apostels Johannes, des Theologen auf dem Berg Zion, im Südwesten von Jerusalem, wo sich die Burg von Jerusalem erhob. Von da ging sie oft auf den Ölberg, zum Ort der Himmelfahrt ihres Sohnes. Hier betete sie inständig in Abgeschiedenheit.

Und eines Tages, während die Gottesmutter auf dem Ölberg wieder allein darum betete, dass der Herr ihr das Ende rascher schicken und sie zu Sich in den Himmel aufnehmen möge, erschien ihr der Erzengel Gabriel, welcher der Gottesmutter schon seit den ersten Tagen ihrer Kindheit diente: er hatte ihr Nahrung in den Tempel gebracht, er hatte ihr die Geburt des Sohnes Gottes verkündigt, er beschützte sie immer während ihres Lebens auf Erden. Der lichte und freudige Erzengel Gabriel überbrachte der Gottesmutter die schon lange von ihr ersehnte Kunde, dass sie in drei Tagen zu Christus, Gott gehen werde. Der Erzengel sagte, sie solle nicht betroffen sein und mit Freude seine Worte annehmen, denn dies werde kein Tod sein, sondern der Übergang in ein Leben der Unsterblichkeit, zum ewigen König der Herrlichkeit.

Die Mutter Gottes geriet durch die Worte des Erzengels in unaussprechliche Freude und Begeisterung, denn es war für sie das Freudigste und Angenehmste, im Himmel mit ihrem Sohn und Gott zu wohnen, in Seiner seligen Nähe, Ihn immer vor Augen zu haben.

Vor ihrer Entschlafung wollte die Allreine Gebieterin nochmals alle Apostel sehen, die in der ganzen Welt verstreut waren, um zu predigen. Sie bat den Herrn, dass sie in ihrer Todesstunde nicht den Fürsten der Finsternis - Satan - und seine furchtbaren Diener sehen, sondern dass der Herr selbst, Sein Versprechen erfüllend, kommen und ihre Seele in Seine heiligen Hände nehmen möge.

Nach dem Gebet kehrte die Allheilige Gottesmutter nach Hause zurück; hier erbebte alles, denn mit ihr kam unsichtbar die Herrlichkeit und Kraft Gottes, welche die Gottesmutter umgab, in das Haus. Ihr Gesicht strahlte von der Herrlichkeit Gottes heller als ehemals das Gesicht des Mose, als dieser vom Berg Sinai herabstieg, nachdem er gerade erst Gott gesehen und mit Ihm gesprochen hatte.

Die ruhmreiche Gebieterin begann sich auf ihr Ende vorzubereiten. Zuerst berichtete sie alles dem von ihr an Sohnes statt angenommenen Lieblingsjünger Christi, Johannes. Dann erzählte die Gottesmutter auch allen übrigen von ihrem bevorstehenden Heimgang.

Der heilige Johannes der Theologe schickte sofort Boten zum heiligen Jakobus, dem Apostel und Bischof von Jerusalem, und auch zu allen Verwandten und Bekannten und benachrichtigte sie über den bevorstehenden Heimgang der Gottesmutter und auch den Tag.

Der heilige Jakobus beeilte sich, davon alle Christen zu verständigen, die nicht nur in Jerusalem, sondern auch in dessen Umgebung und sogar in anderen Städten wohnten. So versammelten sich bei der Gottesmutter mit dem Bischof von Jerusalem eine Vielzahl von Menschen, Verwandten und gläubigen Christen, Männer wie Frauen.

Die Allreine Gebieterin vermachte ihre Gewänder zwei armen Witwen, die ihr zeit ihres Lebens gedient hatten, und bat, ihren Leib im Garten Getsemani zu begraben, am Fuße des Ölbergs, unweit von Jerusalem. Dort befanden sich das Grab Joachims und Annas, ihrer Eltern, und auch das Grab Josefs, mit dem sie verlobt gewesen war. Diese Gräber befanden sich am Rande des Tales Josafat, das zwischen Jerusalem und dem Ölberg lag. In diesem Tal wurden gewöhnlich arme Bürger bestattet.

Während die Gottesmutter diese Anweisungen gab, vernahm man plötzlich ein Tosen, das an Donnergrollen erinnerte, und Wolken hüllten das Haus Johannes des Theologen ein. Gemäß Gottes Befehl ergriffen Engel die Apostel in den verschiedenen Ländern, wohin sie gegangen waren, um das Evangelium zu predigen, und brachten sie nach Jerusalem zum Haus der Gottesmutter. Die Apostel freuten sich, als sie einander sahen, waren aber unschlüssig, wozu sie der Herr versammelt hatte. Der heilige Johannes der Theologe erklärte ihnen, dass für die Gottesmutter die Zeit gekommen sei, zum Herrn zu gehen.

Am dritten Tag, in der dritten Stufe erfüllte ein göttliches Licht das Zimmer, in dem die Gottesmutter auf ihren Heimgang wartete. In diesem Licht kam der Herr Jesus Christus selbst mit einer Vielzahl von Engeln und Erzengeln herab. In einem leichten Schlaf übergab die Allheilige Jungfrau ihre Seele in die Hände ihres Sohnes.

Nachdem die Apostel ihren Abschied von der Mutter Gottes auf Erden beweint hatten, schickten sie sich an, ihren allreinen Leib zu begraben. Der feierliche Begräbniszug ging von Zion durch ganz Jerusalem nach Getsemani. Auf dem Weg dorthin kam es zu einem Zwischenfall. Der jüdische Priester Jephonias wollte aus Eifersucht und Hass gegen die Gottesmutter die Bahre umwerfen, auf welcher der Leib der Allheiligen Jungfrau lag, aber ein Engel des Herrn hackte ihm unsichtbar die Hände ab.

Als er dieses Wunder sah, bereute Jephonias, seine Sünde wurde vergeben, und er wurde geheilt. Dieses Ereignis stellen die Ikonenmaler oft auf den Ikonen von Mariä Entschlafung dar.

Der Apostel Thomas, der nicht am Begräbnis teilgenommen hatte, kam erst am dritten Tag nach der Entschlafung der Mutter Gottes nach Jerusalem. Als er mit den Jüngern zum Grab in Getsemani kam, stellte sich heraus, dass der Leib der Allreinen Jungfrau nicht mehr dort war. Die Allreine Jungfrau war zusammen mit ihrem Leib von ihrem Sohn und Gott in den Himmel aufgenommen worden.

Text hier aus "ORTHODOXES GLAUBENSBUCH"





ORTHODOX  CHRISTIAN  FAITH   in  AUDIO:   http://ourlifeinchrist.com

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Stefan Gross