Aktuelle Feste im Jahreskreis des Heils

Aktuelle Zeit November - Weihnachtliche Zeit - Januar Februar - Oesterliche Zeit - Juni Juli - Oktober

Sommer und Herbst

24.Juni (7.7.) Geburt des hl. Propheten, Vorlaeufers und Taeufers JOHANNES |

29.Juni (12.7.) Hll. PETER und PAUL, Chorführer der Apostel / Versammlung der 12 Hll. APOSTEL |
 
20.Juli (2.8.) Hl. Prophet ELIAS |
 
27.Juli (10.8.) Siebenzahl der Erleuchter Bulgariens |
 
6.August (19.8.) VERKLÄRUNG unseres Herrn, Gottes und Erlösers JESUS CHRISTUS
Metamorfosis / Preobrazhenie / Schimbarea
|

15.August (28.8.) ENTSCHLAFEN der Allerheiligsten Gottesgebaererin und steten Jungfrau Maria
Koimisis / Uspenie / Adormirea
|
 


1.September (14.9.)
B E G I N N des NEUEN KIRCHENJAHRES

Indiktou / Zrkovn. Nov. God. / Inceperea Anului Bisericesc
|

8.September (21.9.) GEBURT der Allerheiligsten Gottesgebaererin und steten Jungfrau Maria
Geneth. / Roshd. Presw. Bogor. / Nasterea Sfintei Fecioare
|

14.September (27.9.) ERHÖHUNG des Allehrwürdigen und Lebenspendenden KREUZES
IPSOSIS tou timion zoopoidon STAVROU, VSDVISH. SV. KRST. GOSPOD., INALTAREA Sfintei CRUCI
|

1.Oktober (14.10.) 28.Oktober(GR) SCHUTZFEST der Allerheiligsten Gottesgebaererin und steten Jungfrau Maria
Pokrov / Acoperamantul
|

19.Oktober (1.11.) Hl. JOHANNES von R I L A, Himmlischer Füsprecher von Bulgarien, Mönchsvater des Balkans |
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24. Juni (7.7.)

Geburt
des hl. Propheten, Vorlaeufers und Taeufers
JOHANNES




Die vormals Unfruchtbare
gebiert heute den Vorlaeufer Christi.

Dieser aber ist die Fuelle aller Weissagung:

Er wurde von den Propheten vorhergesagt,
er, der im Jordan durch Handauflegung bezeugte
die Erscheinung des Wortes Gottes,

er,
der Prophet,
Verkuender und
Vorlaeufer
ist.



Festtagsikone /Bulgarisch 17.Jhdt





 

29. Juni (12.7.)

Hll. PETER und PAUL, Chorführer der Apostel

Versammlung der 12 Hll. APOSTEL




Ihr
Erste unter den Aposteln
und
Lehrer des Erdkreises,


bittet den Gebieter des Alls,


für die Welt um Frieden

und für unsere Seelen
um die große Milde.


Gesegnet bist Du, Christus unser Gott

der Du zu Allweisen die Fischer gemacht hast,

indem Du ihnen sandtest den Heiligen Geist,

und durch sie den Erdkreis eingefangen hast.

Menschenliebender, Ehre Dir !



Hl. Peter und Paul / Schmuckikone Byzantinisch 14.Jhdt

Hl. 12 Apostel / Festtagsikone / Klaus Kegelmann 20.Jhdt

Hl.JOHANNES CHRYSOSTOMUS: Auftrag an die Jünger
Ohne apostolische Werte: Werte-Probleme unserer Zeit


 

PLURALITÄT ist nicht erst ein Schlagwort unserer Zeit.

CHRISTENTUM ist PLURALITÄT !

PLURALITÄT in den 3 Personen des Einen GOTTES, der Eines Wesens ist.
Mehr PLURALITÄT in den Energien des Einen GOTTES in Drei Personen.

Und erst recht PLURALITÄT in den Menschen, die uns das göttlichen Wort überliefern und in ihrem Leben von Gott Zeugnis geben.

 

VERSÖHNTE VERSCHIEDENHEIT unter den APOSTELN
(unter den 12, und unter den 70...)
-

Das wird schon am Beispiel der Heiligen PETRUS und PAULUS deutlich:

Verschiedenheit in der Herkunft,
Simon-Petrus, der Familienmensch und bodenstaendige See-Fischer aus Kafr Naum
Saulus-Paulus, der unverheiratete Individualist und in der Tradition der Pharisaeer hochgebildete Weltbuerger (mit roemischen Buergerrecht) aus
der Kulturdrehscheibe Kilikien 

Verschiedenheit im Charakter,

ja sogar Verschiedenheit in den Äusserlichkeiten der Verbindung mit Gott.
Simon-Petrus, vom Gottessohn in Galilaea als einer der ersten berufenen Apostel
Saulus-Paulus, erst Jahre nach der Auferstehung vom Auferstandenen berufen
 

Die Apostel und apostelgleichen Verbreiter der christlichen Frohbotschaft in allen Voelkern
(von der Hl. Maria Magdalena, ueber die Hl. Nino bis zu den Hl.Bruedern Kiril und Method)
sind  allezeit leuchtende Vorbilder:

In verschiedenen Ausgangspunkten verwurzelt, aber vereint in der Liebe mit den Mitmenschen,
in der Versammlung an groesstmoeglicher Einheit untereinander arbeitend
und so zum gemeinsamen Zielpunkt - Gott - hinwachsend.

 



Hl. 4 Evangelisten aus Ikonostasentür / russ. 17.Jhdt / heute in der Kirche des Orthodoxen Theologischen Instituts St.Serge, Paris
Pluralität in der Hl.Schrift:
Das Christentum leistet sich Einmaliges: 4 verschiedene Texte der göttlichen Botschaft.
Keine von Menschen erfundene "Heilslehre" leistet sich diesen Aufwand an Vielfalt.
Nur im Bewußtsein der Einen Botschaft Gottes kann man dies als Bereicherung sehen - und sich der Kritik stellen,
die manche Widersprüche im Nebensächlichen auslösen.
Diese Kritik ist nur zu blind das Wesentliche zu erkennen:
Durch die Auswahl von 4 Evangelien bringt die frühe Kirche klar zum Ausdruck:

Nur Gott allein ist "die" Wahrheit


Wir Menschen sollen uns nicht zu wichtig nehmen.
Selbst die Hl. 4 Evangelisten können uns - trotz ihrer unbedingten Bereitschaft auf Gottes Geist zu hören (wie es uns die obigen Ikonen meisterhaft zeigen) - nur den Teil der Wahrheit übermitteln, den sie in ihrer menschlichen Begrenztheit erkennen konnten.


 

27. Juli (10.8.)

Siebenzahl der Hl. Erleuchter Bulgariens
Sveti Sedmotschislenizi, die Siebenzahl der Erleuchter Bulgariens / 19.Jhdt, Hl.Alexander Nevski Kathedrale, Sofia, Bulgarien

Pluralität in den Heiligen: Viele Festtagsikonen zeigen eine Versammlung von Heiligen. Die Siebenzahl der Heiligen Erleuchter Bulgariens, Sveti Sedmotschislenizi, ist deutliches Beispiel. Schon die Heiligen Brüder KIRIL und METHODIJ ergänzen einander in ihrer Verschiedenheit: Kiril - der Philosoph und Hofgelehrte der Völkerkunde Konstantin / Methodij - der zivile Verwaltungsspezialist und spätere kirchliche Hirte und Bischof. Aber selbst diese ideale Konstellation menschlicher Qualitäten hätte nicht gereicht um das Evangelium unter den Slawen zum Sieg zu führen. Erst mußten die Heiligen Brüder ihre Weisheit an ihre Schüler weitergeben. Diese Schüler mußten aus Mähren vertrieben werden damit der Hl. KLIMENT und der Hl. NAUM das geistliche Erbe am See von Ochrid zur Reife bringen konnten. Der Hl. Bischof von Maehren GORASD wurde unter dem Einfluss der westlichen Kirche mit brutaler Gewalt vertrieben und starb kurz nachdem er das Bulgarische Gebiet erreicht hatte. Die Hl. Mönche ANGELARIJ und SAVA stehen stellvertretend für Tausende von begeisterten bulgarischen Christen, die unter dem ersten christlichen Zaren des ersten Bulgarenreiches das Fundament an geistlichen Texten in slawischer Sprache schufen, die dann die Christianisierung des weiten Raumes der Kiewer Rus´ ermöglichte.




All-Orthodoxe Versammlung, Sofia 1.10.1998

 

Pluralität in der Kirche:
Der Heilige Geist leitet wie heute (oben, beim All-Orthodoxen Konzil in Sofia, Bulgarien,
1.10.1998) seit der Zeit der Apostel im Prinzip der Pluralität die Kirche (unten, 1. Oekumenisches Konzil von Nikaia (325)).

Ikone: Väter des 1. Oekumen. Konzils / Bulgarien 1829

Wie auf der Ikone des Konzils dargestellt, wird das Kollegium der Bischöfe durch die vielgestaltigen Kirchenväter ergänzt, die nicht Bischöfe sind. Stellvertretend für sie sind auf der Ikone unter anderem der Hofgelehrte des Kalifen von Damaskus mit Turban - unser Heiliger Hymnograph Johannes von Damaskus und mit dem Korb als Kopfbedeckung und der feurigen Rede der Heilige Spyridon, der wortgewaltige Verteidiger des orthodoxen Glaubens zu erkennen.
Dass Pluralität auch bedeuten kann, dass ein einzelner Mensch eine solche Fülle nicht mehr fassen kann, mag uns das Beispiel des Kaisers, des weltlichen Herrschers der damaligen Oekumene zeigen, der sichtbar überfordert in der Mitte der Ikone zu erkennen ist.

 

 

 

 

Christi Auftrag an die Jünger
zum Fest
Versammlung der Heiligen Zwölf Apostel

nach einer Predigt Unseres Vaters unter den Heiligen JOHANNES CHRYSOSTOMOS (Mund der Goldenen Worte)
32,2.4.6f; 33,1; PG 57, 379-389

Der Herr ging in Städte und Dörfer und betrat die Synagogen der Juden ...
Er wartete nicht etwa, bis die Kranken zu ihm kamen, sondern ging selbst zu ihnen, um ihnen zwei ganz große Wohltaten zu erweisen:
Erstens, um ihnen (als Perpektive) die frohe Botschaft vom Gottesreich zu verkünden,
zweitens, um sie aus den Krankheiten der Welt aufzurichten . ...

Um nicht alle selbst an sich zu ziehen, sandte er seine Jünger aus; doch nicht nur deshalb; er wollte die Jünger auch unterweisen, sich in Palästina wie auf einem Sportfeld zu üben, um so für das Ringen in der ganzen Welt gerüstet zu sein...

Bei allen Verschiedenheiten in der Welt wird der Friede zum hohen Wert

Christus bezeugt mit den Worten: »Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch« (Joh 14,27) dass der Friede etwas Großes ist.
Alles müssen wir tun, um des Frieden zu erhalten - in der Gemeinschaft und in der Kirche.
In der Kirche entströmt der Friede der Göttlichen Liturgie, in der wir mit Gott in Seiner Herrlichkeit aber auch vor Gott mit unseren Mitmenschen verbunden sind. Dieser Friede aus der Liturgie stärkt uns dafür den Frieden auch im Alltag zu bewahren.

Den Frieden der Göttlichen Liturgie soll man versuchen mit ganzem Herzen aufzunehmen, erst im Geist, dann im Mahl.
Wenn es schon ein schwerer Mangel ist, nicht für die Teilnahme am Mahl vorbereitet zu sein, um wieviel unverschämter ist es dann, den abzuweisen, der dir den Frieden zuspricht.

Deinetwegen ist der Priester hier; deinetwegen steht dort der Lehrer, arbeitet und müht sich ab. Welche Entschuldigung hast du, wenn du nicht einmal die Bereitschaft hast, ihm zuzuhören?

Die Kirche ist ja das gemeinsame Haus aller Gläubigen; doch erst wenn ihr vor uns eingetreten seid, ziehen wir ein; wir folgen damit dem Beispiel der Apostel. Deshalb entbieten wir gleich nach dem Einzug allen gemeinsam den Frieden entsprechend jener Vorschrift (im Evangelium).

Keiner stehe also gelangweilt da, keiner sei mit anderen Dingen beschäftigt, wenn Priester und Lehrer eintreten ...

Ich selbst möchte tausendmal lieber unbeachtet bleiben, wenn ich bei euch ins Haus eintrete, als daß man mir hier bei meinem Friedensgruß nicht zuhört; das wäre für mich viel schwerer zu ertragen.
Denn dieses Haus der Kirche ist bei weitem bedeutsamer. Hier sind uns ja die großen Schätze hinterlegt; hier werden uns die großen Hoffnungsgaben zuteil. Was ist denn hier unbedeutend?
Dieser Tisch des Altares ist weit wertvoller und teurer als jeder andere; diese Lampe erhabener als jede andere.
Das sollten wir alle wissen, die im Glauben und zur rechten Zeit mit Öl (aus ihr) gesalbt worden sind und von den Krankheiten der Welt befreit wurden...
Wenn wir auch in allen anderen Dingen Bettler und arme Menschen sind, so sind wir doch in diesen Gaben reich.

Deshalb nehmt uns hier mit Liebe auf, wenn wir bei euch eintreten.
Und wenn ich sage: »Der Friede sei mit euch !« dann antwortet: »Und mit deinem Geiste ! «
Antwortet nicht nur mit den Lippen, sondern auch mit dem Herzen, nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit der Gesinnung.

Wenn du hier sprichst: Friede auch mit deinem Geist !, draußen aber streitest, angreifst und verleumdest, hinterrücks mit tausendfachen Schmähungen einseifst, was ist das denn für ein Friede?

Magst du auch tausendmal schlecht über mich reden, ich gebe dir den Frieden mit reinem Herzen und in lauterer Gesinnung. Niemals kann ich Schlechtes über dich sagen; habe ich doch das Herz eines Vaters. Wenn ich einmal tadeln muss, tue ich es aus Sorge . ...

Beachtet mir auch, was für Menschen das waren, die diese strengen und schweren Gebote zu hören bekamen: Arme und einfache Männer, die nicht schreiben und lesen konnten, die nirgendwo bekannt waren, die sich nie mit den Gesetzen der Welt befassten, die sich vielleicht nicht mal in öffentlichen Versammlungen hervortaten, Fischer und Zöllner, mit tausenderlei Armseligkeiten behaftet.

Wenn aber ein solcher Auftrag schon die hohen und großen Leute verwirren kann, wie sollte er nicht jene niederschmettern und erschrecken, die völlig unerfahren waren und nie und nimmer von Amt und Würde geträumt hatten? ...

Was für ein Trost hatten sie bei alldem denn?

Die Macht dessen, der sie aussandte!
Deshalb hat auch der Herr in seiner Rede allem anderen dies vorangestellt: »Seht, ich sende euch!«

Das genüge zu eurer Beruhigung, das genüge zu eurer Ermutigung, damit ihr ohne Furcht seid vor denen, die euch anfeinden.






20. Juli (2.8.)

Hl. Prophet ELIAS

ELIAS, den Thesbiter,
hast Du,
Barmherziger,
von der Erde hinweggenommen,
auf dem Feuerwagen,
o Logos


Auf seine Bitten
errette uns,
die wir
gläubig Dich lobpreisen
und in Freude begehen
sein gotterfülltes und
ehrwürdiges Gedächtnis.



Festtagsikone Bulgarisch .Jhdt.

Prophet ELIJA in der Ikonenmalerei




Nicht im Beben der Erde,
sondern im linden Hauche,
hast du geschaut das Kommen Gottes, gottseligster ELIAS,
das einstens dich hat erleuchtet.
 

 

Възнесението на св. пророк Илия и три сцени от живота му. Икона от 1850 г. от църквата "Св. Димитър" в с. Тешево край Банско

Auf dem Wagen aber bist du vierspännig einhergefahren
und hast den Himmel durchquert
auf ungekannte Weise.
Gottbegeisterter, mit Staunen betrachtet.




Der Hl. ELIAS (eli-JA: " Mein Gott ist JAHWE )" war ein mutiger Kämpfer für den Glauben an JAHWE, den einen wahren Gott.
Er wird auch Thesbiter genannt, weil er aus Tischbe in Gilead kam, einem rauhen Bergland im heutigen Ostjordanland beidseits des Flusses Jabbok.
Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr. zur Zeit des Königs Ahab (871 - 852 v.Chr.).
Von seinem Leben und Kampf gegen den " Baalkult " berichten uns die Bücher der Könige des Alten Testaments. König Ahab hatte, unter dem Einfluss seiner heidnischen Frau, in der Hauptstadt Samarias einen Baalstempel errichten lassen und war vom Glauben an den einen Gott der Väter abgefallen. Der Hl. Prophet ELIAS kündigte dem König eine grosse Dürre als Strafe Gottes an und kämpfte sein ganzes Leben lang für den einen Gott des Volkes Gottes und mit Gottes Hilfe gegen die vom Glauben abgefallenen Machthaber und falsche Propheten des Heidentums. Mehrmals auf der Flucht vor der Staatsmacht, wurde er immer wieder vom Herrn bestärkt, von Raben und später sogar von Engeln des Herrn versorgt.
Dieses mutige Auftreten gegenüber den Mächtigen und Gottes an ihm erwiesene Fürsorge machte den Heiligen ELIAS zu einem in allen orthodoxen Völkern sehr verehrten Volksheiligen.
Am Jordan gebietet der Hl. Elias, wie Moses in Gottes Namen dem Wasser, ein Zeichen, dessen wir orthodoxe Christen auch heute bei jeder grossen Wasserweihe gedenken. Am Ende seines Lebens sandte ihm Gott einen feuriger Wagen, von feurigen Rossen gezogen und der Hl. ELIAS fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor.



Festtagsikone Bulgarisch .Jhdt.



Folgender Text
von Hypodiakon NIKOLAUS Thon: "Vierspännig auf dem Feuerwagen, der Prophet ELIJA und seine Darstellung in der Ikonenmalerei" in: Hagiographie, Studien zum Heiligenbild der Orthodoxen Kirche, Typos-Verlag, Herten 1992


hier aus:
St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de



Hl. Prophet ELIAS
- Heiliger der Christenheit nach dem Zeugnis der Kirchenväter


Die Verehrung des alttestamentlichen Propheten ist nicht allein auf volksreligiöse Überlieferung beschränkt, sondern korrespondiert mit der Aufmerksamkeit, die seiner Gestalt schon die meisten der altkirchlichen Theologen widmeten, und zwar sowohl die griechischen wie die orientalischen wie auch die lateinischen Kirchenväter.
So lassen sich in der gesamten patristischen Literatur ungefähr 3000 auf den Hl. ELIJA hinweisende Stellen nachweisen. Einige zählen ihn einfach in einer langen Reihe anderer biblischer Personen - besonders Propheten - auf, etliche aber beschäftigen sich ausführlich mit seinem Leben und Wirken und vor allem mit dessen christlicher Deutung. Allein beim hl. Gregorios dem Theologen (329/330-390) finden wir 40 solcher Erwähnungen. Die wohl früheste christliche Würdigung des Propheten finden sich im 1. Klemensbrief (17:1):
" Wir wollen Nachahmer sein auch derjenigen, die in Ziegen- und Schaffellen einherzogen und die Ankunft Christi verkündeten: Wir meinen die Propheten Elija, Elischa und dazu noch Ezechiel, die von Gott ein gutes Zeugnis erhalten haben. "


Auch nach dem Abschluss der patristischen Zeit im engeren Sinne haben immer wieder bedeutende Autoren - vor allem im griechisch-byzantinischen Raum - ihre Aufmerksamkeit dem Tischbiter zugewandt, so beispielsweise Kaiser Leo VI. der Weise (886-912), der nicht genau zu datierende Metropolit Theophanes Protothronos, ein nicht näher identifizierter Mönch Joannes oder der Kämpfer gegen die Pseudo-Union von Florenz und Bischof von Ephesos, der Hl. MARKOS EUGENIKOS (um 1380 - nach 1453), von denen alle - teilweise bis heute nicht editierte - Homilien, Enkomien oder Kommentare zum Hl. ELIJA, dem Tischbiter stammen. Sieben nehmen einen besonderen Platz ein, die von verschiedenen Manuskripten byzantinischer Homiliare als Lesungen für den Festtag des Hl. Elija, den 20. Juli, angegeben werden: je eine dem Hl. JOHANNES von DAMASKOS, dem Hl. EPHRÄM dem SYRER und dem Hl. BASILEIOS von SELEUKIA sowie vier dem Hl. JOANNES CHRYSOSTOMOS zugeschriebene Homilien. Dabei gehen die Autoren nicht nur in ihren theologischen Ausdeutungen von Gestalt und Werk des Propheten über den biblischen Textbefund hinaus, sondern auch in ihren biographischen Angaben zum Hl. ELIJA. Quelle hierfür dürften neben lokalen Überlieferungen auch ausser- oder nachbiblische jüdische Traditionen gewesen sein, die in den Midraschim Aufnahme gefunden haben.


So zur Geburt des Propheten (dem Hl. JOHANNES von DAMASKOS oder dem Hl. EPIPHANIOS von KRETA zugeschrieben, aus dem 11. Jahrhundert):
" Dieser aber, der heilige Mann Gottes, gehörte zum Stamme Aarons und war in Arabien geboren. Im Augenblick seiner Geburt, da er begann hervorzukommen in das Licht, schaute sein Vater weissgekleidete Männer, die ihn in feurige Windeln wickelten und ihm eine Feuerflamme zu essen gaben. Als er dieses den Priestern erzählte, antworteten sie ihm: ´ Das Kind wird gross werden für Gott, wird immer von Licht erfüllt sein, und er wird Israel richten mit dem Schwert und dem Feuer. ´ Und sie nannten ihn den Tischbiter, da Tischbe die Stadt war, die bei der Teilung den Priestern zugefallen war. Dort also lebte er und übte die Tugend von Kindheit an und liess seine Seele durch die brennende Gnade des Geistes einer Flamme ähnlich werden. Niemand konnte bestreiten, dass dieser Mann so machtvoll wurde wie eine Flamme, ein Schwert, das Feuer und das Wasser und all die anderen Wundertaten; für sich konnte er sie erlangen, und anderen konnte er sie senden nach seinem Wohlgefallen. "

In anderen Quellen wird der Vater des Hl. Elija ´Sobak´ genannt, und vor allem die syrische Tradition sieht - ausgehend von dem persischen Weisen Aphrahat (Darlegungen 15,5) - in Elija selbst einen Angehörigen des Priesterstandes. Auch hier dürfte der Ursprung der Überlieferung im Judentum zu suchen sein, wo die Priesterschaft des Propheten von einigen, allerdings nicht von allen rabbinischen Schriften behauptet wird, die ihn als Nachkommen Levis sehen und seine Genealogie auf Lea zurückführen.

Die verschiedenen Ereignisse aus dem Leben des Propheten werden von etlichen Vätern allegorisch bzw. typologisch gedeutet: So sieht man:

- im vertrockneten Bach Kerit einen Hinweis auf das seiner Lebenskraft beraubte Gesetz Israels

- im Gang nach Sarepta den Weg des Evangeliums zu den Heiden

- Elija´s Fortgehen aus Israel als Zeichen der Abkehr Gottes vom jüdischen Volk

Die übergabe des Mantels an Elischa wird als Präfiguration der Ausspendung der Gnade Christi an Seine Jünger interpretiert und

die Teilung des Jordanwassers als ein Hinweis auf die christliche Taufe.

Besonders reiche symbolische Deutung erfahren naturgemäss das Opfer auf dem Karmel, der Aufenthalt auf dem Horeb und die Auffahrt.

Das Opfer auf dem Karmels wird - so beispielsweise von Gregorios von Nyssa in seinem Tauftraktat - als ein Hinweis auf die Taufe verstanden:
Das Feuer ist der lebendigmachende Geist, der die Gottlosen verbrennt und die Gläubigen erleuchtet.

über die Auffahrt in ihrer prophetischen Funktion sagt schon Irenaios von Lyon:
"Auch ELIJA wurde in seiner leiblichen Wesenheit hinweggenommen, prophetisch hinzeigend auf die Himmelfahrt der Geistigen !"
ähnlich vergleichen auch Papst Gregorius der Dialoge und Isidorus die Auffahrt des Propheten mit derjenigen Christi.
Allerdings verweisen auch einige Väter deutlich auf die wesensmässigen Unterschiede beider Auffahrten. So betonen sowohl Joh.Chrysostomos wie Gregorius die grundlegende Differenz:
Während ELIJA nur mit fremder Hilfe emporgeführt wurde, nämlich als "Knecht" mit Hilfe des Wagens, fuhr CHRISTUS aus eigener Kraft und ohne ein entsprechendes Gefährt zum Vater empor.

Auch der am Ende der Zeiten wiederkehrende ELIJA findet gelegentlich bei den Vätern Beachtung. So bemerkt Johannes Chrysostomos in seiner 57. Homilie zum Matthäus-Evangelium - und sicherlich in Kenntnis der eschatologischen Deutung des Propheten durch die rabbinische Literatur - unter Bezugnahme auf die Maleachi-Stelle, dies sei gesagt, "um anzudeuten, dass der Thesbiter vor jener Ankunft, auf welche das Gericht folgt, kommen werde; belehrt uns aber auch zugleich über die Ursache seiner Ankunft. Welches ist diese Ursache ? Er wird kommen, um die Juden zum Glauben an Christum zu bewegen, damit sie nicht bei Seiner Ankunft samt und sonders zugrunde gehen.
...Ebendeshalb spricht auch Malachias auf das Allerbestimmteste, denn er sagt nicht ´er wird das Herz des Sohnes zum Vater wenden´, sondern ´des Vaters zum Sohne´. Weil die Juden die Väter der Apostel waren, so sagt Christus, Elias werde zu den Lehrern ihrer Söhne, d.h. der Apostel, die Herzen der Väter, d.h. des jüdischen Volkes, wenden
...Wenn Er [CHRISTUS] sagt, ELIAS werde kommen und alles wiederherstellen, dann meint Er den Elias selbst und die durch ihn zu bewirkende Bekehrung der Juden"

Възнесение на св. Илия, възрожденска икона от Варненско. Архив Pravoslavieto.com


"Св. пророк Илия". Икона от 1849 г. от габровския иконописец Гено Тихолов. Съхранява се в Плевенския музей. Източник: plevenmuseum.dir.bg


bulgar.18.Jhdt,Kirche Sw.Georgi,Belowo;Schule v. Trjawna

27. Juli (9.August)


Hl.Gr.Martyrer und Arzt PANTALEIMON
im Westen: PANTALEON
Uneigennützig bis zum Blutzeugnis
pflegte er die ihm von Gott verliehene
Gabe der Heilung

Auf die Fürbitten des Hl. PANTELEIMON
Schöpfer, HEILE uns !

E N P 1997 Moskau

2. August (15.August)
Auffindung der Hl.Reliquien
Jerusalem - Konstantinopel (428)
.
Hl. Erstmartyrer und Erzdiakon STEFAN
Erster Blutzeuge für den Glauben der Kirche:
"...Ich sehe den Himmel offen
und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen ."
Apg 6:5 -7:60




6. August (19.8.)

METAMORPHOSIS (gr.)
PREOBRAZHENIE (slaw.)
SCHIMBAREA (rum.)

VERKLÄRUNG

unseres Herrn, Gottes und Erlösers
JESUS CHRISTUS

 

Du wurdest verklärt
auf dem Berge,
Christus Gott,
und zeigtest Deinen Jüngern
Deine Herrlichkeit,
soweit sie diese
zu ertragen vermochten.

Lass strahlen
auch uns Sündern
Dein ewiges Licht,
auf die Fürbitten
der Gottesgebärerin,

Lichtstrahlender
Ehre Dir !





 

 




 

Evangelium:

Mt 17: 1-9
 

Das Hochfest der "Methamorphosis" geht vermutlich auf die Kirchweihe der im 4. Jahrhundert von der Kaiser-Mutter, der Hl. HELENA,
gestifteten Kirche auf dem Berg Tabor zurück.

Als Zeichen der Hoffnung auf eine verklärte Schöpfung bringen heute die Gläubigen die gereiften Früchte,
die in der Kirche gesegnet
und nach dem Gottesdienst grosszügig an alle verteilt werden.


Verklärte Natur  :  KLOSTER VERKLÄRUNG CHRISTI, BULGARIEN

 

 

Festtagsgottesdienst in Sofia, Bulgarien


So wie 2003 hier in der Kathedrale Sv. NEDELJA in SOFIA, BULGARIEN haben die Gläubigen die verklärte Natur in Form von Früchten zum Dank an den Schöpfer und zum Segnen zum Wohle der Menschen in die Festtagsliturgie mitgebracht.
Im Norden segnet man Äpfel, im Süden Trauben.

(Pressefoto der bulgarischen Zeitung STANDARD; Fotograf: Viktor Levi)

 


Das Hochfest der Verklärung weist uns auf Sinn und Ziel unseres Lebens und der ganzen Schöpfung hin
und macht uns wie den Aposteln Mut mit diesem Ziel vor Augen
auch schmerzhafte Schicksalsschläge überstehen zu können.


 

Die Jünger schauten Deine Herrlichkeit, soweit sie diese zu ertragen vermochten,
auf dass sie das freiwillige Leiden zu erkennen vermöchten,
wenn sie Dich gekreuzigt sähen,
der Welt aber verkündend,
dass Du in Wahrheit bist der Abglanz des Vaters.

 

Festtagsikone, Syrien-Libanon, 19.Jhdt,mit arab.Schrift


Wie bei einer Bergwanderung im Nebel bisweilen der blaue Himmel durchbricht und einen Blick auf den noch zu erklimmenden sonnenbestrahlten Gipfel freigibt, so wurde den Jüngern hier auf dem Berg Tabor für einen kurzen Augenblick etwas von der Herrlichkeit der Schau Gottes erfahrbar, zu der zu gelangen die Bestimmung und die Sehnsucht unseres christlichen Lebens ist.
Diese werden wir erreichen, wenn wir im geduldigen Aufstieg durch Leiden und Mühen das Ziel nicht aus dem Sinne lassen, auch wenn es uns meist durch die Nebel unseres Alltags verdeckt ist. Was aber im Nebel zumeist verborgen bleibt, ist jetzt schon und nicht erst in Zukunft die unvergängliche Wirklichkeit.
Darum war es den orthodoxen Mönchsvätern im 14.Jahrhundert (u.a. der Hl. GREGOR PALAMAS) wichtig,
in Auseinandersetzungen mit westlichen pseudohumanistischen Realismusideen festzuhalten, dass das von den Jüngern auf dem Berg Tabor geschaute Licht nicht nur ein psychologisch erklärbares Phänomen war, sondern Gott, das ungeschaffene Licht Selbst, das am Ende unseres Lebens von uns allen erfahren werden wird - in dem Masse, wie ein jeder dazu bereit sein wird.
Darauf spielt unser Festtropar an, und der Hl.EPHRAIM der Syrer (306-373) bezeugt es in einer seiner Hymnen mit den Worten:

 

+
Wie ein jeder das Auge im Diesseits gereinigt hat,
so wird er dort schauen können die Herrlichkeit des Allerhöchsten.
+
Wie ein jeder das Ohr im Diesseits geöffnet hat,
so wird er dort vernehmen Seine Weisheit.
+
Wie ein jeder sein Inneres im Diesseits weit gemacht hat,
so wird er dort aufnehmen können von Seinen Schätzen.
 

 

Hirmos der Oden des Kosmas Monachos im Orthros zum Fest der Verklärung Christi
 



Schimbatu-Te-ai la fata, in munte, Hristoase Dumnezeule,
aratand ucenicilor Tai slava Ta, pe cat li se putea;
straluceasca si noua, pacatosilor, lumina ta cea pururea fiitoare,
pentru rugaciunile Nascatoarei de Dumnezeu,

Datatorule de lumina, slava Tie!

 

 

Verklärte Natur: KLOSTER VERKLÄRUNG CHRISTI, BULGARIEN
zu ähnlichen Beispielen von Harmonie zwischen Natur und Kirche

 

 


 

 



15. August (28.8.)

KOIMISIS tis IPERAGIAS, ENDOXOU, DESPINIS IMON, THEOTOKOU kai AEIPARTHENOU MARIAS (gr.)
USPENIJE PRESW. BOGORODIZ. (slaw.)
ADORMIREA MAICII DOMNULUI (rum.)

ENTSCHLAFEN
der
ALLHEILIGEN GOTTESGEBÄRERIN

Im Gebären
hast du die Jungfräulichkeit bewahrt,

im Entschlafen
die Welt nicht verlassen,

o Gottesgebärerin.

Du bist hinübergegangen zum Leben
die du bist des Lebens Mutter
und durch deine Fürbitten
erlösest du vom Tode unsere Seelen.




Festtagsikone, Syrien-Libanon, Kloster Balamand, Schule v.Aleppo, 18.Jhdt

 

Gedanken zum Fest ...
Ikone und Gebete zum Fest ...
Erzählung zum Fest ...

Dieses Hochfest der Gottesmutter ist für uns Gläubige ein Fest der Überwindung des Todes im Herrn:
Der Tod ist nach seinem Besiegtwerden durch Christus in der Auferstehung nicht einfach aufgehoben. Er gehört vielmehr als Abschluss des irdischen Lebens zur irdischen Wirklichkeitserfahrung der Gläubigen.
Aber er hat nicht mehr das letzte Wort, sondern ist zum Mittel der Vollendung geworden - in der Hand dessen, der über Leben und Tod herrscht.

Die in Fürbitten unermüdliche Gottesgebärerin
und in der Fürsprache unerschütterliche Hoffnung
haben Grab und Tod nicht überwältigt;
denn
als die Mutter des Lebens
hat sie zum Leben hinübergeführt,
Er,
der einst in ihrem jungfräulichen Schoße Wohnung nahm.

Das letzte Hochfest des Kirchenjahres wurde zwischen 588 und 602 im byzantinischen Reich allgemein verbreitet. Es ist das Kirchweihfest der bis heute erhaltenen unterirdischen Kirche im Tal Josaphat in Jerusalem.

Das "Grabtuch" mit der Darstellung der Gottesmutter wird von der Mitte der Kirche nach einer Prozession rund um die Kirche in den Altar gebracht. Viele jetzt blühende Sommerblumen schmücken die Kirche. Es ist vielerorts in der Orthodoxie ein Volksfest des Jubels und der Lebensfreude. Denn wirklich freuen kann man sich erst, wenn man selbst dem Tod mit dem Bewusstsein begegnen kann, dass er nicht mehr das letzte Wort hat.

Das "Grabtuch" mit der Darstellung der Gottesmutter wird von der Mitte der Kirche nach einer Prozession rund um die Kirche in den Altar gebracht. Viele jetzt blühende Sommerblumen schmücken die Kirche. Es ist vielerorts in der Orthodoxie ein Volksfest des Jubels und der Lebensfreude wie hier im Batschkovo-Kloster in Bulgarien.  
Bilder vom BATSCHKOVO-Kloster       Information BATSCHKOVO-Kloster       BATSCHKOVO-Kloster
Festtags im Batschkovo-Kloster, Bulgarien
Tausende Gläubige sind auch 2003 wieder zum Festtag des Batschkovo-Klosters gekommen. (Pressefoto Vasko Hadzhiivanov von der bulgarischen Zeitung STANDART )
Tausende verbrachten die Nacht vor dem Festtag auf den Wiesen rund um das Kloster und füllten die Kirche und den Hof des Klosters zur Liturgie des Festtags. Trotz seiner angegriffenen Gesundheit zelebrierte Vater Igumen NAUM die Göttliche Liturgie und verteilte danach tausende kleine Ikonen der Gottesmutter an die Gläubigen.

Grosse Freude nehmen die Menschen von diesem Festtag des Klosters mit in ihr Alltagsleben. Denn wirklich freuen kann man sich erst, wenn man selbst dem Tod mit dem Bewusstsein begegnen kann, dass er nicht mehr das letzte Wort hat.



Die Tradition dieses Festes schöpft aus einem apokryphen Evangelium
Transitus Mariae Kap. 6-17
ausführlich

Dort wird folgendes erzählt: Kurz vor dem Entschlafen der Gottesmutter sind die in alle Welt zerstreuten Apostel auf wunderbare Weise an das Sterbebett gebracht worden, so dass sie noch mit der Mutter des Herrn wachen und beten konnten.
Auch für uns wichtig ist, dass auch die allheilige Gottesmutter in ihrer Todesnot der Fürbitte ihrer Brüder im Glauben bedürftig war, wie sie dies in dieser Erzählung ausdrückt: "Der Herr hat euch hierher geführt, um mich zu trösten in den Ängsten, welche mich bedrängen müssen. Ich bitte euch, dass ihr alle, ohne zu erschlaffen, mit mir wachen möget bis zur Stunde, da der Herr kommen wird und ich diesen Leib verlassen werde" (Trans Mar 6)

Nach ihrem Dahinscheiden hatten sie die Gottesmutter dann nach dem Befehl des Herrn im Tal Josaphat in einem neuen Grab beigesetzt.
Doch kaum war das Grab mit einem grossen Stein verschlossen, ist der Herr Selbst mit Seinen Heerscharen erschienen, hat den Stein wegwälzen lassen und Seine Mutter mit den Worten ins Leben zurückgerufen: "Erhebe dich, Meine Freundin, du, die du nicht versehrt wurdest durch die Berührung eines Mannes, du wirst auch nicht die Zerstörung des Leibes im Grabe erfahren." (Trans Mar 17)
So hält der Herr auf der Festtagsikone Seine noch in Leichentücher gewickelte Mutter im Arm.
Er ist auch der Herr über das Leben nach dem Tod !

 

Die Entschlafung unserer allheiligen Gebieterin
der Gottesgebärerin und steten Jungfrau Maria

Das dritte der großen Feste des Sommers ist das Gedächtnis der Beendigung des irdischen Lebens und die Aufnahme in das ewige Leben der allheiligen Gottesmutter Maria, das in der liturgischen Sprache "Entschlafung" genannt wird.
Schon in den 2 Wochen vorher werden wir durch eine Fastenzeit (1.-14. August nach neuem Stil, 14.-27. August nach altem Stil) auf das Fest hingeführt. Wenn wir die liturgischen Texte des Festtages hören, dann bekommen wir den Eindruck, dass wir in dem bedeutendsten der Feste stehen, die der Gottesmutter gewidmet sind.

Das Fest fasst das Heilsgeschehen rund um die Gottesmutter noch einmal zusammen. So erzählt uns das Evangelium im Orthros vom Besuch der Gottesmutter bei Elisabeth (Lk 1,39-56). Lesung (Phil 2,5-11) und Evangelium (Lk 10,38-42 und 11,27-28) in der Liturgie sind die gleichen wie am 8. September, dem Tag der Geburt Marias. Man wird bemerken, dass die Perikopen, die am Fest gelesen werden, den Tod der Allheiligen nicht erwähnen. Nur in den Gesängen zu Vesper und Orthros findet man die besondere Bedeutung, die die Kirche dem Fest zuschreibt.

Die Bedeutung ist zweifach und wird genau durch einen Satz ausgedrückt, der zur Vesper gesungen wird:
"DIE QUELLE DES LEBENS WIRD BESTATTET IN EINEM GRABE
- und -
EINE LEITER ZUM HIMMEL WIRD IHR GRAB".


Der erste Teil des Satzes - "die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe" - zeigt, dass wir konkret des irdischen Ablebens der Allheiligen gedenken. Wenn wir im Jahr der Kirche jedes Jahr an den entsprechenden Tagen die Gedächtnisse des Ablebens des Vorläufers JOHANNES, der Apostel und der Martyrer begehen, so gibt es noch viel mehr Gründe das Ende des irdischen Lebens der Mutter Gottes zu feiern, die ja auch unsere Mutter ist und deren Heiligkeit und Herrlichkeit viel größer ist als die der Auserwählten.

Aber das Fest ist viel mehr als ein Gedenken an den Tod.

Der zweite Teil des Satzes lautet: "EINE LEITER ZUM HIMMEL WIRD IHR GRAB". Jedes Grab, derer, die uns in ihrem Weg zu Christus vorangegangen sind, kann uns in gewisser Weise eine Leiter werden, die auch uns zum Himmel führt.

Aber im Fall der Gottesmutter Maria kommt noch Außergewöhnliches hinzu. Die gesungenen liturgischen Texte weisen uns darauf hin:

"ERHEBET DIE TORE UND EMPFANGET SIE AUF ÜBERIRDISCHE WEISE,
SIE, DIE MUTTER DES EWIGEN LICHTES,
DENN HEUTE BREITET DER HIMMEL SEINE WÖLBUNGEN AUS, SIE AUFZUNEHMEN.
DIE ENGEL STEHEN IM KREISE UND BESINGEN DEINE ENTSCHLAFUNG, DIE WIR IM GLAUBEN FEIERN"


Hier wird klar, dass es um mehr geht, als nur darum, dass die Seele Marias in den Himmel aufgenommen wird.
Obwohl im byzantinischen Kalender das Fest nicht den Namen "Himmelfahrt" trägt (wie in der lateinischen Kirche), so drückt doch der Text den Glauben an die leibliche Himmelfahrt Marias aus. Nach diesem Glauben erlitt der Leib Marias nicht die Verwesung, die dem Tode folgt. Maria, von den Toten auferstanden, wurde von Engeln zum Himmel getragen (hier weicht die Himmelfahrt Mariae von der Jesu ab, denn Christus fuhr aus eigener Kraft zum Himmel).

Die Himmelfahrt Marias ist außerhalb - und über - der alltäglichen Natur. Der Glaube an die Himmelfahrt Marias beruht nicht auf einer biblischen Erzählung oder auf einem historischen Zeugnis, das wissenschaftlich nachprüfbar wäre. Sie ist auch nicht dogmatisch formuliert. Die Kirche hat bis jetzt noch keine Notwendigkeit gesehen, auf dem Glauben an die leibliche Himmelfahrt zu bestehen. Aber auch wenn die Kirche nicht auf einer solchen (inneren oder äußeren) Bekräftigung besteht, so kann man doch sagen, dass das orthodoxe Gewissen eine tatsächliche Verneinung der Himmelfahrt nicht nur als leichtsinnig sondern als eine Gotteslästerung ansehen würde. Wie kann man auch eine Tatsache leugnen, die nicht der historischen Verifizierung bedarf? Der Glaube an die Himmelfahrt beruht nicht auf dokumentierten Beweisen. Gläubiges Denken, erleuchtet vom Heiligen Geist, wurde Schritt für Schritt davon überzeugt, dass, wenn "der Lohn der Sünde der Tod" ist, Maria einen besonderen Sieg über den Tod errungen hat. In gleicher Weise wie Jesus (auch wenn man hier die Proportionen nicht verschieben darf) wurde sie in ihrem Leib verherrlicht. Die Verherrlichung der allreinen und allheiligen Gottesmutter in Seele und Leib - und nicht der eine oder andere Symbolismus oder die historischen Umstände - sind der eigentliche Gegenstand des Festes

Die Himmelfahrt ist das Fest nicht nur Marias, sondern der ganzen menschlichen Natur. Denn in Maria hat die menschliche Natur ihr Ziel erreicht. Eine Woche nach dem Beginn des liturgischen Jahres, werden wir die Geburt der allheiligen Jungfrau feiern. Jetzt, zwei Wochen vor dem Ende des liturgischen Jahres feiern wir den Tod und die Verherrlichung der allheiligen Gottesmutter.
So also macht der Zyklus des Marienlebens das Schicksal und die Entwicklung einer menschlichen Natur deutlich, die Gott völlig treu ist. Mit ihr wird das Menschengeschlecht erhoben und im Himmel aufgenommen. Die allheilige Gottesmutter hat in der Geschichte der Menschheit eine einzigartige Aufgabe erfüllt, die weit über unsere Vorstellungskraft hinaus geht. Aber die vollkommene Frucht der Gnade, die wir an der Gottesmutter so bewundern, zeigt uns die Entwicklung einer Seele, die sich geöffnet hat, um die Fülle der Gaben Gottes zu empfangen.

Nur zwei Wochen trennen das Fest der Entschlafung der Gottesmutter und das Ende des Kirchenjahres. Der Zyklus des vergangenen Kirchenjahres ist fast vollendet, ein neues Kirchenjahr beginnt am 1. September. Auch während dieses Kirchenjahres werden wieder die Feste von Weihnachten, Ostern, Pfingsten, der Gottesmutter und die Feste der vielen Heiligen auch auf uns zukommen. Machen auch wir uns wie die Gottesmutter bereit die Fülle der Gnade Gottes zu empfangen und sie in uns Frucht bringen zu lassen.

 

unter Verwendung von Ausschnitten aus: A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace, A Spiritual and Liturgical Commentary on the Calender of the Orthodox Church, Crestwood N.Y. 1992, p. 242 ff.

Text hier aus St.-Andreas-Bote



Festtagsikone, zeitgen. bulgarisch aus Zerkowen Westnik

O welch unfassbares Wunder !
Die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe.
Doch das Grab wird eine Leiter zum Himmel.
Freue dich, Gethsemane, der Gottesgebärerin heiliger Garten.
Lasst uns rufen, ihr Gläubigen,
da wir Gabriel zum Anführer haben:
Du Begnadete, sei gegrüsst.
Mit dir ist der Herr,
der durch dich
der Welt gewährt
das grosse Erbarmen.
Sticheron automelon der grossen Vesper



Sie, die niemals ruht im Gebet
Sie, deren Führung und Schutz
uns untrügerische Hoffnung gibt,
die Gottesgebärerin,
durch ihr Sterben und Grab
wurde sie doch nicht überwunden +
Als Mutter des Lebens
hat Er sie in ein neues Leben gebracht,
der einst wohnte
in ihrem immerjungfräulichen Schoß +



O welch unfassbares Wunder !
Die Quelle des Lebens wird bestattet in einem Grabe.
Doch das Grab wird eine Leiter zum Himmel.
Freue dich, Gethsemane, der Gottesgebärerin heiliger Garten.
Lasst uns rufen, ihr Gläubigen,
da wir Gabriel zum Anführer haben:
Du Begnadete, sei gegrüsst.
Mit dir ist der Herr,
der durch dich
der Welt gewährt
das grosse Erbarmen.



Heilig bist Du durch deine Mysterien
als Königin der Himmel wirst du heute verkündet
o Thron des Allerhöchsten
da du nun von der Erde hinübertrittst zur himmlischen Herrlichkeit +
Würdig ist es
dich zu verherrlichen
die Du vom Glanze göttlichen Lichtes leuchtest
o du, voll der Gnade +
Erhebt euch, ihr Jungfrauen
mit der Mutter des Königs zu den Himmeln hinan
Freue Dich
o du, in der Fülle der Gnade
der Herr ist mit Dir
und bringet der Welt die große Gnade dar +



Deinen Tod
verherrlichen
Throne / Fürsten und Gewalten
Herrscher der Engel und geistigen Mächte
unnahbar hehre Cherubim
Schauder erregende Seraphim +

Wir aber
die Erdgeborenen
jubeln im Glanz deiner göttlichen Ehre +
Könige fallen nieder vor dir
und singen gemeinsam mit Engeln und Erzengeln dir den heiligen Gesang
Freue Dich
o Du in der Fülle der Gnade
der Herr ist mit dir
und bringt der Welt die große Gnade dar +



Auf göttlichen Wink
wurden von überall her
die Apostel wie auf Wolken gebracht +
Sie nahen sich deiner unberührbaren
weil Leben gebärenden Lagerstatt
und grüß sie voll Freude +
Es treten hervor
die hocherhabenen, geistigen Himmelsmächte
geleiten den Herrn selbst +
In heiliger Ehrfurcht geleiten sie
deinen makellosen gottempfangenden Leib +
Sie schreiten voran
in überirdischer Ordnung
und unwahrnehmbar rufen sie den himmlischen Mächten zu
Siehe,
die Allherscherin von Gottes Gnade,
ist da +
Öffnet die Tore weit
empfanget in überirdischem Glanze
sie
die Mutter des Lichtes +
Denn siehe,
durch sie
ist den Sterblichen
allgebärendes Heil widerfahren
Sie zu erkennen in Wahrheit
fehlt uns die Kraft
und wir vermögen nicht,
sie gebührend zu ehren +
Sie ist die Allüberragende,
sie übersteigt alles Begreifen +
Darum,
allheilige Gottesgebärerin
Allreine
die du in Ewigkeit lebst mit deinem Sohn
dem König des Lebens
tritt unablässig für uns ein
errette uns
von jedem Anschlag des Feindes
und bewahre dein heiliges / neuerwähltes Volk +

 

 

 


ROM:   Sta. MARIA MAGGIORE   (431-1296)  Konzil v. Ephesos - Jacopo Torriti

 

Die Entschlafung unserer allheiligen Gebieterin
der Gottesgebärerin und steten Jungfrau Maria

Erzählung nach Transitus Mariae Kap. 6-17
.


Text hier aus "ORTHODOXES GLAUBENSBUCH"


Nachdem der Herr in den Himmel aufgefahren war, lebte die Allreine Jungfrau Maria, die Mutter Gottes und Fürsprecherin aller Christen vor Gott, noch lange inmitten der Apostel und ihrer Nachfolger. Sie freute sich, als sie die Verbreitung der Kirche Christi in der ganzen Welt sah, ihr Herz frohlockte darüber, dass der Ruhm ihres Sohnes bis an die Grenzen der entlegensten Länder drang, und überall, wo der Name Christi verehrt wurde, wurde auch ihrer gedacht, die Ihn geboren und sich in den Tagen des irdischen Lebens um Ihn gekümmert hatte. Alle priesen die Allreine Mutter Gottes, die noch unter den Menschen auf Erden lebte.

Obwohl ihr Leben lange währte, war sie sich dessen bewusst, dass der Zeitpunkt kommen würde, den sie so sehr erwartete - den Körper zu verlassen und zu Gott zu gehen. Es ist uns nicht genau bekannt, wie lange die Allreine Jungfrau gelebt hat: die einen sagen 57 Jahre, andere 63, wieder andere nennen die Zahl 72, aber es ist klar, dass sie ein hohes Alter erreichte. Die Seele der Gottesmutter war immer von einem Wunsch erfüllt - endlich wieder das Antlitz ihres Sohnes zu schauen, in der Herrlichkeit des Himmels. Sie betete unter Tränen zum Herrn, dass Er sie aus dieser Welt des Leids dorthin nehmen möge, wo mit Ihm alle Heiligen frohlocken.

Die Allreine Jungfrau lebte im Haus des heiligen Apostels Johannes, des Theologen auf dem Berg Zion, im Südwesten von Jerusalem, wo sich die Burg von Jerusalem erhob. Von da ging sie oft auf den Ölberg, zum Ort der Himmelfahrt ihres Sohnes. Hier betete sie inständig in Abgeschiedenheit.

Und eines Tages, während die Gottesmutter auf dem Ölberg wieder allein darum betete, dass der Herr ihr das Ende rascher schicken und sie zu Sich in den Himmel aufnehmen möge, erschien ihr der Erzengel Gabriel, welcher der Gottesmutter schon seit den ersten Tagen ihrer Kindheit diente: er hatte ihr Nahrung in den Tempel gebracht, er hatte ihr die Geburt des Sohnes Gottes verkündigt, er beschützte sie immer während ihres Lebens auf Erden. Der lichte und freudige Erzengel Gabriel überbrachte der Gottesmutter die schon lange von ihr ersehnte Kunde, dass sie in drei Tagen zu Christus, Gott gehen werde. Der Erzengel sagte, sie solle nicht betroffen sein und mit Freude seine Worte annehmen, denn dies werde kein Tod sein, sondern der Übergang in ein Leben der Unsterblichkeit, zum ewigen König der Herrlichkeit.

Die Mutter Gottes geriet durch die Worte des Erzengels in unaussprechliche Freude und Begeisterung, denn es war für sie das Freudigste und Angenehmste, im Himmel mit ihrem Sohn und Gott zu wohnen, in Seiner seligen Nähe, Ihn immer vor Augen zu haben.

Vor ihrer Entschlafung wollte die Allreine Gebieterin nochmals alle Apostel sehen, die in der ganzen Welt verstreut waren, um zu predigen. Sie bat den Herrn, dass sie in ihrer Todesstunde nicht den Fürsten der Finsternis - Satan - und seine furchtbaren Diener sehen, sondern dass der Herr selbst, Sein Versprechen erfüllend, kommen und ihre Seele in Seine heiligen Hände nehmen möge.

Nach dem Gebet kehrte die Allheilige Gottesmutter nach Hause zurück; hier erbebte alles, denn mit ihr kam unsichtbar die Herrlichkeit und Kraft Gottes, welche die Gottesmutter umgab, in das Haus. Ihr Gesicht strahlte von der Herrlichkeit Gottes heller als ehemals das Gesicht des Mose, als dieser vom Berg Sinai herabstieg, nachdem er gerade erst Gott gesehen und mit Ihm gesprochen hatte.

Die ruhmreiche Gebieterin begann sich auf ihr Ende vorzubereiten. Zuerst berichtete sie alles dem von ihr an Sohnes statt angenommenen Lieblingsjünger Christi, Johannes. Dann erzählte die Gottesmutter auch allen übrigen von ihrem bevorstehenden Heimgang.

Der heilige Johannes der Theologe schickte sofort Boten zum heiligen Jakobus, dem Apostel und Bischof von Jerusalem, und auch zu allen Verwandten und Bekannten und benachrichtigte sie über den bevorstehenden Heimgang der Gottesmutter und auch den Tag.

Der heilige Jakobus beeilte sich, davon alle Christen zu verständigen, die nicht nur in Jerusalem, sondern auch in dessen Umgebung und sogar in anderen Städten wohnten. So versammelten sich bei der Gottesmutter mit dem Bischof von Jerusalem eine Vielzahl von Menschen, Verwandten und gläubigen Christen, Männer wie Frauen.

Die Allreine Gebieterin vermachte ihre Gewänder zwei armen Witwen, die ihr zeit ihres Lebens gedient hatten, und bat, ihren Leib im Garten Getsemani zu begraben, am Fuße des Ölbergs, unweit von Jerusalem. Dort befanden sich das Grab Joachims und Annas, ihrer Eltern, und auch das Grab Josefs, mit dem sie verlobt gewesen war. Diese Gräber befanden sich am Rande des Tales Josafat, das zwischen Jerusalem und dem Ölberg lag. In diesem Tal wurden gewöhnlich arme Bürger bestattet.

Während die Gottesmutter diese Anweisungen gab, vernahm man plötzlich ein Tosen, das an Donnergrollen erinnerte, und Wolken hüllten das Haus Johannes des Theologen ein. Gemäß Gottes Befehl ergriffen Engel die Apostel in den verschiedenen Ländern, wohin sie gegangen waren, um das Evangelium zu predigen, und brachten sie nach Jerusalem zum Haus der Gottesmutter. Die Apostel freuten sich, als sie einander sahen, waren aber unschlüssig, wozu sie der Herr versammelt hatte. Der heilige Johannes der Theologe erklärte ihnen, dass für die Gottesmutter die Zeit gekommen sei, zum Herrn zu gehen.

Am dritten Tag, in der dritten Stufe erfüllte ein göttliches Licht das Zimmer, in dem die Gottesmutter auf ihren Heimgang wartete. In diesem Licht kam der Herr Jesus Christus selbst mit einer Vielzahl von Engeln und Erzengeln herab. In einem leichten Schlaf übergab die Allheilige Jungfrau ihre Seele in die Hände ihres Sohnes.

Nachdem die Apostel ihren Abschied von der Mutter Gottes auf Erden beweint hatten, schickten sie sich an, ihren allreinen Leib zu begraben. Der feierliche Begräbniszug ging von Zion durch ganz Jerusalem nach Getsemani. Auf dem Weg dorthin kam es zu einem Zwischenfall. Der jüdische Priester Jephonias wollte aus Eifersucht und Hass gegen die Gottesmutter die Bahre umwerfen, auf welcher der Leib der Allheiligen Jungfrau lag, aber ein Engel des Herrn hackte ihm unsichtbar die Hände ab.

Als er dieses Wunder sah, bereute Jephonias, seine Sünde wurde vergeben, und er wurde geheilt. Dieses Ereignis stellen die Ikonenmaler oft auf den Ikonen von Mariä Entschlafung dar.

Der Apostel Thomas, der nicht am Begräbnis teilgenommen hatte, kam erst am dritten Tag nach der Entschlafung der Mutter Gottes nach Jerusalem. Als er mit den Jüngern zum Grab in Getsemani kam, stellte sich heraus, dass der Leib der Allreinen Jungfrau nicht mehr dort war. Die Allreine Jungfrau war zusammen mit ihrem Leib von ihrem Sohn und Gott in den Himmel aufgenommen worden.

Text hier aus "ORTHODOXES GLAUBENSBUCH"



1. September (14.9.)

ARCHI tis INDIKTOU, itoi tou Neon Ekklisiastikon etous (griechisch)
Zrkovn. Nov. God. (slawisch)
Începutul anului bisericesc (rumänisch)

B E G I N N
des
NEUEN KIRCHENJAHRES

Bildner der Schöpfung,
der Du
die Zeiten der Jahre
und der Welt
in der Dir eigenen Vollkommenheit
festgesetzt hast,

segne den Zeitenkranz
in Deiner Güte !
Bewahre Dein Volk
und Dein Land,
auf die Fürbitten
der Gottesgebärerin
und errette uns !





 
Subjektive Darstellung (bulgarisch) 17.Jhdt.

Gedanken zum Fest ...

Patriarch BARTHOLOMAIOS  2005

Zur Christlichen Umwelt-Ethik
unterzeichnet vom Oekumenischen und Papst JOHANNES-PAUL II.
(aus KOKID)
S.Allhl. Patriarch BARTHOLOMAIOS zum Fest
Gedanken einer orthodoxen Theologin zum Fest ...
All-Orthodoxe Botschaft und Gebet d.Höchstgew. NIKODEMUS, Metropolit v. Patras für die Erhaltung der Schöpfung Gottes
Idiomela v. Vater GERASIMOS v. Heiligen Berg Athos für Umwelt und Wohlbestand der ganzen Schöpfung
Prof. Dr. Georgios I. MANTZARIDIS: Die ÖKOLOGISCHE KRISE

 

 

Erster Tag des Kirchenjahres
dem Gebet und dem Flehen für die Rettung der Schöpfung Gottes gewidmet

  In der all-orthodoxen "BOTSCHAFT der VORSTEHER der HEILIGEN ORTHODOXEN KIRCHEN" vom 15. März 1992 werden die Gläubigen der Orthodoxie in aller Welt aufgerufen, den 1. September eines jeden Jahres, den Tag des Anfangs des Kirchenjahres dem Gebet und dem Flehen für die Rettung der Schöpfung Gottes und dem Erreichen jener Haltung zur Natur zu widmen, welche die Göttliche Eucharistie und die asketische Tradition der Kirche gebieten.

Auch für dieses Kirchenjahr gilt wieder, was Vater ELIAS Herter in seinen Texten zu den Gebeten sagt:

Das Filigranwerk des Kirchenjahres fängt gleichsam in gröberen und feineren Netzen jeden unserer Tage ein:

Ostern, das Auferstehungsfest, mit seiner allwöchentlichen Vergegenwärtigung am Sonntag und die "Zwölf Grossen Feste" Christi und der Gottesmutter überstrahlen gleich Sonne und Mond die Tage.

Wie Planeten folgen ihnen die Gedächtnisse des Heiligen Kreuzes und der Gottesgebärerin am Mittwoch und Freitag, der Heiligen Engel am Montag, des Vorläufers und Täufers Johannes am Dienstag, der Heiligen Apostel und des Heiligen Nikolaus am Donnerstag, der Märtyrer und der Entschlafenen am Samstag

- während am Firmament jedes Kirchenjahres aufs neue die fast unzähligen Fixsterne der, an den verschiedenen Tagen, an ihrem "Geburtstag für den Himmel", gefeierten Heiligen als grössere und kleinere Lichter erstrahlen.

Die Indiktion, ein Zeitabschnitt von 15 Jahren, begann unter Konstantin dem Grossen um 312 n. Chr. und war für die byzantinische Zeitrechnung die massgebliche Größe. Gleichzeitig mit der Einführung unserer Zeitrechnung (n.Chr.="nach Christi Geburt") wurde auch der Beginn des Kirchenjahres auf den 1. September festgelegt.
Die Texte dieses Festes werden in unseren Gemeinden auch oft für den 1. Januar benutzt.

 

Die Wiederholung der Feste
Das Leben im
KIRCHENJAHR

Wieder und wieder endet und beginnt ein neues Kirchenjahres. Der Zyklus des alten Kirchenjahres ist vollendet, ein neuer Zyklus beginnt am 1. September.

Viele Gläubige sehen das Ende des Jahreskreises, in dem sie Jesus von der Geburt bis zu seiner Verherrlichung gefolgt sind, mit einer gewissen Trauer. Wenn man dem österlichen Triumph und dem Geist vom Pfingsten so nahe war, könnte die Rückkehr zu den bescheidenen Anfängen, die Vorahnung der Geburt Christi, wie ein Abstieg erscheinen. Wenn die Fülle erreicht ist, warum soll man wieder zum Ausgangspunkt zurück?

Es liegt in der menschliche Natur, dass wir nicht dauernd in Höchstform bleiben können. Wir müssen wieder die Grundlagen dessen lernen, was wir glauben zu wissen. Nur durch eine ständig erneuerte und ständig aufmerksame Betrachtung des Lebens unseres Herrn, in allen seinen Aspekten, in seiner ganzen Folge menschlichen Wandels, können wir vielleicht wenigstens einen kurzen Blick auf den Widerschein des Geheimnisses Christi erhaschen. Dann sind da ja auch unsere Sünden, unsere Verfehlungen. Eine beschmutzte Seele könnte den Glanz der Herrlichkeit Gottes nicht ertragen. Es ist gut, es ist notwendig, dass sie zu der Zeit der Reue und Buße zurückkehrt.

Die Wiederkehr im Jahreskreis erinnert uns auch daran, dass ‚Heil’ im christlichen Sinne des Wortes nicht von seinem historischen und personellen Kontext getrennt werden kann. Es gehört nicht zu einer rein metaphysischen Kategorie. Es ist nicht die Vermittlung einer abstrakten Lehre.

Wir werden gerettet, weil ‚etwas geschehen ist’, weil gewisse Ereignisse stattgefunden haben. Das Kirchenjahr gedenkt ihrer und erneuert diese Geschehnisse auf geheimnisvolle Weise.

Wir würden es missverstehen, wenn wir die Fülle des Kirchenjahres nur mit seinem Ende voll Herrlichkeit gleichsetzen würden. Das Geheimnis der liturgischen Zeit ist das Geheimnis der Zeit selbst: Zeit ‚verzerrt’ und macht die ewige göttliche Realität unvollständig, vielfach und aufeinanderfolgend. In Gott gibt es nur einen Augenblick, in dem alles eingeschlossen ist. Die Fülle des Kirchenjahres besteht nicht darin, dass das Leben Christi, der Kreis der Herrenfeste, beschlossen oder vollendet wird, denn die Vollendung einer Folge beinhaltet, dass es eine Folge, eine Serie von Einzelelementen gibt.
Die Fülle des Kirchenjahres ergibt sich nicht aus der Zahl der Feste, sondern aus der Gnade, die es insgesamt vermitteln kann: wir fühlen sie, wenn wir fähig werden - an einem beliebigen Tag des Kirchenjahres, durch das besondere Geschehen, dessen wir gedenken - Christus als Ganzes zu fühlen, die Fülle seines Lebens, die Fülle seines Heilswerkes, die Fülle des Wortes.
Jedes Fest, sogar jeder Tag des Jahres, wird zur Fülle des ganzen liturgischen Kreises des Kirchenjahres. Dieser Kreis wiederholt sich nicht; jede seiner Facetten spiegelt die unerschöpfliche Tiefe und Fülle Christi und wird, als Ergebnis, neu für uns in einer Weise, dass wir ihn besser verstehen.

Das Kirchenjahr ist ein Prisma, welches das weiße Licht Christi empfängt und in unterschiedliche Farben aufteilt.

Die Farben sind die Feste - Christus ist wie die Fülle des weißen Lichtes, wie die Fülle des Jahres.

unter Verwendung von Ausschnitten aus: A Monk of the Eastern Church, The Year of Grace, A Spiritual and Liturgical Commentary on the Calender of the Orthodox Church, Crestwood N.Y. 1992, p. 242 ff.

Text hier aus St.-Andreas-Bote



 

Protocol No. 847
 

+ B A R T H O L O M E W

BY THE MERCY OF GOD

ARCHBISHOP OF CONSTANTINOPLE,
 NEW ROME AND ECUMENICAL PATRIARCH

TO THE PLENITUDE OF THE CHURCH

GRACE AND PEACE
FROM THE CREATOR OF THE ENTIRE UNIVERSE
OUR LORD, GOD AND SAVIOUR JESUS CHRIST


“The earth, having no tongue cries out sighing, why are you people polluting me with many evil things? ”
Troparion - 9th ode - for the earthquake of October 26.

Beloved brethren and children in the Lord,

In a very pictorial way, the holy hymnographer Joseph presents the earth as grieving and protesting voicelessly for the many evils with which we burden her.? If this holy hymnographer thought back then that the pollution of earth by humankind would cause the wrath of God, today, humanity in its entirety should all the more realize our ultimate destructive behaviour against the creation of God.

Certainly, the earth was created well-equipped to offer shelter to the human beings and was ordered by God to cover their needs. However, we do not draw from earth’s resources what we need in moderation, so that we allow its productive ability to remain sound and intact; instead, we are depleting her natural resources.? We draw so much to such excess and in such rough ways that we weaken her abilities and destroy all future production of natural resources. In doing so, we resemble those who act greedily, and who, when in need of collecting wood, destroy both the trees and the forest and, thus, deprive themselves of the opportunity to collect more wood in the future. It is a known historic fact that many areas of the earth that had once been sites of developed civilizations, ended up in total devastation.

This phenomenon of devastation, which unfolded slowly in earlier times, is progressing in our times at a high speed. Vast expanses around polluting factories and industrial zones that emit toxic waste have already been deadened, and the number of such dead expanses is constantly growing. Huge regions have been made subject to deforestation in order to be used as cultivation grounds, but the utilization of toxic pesticides has destroyed any form of sprouting, except for the object needed. These non-biodegradable toxic pesticides enter the water-air cycle and pollute the springs and rivers causing severe problems to human health. In regard to the consequences of these methods employed and materials used, greed and negligence take their revenge. While we work hard to increase the productive ability of our planet, we, on the other hand, destroy it. The astronauts who recently saw the whole earth from a distance while in orbit, drew humankind’s attention to the fact that huge expanses of it have been deforested and will end up in devastation.

The aforementioned holy hymnographer Joseph personifies earth, which, addressing man, complains that the Master of humankind and God whips her instead of him, for God wants to spare the human being; the earth, however, bemoans her suffering due to humankind’s mistakes and cries to people: “Come to your senses and appease God in repentance.” This invitation is quite timely. We must realize the forthcoming danger; we must understand its causes and acknowledge our responsibility.? We must aim to appease God, not through words and small sacrifices, but through courageous acts and large sacrifices. For the promise of the Lord that we will receive back in multiple that which we sacrifice, applies here as well.? ?
?
The Mother Church is fully aware of the dangers that threaten the earth and our surrounding natural environment brought about by both the natural ramifications of human acts but, mostly, by the moral consequences of human crimes; therefore, the Mother Church established the 1st of September as a day of prayer for the environment. Prayer appeases God, however there is also a validity in the saying of ancient Greeks “In addition to asking for help from goddess Athena offer also your own effort.” This saying is similar to the biblical phrase “The effectual fervent prayer of a righteous man availeth much” (James 5:16).? The importance of this sentence lies on the word “effectual”, which means that the prayer is more powerful when accompanied by actions for the one for whom we are praying. For there is no vindication for the one who says “Lord, Lord”, but rather for the one who does the will of God. In our discussion, it is evident that the will of God mandates the preservation of the eternal yielding of our natural resources, respect toward the natural creation of God and our future generations, and the reversal of our destructive behaviour against the very good natural environment that was given to us by God.

May the grace of God and His abundant mercy be with you all.
 

September 1, 2005 A.D.
Your beloved brother in Christ
and fervent supplicant before God,
+ BARTHOLOMEW of Constantinople
 

 .


„Das Deine vom Deinigen“
Orthodoxie und Ökologie
Es ist wohl kaum eine Übertreibung von der „Rettung der Erde“ zu sprechen. Die globale Erwärmung der Erde verursacht Überschwemmungen, die große Küstengebiete bedrohen. Man schätzt, dass ca. 10 % aller Tierarten von der Ausrottung bedroht sind. Unwiederbringliche Wälder verschwinden Hektar für Hektar jede Sekunde. Große Ströme erreichen das Meer nicht mehr, weil ihr Wasser umgeleitet wird zur Bewässerung von Feldern, für die Industrie oder zur Bewässerung des Rasens im Vorgarten.

Diese Fakten zeigen uns die Schöpfung als etwas Kostbares und Verletzliches. Aber der sprichwörtliche Mars-Mensch, der in den USA landet, könnte zu dem Schluss kommen, dass die Bodenschätze so unbegrenzt sind, dass sie nicht einmal Respekt verdienen. Ungefähr 50 % des Papiers und 30 % der Plastikmaterialien, die auf Kosten der Umwelt produziert werden, werden nur für Verpackung verbraucht – sie werden produziert um weggeworfen zu werden. Ganze Stadtviertel werden so gebaut, dass das Auto optimal genutzt werden kann. Jeden Tag werden Millionen von Tüten und andere Behältnisse weggeworfen, weil haltbarer und wiederverwendbarer Ersatz unbequemer ist. Nahrungsmittel wie Rindfleisch, das mit immensen Kosten von Futter, Wasser und Energie hergestellt wird, gilt als Grundnahrungsmittel. Wenn es Umweltprobleme gibt, heißt das nur, dass man sein Haus besser isoliert (und damit Heizöl spart) und einigen Abfall in die Recycling-Tonne wirft statt in die Mülltonne.

Müssen wir wirklich die Erde retten – oder nur unsere Abhängigkeit vom importierten Öl verringern?

Für manche bedeutet die Umweltkrise nur eine kleine technische Störung des „Fortschritts“, die bald durch die Riesenernten der gentechnisch manipulierten Pflanzen und durch saubere Energiequellen Überwunden sein wird. Andere sind etwas realistischer und rufen nach einer Änderung des Lebensstils der reichen Länder. Die begrenzten natürlichen Ressourcen und die umweltverschmutzenden Energiequellen werden verschwendet, während die wachsende Bevölkerung der Erde immer noch der Befriedigung der grundlegendsten Bedürfnisse entbehrt. Deshalb ist es nur gerecht, wenn die größten Verbraucher auch die größten Einschnitte hinnehmen müssen.

Immer mehr glauben, dass der Ausweg aus der Krise auch einer geistigen Erneuerung bedarf: nicht bloss eine Änderung der Gewohnheiten, sondern eine Änderung in den Herzen – christlich ausgedrückt, Umkehr - Buße. Leider wird die innige Verbindung zwischen Glaube und Umwelt so wenig verstanden, dass die Kirche für die meisten wohl an letzter Stelle steht, wenn nach geistigen Lösungen gesucht wird. Viel wahrscheinlicher wenden sie sich der Verehrung der Mutter Erde zu oder Eingeborenenreligionen oder der Magie oder der Esoterik. Und doch stellt die Erkenntnis, dass die Welt Erlösung braucht, was eine Änderung in den Herzen nötig macht, eine Herausforderung für die Kirche dar. Sie gibt uns die Gelegenheit zu einer Missionierung, wie sie vielleicht nicht mehr gegeben war, seit der hl. Apostel Paulus den Altar der Athener sah, der „dem unbekannten Gott“ geweiht war.

Im Jahre 1989 hat der heimgegangene Ökumenische Patriarch Dimitrios eine wichtige Initiative ergriffen, als er verlangte, den ersten September zu einem Tag des Dankens und der besonderen Gebete für die Errettung und den Schutz der Schöpfung Gottes zu machen. Das hat so viel Interesse erweckt, dass im November 1991 eine interorthodoxe Konferenz zum Schutz der Umwelt nach Kreta einberufen wurde. Ihre Empfehlungen sprechen von „der wachsenden Belastung der natürlichen Umwelt durch den menschlichen Missbrauch, den die Kirche Sünde nennt und für den sie alle Menschen zu Umkehr und Buße aufruft,“ und fährt fort, dass die Orthodoxe Kirche glaubt, dass „die Lösung im liturgischen, eucharistischen und asketischen Ethos der orthodoxen Überlieferung zu finden ist.“

Eucharistischer Ethos bedeutet vor allem, dass die natürlichen Ressourcen mit Dankbarkeit genutzt und Gott wieder zurückgegeben werden sollen. Solch eine Haltung kann Verschwendung nicht dulden. Ähnlich lassen uns die Fastenpraxis sogar die einfachsten Nahrungsmittel und andere einfache Bequemlichkeiten als Gaben erscheinen, die uns zur Befriedigung unserer Bedürfnisse bereit gestellt werden. Wir dürfen sie nicht missbrauchen oder verschwenden nur weil wir sie bezahlen können.

Wir beten als Gemeinschaft, nicht als Einzelpersonen; also ist ein liturgischer Ethos auch eines des miteinander Teilens. Lange bevor die Erde aus dem Weltraum als Ganzes gesehen werden konnte, wusste die Kirche, dass wir alle zusammen vor Gott stehen und dass uns gemeinsam die Segnungen und Schätze der Erde gehören, die Er den Menschen und allen Geschöpfen geschenkt hat. „Unseren eigenen Reichtum nicht mit den Armen zu teilen bedeutet von den Armen zu stehlen und sie ihrer Lebensgrundlagen zu berauben. Wir besitzen nicht unseren eigenen Reichtum sondern den ihren,“ erinnert uns der Hl. Johannes Chrysostomos.

Dieses Prinzip, angewandt auf die ganze Breite der natürlichen Ressourcen, ist besonders wichtig, weil die natürliche Umwelt von zwei Seiten in die Zange genommen wird:
durch zu großen Verbrauch, Gier und Verschwendung der Reichen
und
durch die dringenden Nöte der Armen, die oft gezwungen sind ihr Land kurzfristig nach Nahrung und Energie auszubeuten.

Gerechte Verteilung heißt nicht nur weniger der endlichen Ressourcen zu verbrauchen. Es schließt auch aus, dass man sich der Bequemlichkeiten und Luxusgüter erfreut, für die andere den versteckten Preis für die Schädigung der Umwelt zahlen müssen, nämlich mit Giften zu leben, die zu ihrer Produktion benötigt werden und die Verschmutzung durch ihren Gebrauch und die Entsorgung.

Ethos der Kirche bedeutet Ehrfurcht vor der Materie – der Welt um uns, anderen Geschöpfen, unserem eigenen Körper. Man kann diese Haltung im Gebet der Kirche kaum Übersehen: wir bekreuzigen uns, wir verehren Ikonen, wir kommunizieren Christus Selbst in der Eucharistie. Aber es scheint recht einfach zu sein das alles mit einer Geringschätzung der Materie im nicht-liturgischen Bereich zu verbinden, sogar in der Kirche: so wird das Wasser gesegnet und dann trinken wir es aus Plastikbechern, die anschließend auf den Müll geworfen werden! Was die Kretakonferenz verlangt ist einfach eine durchgängige Haltung des Respekts in allen unseren Handlungen, die die Welt betreffen. Wir können nicht erwarten, dass wir in unserer Umwelt keine Spuren hinterlassen. Wir können wählen, ob sie unsere Gier und Hässlichkeit – die Berge gebrauchter Verpackung, die verseuchten Flüsse mit ihren toten oder mutierten Fischen, die kahlen erodierten Berghänge – widerspiegelt, oder ob wir sie in einer Weise nutzen, dass das Werk Gottes sich in unserem durch seine Schönheit zeigt. Die Kretakonferenz erkennt an, dass die kirchliche Gemeinschaft die Führung Übernehmen sollte diesen Ethos der Kirche sichtbar zu machen und macht eine Reihe von Vorschlägen:

•   Programme christlicher Umwelterziehung auf allen Ebenen zu initiieren.

•   Gemeinden sollen sich örtlich engagieren: z.B. Recycling-Programme organisieren,
       für Energiesparen in Gebäuden und für weniger autofahren werben.

•   Ausbildungsprogramme organisieren, die die Bandbreite
       von der Theologie bis zu Umweltwissenschaften abdecken,
       um die Kirche bei ihrem weiteren praktischen Engagement
       für die Umwelt und in der Bioethik zu unterstützen.
       Hier sollten sich sowohl Kirchenmitglieder als auch nicht-orthodoxe Experten
       in den wissenschaftlichen und ökologischen Themen engagieren.

•   Die orthodoxe Jugend dazu aufrufen, die Initiative für Umweltprojekte zu ergreifen.

•   Praktische Schritte wie diese sind wesentlich, wenn auch begrenzt.
       Die zu Grunde liegende Botschaft muss deutlich werden:
       „die Kirche sollte ihren eigenen Gläubigen, wie auch der übrigen Welt,
       wieder diese einfache, doch erfüllte Art des Lebens anbieten.
       Die Menschheit braucht um der Umwelt willen eine einfachere Art des Lebens,
       ein erneuertes asketisches Denken.“


Die Autorin, Dr. Elizabeth Theokritoff, ist orthodoxe Theologin und Schriftstellerin aus England. Sie war Schriftführerin der orthodoxen Bruderschaft von St. Alban und St. Sergius. übers.: G. Wolf
.


In der all-orthodoxen "BOTSCHAFT der VORSTEHER der HEILIGEN ORTHODOXEN KIRCHEN" vom 15. März 1992 werden die Gläubigen der Orthodoxie in aller Welt aufgerufen, den 1. September eines jeden Jahres, den Tag des Anfangs des Kirchenjahres dem Gebet und dem Flehen für die Rettung der Schöpfung Gottes und dem Erreichen jener Haltung zur Natur zu widmen, welche die Göttliche Eucharistie und die asketische Tradition der Kirche gebieten.

Bereits 1990 hatte der höchstgeweihte NIKODEMOS, Metropolit von Patras entsprechende Texte für die Gebetsordnung entworfen, die wir in der Folge in Ausschnitten widergeben:


Welch staunengebietendes Wunder,
der Weisheit Gottes überwältigend schönes Kunstwerk,
die sichtbare Schöpfung,
die mitteilt die Herrlichkeit des allmächtigen Schöpfers des Himmels und der Erde,
der alles Sichtbare und Unsichtbare durch Sein Wort vollbrachte.
Herr, wie sind Deine Werke so gross,
rufen wir Gläubigen und verherrlichen Dich,
Anfangloser !

Wie schön sind deine wunderbaren Werke,
Christos, Logos des Vaters und wirkende Weisheit,
ewig von Anfang an.
Das Weltall ist durch Dich,
durch allmächtige Anordnung geworden.
Alle Erdgeborenen sind erfüllt von Deinen Gaben.
Herr, wie sind Deine Werke so gross,
rufen wir ehrfürchtig und preisen Deine Macht !

In dem durch Deine göttliche Unterweisung gelernten Gebet ,
lasst uns täglich dem Schöpfer zurufen:
Vater unser,
der Du im Himmel wohnst,
gib uns das tägliche Brot.
Heile unsere Fehler,
gib uns Weisheit und Besonnenheit,
nur das Nötige zu nehmen,
mit diesem Geschenk uns zu begnügen
und nicht zu übertreten
die Grenzen der von Dir geschaffenen Natur.



 

.

Idiomela zur Liti am 1. September aus der

"Ordnung des Bittgottesdienstes
zu unserem menschenliebenden Gott und Retter
Jesus Christus
für unsere Umwelt
und den Wohlbestand der ganzen Schöpfung"

von
Vater GERASIMOS (Mikrayannanitis)
Mönch vom Heiligen Berge Athos
im Dezember 1991

 

Der Du im Anfang das Weltall geschaffen
und einem jeglichen die entsprechende Ordnung gesetzt,
verachte nicht die Werke Deiner Hände,
sondern schau mit barmherzigen Augen vom Himmel,
Herr,
nach diesem Weinberg
und bereit’ ihn nach Deinem Willen,
wend’ ab von ihm jeglichen schädlichen Gedanken und jeden Zerstörer,
denn Du bist unser Hirte und Retter und Heiland, und von Dir empfangen wir
die Hilfe in Erbarmen und Mitleid
und preisen Dich, o Herrscher.

Der Du den Ort der Erde umschanztest,
Herr,
und ihn auch mit Schutz umkleidet hast,
rette, Herrscher, vor Schaden und Zerstörung seinen Bestand,
denn Du bist der Stärke Hort und Quell’ des Lebens,
und auf Deinen Wink, Herr, dient und fügt sich alles Dir gehorsam,
daher zeig’ uns Dein Erbarmen,
wend’ ab von uns jegliches Unheil
und rette unsere Seelen,
Du Menschenliebender.

Nimm die Geißeln hinweg und Untergang,
die drohend über uns schweben
wegen unserer vielen Vergehen,
Herr,
denn gesündigt haben wir,
gefehlt und uns von Dir entfernt,
dem Widerwärtigen haben wir uns verschworen und zugesellt;
aber rett’ uns,
Herr,
vor kommenden Gefahren,
und der Erde Bestand behüt’
ohn’ Schad’, lass’ gleichmäßig die Winde wehen
und stetig die Wasserwellen fließen
zu unsrer Pfleg’ und Rettung,
Menschenliebender.

Ehre ...

Doxastikon:

Der Du der Erden Kreis erfüllst
und ihren Grund befestigst nach des Propheten Wort,
nimm an von uns,
o Herr,
die flehentlichen Bitten
als unser Pfleger, Fürsorg und Heiland;
denn wir sind Dein Volk
und Schafe Deiner Weide,
und aus den erwarteten Gefahren wirst Du uns erretten
durch Dein unendliches Erbarmen;
nun, Herr,
zermalm’ uns nicht,
lass’ Deine Güte siegen
über die Menge unserer Vergehen,
damit wir alle rühmen
Deines Erbarmens Meer.

Jetzt ...

Theotokion:

Vor allen Gefahren
Deine Herd’ behüt’,
gepriesene Gottesgebärerin,
auf dass wir rühmen
die Hoffnung unsrer Seelen.

Idiomela zur Liti am 1. September nach der "Ordnung des Bittgottesdienstes zu unserem menschenliebenden Gott und Retter Jesus Christus für unsere Umwelt und den Wohlbestand der ganzen Schöpfung" von Vater GERASIMOS (Mikrayannanitis), Mönch vom Heiligen Berge Athos, † im Dezember 1991.


Zum downloaden stellt die Gebetstexte dankenswerterweise der St.-Andreas-Bote der Münchner Gemeinde des Bayrischen Vikariates der Metropolie von Deutschland und Exarchats von Zentraleuropa des Oekumenischen Patriarchats (Konstantinopel) zur Verfügung:

download des vollständigen Gebetstextes

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Prof. Dr. Georgios I. MANTZARIDIS - Professor an den Universitäten THESSALONIKI und MÜNCHEN

Die ÖKOLOGISCHE KRISE

Dankenswerterweise wurde dieser hochaktuelle und trotzdem voll aus den originären Urquellen der orthodoxen Tradition schöpfende Beitrag dem Andreas-Boten (München) vom Autor zur Verfügung gestellt. Basierend auf der griechischen Ausgabe des Buches von Professor Mantzaridis "Christliche Ethik" ist der Inhalt Teil der Vorlesung "Grundlinien christlicher Ethik", die er im Sommer-Semester 1997 an der Ludwig-Maximilian-Universität in München gehalten hat.

Die ökologische Krise spiegelt die innere Krise des Menschen wieder, der alles tut, um die Vollkommenheit als Person zu erreichen, aber daran scheitert. Dieses Scheitern ist nicht zufällig, sondern entspringt seiner falschen Auffassung über das, was seine Vollendung als Person ist. Die Person (Hypostase) wird nicht durch die Konfrontation mit dem "was nicht Ich ist" zur Vollendung geführt, sondern vielmehr durch die Einheit mit allem "ad intra". So ist die wirkliche Vollkommenheit für den Menschen sein gnadenhaftes ähnlichwerden mit der vollkommenen Person, Gott, der "das ganze Sein in sich faßt".

Im Hintergrund der ökologischen Krise steht das Verlangen des Menschen, mit allen Mitteln die Vollkommenheit zu erlangen, ohne jedoch den Willen Gottes zu berücksichtigen oder persönliche Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen. Die Geschichte von der Ursünde im Alten Testament stellt diese Wahrheit deutlich dar. Der Mensch, das göttliche Gebot verachtend, ißt vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen und spürt seine Nacktheit. Im folgenden übernimmt er nicht etwa die Verantwortung für sein Tun, sondern wälzt diese ab: "Die Frau die du mir beigegeben hast, sie hat mir von dem Baum gegeben und ich aß", oder "die Schlange hat mich verführt" . Adam distanziert sich von Gott und seinem Nächsten und schiebt ihm die Schuld für seine Taten zu, Eva wiederum beschuldigt die Schlange.

Ein jeder von uns wiederholt die Ursünde durch sein egozentrisches Tun und die Weigerung, Verantwortung für das in der Welt angehäufte Böse zu übernehmen. Indem wir unser Selbst allem "was nicht Ich ist" gegenüberstellen, werden wir unfähig, den Nächsten und die Umwelt zu lieben. Diese Sünde bildet die Grundursache und die zentrale Achse der ökologischen Krise.

Die ökologische Krise ist kein selbständiges Phänomen, sondern verbindet sich unmittelbar mit dem persönlichen und gesellschaftlichen Leben des Menschen. Sie offenbart die Krise seiner Gesinnung und seiner Moral, seiner Wissenschaft und seiner Technologie, seiner Wirtschaft, seiner Politik, seines Rechtes und seiner Religion. Sie ist der äußere Ausdruck der inneren Krise des Menschen, wie auch aller seiner Taten und Handlungen. Die ökologische Krise kann als Metastase der geistigen und moralischen Krise vom Menschen zur Schöpfung, vom Mikrokosmos zum Makrokosmos charakterisiert werden.

Der Mensch, als eine "große Welt im kleinen" , umfaßt die ganze Schöpfung in seiner natürlichen Konsistenz. Gleichzeitig ist er berufen, als ein Geschöpf "nach dem Bild und der ähnlichkeit Gottes" , die ganze Schöpfung durch sich selbst dem Schöpfer darzubringen. Er ist berufen, das Geschaffene mit dem Ungeschaffenem zu verbinden .

Das Geschaffene ist seiner Natur nach wandelbar; die erste Wandlung ist seine eigene Entstehung. Es ist also unvermeidlich, daß sich das Geschaffene immer entweder auf dem Wege zum schlechteren oder zum besseren befindet. Das einzige Geschöpf aber, das die Richtung dieser Wandlung letztendlich entscheiden kann, ist der sich selbst bestimmende Mensch . Sein Gang führt zur Entwicklung und Vollendung, aber auch zu Dekadenz und Verderbnis.

Kriterium, von dem die Richtung dieser Wandlung des Menschen und der ganzen Natur von Anfang an abhing, ist die Beziehung des Menschen zur Welt. Diese Beziehung wird durch die Fähigkeit zu verzichten kontrolliert. Deswegen wird das Fasten in der orthodoxen Tradition als ein "Lebensgebot von gleichem Alter wie die menschliche Natur" bezeichnet . Das Gebot Gottes für den Menschen war: "Von Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon ißt, wirst du sterben" . Die vernünftige Benutzung der Schöpfung ist also mit dem Fasten verbunden. Das Fasten, das das Wissen um die Abhängigkeit von Außen aktualisiert, ist zugleich Ausdruck des Gehorsams und bedeutet, daß der Mensch bereit ist, Gott ähnlich zu werden, indem er seine eigene Geschaffenheit anerkennt; indem er auch akzeptiert, daß ihm "das Sein verliehen ward" . Dagegen drückt die unvernünftige Benutzung der Schöpfung Ungehorsam aus und leugnet die Tatsache der Geschaffenheit des Menschen. Dies führte den Menschen zur Entfremdung von Gott.

Die ökologische Krise ist auf die Entfremdung des geschaffenen Menschen vom ungeschaffenen Gott zurückzuführen; auf die Trennung nämlich der Seienden von dem wirklichen Sein und damit der Quelle des Lebens. Daraus entspringt außerdem jede menschliche Krise und alles Böse. Wie Basileios der Große schreibt, "das ist das Böse: die Entfremdung von Gott" . Diese Entfremdung führt den Menschen zum Gegensatz zur Welt und zu sich selbst.

Alle Geschöpfe, zusammen mit dem Menschen, sind Werke des göttlichen Willens. Alle Geschöpfe, außer dem Menschen, sind absolut dem Willen Gottes unterworfen, da sie sein Wort vollbringen . Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das den Willen Gottes zu übertreten vermag und sich unabhängig von Ihm bewegen kann. Da er aber selbst aus dem göttlichen Willen hervorging, bereitet bereits das übertreten desselben eine Krise in seiner Hypostase; es verfälscht und vernichtet sie. "Ich bin im Schlamm der Sünden verstrickt und meine Hypostase ist verloren", schreibt ein Hymnendichter der Kirche . Darin besteht auch die Identitätskrise des Menschen.

Der Mensch existiert und agiert als Mensch nur in Zusammenhang mit und in Bezug auf seinen Schöpfer. Seine Hypostase bekommt Sinn und Inhalt, wenn sie sein Urbild annimmt und ausdrückt, wenn sie mit dem göttlichen Willen in Einklang kommt. Die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der harmonischen Beziehung des Menschen zu sich selbst, seinem Nächsten und der Welt kann deswegen nur im Rahmen seiner harmonischen Beziehungen zu Gott, der die Liebe ist, verstanden werden.
Diese These scheint vielleicht sehr theoretisch oder gar utopisch. Das hat seinen Grund darin, daß die rechte Sicht des Menschen und der Natur verloren gegangen ist. Wenn die Natur und der Mensch jeweils für sich betrachtet werden, ohne jede Verbindung oder Bezug zu der Ursache ihrer Existenz, so scheint folglich auch die Zurückführung des Bösen auf sein wahres Prinzip merkwürdig oder unangemessen. Wenn nun aber der Mensch und die Natur in Verbindung und in Bezug zu Gott betrachtet werden, bekommen die Dinge wieder ihre wirklichen Dimensionen. In diesem Fall erhalten selbst die für die Sinne unangenehmen und schmerzlichen Erfahrungen einen positiven Charakter und dienen der Realisierung des menschlichen Ziels.

Die ökologische Krise als anthropologische Konsequenz kann nur durch den Menschen und im Menschen selbst angemessen angegangen werden. Ohne eine Veränderung des Menschen kann keine Veränderung in der Entwicklung der Ökologie stattfinden. Wenn der Mensch die ökologische Krise nicht in Verbindung mit seiner geistlichen und moralischen Krise sieht, Übersieht er ihre wahren Dimensionen und bleibt unfähig, ihren eigentlichen Sinn zu erfassen. In diesem Fall erweisen sich auch die Maßnahmen, die er für den Umweltschutz ergreift, gleich wie nützlich sie auch erscheinen mögen, als oberflächlich oder sogar als verlogen, weil sie die Wurzel der Krise nicht treffen.

Hier muß sich die Stimme der Kirche erheben. Ziel der Kirche ist natürlich nicht, mit den staatlichen Verwaltungen in Konkurrenz zu treten oder deren Leistungen zu ergänzen, und das noch mit den geringen Möglichkeiten und den wenigen Mitteln über die sie verfügt. Die Kirche besteht nicht, um dem Staat zu dienen, sondern den Menschen das zu bieten, was weder der Staat noch irgend eine andere weltliche Einrichtung zu bieten vermögen. Nur dann versucht die Kirche sich mit weltlichen und kalkulierbaren Leistungen zu messen, wenn sie ihr Selbstbewußtsein verliert oder wenn sie an die Bedeutung ihrer Mission nicht mehr glaubt. Ziel der Kirche ist die Erneuerung der Schöpfung, die Sünde und Tod besiegt; eine Erneuerung nämlich, die Verheißung ist, und die doch schon im täglichen Leben anwesend bleibt. Es ist eine Erneuerung, die den Menschen geistig regeneriert und sein Ethos und sein Verhalten gegenüber der Welt und den Dingen der Welt verwandelt. Eine Erneuerung, die eine andere Lebensqualität bewirkt.

Der Mensch findet mit dem Glauben an Gott und der Erfüllung Seiner Gebote sein wahres Sein und seine rechte Beziehung zu seinem Nächsten und der Welt. Er nimmt an der Liebe Gottes teil und achtet darauf, daß er keinesfalls seinem Nächsten schadet oder die Dinge der Welt schlecht anwendet. Es ist bemerkenswert, daß die Kirche zu einer Zeit, als keine Rede von ökologischer Krise oder ökologischen Problemen war, das gute Gewissen des Menschen in unmittelbarer Verbindung zur Umwelt sah. So schreibt der hl. Dorotheos über die Position des Gläubigen gegenüber den Dingen folgendes: "Richtiges Gewissen des Menschen gegenüber den Dingen bedeutet, daß er keinen Mißbrauch von diesen macht, er nichts von diesen zerstört oder wegwirft. Auch dann, wenn er sieht, daß etwas von diesen Dingen weggeworfen wurde, übersieht er es nicht, selbst wenn es unbedeutend ist, sondern bringt es wieder an seinen Ort" . Und der hl. Isaak der Syrer schreibt: "Ein barmherziges Herz bedeutet ein Herz, das für die ganze Schöpfung brennt, das heißt für Menschen und Vögel, für Tiere und Dämonen und für ein jedes Geschöpf" .

Die Bekämpfung der ökologischen Krise darf nicht als eine allgemeine und abstrakte Angelegenheit betrachtet werden. Es ist nicht etwas, was auf eine unbestimmte Art die Menschheit oder die Menschen betrifft, sondern jeden einzelnen, aber auch alle zusammen. Wenn wir uns unserer persönlichen Verantwortung für die Krise, die in uns selbst und um uns herum stattfindet, nicht bewußt werden, dann können wir der ökologischen Krise auch nicht richtig gegenübertreten. Dieses Bewußtwerden ist eine Frage, die nicht nur die persönliche Sensibilität, sondern auch die soziale Erziehung betrifft. Um so mehr betrifft sie die Erziehung, für die die Kirche zuständig ist. Es ist eine Frage der Metanoia, der Umkehr des Menschen zu seiner richtigen Beziehung zu Gott, der Welt und den Dingen der Welt. Wenn diese Erziehung entgleist ist, wie heute oft der Fall, dann wird auch die Sensibilität der Personen abgestumpft.
In einem Hymnus der Orthodoxen Kirche heißt es: "Ich bin Gift für die Luft, die Erde und das Wasser geworden" (13a). Die Vergiftung der Umwelt spiegelt die innere Vergiftung des Menschen wieder. Und diese Vergiftung beginnt beim Geist des Menschen. Er ist es, der zuerst mit leidenschaftlichen Sinngehalten vergiftet wird; deswegen wird der Geist des Menschen als "erstleidend" bezeichnet (14). Diese leidenschaftliche Sinngehalte, die aus Sinngehalten und Leidenschaften zusammengesetzten Gedanken (15), nämlich die Obsession der Gier und Selbstsucht, führen zum Mißbrauch der Welt und ihrer Dinge. Ohne Reinigung des Geistes von diesen leidenschaftlichen Sinngehalten kann keine rechte Beziehung des Menschen zur Welt und ihren Dingen in Gang kommen. Wenn das übel nicht im Geist des Menschen angegangen wird, kann es keine wirkliche und zukunftsfähige Hilfe geben. Alle anderen Bemühungen, so sehr sie auch nützlich oder praktisch scheinen, sind in der Tat äußerlich und oberflächlich, weil sie die Wurzel des übels, das heißt die schlechte Beziehung des Menschen zur Welt und den Dingen der Welt nicht erreichen.

Wichtig ist auch eine vermehrte Aufnahme der ökologischen Krise in alle menschlichen Handlungsbereiche: in die Wissenschaft, in die Kunst, in die Wirtschaft, in die Politik usw. Weil diese Krise keine bestimmten Länder oder Gebiete der Erde betrifft, sondern die gesamte, ist eine internationale Zusammenarbeit und Koordinierung der Bemühungen erforderlich. Die Wiederherstellung einer Balance zum friedlichen Zusammenleben der Menschen, die Förderung guter Beziehungen in Wirtschaft und ökologie, die Vermeidung von Verschwendung bei der Nutzung von Energie, die Kontrolle der unbesonnenen Entwicklung der Technik - besonders der Biotechnik, die unvorhersehbare Folgen haben kann -, die Ergreifung von Maßnahmen zur Begrenzung der Umweltverschmutzung, der Tier- und Pflanzenschutz und anderer ähnlicher Themen bedürfen institutioneller Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene.

Die Bemühungen, die bis heute gemacht wurden, haben keine befriedigenden Ergebnisse erbracht. Und das ist nicht paradox, denn die Ursache des übels befindet sich hier nicht in den verschiedenen Aktionsgebieten des Menschen. Sie befindet sich weder in der Wissenschaft oder Technik, noch in der Wirtschaft - mögen noch so viele sie als Umweltzerstörer ansehen - auch nicht in der Politik, hat diese sich wegen auch noch so vieler Fehler oder Versäumnisse zu verantworten. Die Ursache des Übels befindet sich auch hier im menschlichen Geist, der dies alles lenkt. Und dieser Geist wird durch die eindimensionale Ideologie der Wirtschaftsentwicklung geprägt, die mit religiöser Demut auf allen Längen und Breiten der Erde, im Osten und im Westen, in Ländern des Sozialismus’ und des Kapitalismus’, in den sogenannten Industriestaaten und der Dritten Welt angenommen und kultiviert wurde.

Diese Ideologie hatte vernichtende Folgen für den Menschen und die Welt. Die Entwicklung der Wirtschaft, die mit der Entwicklung im allgemeinen identifiziert wurde, schwang sich in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts zu einem universalen Ideal hinauf, an das alle Mensch als Ziel ihres Lebens glaubten und es vertraten. Der Glaube an eine eindimensionale Entwicklung, der zu einem großen Teil den religiösen Glauben ersetzte, erzeugte ein falsches Gefühl der Hoffnung, daß alle Probleme des Menschen endgültig lösbar seien und schuf dementsprechend eine eindimensionale Entwicklungsethik. Diese Ethik behielt die Oberhand, weil sie messianischen Charakter annahm, und als Antiethik funktionierte für die je nach Ort unterschiedlichen Ethiken der Völker.

Diese Ethik der eindimensionalen Entwicklung, frei von jeder Religions-, Gefühls-, Traditions-, oder auch Wertegrundlage, schaffte es, die Menschen auf der Ebene der wirtschaftlichen Zielsetzung zu verbinden. Dies ist das niedrigst mögliche Niveau auf das die Menschen fallen können, einer vom anderen getrennt bleibend. All die tiefsten Schichten des menschlichen Gewissens zur Seite schiebend und uninteressiert für sein kollektives Selbstbewußtsein und seine soziale Tradition, setzt sie alles auf die Ebene der Zweckrationalität, mit der die Wirtschaft funktioniert. Im Rahmen einer solchen Ethik zeigt es sich, daß zu Gunsten des Gewinns alles, was auch immer, geschehen kann. Das führt wiederum dementsprechend zur Reduzierung des Menschen auf wirtschaftliche Dimensionen und zu seiner ethischen und geistlichen Verstümmelung. Wert hat nur, was finanziellen Charakter hat und zählbar ist. Und man bemüht sich sogar, auch die natürlichen Schönheiten in zählbare finanzielle Werte zu übersetzen. Das paradoxe daran ist, daß diese Haltung selbst zum Schutz der Umwelt vertreten wird. Das Ideal der Entwicklung der Wirtschaft ist auch in sich selbst aus vielen Aspekten betrügerisch. Das heißt natürlich nicht, daß die vielen Vorzüge die sie für ein komfortables und freieres Leben bietet, in Frage gestellt werden müssen. Diese Vorzüge allerdings haben auch ernste Nebenwirkungen, die in naher Zukunft sich als katastrophal herausstellen können. Heute sucht der Mensch ausschließlich Leichtigkeit, Bequemlichkeit und Genuß, während er gleichzeitig den Wert der Anstrengung, der Geduld und des Opfers, jene Voraussetzungen für seine ethische und geistliche Entwicklung, vergißt. Diese Lebensart birgt die Verschmutzung seines Geistes und die Vergrößerung seiner leidenschaftlichen Sinngehalte und Gefühle.

Vor etwa zwanzig Jahren fand in Moskau ein wissenschaftlicher Kongreß über die Gründe der ökologischen Krise statt, bei dem auch der hochgeehrte Kapitsa anwesend war. Während der Dauer des Kongresses blieb er schweigsam. Als dann der Kongreß sich dem Ende zu neigte und der Vorsitzende sich zu einer Zusammenfassung anschickte, ersuchte Kapitsa um das Wort und sagte: "Sehr geehrter Vorsitzende, sehr viele interessante Dinge über verschiedene Ursachen der ökologischen Krise konnten wir während dieser Tage hören, doch wir hörten gar nichts über deren wahre Ursache." Und auf die Frage des Vorsitzenden, welche diese denn sei, antwortete er: "Der Geist des Menschen."

Wenn wir uns nicht darum sorgen, unseren Geist von den andauern anwachsenden Verschmutzungen durch leidenschaftliche Sinngehalte zu reinigen, können wir unsere Umwelt nicht sauber machen. Wie kann jedoch diese Reinigung des Geistes von den leidenschaftlichen Sinngehalten und Phantasien realisiert werden?

Der hl. Maximos der Bekenner bemerkt: Es gibt das Ding, den Sinngehalt und die Leidenschaft. Das Ding ist z.B. der Mann, die Frau, das Gold usw. Der Sinngehalt ist die einfache Erinnerung an eines von diesen. Die Leidenschaft ist die unüberlegte Liebe oder der urteilslose Haß zu einem davon. Der leidenschaftliche Sinngehalt ist schließlich der Sinngehalt, der aus Leidenschaft und Sinngehalt zusammengesetzt wird. Wenn die Leidenschaft vom Sinngehalt getrennt wird, bleibt der einfache Sinngehalt übrig (16).
Die Voraussetzungen für die richtige Einstellung des Menschen zur Welt ist also die Reinigung des Geistes und der Sinngehalte des Menschen von den Leidenschaften. Sie ist nämlich die Wiederherstellung des reinen Geistes und der reinen Sinngehalte. Je mehr der Mensch seinen Geist und seine Sinngehalte von Leidenschaften trennt, desto richtiger verhält er sich selbst zur Welt und ihren Dingen. Um es zu schaffen, braucht man Askese und selbstlose Liebe, die die ganze Schöpfung umarmt. Man braucht auch eine dem asketischen Geist und der wahren Liebe gemäße Erziehung. Dies ereignet sich sowohl auf persönlicher als auch auf kollektiver Ebene. Um dies zu verwirklichen, bedarf es der Askese und der Liebe gegenüber den Dingen, die die ganze Schöpfung umarmt. Es bedarf auch einer Erziehung, in übereinstimmung mit dem Geist der Kirche, die Verantwortung und Sozialgefühl kultiviert.

Heutzutage ist unsere Stellung gegenüber der Umwelt eindeutig schizophren. Auf der einen Seite sehen wir die Gefahren und ergreifen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt, während wir auf der anderen die Augen verschließen und die positiven Maßnahmen, die unternommen werden so untergraben. Das Interesse an der Umwelt ist nicht nur mit der Sorge um die essentielle Reinheit und die wahre Liebe verbunden, sondern geht auch mit der systematischen Bemühung um eine Infektion des menschlichen Geistes mit leidenschaftlichen Sinngehalten und Phantasien einher. Das Hauptziel des Interesses, das international hervorgerufen wird, ist der finanzielle Gewinn. Für seine Verfolgung werden die Begriffe der Personen und der Dinge, also die Sinngehalte der Menschen, mit verschiedenen Leidenschaften und Phantasien verbunden. Es reicht, an die tagtägliche Werbung zu denken.

Ihr Ziel ist nämlich nicht, die Dinge bekannt zu machen oder ihre Nützlichkeit aufzuzeigen, sondern ihre Sinngehalte mit irrationalen und urteilslosen Sehnsüchten, die die Menschen reizen, zu verbinden, um ihn zum Konsum zu verführen. Selbst da, wo der Schutz des Staates eingreift, bleibt die Vergiftung der Sinngehalte unvermindert. Das sieht man zum Beispiel bei der Zigarettenwerbung; Dort, wo ausdrücklich steht, "Rauchen gefährdet die Gesundheit", sieht man freundliche und kerngesunde Personen, die in einer angenehmen Umgebung Zigaretten rauchen. So wird die Schönheit, die Sorglosigkeit, die Gesundheit, die freundliche Umgebung mit der Leidenschaft des Rauchens verbunden.

Es ist nicht möglich eine saubere Umwelt zu haben, wenn wir unseren Geist und unsere Phantasie dem vielgestaltigen Schmutz aussetzen. Es ist Heuchelei, wenn wir unsere Umwelt vor dem Müll schützen und unseren Geist unter einem Haufen Unrat begraben. Wir glauben, wir seien Praktiker, wenn wir das tun was sichtbar ist, und Utopisten, was nicht sichtbar ist. Dies ist ein großer Fehler. Das Christentum ist nicht utopistisch, sondern praktisch. Es schwebt nicht in der Luft, sondern wird selbst die reine Luft, der Geist, der weht und der das Leben und unsere Atmung möglich macht. Deshalb müssen wir die vielseitigen und vergiftenden Handlungen, die rings um uns vorgenommen werden, mißbilligen. Es ist nötig, daß wir uns der Vergiftung unserer Gesellschaft im Namen der Information mit unserem eigenen Beitrag widersetzen. Es ist Zeit den Kanälen der verdorbenen Angebote die Schätze der christlichen Tradition entgegenzustellen.

Die Zeit bleibt nicht stehen. Wenn der Mensch nicht schnellstens mithilft, seinen Verstand und seine Sinngehalte zu reinigen, wenn er nicht Selbstenthaltung und wahre Liebe gelehrt wird, wenn er nicht in die rechte Beziehung geführt wird, mit der Welt und ihren Dingen, die richtige Beziehung zu Gott aufzubauen, kann es keine grundlegende Veränderung in der ökologischen Frage geben. Damit dieses jedoch geschieht, müssen wir die Wahrheit, die uns die Kirche darbringt, nutzen, und auf sie unser persönliches und soziales Leben stützen.

hier aus:
St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217;
gerhard.wolf@t-online.de
 


8. September (21.9.)

To GENETHLION tis IPERAGIAS DESPINIS IMON, THEOTOKOU kai AEIPARTHENOU MARIAS (gr.)
ROSHD. PRESW. BOGORODIZ. (slaw.)
Naşterea Maicii Domnului (rum.)

G E B U R T
der Allerheiligsten Gottesgebaererin
und steten Jungfrau Maria

Deine Geburt,
Gottesgebärerin,
hat Freude verkündet
der ganzen Welt.

Denn aus dir ist aufgestrahlt
die Sonne der Gerechtigkeit,
Christos unser Gott.

Da Er löste den Fluch,
gab Er den Segen.
Da Er überwand den Tod,
gab Er das ewige Leben.

Festtagsikone russisch 17.Jhdt.

Texte und Predigten zum Fest ...

 

Das apokryphe Protoevangelium des Pseudo-Jakobus erzählt, dass Joachim und Anna lange kinderlos waren und darunter sehr litten. Ihre Gebete wurden intensiver, Joachim fastete in der Wüste, Anna im Haus. Da verhiess ihnen ein Engel des Herrn gesegnete Nachkommenschaft.
 

Das Geburtsfest der Gottesgebärerin wurde in Konstantinopel bereits im 6.Jhdt. gefeiert.
Seinen Ursprung hat es vermutlich in der Kirchweihfeier der Kirche der Hl. ANNA in Jerusalem, die im 5.Jhdt. errichtet worden ist.
 

Als erster Fest innerhalb des Kirchenjahres weist es voraus auf die Feier der Geburt Christi.
Zum Thema gemacht wird Gottes Heilsplan,
der
wieder einmal
die scheinbare Hoffnungslosigkeit der Menschen
durch Sein Geschenk
zu freudigem Triumph verwandelt.

Nicht durch menschliche Leistung "verdienen wir uns Erlösung",
sondern allein durch Gebet um göttliche Gnade,

die dann als Wunder in unser pseudo-objektives Umfeld einbricht,
und es verherrlicht (=dem "Herrn" ähnlicher macht).

Die Gebete des heutigen Tages behandeln wie das erwähnte apokryphe Protoevangelium,
das auch Grundlage unser Festtagsikone ist,
die Kernaussage des Festes:


Es geht um unsere menschliche Natur als solche:

Durch unsere Sünden unfruchtbar geworden,
so dass sie in keiner Weise mehr aus sich selbst heil werden kann,
hat sie -durch Fasten und Beten gefördert- dennoch Teil an Gottes Heilswerk.

Den Menschen wird die Gottesgeburt zuteil,
dadurch dass Gott Selbst Sich unser in Seiner annimmt und unsere Unfruchtbarkeit im Irdischen
zu Fruchtbarkeit im Heilsgeschehen wandelt.

 

Joachim und Anna
wurden von der Schmach der Kinderlosigkeit befreit,
Adam und Eva,
befreit von der Verwesung des Todes
durch deine Geburt.

Erlöst von der Schuld der Verfehlungen,
feiert dies dein Volk,
o Allreine,
und ruft dir zu:
"Die Unfruchtbare gebiert die Gebärerin Gottes,
die Nährerin unseres Lebens".


Heute
wird nach Gottes Willen
aus einer Unfruchtbaren geboren Maria,
die Jungfrau und Mutter Gottes
das unbetretbare Brautgemach
des himmlischen Bräutigams,
bestimmt zum Gefährt des Wortes Gottes.
Deshalb wurde sie vorausersehen
als göttliche Pforte und Mutter des Lebens.

 

 

Texte und Predigten zum Fest:
Geburt unserer hochheiligen Herrin, der Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria

(8. September) 

Den Reigen der zwölf Hochfeste eröffnet das Fest der Geburt Mariens.

Im Unterschied zu allen anderen Heiligen, deren Feste in Anlehnung an die Martyrerverehrung an ihrem Todestag, ihrem Geburtsfest für den Himmel, begangen werden, feiert die Kirche den Tag der Geburt Mariens — wie auch den des Wegbereiters und Täufers Johannes —, weil bei ihrem Eintritt in die Welt der Menschheit ein heilsgeschichtlicher Neubeginn geschenkt wurde. Nach dem Verständnis der heiligen Schrift ist in den Anfang bereits das Ganze und seine Vollendung keimhaft hineingelegt.

Das Geburtsfest Mariens ist das erste der Feste in dem am 1. September beginnenden Kirchenjahr, dem „Jahreskranz der Güte Gottes“. So soll deutlich werden, dass dieses Fest über alle historischen Erinnerungen hinaus als Markstein in der Heilsgeschichte verstanden werden will. In Mariens Geburt liegt der Beginn des ganzen Heils und der Ausblick auf seine Vollendung. 

Im Weihefest der Kirche der heiligen Anna in Jerusalem ist der Ursprung dieses Festes zu suchen. Die Jerusalemer Gemeinde hatte im 5. Jahrhundert an dem vermeintlichen Ort, wo das Haus von Joachim und Anna gestanden haben soll, eine Kirche errichtet. Sie stand über einer Wohngrotte, die als Geburtsstatte Mariens verehrt wurde.
Im 6. Jahrhundert gelangte das Weihefest der Kirche als Fest der Geburt Mariens nach Konstantinopel und von dort im 7. Jahrhundert nach Rom und ins Abendland. Die heutige Kirche der Hl. Anna, in der Nahe des Stephanustores gelegen, das die Palastinenser auch Marientor nennen, wurde um 1142 von den Kreuzfahrern erbaut. Sie ist wohl die schönste Kirche Jerusalems und erhebt sich über einer Krypta, die seit byzantinischer Zeit als Geburtsort Mariens im Wohnhaus Joachims und Annas bezeichnet wird. Die Kirche liegt direkt neben dem im Johannes-Evangelium erwähnten Teich Bethesda (Haus des Erbarmens), auch Schafteich genannt, weil dort die Schafe für die Opfer im Tempel gewaschen wurden.
Dort heilte Jesus am Sabbat einen seit 38 Jahren gelähmten Mann (Joh 5,2-9).

Die Lokalisation der Wohnung Joachims am Schafteich geht wohl auf die Bemerkung des Protoevangeliums des Jakobus zurück, dass der Vater Mariens Schafhirt gewesen sei. Dieses um die Mitte des 2. Jahrhunderts entstandene apokryphe Kindheitsevangelium, das durchaus historische Begebenheiten verarbeitet, dient der Verherrlichung Mariens; es überliefert auch die Namen ihrer Eltern und erzählt folgendes von ihrer Empfängnis und Geburt:

Als der grosse Tag des Herrn nahte und die Kinder Israels ihre Opfergaben darbrachten, traten sie vor Joachim, und Ruben sprach zu ihm: Es ziemt dir nicht, deine Opfergaben als Erster darzubringen; denn du hast in Israel keine Nachkommen erzeugt! ...

Da wurde Joachim sehr traurig und er zeigte sich seiner Frau nicht, sondern begab sich in die Wüste; dort schlug er sein Zelt auf und fastete vierzig Tage und vierzig Nächte. ...

Anna, seine Frau, stimmte indessen ein zweifaches Klagelied an und erhob ein zweifaches Jammern: Meine Witwenschaft will ich bejammern und meine Kinderlosigkeit dazu! — Nun kam der grosse Tag des Herrn, und ihre Dienerin Judith sprach zu ihr: Wie lange beugst du deine Seele, da doch der grosse Tag des Herrn nahe ist; da darfst du nicht trauern! ... Anna legte jetzt ihre Trauerkleider ab, wusch sich das Haupt, zog ihre Brautkleider an und ging um die neunte Stunde in ihrem Garten spazieren. Unter einen Lorbeerbaum setzte sie sich und flehte den Herrn an:

Gott unser Vater, segne mich und erhöre meine Bitte, wie du den Mutterleib Saras gesegnet und ihr den Sohn Isaak geschenkt hast! ...

Ein Engel des Herrn trat da zu ihr und sprach: Anna, Anna, der Herr hat deine Bitte erhort. Du wirst empfangen und gebären, und deine Nachkommenschaft wird in der ganzen Welt genannt werden! Da sagte Anna: So wahr der Herr, mein Gott, lebt: Wenn ich gebären werde, sei es ein Junge oder ein Madchen, so will ich das Kind dem Herrn als Opfergabe darbringen, und es soll ihm dienen alle Tage seines Lebens!— Nun kamen zwei Boten und sprachen zu ihr: Joachim, dein Mann, kommt mit seinen Herden; denn ein Engel des Herrn ist zu ihm herabgestiegen und hat ihm gesagt: Joachim, Joachim, Gott, der Herr, hat deine Bitte erhört. Anna, deine Frau, wird empfangen! ... Joachim kam mit seinen Herden, Anna stand vor der Tür; sie sah ihn kommen, lief ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und sprach: Jetzt weis ich, dass Gott, der Herr, uns reich gesegnet hat. Denn die Witwe ist nicht mehr Witwe, und ich, die Kinderlose, werde empfangen! So geschah es, als Joachim am ersten Tag wieder in seinem Hause ruhte.

Es erfüllten sich Annas Monate, wie der Engel gesagt hatte, und im neunten gebar sie. Sie fragte die Hebamme: Was habe ich geboren? Die antwortete: Ein Mädchen! Da sprach Anna: Erhöht wurde meine Seele an diesem Tag! Als die Tage erfüllt waren, reinigte sich Anna von ihrem Wochenbett, gab dem Kind die Brust und nannte es Maria.

Das Kind wurde von Tag zu Tag kräftiger, und als es sechs Monate alt war, stellte es seine Mutter auf den Boden, um zu sehen, ob es schon stehen könne. Es machte sieben Schritte und kehrte dann zu ihrem Schoss zurück. ... Am ersten Geburtstag des Kindes veranstaltete Joachim ein grosses Festmahl und lud dazu die

Hohenpriester, die Priester und Schriftgelehrten, die Ältesten und das ganze Volk Israel ein. Er brachte das Kind vor die Priester, und sie segneten es: Gott unserer Vater, segne dieses Kind und verleihe ihm einen unter allen Geschlechtern ewig gerühmten Namen!
Und das ganze Volk sprach:
So sei es. Amen!
(Jakobus-Evangelium, 1-6; Hennecke-Schneemelcher, I, 280-282)


Der griechischen Namensform „Maria“ liegt das hebräische „Mirjam“ zugrunde. Moses und Aarons Schwester trug diesen Namen, dessen Bedeutung unsicher ist. Nimmt man einen hebräischen Ursprung des Namens an, konnte er „die Schöne“ bedeuten; leitet man ihn vom Ägyptischen her konnte „die Geliebte“ gemeint sein. Bei orthodoxen Theologen findet sich für Maria die Deutung „Herrin“.

Seit dem Anfang des 8. Jahrhunderts feiert die Kirche am 9. Dezember auch „die Empfängnis der heiligen Anna, der Mutter der Gottesgebärerin“. Von Konstantinopel gelangte dieses Fest im 11. Jahrhundert in das Abendland, wo es in Angleichung an den Tag der Geburt Mariens am 8. Dezember begangen wird und nach der vom 2. Vatikanischen Konzil eingeleiteten Liturgiereform den Titel „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ trägt. Die orthodoxe Christenheit kennt den Glaubenssatz, dass Maria seit ihrer Empfängnis von der Erbsunde bewahrt gewesen sei, nicht, da sie die von Augustinus (354-430) geprägte Erbsündenlehre nie übernommen hat. Auch für die östliche Christenheit ist Maria die „All-heilige“, die durch des Heiligen Geistes Wirken „Begnadete“, wie sie der Engel begrüsste (Lk 1, 28), doch wurde ihr die Heiligkeit entsprechend ihres „Reifens“ gewahrt; selbst unter dem Kreuz wurde sie vom Heiligen Geist geformt, doch die Fülle der Heiligkeit wird ihr erst bei der Vollendung der Schöpfung zuteil. Die orthodoxe Liturgie am 9. Dezember hat vielmehr die von Gott heraufgeführte Zeitenwende zum Inhalt: Die Empfängnis der unfruchtbaren Anna kündet das Ende des alten „unfruchtbaren“ Zeitalters an und den Beginn der neuen Welt- und Heilsordnung, die Gott mit der Zeugung und Empfängnis Mariens eingeleitet hat.

 

Predigt des Hl. Andreas von Kreta

Die heutige Feier ist der Beginn unserer Feste; sie ist das erste der Feste, die auf das Gesetz und die Schatten (des Alten Testamentes) zurückweisen, und zugleich das Tor zu den Festen, welche auf die Gnade und die Wahrheit hinweisen.  …  Geburtstag wird gefeiert und die Neuschöpfung des Menschengeschlechtes. Eine Jungfrau wird geboren, aufgezogen und ausgebildet, und Gott, dem Allkönig der Ewigkeiten wird eine Mutter bereitet.  …  Jede edeldenkende Seele soll sich zum Reigen einfinden, und die Natur soll die Schöpfung zu ihrer Erneuerung und Neugestaltung herbeirufen.
Die Unfruchtbaren sollen schnell herbeieilen; denn die kinderlose und unfruchtbare Anna hat ein Gotteskind bekommen: die Jungfrau. Die Mütter sollen jubeln; denn die unfruchtbare Mutter hat die unversehrte Mutter und Jungfrau geboren.
Die Jungfrauen sollen sich freuen; denn die unbesäte Erde hat auf wunderbare Weise Den geboren, der, ohne sich zu ändern, aus dem Vater hervorgeht.
Die Frauen sollen selbstbewusst sein: denn die Frau, die einst Anlass zur Sünde gab, hat jetzt den Beginn der Erlösung ermöglicht, und die, die einst verurteilt wurde, ist jetzt von Gott erwählt und angenommen worden, die Mutter ohne Zeugung, die Auserwählte für den Schöpfer, die Erhebung des Menschengeschlechtes. Die ganze Schöpfung soll Lieder singen und einen Reigen bilden und ein Geschenk mitbringen, das diesem Tag würdig ist. Eine gemeinsame Feier sollen heute Himmlische und Irdische begehen, und alles, was in der Welt ist, soll sich vereinen bei dem gemeinsamen Fest. Denn heute ist des Allerschaffers erschaffener Tempel erbaut worden, und das Geschöpf wird für den Schöpfer in neuer und angemessener Weise zum göttlichen Palast bereitet. … Wir aber, Gottes Volk, eine heilige Gemeinschaft, eine geweihte Schar, wollen nach väterlicher Sitte das Fest begehen und das Geheimnis und seine Bedeutung in Ehren halten. …

(Andreas von Kreta, Lobrede zu Mariae Geburt; PG 97, 805 A – 817 D)

 

Die Tochter der Gnade

Joachim nahm die ehrwürdige und lobenswerte Anna zur Ehe. Aber wie die Anna im Alten Testament unfruchtbar war und auf Grund ihres Gebetes und göttlicher Zusage Samuel geboren hat (1Sam 1), so empfangt auch diese Anna durch ihr Flehen und auf Grund göttlicher Verheissung die Gottesgebärerin, damit sie keiner der berühmten Frauen nachstehe. So gebiert also die Gnade — denn dies heisst übersetzt Anna — die Herrin, was der Name Maria bedeutet. Sie ist wirklich Herrin geworden über alle Geschöpfe, da sie des Weltenschöpfers Mutter wurde.

(Johannes von Damaskus, Darlegung des orthodoxen Glaubens, IV, 14; PG 4, 157 B)


ALLES seit "Predigt zum Fest" AUS:

Heiser, Lothar: Quellen der Freude (Die Hochfeste der orthodoxen Christen)  (Schriftenreihe des Patristischen Zentrums

Koinonia – Oriens; Bd. 52), c 2002 Verlag Vluheck, ISBN 3-909103-19-7

 

Text hier aus St.-Andreas-Bote

 



14. September (27.9.)

IPSOSIS tou timion zoopoidon Stavrou (gr.)
WSDWISH. SW. KRST. GOSPOD. (slaw.)
Înălţarea Sfintei Cruci (rum.)

ERHÖHUNG
des Allehrwürdigen und Lebenspendenden
K R E U Z E S



Rette, Herr, Dein Volk
und segne Dein Erbe !

Verleihe Deinen Gläubigen
Sieg über die Widersacher !
Und behüte Deine Gemeinde
mit Deinem Kreuz !

Gewähre Sieg über das Böse,
Frieden in Deiner Gemeinschaft
durch die Waffe des Kreuzes,
des unüberwindlichen Siegeszeichens !

Festtagsikone, zeitgen. 20.Jhdt., Adam Russak

Lesungen:
1 Kor 2: 6-9
Gal 6: 11-18
Hebr 3: 1-4
1 Kor 1: 18-24
Gal 2: 16-20

Evangelien:
Mt 10:37-11:1
Joh 3: 13-17
Joh 12:25-36
Joh 19: 6-11, 13-20, 25-28, 30-35
Mt 8:34 - 9:1

Dein Kreuz, o Gebieter, beten wir an,
und Deine heilige Auferstehung verherrlichen wir.

Erzählungen zum Fest
Metr. ANTHONY: Predigt zum Fest
Heiser: Das KREUZ CHRISTI in Geschichte und Gottesdienst:


Das Fest unterstreicht die Zeitenwende des neuen Kirchenjahres:
Die nachpfingstliche Zeit der Erfüllung schlägt um in die vorösterliche Zeit der Erwartung.

Seit dem 7. Jahrhunderts, als Kaiser Heraklios am 3. Mai 628 die Reliquie des Hl. Kreuzes von den Persern zurückholte, wird der Gedenktag der Auffindung des Heiligen Kreuzes durch die Hl. HELENA (Mutter des Kaisers Konstantin) im Jahre 326 in Jerusalem, in der gesamten christlichen Welt gefeiert.
Am Vortag ist das Kirchweihfest der Auferstehungs-Basilika über dem Hl. Grab in Jerusalem, bei deren Bau das Kreuz wiedergefunden wurde und die am 13. September 355 geweiht wurde.


Am heutigen Tag steht im Zentrum der Zeremonien das blumengeschmückte Kreuz, das nach allgemeinen Fürbitten unter "Herr erbarme Dich" - Gebet durch den Bischof oder seinen Vertreter von ganz tief am Boden bis in die höchste erreichbare Höhe gehoben wird und damit der Segen in alle Himmelsrichtungen erteilt wird.
Man gedenkt des "Holz des Kreuzes" und des "Zeichen des Kreuzes" in dem das Heilsgeschehen durch das Kreuz Christi, -d.h. Seinen Tod und Seine Auferstehung- seinen Mittelpunkt gefunden hat, seiner Bedeutung in der Offenbarung des Heilswerkes Gottes für Sein Volk:

- Das Holz des Kreuzes des Baumes im Garten Eden:
Am Kreuz sprießt das neue Leben des himmlischen Paradieses (Gen 2:9-15)

- Das Holz der Arche Noah:
Das Holz des Kreuzes rettet die Sünder, bewahrt sie vom Ertrinken in den Fluten des Todes; birgt sie in der neugestalteten Welt Gottes (Gen 6:9 -9:17)

- Jakob kreuzt die Arme, um die Söhne des Joseph zu segnen:
Aller Segen geht vom Kreuz aus (Gen 48: 8-20)

- Mose streckt seine Arme aus, um das Meer zu öffnen und zu schliessen:
Der Gekreuzigte öffnet durch Sein Pas´cha den Weg in das Reich Gottes und verschliesst die Pforten der Unterwelt (Ex 14: 21 - 29)

- Mose wirft Holz in die Quelle von Mara, um ihr die Bitterkeit zu nehmen:
Das Holz des Kreuzes nimmt die Bitterkeit des Todes (Ex 15: 25-26)

- Moses schlägt mit dem Holz seines Stabes auf den Felsen, aus dem sogleich Wasser hervorströmt:
Wunderbares Leben entspringt dem Kreuz des Herrn (Ex 17: 1-7)

- Der Stab Aarons erblühte:
Am Kreuzesholz erblüht uns das Hohepriestertum Christi (Num 17: 1-10)

- Die eherne Schlange wurde in der Wüste auf einem Pfahl erhöht, so dass jeder von einer Schlange Gebissene, der sie anschaute, nicht starb, sondern am Leben blieb:
Wer auf den gekreuzigten Christus schaut und an Ihn glaubt, wird nicht sterben, sondern das ewige Leben haben (Num 21: 4-9, Joh 19:37)

- Das Volk Israel lagerte am Berge Sinai kreuzförmig um das Bundeszelt:
Das Kreuz ist die Lebensordnung des neuen Gottesvolkes (Num 2: 3-31)

Über diese reiche Tradition soll aber der Zielpunkt, das Opfer des als Mensch im Fleisch geborenen Sohnes Gottes, nicht vergessen sondern hervorgehoben werden.

Siehe dazu:
Predigt
von
Metropolit ANTHONY (Bloom) von SOUROSH (London)



Heute wird erhöht,
der in der Erde verborgen gewesene Baum des Lebens
an den Christus geheftet war.
So wird gefestigt unser Glaube an die Auferstehung.
Hoch erhoben durch des Priesters Hand,
verkündet das Kreuz Seine Auffahrt in die Himmel.
Durch sie wird unsere gefallene Natur erhöht
und in die himmlische Heimat versetzt.
Lasset uns danksagen und rufen:
"O Herr, der Du auf das Kreuz erhöht wardst,
Du hast mit Dir Selbst auch uns erhöht.
Würdige der himmlischen Freude
die Dich in Liebe preisen !"

(aus den Stichirien zu den Laudespsalmen des Festes)



zeitgen.Ikone, Adam Russak bulgarische volkstüml. Ikone;18.Jhdt;Sw.Georgi/Belowo;Schule v.Trjawna

 

 

Erzählungen zum Fest
ERHÖHUNG
des Allehrwürdigen und Lebenspendenden
K R E U Z E S


Text hier aus "ORTHODOXES GLAUBENSBUCH"

Zeichen am Himmel vor Rom und Byzanz
Auffindung und Geschichte um das Hl. Kreuz in Jerusalem


In der Kirche wird das Zeichen des Kreuzes schon sehr früh verwendet. Bereits im 2. Jahrhundert ist verbürgt, dass sich Christen mit dem Kreuzzeichen segnen. Das Kreuz, das in vorchristlicher Zeit ein Zeichen für einen schmachvollen Tod war, wurde für die gläubigen Christen zum Zeichen des Sieges über den Tod, den Satan und alle seine Macht.

Die besondere Verehrung des Kreuzes Christi wurde im IV. Jahrhundert unter dem apostelgleichen Kaiser KONSTANTIN dem Großen und seiner Mutter HELENA eingeführt. Das Kreuz des Herrn erschien ihm dreimal im Leben.

  Das erste Mal sah er das Zeichen des Kreuzes während des Krieges gegen den ruchlosen Maxentius, dem Herrscher von Rom, der viel menschliches Blut bei der Wahrsagerei vergoss und den Dämonen eine große Zahl von Kindern, Mädchen und schwangeren Frauen zum Opfer brachte, um seinen trügerischen Göttern zu gefallen. Maxentius führte ein zügelloses und abscheuliches Leben und war in ganz Rom verhasst.
Als Konstantin gegen Maxentius zog, setzte er seine ganze Hoffnung auf Gott. Konstantin hatte nur 25.000 Soldaten, Maxentius ungefähr 200.000. Da er wusste, dass Satan mit seiner Macht auf der Seite des Maxentius stand, begann Konstantin zu dem einen Gott zu beten, der im Himmel und auf Erden herrscht und den alle Christen verehren. Er bat Gott um ein Zeichen dafür, dass der Krieg gegen den ruchlosen Maxentius erfolgreich sein werde.
Als er inständig betete, erschien zu Mittag am Himmel ein aus Sternen bestehendes Kreuz des Herrn, das heller schien als die Sonne. Zusammen mit dem Kreuz war eine Schrift am Himmel zu sehen: " In diesem Zeichen wirst du siegen ", d.h. " Durch das Kreuz wirst du siegen. " Diese wundersame Erscheinung sahen alle Soldaten. Alle waren sehr erstaunt und erschrocken. Viele Soldaten waren Heiden, und für Heiden war das Kreuz ein Zeichen für Unglück und Tod, weil zu jener Zeit auf dem Kreuz Verbrecher und Missetäter starben. Die Krieger fürchteten, dass die Erscheinung des Kreuzes Unglück bedeutete. Konstantin selbst war sehr verwirrt. In der Nacht erschien ihm Christus selbst und wies wieder auf das Kreuz und sagte: " Fertige so ein Kreuz an und lass es vor deinen Kriegern einhertragen, dann wirst du nicht nur Maxentius besiegen, sondern auch alle deine Feinde. quot;
Der Kaiser erzählte seinen Vertrauten von diesem Traum und befahl den Goldschmieden ein Kreuz herzustellen, so wie es vor allen am Himmel erschienen war. Das Kreuz wurde aus Gold gemacht und mit Perlen und Edelsteinen geschmückt. Allen Soldaten befahl er, ein solches Kreuz auf die Waffen, Helme und Schilder zu malen.
Trotz seiner übermacht wurde Maxentius besiegt. Nachdem Konstantin in Rom eingezogen war, dankte er Gott für den errungenen Sieg und befahl, zum Gedächtnis daran in der Mitte der Stadt auf einer hohen steinernen Säule ein Kreuz aufzustellen. Auf dem frequentiertesten Platz der Stadt wurde für Konstantin ein Denkmal mit einem Kreuz in seiner rechten Hand errichtet. Konstantin ließ auf ihm eine Inschrift auf lateinischer Sprache anbringen: " Durch dieses erlösende Zeichen, den wahren Erweis von Mut, errettete und befreite ich eure Stadt vom Joch des Tyrannen und gab nach ihrer Befreiung dem römischen Senat und dem Volk ihren früheren Glanz und ihr Ansehen zurück. "

Das zweite Mal sah Konstantin das Kreuz am Himmel, als er die kleine Stadt Byzanz, das spätere Konstantinopel, belagerte, das dritte Mal als er gegen die Skythen kämpfte. Alle diese großen und siegbringenden Erscheinungen überzeugten Konstantin später, dem Beispiel seiner Mutter, der Kaiserin HELENA zu folgen und sich taufen zu lassen.

  Die fromme Kaiserin HELENA beschloss, sich mit einer grossen Geldsumme nach Jerusalem zu begeben, um dort nach dem Kreuz des Herrn zu suchen. Unterwegs besuchte Helena viele heilige Orte, reinigte sie von der Entweihung durch Götzenbilder und entdeckte die Reliquien vieler Heiliger. Der damalige Patriarch von Jerusalem MAKARIOS empfing die Kaiserin mit gebührenden Ehren. Die selige Helena rief bei der Suche nach dem Kreuz des Herrn Juden zu sich und befragte sie, wo das Kreuz versteckt sei. Alle winkten ab und sagten, dass sie es nicht wüssten. Schließlich zeigte man ihr einen alten Mann namens Judas, den Sohn eines geachteten Propheten, und meinte, er müsse wissen, wo sich das Kreuz befinde. Judas weigerte sich ebenfalls lange, den Ort zu zeigen. Aber schließlich entschloß er sich dazu und brachte alle zu einem großen Hügel aus Erde und Steinen, auf dem der römische Kaiser Hadrian schon vor jener Zeit einen Tempel für die Göttin Venus errichtet hatte. Judas gab an, dass sich genau unter diesem Tempel das Kreuz befinde.
Helena befahl sogleich, den Tempel abzureißen, die Steine wegzuräumen und die Erde aufzugraben. Der Patriarch Makarios verrichtete an dieser Stelle ein Gebet, und in der Luft verbreitete sich ein Wohlgeruch. An dieser Stelle, ein wenig weiter östlich dieses Tempels, wurden das Grab Christi, die Schädelstätte Golgota, drei Kreuze und auch die Kreuzigungsnägel gefunden. Alle waren fassungslos, da sie nicht wussten, welches der drei Kreuze das Kreuz Christi war. Es geschah, dass man zu jener Zeit einen Toten zum Begräbnis vorbeitrug. Der Patriarch Makarios befahl den Trägern stehen zu bleiben, und die Kreuze wurden der Reihe nach auf den Toten gelegt. Als das Kreuz Christi auf ihn gelegt wurde, erwachte der Tote; er wurde durch die Kraft des göttlichen Kreuzes zum Leben erweckt. Die Kaiserin Helena ergriff das ehrwürdige Kreuz mit Freude, küsste es und verneigte sich vor ihm. Dasselbe taten auch alle Kriegsherren und Würdenträgern, Krieger und Bürger. Da aber rings herum viele Leute standen, die das Kreuz des Herrn sehen wollten, befahl die Kaiserin Helena, es allen zu zeigen. Der Patriarch Makarios stellte sich auf den höchsten Platz, erhob das Kreuz und zeigte es allen. Alle Versammelten riefen dabei: " Herr, erbarme Dich ! "

Seit jener Zeit, dem 14. September 335, wird das Fest der Kreuzerhöhung gefeiert.

Helena nahm einen Teil des Kreuzes und die Nägel an sich, das Kreuz selbst legte sie in eine silberne Truhe und übergab sie dem Patriarchen Makarios, damit er das Kreuz für die kommenden Generationen aufbewahre.
Judas, welcher der Kaiserin Helena den Ort des Kreuzes des Herrn gezeigt hatte, und viele Menschen mit ihm bekehrten sich zum Glauben an Christus. Er ließ sich taufen und nahm den Namen Kyriakos an, d.h. dem Herrn angehörend. Später wurde Kyriakos Patriarch von Jerusalem und erlitt unter der Herrschaft Julians des Apostaten den Märtyrertod.
Die heilige Helena befahl, an den heiligen Stätten in Jerusalem Kirchen zu bauen. Vor allen anderen wurde die Kirche der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus an der Stelle gebaut, wo das Grab Christi und Sein ehrwürdiges Kreuz gefunden worden waren. Sie befahl auch, eine Kirche in Getsemani zu bauen, wo sich das Grab der Gottesmutter befand. Die Kirche wurde zu Ehren ihrer Entschlafung geweiht. Danach ließ die fromme Helena noch achtzehn Kirchen bauen, schmückte sie reich aus, beschenkte sie mit allem für die Verrichtung der Gottesdienste notwendigen Gerät und kehrte erst dann nach Byzanz zurück. Sie nahm einen Teil des Kreuzes und die Nägel mit sich, mit denen die Hände und Füße des Herrn durchbohrt worden waren.
Es muss noch erwähnt werden, wie das Kreuz des Herrn am Beginn des VII. Jahrhunderts durch die Perser geraubt und später zur Freude der Gläubigen wieder nach Jerusalem zurückgegeben wurde.
In Persien herrschte zu jener Zeit Chosrau. Er war sehr kriegerisch und in seinen Schlachten erfolgreich. Chosrau unterwarf Ägypten, Afrika, Palästina und nahm Jerusalem ein, wobei er viele Christen tötete. Die Krieger Chosraus plünderten Jerusalem und entwendeten die kirchlichen Schätze und Geräte. Es wurde auch die Truhe mit dem Kreuz Christi geraubt. Die byzantinischen Herrscher bemühten sich, Chosrau zu besiegen, erlitten dabei aber mehrere Niederlagen. Der Kaiser Herakleios bat Chosrau um Frieden, dieser jedoch lehnte hochmütig ab. Herakleios wurde sehr betrübt und begann, Gott um Seinen Schutz zu bitten. Er befahl allen Gläubigen zu beten, zu fasten und zu wachen, damit sie der Herr vom Feind befreie, der sich stolz damit rühmte, alle Christen zu vernichten, und den Namen Gottes lästerte. Alle beteten darum, dass die Heiden verstünden, dass es nur einen Gott gibt, und nicht sagen könnten: "Wir und unsere Götter sind stark." Die Heiden sollten verstehen, dass niemand der Macht unseres Gottes widerstehen kann. Der Kaiser Herakleios betete selbst unter Tränen und fastete. Dann sammelte er alle Soldaten und zog mit Zuversicht auf Gottes Hilfe gegen die Perser in den Krieg. Herakleios besiegte Chosrau, schlug ihn in die Flucht und siegte im Laufe von sieben Jahren immer wieder über die zahlreichen Reste seines Heeres, die sich weiter zur Wehr setzten. Bald darauf wurde Chosrau von seinem eigenen Sohn ermordet, der selbst Herrscher werden wollte und sogleich einen Boten zu Herakleios schickte, um bei ihm um Frieden zu bitten. Der Friede wurde geschlossen, der Kaiser Heraakleios kehrte als Sieger heim und brachte die Teile des Kreuzes Christi wieder zurück, die vorher von den Persern geraubt worden waren. Das Kreuz hatte sich etwa 14 Jahre bei ihnen befunden. Der Kaiser Herakleios freute sich und pries Gott für Seine Hilfe.
Nachdem er nach Jerusalem gekommen war, legte er die Teile des Kreuzes auf seine Schultern, um sie an ihren früheren Ort zu bringen; er trug das Kreuz, selbst in kostbare, mit Gold und Edelsteinen geschmückte Purpurgewänder gekleidet. Auf seinem Haupt trug er die Kaiserkrone. Als die Prozession zum Tor gekommen war, das auf die Schädelstätte Golgota führte, fühlte Herakleios zu seinem Erstaunen, dass er keinen Schritt weitergehen konnte. Den Kaiser begleitete der Patriarch von Jerusalem Zacharias. Er war mit den Bewohnern der Stadt mit Zweigen von Feigenpalmen der Prozession entgegengekommen und hatte sich ihr angeschlossen. Der Patriarch sah plötzlich einen Engel des Herrn, der im Tor stand und den Kaiser am Weitergehen hinderte.
Der Engel sprach zum Patriarchen:
" Nicht SO hat unser Schöpfer das Kreuz hierher getragen, wie ihr es jetzt tragt. "
Der Patriarch war über diese Worte sehr erschrocken und sagte zu Herakleios: " Wisse, dem, der reich gekleidet und mit kaiserlichen Prunk geschmückt ist, ist es unmöglich, dieses heilige Kreuz zu tragen, das Christus getragen hat, der unseretwegen arm und erniedrigt war. Wenn du das Kreuz tragen willst, so tue es wie der Erlöser. " Der fromme Kaiser legte sein kaiserliches Gewand ab, legte ein einfaches armseliges Gewand an und durchschritt nun ungehindert das Tor mit dem Kreuz und trug es in die Kirche, von wo es von den Persern geraubt worden war, und stellte es auf seinem früheren Platz wieder auf.

 

 

HL. EPHRAIM, DER SYRER:
Durch das HL. K R E U Z...
 

Unser Herr ging uns voran und unterwarf Sich dem Tod aus freien Stücken.
Dies um den Tod gegen dessen Willen unterzutreten.
Weil es der Tod so wollte, ging unser Herr hinaus und trug sein Kreuz. Aber dann erhob Er am Kreuz Seine Stimme und führte die Toten aus der Herrschaft des Todes aus der Unterwelt herauf, sosehr auch der Tod sich dagegen wehrte.

Er, der Sohn des Zimmermanns, richtete Sein Kreuz auf über dem alles verschlingenden Abgrund des Todes und trug das Menschengeschlecht hinüber in das Haus des Lebens.

Weil das Menschengeschlecht beim Verlust des Paradieses durch das Holz des Baumes tief gefallen war, führte Er es nun über das Holz des Kreuzes in das Haus des Lebens.

 

Dir sei Ehre !
 
Du hast Dein Kreuz gezimmert als Brücke über den Abgrund des Todes
damit die Seelen vom Land des Todes -zu dem des Lebens hinüberschreiten können.
 

Dir sei Ehre !

Du nahmst den Leib eines sterblichen Menschen an
und machtest ihn für alle Sterblichen zur Ursache des Lebens.
 

Ja, du lebst !

Denn deine Mörder taten mit dir, wie die Bauern tun:
Sie säten Dein Leben wie Weizen in die Erde.
Aus ihr musstest Du auferstehen,
um viele Menschen zugleich mit Dir zu erwecken.
 


Kommt, lasset uns unsere Liebe als grosses und allumfassendes Opfer darbringen.
Volltönende, reiche Lieder lasset uns singen und Gebete an Den richten,
Der Sein Opfer am Kreuz Gott darbrachte,
um uns alle durch Sein Kreuz reich zu machen.
AMIN !


HL. EPHRAIM DER SYRER, Diakon und Hymnendichter aus Nisibis, heimgegangen 373 in Edessa


 

Das KREUZ CHRISTI in Geschichte und Gottesdienst:

Die Erhöhung
des
ehrwürdigen und lebenspendenden Kreuzes
für alle Welt

zum Fest des 14. September

Die Schande der in Nacktheit erfolgten Hinrichtung und die unmenschlichen Qualen der Kreuzigung geboten den frühen Christen, ihren gekreuzigten Herrn nur mit Worten zu verkündigen: „Während die Juden Zeichen fordern und die Griechen Weisheit suchen, predigen wir Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein ärgernis (skandalon), den Heiden eine Torheit; den Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit" (1 Kor 1, 22-24). Erst nachdem Kaiser Konstantin im Jahr 320 im Hinblick auf Christi Kreuzigung diese Strafe verboten hatte, konnte man daran denken, Christus am Kreuz abzubilden. Doch die Scheu, den Gekreuzigten in seiner Schmach darzustellen, hielt noch lange an. Die älteste erhaltene Darstellung im Westen befindet sich auf der aus afrikanischem Zedernholz um 432 geschnitzten Portaltür von Santa Sabina auf dem Aventin in Rom. Christus steht hier, mit einem schmalen Lendentuch bekleidet, groß und erhaben zwischen den beiden kleiner dargestellten Räubern. Der Ausdruck des Leidens ist gemildert; die geöffneten Augen und die wie zum Gebet ausgebreiteten Arme zeigen ihn als siegreichen, göttlichen Mittler. Aus dem Osten ist als älteste Darstellung des Gekreuzigten eine Buchillustration in dem in Syrien gefertigten Rabbula-Kodex von 586 (heute in der Bibliothek Laurenziana, Florenz) erhalten. Christus trägt dort eine mit Goldstreifen verzierte ärmellose Purpurtunika. Sein seitlich geneigtes Haupt ist vom Schmerz gezeichnet, aus der von der Lanze durchstoßenen Seite fließt Blut; doch die Augen des Toten sind weit geöffnet, um anzudeuten, dass seine Gottheit vom Tod nicht getroffen werden kann.

Anders verhielt es sich mit der Darstellung des Kreuzes ohne die Gestalt des Gekreuzigten, die mit dem Erstarken des Christentums seit der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts immer häufiger anzutreffen ist. Als Kaiser Konstantin den Sieg über seinen Schwager und Rivalen Maxentius an der Milvischen Brücke bei Rom im Jahre 312 errungen hatte, ließ er ab 315 auch Münzen mit dem Zeichen des Kreuzes prägen, und ab 321 erscheint das Monogramm Christi nach seinen griechischen Anfangsbuchstaben als X P oder in der Form -P- auf den Feldzeichen des Heeres. Besonders das sog. griechische Kreuz mit seinen vier gleich langen Armen fand als Zeichen des Sieges Christi, mit Ornamenten und Gemmen geschmückt, vielfache Verwendung. Als Triumphkreuz zierte es Kirchen, Taufkapellen und Sarkophage. Auch Fußböden wurden reichlich und in großer Vielfalt mit Kreuzen geschmückt, bis Kaiser Theodosios II. (408-450) im Jahr 427 Kreuze auf Fußböden anzubringen verbot, damit niemand auf das Zeichen der Erlösung trete. Doch wurde dem kaiserlichen Dekret nicht überall Folge geleistet. Denn das 6. ökumenische Konzil in Konstantinopel, das sog. Trullanum von 691/2, schärfte im 73. Kanon dieses Verbot unter Androhung des Kirchenausschlusses noch einmal nachdrücklich ein.

Dem Wunsch seiner christlichen Mutter Helena entsprechend, die im Jahr 324 das Heilige Land besucht hatte, ließ Kaiser Konstantin in Palästina mehrere Kirchen errichten, in Jerusalem eine Doppelkirche, die durch einen Atriumshof verbundene Martyrion- und Anastasis-Kirche, durch welche Tod und Auferstehung Christi verherrlicht werden sollte. Die fünfschiffige Martyrion-Basilika wurde am 13. September 335 in Anwesenheit von Kaiser Konstantin von vielen Bischöfen, die von einer Synode in Tyrus (Libanon) gekommen waren, als Mutterkirche aller christlichen Kirchen eingeweiht. Der Fatimiden-Kalif al-Hakim (996-1021), Sohn einer christlichen Sklavin und erfüllt vom Hass gegen alles Christliche, ließ im Jahr 1009 die Doppelkirche plündern und das Grab Christi vollständig zerstören. Um 1048 ließ Patriarch Nikephoros von Jerusalem über der Grabanlage eine neue Rotunde errichten und den Atriumshof zur Kirche umgestalten; sie ist heute die Bischofskirche des orthodoxen Patriarchen von Jerusalem. Die Kreuzfahrer haben sie nach ihrer Eroberung der Stadt im Jahre 1099 weiter ausgeschmückt. Doch die große Martyrion-Kirche ist bis heute eine unter Schutt und Läden verborgene und von einem koptischen und äthiopischen Kloster überbaute Ruine geblieben.

Um den Golgotha-Felsen neben dem Atrium ist durch Kaiser Konstantin eine Kapelle erbaut worden; offenbar wurde auf dem Felsen ein Kreuz zur Verehrung aufgestellt, von dem man bald annahm, es sei Christi wirkliches Kreuz. Bischof Kyrillos von Jerusalem erwähnt um 348 in seinen Taufkatechesen nicht nur die Verehrung dieses Kreuzes, sondern auch die Verbreitung von Partikeln des Kreuzes in die ganze Welt. Erst um 395 bietet Bischof Ambrosius von Mailand einen legendären Bericht von der Auffindung des Kreuzes Christi durch die Kaisermutter Helena: Unter Schutt und Geröll neben dem Golgotha-Felsen seien drei Kreuze gefunden worden; nachdem sie einer todkranken Frau nacheinander aufgelegt worden seien, erlangte sie Heilung bei der Berührung mit dem wahren Kreuz Christi. Weitere Kreuzeslegenden kamen hinzu: Das georgische Kreuzkloster am Rande von Jerusalem sei an jener Stelle errichtet worden, wo aus einem Schössling von dem Lebensbaum des Paradieses, den Adam mitgenommen habe, jener Baum erwachsen sei, aus welchem Christi Kreuz gezimmert wurde. Durch diese Legende wird symbolhaft und schön die Einheit von Lebensbaum und Kreuzesbaum zum Ausdruck gebracht. Eine weitere Legende deutet die Bezeichnung der Richtstätte von Jerusalem: Auf Golgotha, Schädelstätte, seien die Gebeine und der Schädel Adams beigesetzt worden und das Blut Christi, des neuen Adam, sei, wie häufig auf Ikonen zu sehen, auf sie herabgeflossen, um durch seine Kraft Adam und seine Nachkommen mit neuem Leben zu beschenken.

Nach der Eroberung Jerusalems durch die Perser im Jahr 614 führte König Chosroes II. Abharwez das Kreuz Christi als Trophäe nach Babylon fort. Der oströmische Kaiser Herakleios (610-641) brachte es nach seinem Sieg über die Perser im Jahr 628 feierlich nach Jerusalem zurück. In der Schlacht der Kreuzfahrer gegen das arabische Heer Salah ed-Dins (Saladins) im Jahr 1187 bei Hittim in Galiläa, in der es der Bischof von Bethlehem trug, ging die Kreuzreliquie endgültig verloren. Die Kreuzverehrung aber hatte von Jerusalem aus den Weg in alle morgen- und abendländischen Kirchen gefunden, die am 14. September, am Tag nach der Weihe der konstantinischen Basilika, das Fest der Auffindung des Kreuzes und seiner feierlichen Aufrichtung, seiner Erhöhung, feiern.

Die Feier und die biblische Botschaft

Jede Verehrung des kostbaren Kreuzes gründet im Erlösungsleiden Christi. Vornehmlich im Frühling in der Karwoche und am Karfreitag gedenkt die Kirche dieses Mysteriums und begeht dabei auch die Verehrung des Kreuzes als eines Symbols für Christus selbst. Etwa ein halbes Jahr später am 13. und 14. September feiert sie das Doppelfest der Einweihung der Basilika in Jerusalem und der Aufstellung (Erhöhung) des heiligen Kreuzes auf dem Golgotha-Felsen neben der Martyrion-Kirche.

Am Sonntag vor dem Fest wird die Gemeinde eingestimmt auf das Mysterium des Kreuzes. In der Lesung ruft Paulus den Gläubigen zu, dass es für den Jünger Christi kein Rühmen gebe außer im Kreuz des Herrn (Gal 6, 11-18). Der Menschensohn kündet im Evangelium an, dass er erhöht werden müsse, damit jeder ewiges Leben habe (Joh 3, 13-17).

Am 13. September wird die Schönheit der durch Kaiser Konstantin und seine Mutter Helena veranlassten Doppelkirche im Festtroparion besungen:

Wie dort oben des Firmamentes Zierde
so hast Du auch hier unten uns die Schönheit
der heiligen Wohnung deiner Herrlichkeit vor Augen gestellt, Herr.
Festige sie für alle Ewigkeit und nimm unsere Gebete an,
welche in ihr ohne Unterlass an Dich gerichtet werden,
 auf die Fürbitte der Gottesgebärerin,
Du unser aller Leben und Auferstehung!

Troparion am 13. September; Anthologion I, 652 f.

Es folgt ein zweites Troparion zu Ehren des heiligen Kreuzes:

Das lebenspendende Kreuz Deiner Güte,
welches Du uns Unwürdigen geschenkt hast, Herr,
tragen wir zu Dir hin als unsere Fürbitte.
Bewahre die Könige und Deine Stadt,
die sich um den Frieden bemühen,
durch die Gottesgebärerin,
Du allein Menschenliebender!
Troparion; Anthologion I, 653

Am Abend zum 14. September beginnt mit dem Großen Esperinos, seinen Hymnen und Lesungen das Hochfest der Erhöhung des heiligen Kreuzes, um dessentwillen dieser Festtag als Fasttag ausgewiesen ist.

Die alttestamentlichen Lesungen weisen typologisch auf die Bedeutung des Kreuzes Christi hin: Mit einem Holz hat Mose beim Zug durch die Wüste das bittere Wasser von Mara für das Volk genießbar gemacht (Exodus 15, 22-16, 1). Jahwes Weisungen, kostbarer als Gold und Silber, sind ein Lebensbaum; sie gewähren langes Leben und Ehre (Sprüche 3, 11-18). Nach Jerusalem, dessen Heiligtum aus Zypressen, Zedern und Fichten vom Libanon errichtet wurde, ziehen die Völker, um Jahwe dort zu verehren (Jesaja 60, 11-16). Aus diesen drei Bäumen, so eine Volksmeinung, war Christi Kreuz gefertigt worden.

Der Esperinos wird fortgesetzt mit der Liti, dem nächtlichen Bittgottesdienst. Zum Altar wird ein Kreuz getragen und dort an die Stelle des Evangelium-Buches aufgestellt. In meditierenden Hymnen des Andreas von Kreta, Andreas von Jerusalem, Theophanes, Anatolios, des Kaisers Leon des Weisen betrachtet die Gemeinde das heilbringende Leiden Christi und seinen Sieg am Kreuz. Zum Abschluss wird das Troparion gesungen; es ist als Bitte formuliert und geht auf die Bedeutung der Hauptstadt des Römischen Reiches ein, deren Könige (Kaiser) seit dem 6. Jahrhundert im Kampf gegen die nichtchristlichen Nachbarvölker, Perser, Araber und Slawen, standen und sich für das Wohl der christlichen Welt verantwortlich wussten:

Rette, Herr, dein Volk und segne dein Erbe!
Sieg verleihe den Königen über die barbarischen Völker
und behüte durch dein Kreuz deinen Staat. 

(Apolytikion; Anthologion 1, 663)

heute beten wir:

Rette, Herr, dein Volk und segne dein Erbe!
Sieg verleihe den Gläubigen über die Widerstände des Bösen
und behüte durch dein Kreuz dein Volk. 

(Apolytikion; Anthologion 1, 663)

Im Orthros erklingen die Hymnen, die das Mysterium des Kreuzes und der an ihm gewirkten Erlösung preisen. Das Evangelium weist hin auf die Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen: Die Stimme des Vaters kündet von der Verherrlichung des Sohnes, und er spricht von seiner Erhöhung, durch die er alle an sich zieht (Joh 12, 28-36).

Das Synaxarion bedient sich der legendären Berichte von der KreuzErscheinung vor Kaiser Konstantin und der Auffindung des Kreuzes:

Konstantin der Große, der erste christliche Kaiser, führte einst Krieg um die Herrschaft, wie einige Historiker meinen, bei Rom gegen Maxentius; andere meinen, es sei an der Donau gewesen beim Kampf gegen die Skythen. Als er sah, dass das feindliche Heer stärker war als das eigene, erfasste ihn Ratlosigkeit und Furcht. In dieser Verfassung schaute er am hellen Tage das aus Sternen gebildete Zeichen des Kreuzes am Himmel und eine Schrift in lateinischen Buchstaben; auch sie war aus Sternen gebildet und lautete. In diesem Zeichen siege!

Aus Gold ließ er sogleich das Kreuz, das ihm erschienen war, nachfertigen und seinem Heer vorantragen. Er stieß mit den Feinden zusammen und gewann die Oberhand; die meisten wurden getötet, die anderen ergriffen die Flucht. Da erkannte er die im Kreuz liegende Macht und glaubte an den einzigen wahren Gott.

Nachdem er diesen Glauben durch die Taufe zusammen mit seiner Mutter besiegelt hatte, sandte er sie nach Jerusalem, damit sie das Kreuz Christi auffinde. Sie fand es auch, obwohl es verborgen war, und ebenfalls die beiden anderen Kreuze, an denen die Räuber gekreuzigt worden waren, dazu auch die Nägel. Da die Kaiserin aber im Unklaren war, welches das Kreuz des Herrn sei, wurde es ihr durch eine Wundertat an einer todkranken Witwe offenbart; bei der Berührung mit ihm konnte sie wieder aufstehen. Die beiden anderen Kreuze der Räuber dagegen hatten in dieser Hinsicht nichts erwiesen, kein Anzeichen einer Wunderkraft. Das in der Tat kostbare Kreuz verehrte und küsste die Kaiserin samt ihrer ganzen Begleitung. Das Volk wünschte es auch zu verehren, doch gelang es ihm nicht; aber es forderte, es zu sehen. Da trat Makarios, Patriarch von Jerusalem, hinzu und hob das ehrwürdige Kreuz auf einer Kanzel in die Höhe; das Volk begann da zu rufen. Herr, erbarme dich! Seither gibt es das Fest der Erhöhung.

Dreihundert Jahre später entriss Kaiser Herakleios das ehrwürdige Kreuz den Händen der Perser, die es bei der Eroberung Jerusalems geraubt hatten. Der Kaiser kehrte als Sieger im Triumphzug in die Hauptstadt zurück und erhöhte zudem ein weiteres lebenspendendes Kreuz in der Großen Kirche (Hagia Sophia) in Gegenwart und unter dem Beifall des Volkes von Konstantinopel.  September-Menaion, 139 f.

In den Kirchen der slawischen Tradition folgt nun nach dem Morgenlob die Verehrung des kostbaren Kreuzes, in der griechischen Kirche am Ende der Eucharistiefeier. In der Eucharistiefeier wird anstelle des Dreiheilig gesungen:

Dein Kreuz verehren wir, Herr,
und Deine heilige Auferstehung preisen wir!

Die Lesung bietet den hymnischen Text des Paulus über die Bedeutung des gekreuzigten Herrn: „Wir predigen Christus, den Gekreuzigten ... als Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1 Kor 1, 18-24). Das Evangelium kündet von der Verurteilung Christi zum Kreuzestod und von seiner Hinrichtung (Joh 19, 6-35).

In einer abbildlichen Feier der ersten Kreuzerhöhung in Jerusalem findet vor dem Schlusssegen die Verehrung des kostbaren Kreuzes statt. Der Priester beräuchert mit Weihrauch das Kreuz, das auf einem mit Blumen geschmückten Tablett auf dem Altar liegt, und trägt es, hoch über sein Haupt erhebend, dreimal durch die Kirche, während die Gemeinde das Festtroparion singt. Vor der Ikonostase bleibt der Priester stehen und ruft den Gläubigen zu: Weisheit. Steht aufrecht! Die Gemeinde wiederholt das Festtroparion und ruft ständig wie einst die Jerusalemer Gläubigen: Kyrie eleison!
Der Priester segnet nun, das Kreuz in die vier Himmelsrichtungen von oben herab senkend, die Gemeinde und den ganzen Erdkreis. So wird in diesem feierlichen Segen der Titel des Festes als einer Erhöhung des kostbaren Kreuzes „für alle Welt“ bekundet. Dann wird das Kreuz in der Mitte der Kirche auf das Proskynetarion gelegt, auf dem sonst die Tagesikone zur Verehrung liegt. Die Gläubigen küssen es wie einst zu Jerusalem die Kaisermutter Helena und nehmen eine Blume als Zeichen des Segens mit nach Hause.

Am Sonntag nach dem Fest wird noch einmal das Kreuzmysterium gefeiert. In der Lesung der Eucharistiefeier verkündet Paulus den Galatern, dass der Christ im Glauben an den Sohn Gottes lebt, der ihn geliebt und sich für ihn hingegeben hat (Gal 6, 11-18). Im Evangelium mahnt Christus selbst, dass jeder, der ihm folgen wolle, sich verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen müsse (Mk 8, 34-9, 1).

Heiser,  Lothar, Quellen der Freude, die Hochfeste der orthodoxen Christen (Schriftenreihe des Patristischen Zentrums Koinonia – Oriens; Bd. 52), Gersau CH 2002, S. 295 ff.
Text hier aus: St.-Andreas-Bote









1. Oktober (14.10.)

POKROV PRESW. BOGOROD. (slaw.)
ACOPERAMANTUL MAICII DOMNULUI (rum.)

P O K R O V
(Kirche von Griechenland: 28.Oktober = Befreiungstag)


SCHUTZFEST
der
ALLERHEILIGSTEN
GOTTESMUTTER

Deines Schutzes
Gnadenfülle

besingen wir,
o Jungfrau,

da du
-über alles Verstehen-
wie eine lichtvolle Wolke
deinen Schleier ausgebreitet hast,
um zu schützen dein Volk
vor der Widersacher Arglist.


Durch dich haben wir Schutz,
Beistand und Hilfe
und rufen dir zu:

Ehre deiner Grossmut, Allheilige !
Ehre deinem göttlichen Schutz !
Ehre deiner Fürsorge für uns, Allreine !

Festtagsikone, Palecher Malweise, Moskau 19.Jhdt.



In diesem Fest feiern wir die Gottesgebärerin als Schutzherrin der Welt. Auf der Festtagsikone sind stellvertretend für uns Menschen verschiedener Herkunft und Standes zu sehen. Auf fast allen Ikonen wird der geistige Asket (russ. "Gottesnarr") ANDREAS (936) zu finden. Er hatte in der der Gottesmutter geweihten Blachernenkirche von Konstantinopel eine Erscheinung der Gottesgebärerin hatte und sah, wie diese in einem Vigilgottesdienst ihr Maphorion (Schleier) über das betende Volk ausbreitete. Man sieht ihn als Büsser, wie er auf die Erscheinung der Gottesmutter hinweist und zu seinem Freund und Schüler Epiphanios sagt: "Siehst du die Gebieterin und Königin der Welt ?" Der 1. Oktober ist auch der Gedenktag des Hl. Hymnendichters ROMANOS des Meloden und des Hl. JOHANNES Kukuzel des grössten spätbyzantinischen Hymnographen bulgarischer Herkunft. Am Beispiel des Hl. Romanos wird gezeigt, dass sein musischer Erfolg nicht Verdienst sondern Geschenk Gottes, hier vermittelt durch die Gottesmutter, ist. Man findet auf den meisten Festtagsikonen den jungen Romanos, wie er nachdem es die Gottesmutter angefleht hatte, bei seiner Aufgabe im Gottesdienst nicht zu versagen und sich ins Kloster zurückgezogen hatte, auf dem Ambo vor seinem Chor mit neugeschenkter Stimme seine bis heute unerreichten Kondakien und Iken vorträgt.

Das Fest ist im 10. Jahrhundert in Byzanz entstanden, geriet jedoch bald wieder in Vergessenheit.
Im 12. Jahrhundert hat es Fürst Andrej Bogoljubskij (1174) in Wladimir-Susdal eingeführt. Von hier aus verbreitete es sich wieder in der übrigen orthodoxen Welt.

Die Kirche von Hellas hat auf Beschluss des Hl. Synods von 1952 das Schutzfest auf den Nationalfeiertag, den Tag der Befreiung vom osmanischen Joch, am 28. Oktober verlegt.

Wir feiern dieses Fest im Wissen darum, dass die Welt der Fürbitte der Gottesmutter, der Kirche und ihrer Heiligen bedarf.


das Folgende aus:
St.Andreas-Bote: empfehlenswerte Monatsschrift in deutscher Sprache mit aktuellem Kalendarium und ausgewaehlten aktuellen Texten der besten Theologen aus allen orthodoxen Traditionen
Fragen, Zuschriften an G.Wolf, Dammweg 1, 85655 Grosshelfendorf, 08095 - 1217; gerhard.wolf@t-online.de



Geistliches Wort von + Pfarrer Oekon. HERAKLIT Dimaratos:
Ins Himmelreich heimgegangener Pfarrer der Münchner deutschsprachigen Andreas-Gemeinde
in der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland
Griechisch-orthodoxes bischöfliches Vikariat in Bayern

"Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und Sein Name ist heilig."
Lk 1,49

Liebe Gemeindemitglieder und Freunde der Orthodoxen Kirche !

Die Jungfrau Maria ist die Mutter der ganzen Welt, weil alle aufgefordert werden"zur Erkenntnis der Wahrheit [zu] gelangen" (1Tim 2,4), das heißt Glieder Christi in der Kirche zu werden. In der Kirche reicht uns Christus Seinen kostbaren Leib, welchen Er von Natur und Wesen Seiner Mutter, der unbefleckten Jungfrau, erhalten hat. "Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen" (Joh 1,16), nämlich Gnade von Seiner Gottheit. Auf diese Art werden auch wir Kinder der Gottesgebärerin, Seiner Mutter, und Brüder Christi. Folglich sind alle Heiligen Diener der Jungfrau Maria in dem Sinn, daß diese die Mutter ihres Herrn ist, aber auch wir sind ihre Söhne, weil wir vom Leib und Blut ihres Sohnes kommunizieren, was auch ihr Leib und ihr Blut ist. Auch war sie es, die Christus empfangen hat und die erlösende Bindung zwischen Gott und den Menschen bewirkte. Deswegen haben wir sie zur Koryphäe (Größte) der Kirche und Mutter der Welt erhoben.

"Wahrhaftig würdig ist es, dich seligzupreisen, die Gottesgebärerin,
die Immerseligste und ganz Unbefleckte, und Mutter unseres Gottes.
Du bist ehrwürdiger als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim.
Unversehrt hast du Gott, das Wort, geboren,
wahrhafte Gottesgebärerin, dich preisen wir hoch."

Ist die Ehre der Gottesgebärerin nun eine wesentliche Voraussetzung für unsere Erlösung? Gewiß. Wer die persönliche Mitwirkung der Jungfrau Maria am Werk unserer Erlösung leugnet und der Gottesgebärerin nicht die ihr gebührende Ehre gibt, bewegt sich nicht in der neuen Schöpfung Christi, sondern befindet sich in der Zeit des Falls und des Verderbens, in der Zeit des alten Adam, der die Wurzel der Sünde ist. Für diesen Menschen ist es so, als wäre Christus nicht geboren. Mit anderen Worten wer die Jungfrau Maria nicht als Gottesgebärerin anerkennt, verleugnet die Gottmenschheit Christi. Er hat von der Lesung der Heiligen Schrift keinen Vorteil und für die Gebote Christi keine Verwendung. Denn nicht die Heilige Schrift errettet uns, sondern allein Christus, den die Heilige Schrift verkündet (vergl. Joh 5,39). An der Bezeichnung Marias als Gottesgebärerin erkennt man "das ganze Mysterium der göttlichen Ökonomie; denn wenn die Gebärende Gottesgebärerin ist, dann ist auch der von ihr Geborene, Gott wie auch Mensch" (Johannes von Damaskus). Wer aber die Jungfrau Maria als Gottesgebärerin anerkennt und an die Gottmenschheit Christi glaubt, muß der Maria die entsprechende Ehre geben und sie als Seine Mutter anerkennen. Daher hat die Ehrerbietung, die wir der Gottesgebärerin entgegenbringen unmittelbare Beziehung zu unserer Erlösung.

So ist die Jungfrau Maria "Gefäß" und "Mitwirkende" Gottes für die Erlösung des Menschen geworden. Mit ihrer Einwilligung hat sie der Heilige Geist überstrahlt, Er hat sie veredelt und zum geeignetem Gefäß gemacht, durch ihr Fleisch wurde die menschliche Natur des Sohnes und Wortes Gottes geboren. Auf diese Weise ist Er nicht nur Gott, sondern wahrhafter Gott im Fleisch.

Die Jungfrau Maria hat nicht die Gottheit, sondern die menschliche Natur geboren, welche zu der einen Person Jesu Christi gehörte, und deshalb ist sie "Mutter des Herrn", nämlich wahrhafte Gottesgebärerin. Durch diese Wahrheit wird die Erlösung des Menschen bewirkt und wer den Glauben, daß Maria die wahrhafte Gottesgebärerin ist verwirft, leugnet auch die Erlösung in Christus.

Christus ist die "neue Wurzel", weil Er nicht von der Wurzel Adams stammt. Er ist "ohne Samen" geboren, von der Jungfrau. Durch Seine Geburt wird die Jungfräulichkeit Seiner Mutter nicht aufgehoben und sie bleibt auch nach der Geburt Jungfrau, und Christus ihr einziggeborener Sohn. Joseph war "Vater" Jesu "nach dem Gesetz" und die sogenannten "Brüder" waren Brüder "nach dem Gesetz".

Die Kirche ehrt Maria als Gottesgebärerin und Immerjungfrau und verkündet, daß im Schoß der Jungfrau die Natur des Menschen erneuert wurde und wir somit Teilhaber des Göttlichen Lebens wurden. So ist Maria die "Brücke", welche die Erde mit dem Himmel verbindet und sie wird von den Gläubigen entsprechend geehrt. Derjenige, der als erster die Jungfrau Maria ehrte, war Gott selbst. Maria wurde die "Begnadete" und die "Gesegnete", die "Mutter des Herrn", die "alle Geschlechter" seligpreisen sollen (vgl. Lk 1,48b).

Aber die orthodoxen Christen stellen die Gottesgebärerin nicht über die Kirche, sondern in sie. Maria hat die kranke Natur geerbt, sie war ein echtes Kind der Welt, welche mit ihrer Einwilligung den Plan Gottes vertreten hat. In ihrem Schoß wuchs die neue Wurzel, aus welcher auch sie selbst ihre Erlösung erhalten hat. Deswegen wird sie als "Allheilige" im Verhältnis zu den übrigen Geschöpfen Gottes und als Koryphäe der Kirche angesehen.

Der heilige Leib des Herrn war auch Leib der Maria, und alle Christen, die sich in den Leib Christi einordnen, werden Brüder des Herrn. Die Jungfrau Maria wird zur Mutter der ganzen Menschheit. Wir betrachten die Jungfrau Maria nicht unabhängig von Christus, sondern immer in Verbindung mit der Voraussetzung unserer Erlösung "in Christus Jesus".

Die Kirche formuliert das in einzigartiger Weise in der göttlichen Eucharistie:

"...Ferner bringen wir diesen geistigen Gottesdienst dar für die im Glauben ruhenden Urväter, Väter, Patriarchen, Apostel, Verkünder, Evangelisten, Martyrer, Bekenner, Asketen und für jeden gerechten Geist, der im Glauben sein Leben vollendet hat.

Insbesondere für unsere allheilige, makellose, hochgelobte und ruhmreiche Herrin,
die Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria."

Wer ihr diese Ehre verwehrt, befolgt die Prophezeiung der Heiligen Schrift "...von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lk 1,48) nicht, sondern lebt vor der Geburt des Erlösers. Denn das Mysterium unserer Erlösung äußert sich mit dem Ausdruck "Gottesgebärerin", vereinigt sich mit der Ehre, die aus dieser Bezeichnung herrührt, und der Person der Jungfrau Maria zugeschrieben wird.

Außerdem betrachtet die orthodoxe Christenheit die Allheilige Gottesgebärerin als ihre Beschützerin bei Gefahren, Bedrängnis und Not. Sie ist unsere Fürsprecherin und Beistand beim Herrn, ihrem Sohn und unserem Gott. Deswegen hat die Orthodoxie ihr mit dichterischer Dynamik viele Hymnen gewidmet:

"Der unbesiegbaren Heerführerin Siegesgesang,
dir, Gottesgebärerin, Dankeslieder
bringt, aus Gefahren befreit, deine Stadt.
Da du unüberwindliche Macht besitzt,
befreie mich aus allen möglichen Gefahren,
damit ich dir zujuble: Sei gegrüßt, unvermählt Vermählte".

"Du, der der Schutz der Christen keine Schande bedeutet,
unverrückbare Fürbitterin beim Schöpfer,
verachte nicht die Stimme der Gebete von Sündern,
sondern eile als Gütige uns zu Hilfe, die dich voll Vertrauen rufen.
Eile auf unser Gebet, sei schnell auf unser Flehen,
die du immer beschützt, die dich, Gottesgebärerin, verehren."


Der hl. Romanos der Melode

Dieser stammte aus Syrien, aus der Stadt der Emeser, er wurde Diakon der heiligen Kirche Gottes in Berytos, die den Namen der Auferstehung trägt. Zur Zeit des Kaisers Anastasios kam er nach Konstantinopel und wohnte in der Kyros-Stiftung bei der Kirche der überaus heiligen Gottesgebärerin, wo er auch die Gnadengabe empfing, Kontakion zu komponieren. Es erschien ihm nämlich die heilige Gottesgebärerin am Abend der Geburt Christi im Traum, reichte ihm ein Papyrusblatt und befahl ihm, dieses hinunterzuschlingen. Nachdem er es verschlungen hatte, erwachte er sogleich, bestieg den Ambon und begann zu singen und höchst melodisch "Die Jungfrau gebiert heute den über dem Sein Seienden" zu rezitieren. Seit damals also schuf er Kontakia auf die Herrenfeste und auf die Gedenkfeste verschiedener Heiliger, etwa tausend an der zahl, von denen die meisten in seiner eigenhändigen Niederschrift in der Kyros-Stiftung aufbewahrt sind. Er starb in Frieden und wurde in selbiger Kirche begraben; dort wird auch seine Gedächtnisfeier begangen."

So lautet der Synaxarbericht, also der biographische Kurztext, welcher unter dem Datum des Todestages des Romanos des Meloden (griech. melodós, ‘Melode, Liedermacher, Sänger’), dem 1. Oktober, zugleich seinem Gedächtnistag, in den byzantinischen Synaxarhandschriften tradiert wird. Eine ausführliche Biographie dieses größten Dichters der Orthodoxie ist leider nicht erhalten. In den orthodoxen Kirchen ist seine Verehrung seit der Zeit des Kaisers Herakleios (610-641) nachweisbar. Dem Synaxar, sowie indirekten Hinweisen aus seinen Hymnen kann man also entnehmen, daß Romanos im letzten Viertel des 5. Jahrhunderts, wohl um 485, in Emesa (heute Homs in Syrien) geboren und daß er, noch in seiner Jugend, in Berytos (heute Beirut, Libanon) zum Diakon geweiht wurde. Da in seiner Heimat neben dem Syrischen das Griechische weit verbreitet war, darf man annehmen, daß Romanos selbst ebenfalls zweisprachig aufgewachsen ist. er kam in der zeit des - die Monophysiten unterstützenden - Kaisers Anastasios I. (491-518) nach Konstantinopel, wo er sich (als Mönch?) in der Marien-Kirche in der Stiftung eines sonst nicht bekannten Patriziers Kyros niederließ; sie ist vielleicht mit dem späteren Kyriotissa-Kloster zu identifizieren, an dessen Stelle in Istanbul heute die Kalenderhane-Moschee steht.

Über die Angaben des Synaxars hinaus läßt sich zu Romanos’ Leben wenig in Erfahrung bringen: Als wahrscheinlich gilt, daß er - ausgenommen vielleicht eine Reise nach Thessalonike - sein weiteres Leben in der Reichshauptstadt verbrachte und daß er den Kaiser Justinian I. (527-565), den Neffen des Kaisers Justin I. (518-527), zu seinen Auftraggebern zählte, was beispielsweise im Hymnus "Auf jegliches Erdbeben und Feuer" deutlich wird, den Romanos anläßlich der Vollendung des Neubaues der Hagia Sophia (537) schuf. Schließlich darf man vermuten, daß Romanos vor Ende 562 starb, da der ‘offizielle’ Hymnus auf die zweite Einweihung der Sophienkirche am 24. Dezember 652 - nach einem teilweisen Kuppeleinsturz im Jahre 558 war eine Erneuerung notwendig geworden - von einem anderen Meloden verfaßt wurde.

Für das Wunder, das Romanos die Gabe der Dichtung, Komposition und Rezitation der Kontakia verlieh, lassen sich Vorbilder feststellen: Der alttestamentliche Prophet Ezechiel empfing seine Sehergabe in ähnlicher Form, der Evangelist Johannes berichtet in seiner Offenbarung über ein gleichartiges Wunder, und auch über den syrischen Kirchenvater Ephraim (ca. 300-373) gibt es einen solchen Bericht.

Das Wenige, was über die Biographie des Romanos bekannt ist, hat Spätere zu legendärer Erweiterung angeregt, ohne zum konkreten Wissen über seine Persönlichkeit beizutragen. Einen berührenden, volksnahen Text, der vor 1300 entstanden sein muß, enthält eine Handschrift auf dem Heiligen Berg Athos. Aus ihm seien Teile des Dialogs zwischen der Muttergottes und Romanos zitiert, die besonders ansprechend sind; der Dialog entspinnt sich in einer Nacht, die Romanos - verzweifelt über seine Unmusikalität, die ihm auch den Spott anderer Kleriker einbringt - im Gebet durchwacht. Da erscheint ihm Maria: Was hast du, Romanos, gesegnetes Kind, was betrübt sich? - Es ist wegen meiner Unmusikalität, Herrscherin, Herrin, weil ich von allen ausgelacht werde. - Und wenn ich dir eine helle Stimme schenke, was versprichst du mir? Wirst du Mönch? - Ja, meine Herrin, das ist ja mein Herzensbedürfnis! - Auch ich habe deine Seelenneigung erkennt, doch freilich, diese Gabe kann denen Schaden bringen, die nicht behutsam damit umgehen. Wenn du also die Gabe erhalten willst, so hüte das Geheimnis, keiner soll es erfahren! Gib all deinen Besitz den Armen und geh in meinen lieben Palast, ich meine das Abassos-Kloster, und werde Mönch! Und dann will ich kommen und dich heimsuchen." Maria hält dann auch ihr Versprechen und verleiht Romanos die Gabe, Hymnen zu verfassen.

Der Legende nach schuf Romanos Melodos tausend Hymnen. Tatsächlich sind in spätbyzantinischen Sammelhandschriften unter dem Namen des Romanos etwas neunzig Hymnen überliefert, von denen die Forschung heute etwas sechzig als echt anerkennt. Über ihre Entstehung im Einzelnen ist ebenso wenig bekannt wie über eine Datierung, die meist nicht konkreter sein kann, als der ungefähre zeitliche Rahmen, mit dem die Schaffenszeit des Romanos bemessen ist, also etwa die erste Hälfte und die Mitte des 6. Jahrhunderts.

In seiner der Koiné des 6. Jahrhunderts nahestehenden Sprache ist Romanos um Schlichtheit und Bildhaftigkeit bemüht. Seine Quellen bzw. Vorlagen sind das Alte und das Neue Testament, die Chrysostomus-Liturgie, Apokryphen, Märtyrer- und Heiligenviten, Ephraim der Syrer und griechische Kirchenväter, insbesondere Athanasios und Kyrillos von Alexandreia, Johannes Chrysostomos, Proklos von Konstantinopel, Basileios von Seleukia und die Kappadokier Basileios von Kaisareia, Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa. Dementsprechend ist auch seine Sprache durch das biblische und patristische Griechisch geprägt, wobei Semitismen erkennbar sind, welche mit seiner Herkunft aus dem syrischsprachigen Ambiente und seiner Kenntnis der syrischen Väter, insbes. Ephraims, erklärt werden.

Ausschnitt aus dem auch als Weihnachtsgeschenk empfehlenswerten, weil literarisch und theologisch vorbildlichen Buch:

Johannes Koder:
" Mit der Seele Augen sah er deines Lichtes Zeichen "
Romanos der Melode
Hymnen des orthodoxen Kirchenjahres
(Wien 1996)






 

19. Oktober (1.11.)


Hl.
J O H A N N E S

von
R I L A

Himmlischer Fürsprecher der BULGAREN
Mönchsvater des Balkans
Vorbild des Hl.JOHANNES von Kronstadt in Russland
 

 Engl.: Tropar, Icon
 
 The LIFE of the SAINT

Fundament der Umkehr,
Erheller der Schrift,
Trost der Gedanken,
Geistlich wirkend im Gebet

Du hast Dich mit Erfolg bemüht,
Dein Leben
nach dem Vorbild der Engel zu gestalten,

stetig hast Du Dich Gott angenähert;

Vater JOHANNES

der du im Fasten und Gebet gewachsen bist,

bete bei Christos Gott
für unsere Seelen.

 
Bulgar. Ikone, 17.Jhdt.

Geboren 876 kurze Zeit nach der Taufe Bulgariens unter Fürst BORIS-MICHAEL wurde er zum überzeugten Christen. Vor der Einbeziehung in die neue herschende Schicht flüchtete er in die Einöde des RILA-Gebirges und ermahnte die Fürsten durch seine Askese zu Bescheidenheit und Umkehr.

Er wurde zum leuchtenden Vorbild seines Volkes und zum Mönchsvater der ganzen Balkanhalbinsel.

Bis in unser Jahrhundert behielt sein Vorbild die Leuchtkraft.
 
Der grosse Erneuerer des auch sozial engagierten orthodoxen Priestertums, der Hl. JOHANNES von Kronstadt, erstrebte eine zeitgemässe Umsetzung der ewigen Werte des Hl. Johannes von Rila.
In der Russischen Orthodoxen Kirche werden deshalb beide zusammen am 1. November gefeiert.


Sein Kloster: Das RILA-Kloster, Nationalheiligtum Bulgariens
 

Bulgar. Ikone, 18.Jhdt.




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*** ORTHODOXES GLAUBENSBUCH ***
Eine Einführung in das Glaubens- und Gebetsleben der Russischen Orthodoxen Kirche
LORGUS A. (Priester ANDREJ)
DUDKO M. (Priester MICHAIL)
erschienen mit dem Segen Seiner Heiligkeit ALEKSIJ II., des Hochheiligen Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus´
"Kniga o Cerkvi", Verlag Palomnik, Moskau 1997 (3.Auflage Moskau 2000)
mit dem Segen des Höchstgeweihten Erzbischofs PAVEL von Wien und Budapest übersetzt ins Deutsche von:
Erzdiakon VIKTOR Schilowsky, Russische Orthodoxe Bischofskirche des Hl. NIKOLAUS, Wien, Österreich
Prof. Dr. Dr. Johann KRAMMER , Philosoph.-Theolog. Hochschule St. Pölten, Österreich
Verlag "Der Christliche Osten"
Würzburg 2001
ISBN 3-927894-33-8





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