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=14. OKTOBER (27.10.) Hl. PARASKEVA (PETKA)

=27. OKTOBER (9.11.) Hl. DIMITeR von Bassarbovo

=  9. NOVEMBER (22.11.) Hl. NEKTARIY, Bischof von Aegina




=14. OKTOBER (27.10.)

HL. PARASKEVA (PETKA)

Am 14. Oktober (27.10.) wird der Gedenktag der Hl. PARASKEVA der Jüngeren gefeiert.
Ihr heiligmäßiges Leben und die gottgeschenkten Wunder ihrer Reliquien verbinden die Balkanländer Bulgarien, Serbien und Rumänien.
Deshalb nennt man sie in Bulgarien heilige PETKA von Tarnowo oder von Bulgarien, in Serbien heilige PETKA von Serbien, in Rumänien heilige PARASCHEVA von Iași.
Petka ist die slawische Form des griechischen Paraskeva und leitet sich vom Freitag, dem Wochentag der Kreuzigung her.

Die hl. Petka wurde zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert in einer bulgarischen Adelsfamilie in der thrakischen Stadt Epivat am Marmara-Meer geboren.
Ihre Eltern schmückten ihr Leben durch die christlichen Tugenden von Barmherzigkeit und Wohltätigkeit. In diesem Geist wuchs die kleine Petka und ihr Bruder Evtimiy (der später Mönch und Bischof von Matidia wurde) heran.
Von klein auf fühlte sie sich zu einem enthaltsamen Leben hingezogen.

Als ihre Eltern starben, verschenkte sie ihren Besitz und nahm im Alter von 15 Jahren die Tonsur zur Monialin. Um ihre Träume nach dem Heiligen Land zu verwirklichen, zog sie über Konstantinopel nach Jerusalem, um sich nach Besuch der Heiligen Stätten letztendlich für ein Leben in der Wüste von Jordanien zu entscheiden.
Sie nährte sich einmalig am Tag von Kräutern und ertrug Hitze und Kälte ohne zu klagen.


Im Alter von 25 Jahren erschien ihr ein Erzengel und wies sie an, in die Heimat zurückzukehren. In Thrakien ließ sie sich in der Nähe der Kirche "Heilige Apostel" nieder und lebte dort als Einsiedlerin.
2 Jahre später übergab sie ihre Seele in die Hände der heiligen Engel, die sie in die ewige Heimat hinaufführten. Ihren leblosen Körper und setzen man in der Kirche der „Heiligen Apostel“ bei.
Als sich nach Gebeten an ihrem Grab mehrere Wunder ereigneten, stellte man fest, daß die Reliquien noch völlig unverwest waren.

In der Blüte des 2. Bulgarischen Reiches im Frühmittelalter holte der bulgarische Zar IVAN ASSEN im Jahre 1238 ihre Gebeine in seine Hauptstadt Tarnovgrad, wo sie bald in einer nach ihr benannten neu erbauten Kirche als Beschützerin des bulgarischen Volkes verehrt wurde.
So lesen wir in der Heiligengeschichte des Hl. Bulgarischen Patriarchen EVTIMIY (1375-1393). Der Hl. NIKODIM übertrug den Text 1809 in seine Heiligengeschichte am Heiligen Berg Athos.
Nach dem Fall der bulgarischen Hauptstadt 1391 an die Türken kamen die Reliquien der Hl.Petka über Nikopol und Vidin an die Grenze,
wo sie vor den eingedrungenen Ungarn nicht sicher waren, bis sie der rumänische Fürst MIRCEA der Ältere erwarb.
Danach sorgte die serbische Königin MILIZA für ihre Überführung nach Belgrad, wo sie in 125 Jahren besonders viele Wunder wirkte.
Nach der Eroberung durch die Türken gelangten ihre Reliquien für 120 Jahre in die Patriarchenkathedrale von Konstantinopel.
1641 brachte sie der moldawische Fürsten VASILIY VOEVOD in das Kloster der 3 Hierarchen in Iași.
Nachdem sie dort 1888 ein Feuer überstanden, ruhen die unverwesten wunderwirkenden Reliquien heute in der neuen Kathedrale von Iași im Nordosten Rumäniens.

WIR LERNEN:

Das Leben der Hl. PARASCHEVA (PETKA) zeigt uns, daß auch schon vor vielen Jahrhunderten Jugendliche mutige Entscheidungen treffen konnten  
- und "auf Weltreise" Thrakien - Konstantinopel - Jerusalem - Konstantinopel - Thrakien gehen konnten.
Bei weiser Selbstbeschränkung kann der Mensch darauf vertrauen, dass Gott alles zu einem guten Ende führt.

Auch nach dem Heimgang in die Ewigkeit wirkt Gott immer noch durch unsere stofflichen Überreste.
So wie die Hl. Petka in ihrem Leben an vielen Orten gottgefällig lebte, entschied Gott dass auch ihre Reliquien an vielen Orten unter unter verschiedenen Völkern WUNDER zum Wohle der Menschen WIRKEN.

(nachempfunden nach dem VORBILD von:
Mönchspriester Johann Krammer:
"ORTHODOX LEBEN" Ein Glaubensbuch für junge orthodoxe Christen und Christinnen und alle Interessenten
ISBN 978-3-85205-802-3
Österr. Bibelgesellschaft, 1070 Wien, www.bibelgesellschaft.at
Das Orthodoxe Schulamt für Österreich empfiehlt das Glaubensbuch "Orthodox leben" als Unterrichtsmittel eigener Wahl (UeW) im Orthodoxen Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II)





=27. OKTOBER (9.11.)

feiern wir das Gedächtnis des Hl. DIMITeR von Bassarbovo
Er wurde im 17. Jahrhundert im Dorf Bassarbovo in der Nähe der heutigen Stadt Russe an der Donau in Bulgarien geboren.
Er besaß einige Schafe und einen kleinen Weingarten am Fluss Lom und lebte sehr einfach. Eine Überlieferung berichtet, dass er verheiratet war, aber kinderlos blieb.
Nach dem Tode seiner Frau sei er in das schon bestehende Felsenkloster in der Nähe seines Heimatortes gezogen, wo er zum Mönch geweiht wurde und ein strenges asketisches Leben führte. Als er seinen Tod voraussah, verliess er das Kloster und legte sich zwischen zwei grossen Steinen zum Sterben.
Der heilige Mönch Paisiy vom Hilandarkloster überliefert uns in seinem Werk "Slawisch-bulgarische Geschichte" 1685 als sein wahrscheinliches Todesjahr.
Seine Reliquien wurden erst nach einem Hochwasser des Flusses Lom entdeckt. Während des Russisch-türkischen Krieges wurden seine Wunder wirkenden Reliquien im Jahr 1874 nach Bukarest übertragen, wo sie seither in der Patriarchatskathedrale der Hll. Konstantin und Helena ruhen.
Der Hl. Dimiter von Bassarabovo wird heute als Schutzpatron der rumänischen Hauptstadt hoch verehrt.

WIR LERNEN:

Das Leben des Hl. DIMITeR war ein stilles und verborgenes.
Während seines Lebens hören wir nichts von grossen und wunderbaren Ereignissen.
ERST NACH SEINEM TODE offenbarte der Herr seine echte Heiligkeit und bestätigte sie durch VIELE WUNDER.

Der Hl. DIMITeR von Bassarovo ist so ein Vorbild für uns im Leben einfache Christen.
Wir sollen in Stille und ohne Aufsehen die Gebote unseres Herrn Jesus Christus erfüllen. Von Ihm werden wir zur rechten Zeit den Siegeskranz erhalten.

(grossteils übernommen aus:
Mönchspriester Johann Krammer:
"ORTHODOX LEBEN" Ein Glaubensbuch für junge orthodoxe Christen und Christinnen und alle Interessenten
ISBN 978-3-85205-802-3
Österr. Bibelgesellschaft, 1070 Wien, www.bibelgesellschaft.at
Das Orthodoxe Schulamt für Österreich empfiehlt das Glaubensbuch "Orthodox leben" als Unterrichtsmittel eigener Wahl (UeW) im Orthodoxen Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II)





=9. NOVEMBER (22.11.)

Hl. NEKTARIY, Bischof von Aegina

Тропар на св. Нектарий Егински:

 

Силиврии отрасль и Эгины хранителя, в последняя лета явльшагося,
добродетели друга искренняго, Нектария почтим, вернии, яко божественнаго служителя Христова:

точит бо цельбы многоразличныя благочестно вопиющим:

слава Прославльшему тя Христу,
слава Давшему ти чудес благодать,
слава Действующему тобою всем исцеления
.

Troparion (1. Ton):

Den Spross von Silibria und den himmlischen Nothelfer aus Ägina,
den in kritischen Zeiten Erschienenen, den echten Freund der Tugenden, Nektarios, wollen wir Gläubigen verehren,
den Diener, der für Gott in Begeisterung geriet.
Denn er entströmt nach außen allerlei Heilungen für alle, die ehrfürchtig rufen:

Ehre sei Jesus Christus, Der dich geehrt hat.
Ehre sei Ihm, Der durch dich Wunder bewirkt.
Ehre sei Ihm, Der durch dich allen die Heilung schenkt.

 

„Nimm von mir Schimpf und Schande, denn Deine Gebote habe ich gesucht.

 

Ja, es setzten sich Herrscher und verleumden mich,
Dein Knecht jedoch bedachte Deine Ordnungen.

 

Und antworten werde ich denen, die mir Vorwürfe machen, ein Wort,
denn auf Deine Urteile habe ich gehofft.

 

Und es komme über mich Dein Erbarmen, o Herr, Dein Heil nach Deinem Wort, denn auf Dich habe ich gehofft.“
(heisst es im   Ps 118)


Der hl. Nektarios
geboren am 1. Oktober 1846 in Sylyvbria, Thrakien, Osmanisches Reich;
gestorben  8. November 1920 in Athen

wurde als Anastasios Kefalas am 1. Oktober 1846 in Silyvria in Ostthrakien
als Sohn des Dimos und der Maria Kefalas geboren. Vor allem seine Mutter lehrte ihm die Psalmen. Er liebte es, von Ps 50 zu wiederholen: „Ich werde die Sünder Deine Wege lehren ...“
Nach der Grundschule wurde er als guter Schüler zur weiteren Ausbildung nach Konstantinopel geschickt. Dort erarbeitete er noch zusätzlich als Gehilfe in einem Kaufladen sein Schulgeld.
Dabei zeigte er großen Eifer beim Lernen und wollte schon in jungen Jahren Mönch und Priester werden. Doch zuerst war ihm ein anderer Dienst bestimmt:
Als Anastasios zwanzig Jahre alt war, wurde er 1866 Lehrer im Dorf Lithi auf der griechischen Insel Chios. Erst zehn Jahre später konnte er am 7. November 1876 in das berühmte „Neue Kloster“ („Nea Moni“) auf Chios eintreten und erhielt zuerst den Namen Lazaros. Drei Jahre lebte er dort ein asketisches Leben, dann wurde er vom Metropoliten von Chios Gregorios zum Mönchsdiakon geweiht und erhielt den Namen Nektarios.

Mit Hilfe eines reichen Chioten vollendete Nektarios seine Hochschulbildung in Athen, Dort traf er den Patriarchen von Alexandreia Sofronios IV. (1870-1899), der ihn ermutigte, sich an der Theologischen Abteilung der Universität von Athen einzuschreiben, wo Nektarios beim Wettbewerb um ein Stipendium als Bester hervorging. 1885 erhielt er in Athen sein Diplom in Theologie und kam Ende dieses Jahres als Mitglied des Klerus des Apostolischen Sitzes von Alexandreia nach Ägypten. Am 23. März 1886 wurde er von Patriarch Sofronios in der Kathedrale des hl. Sabbas zum Priester geweiht und übernahm die Aufgaben eines Predigers (Ierokeryx), Sekretärs und Patriarchalvikars von Kairo. Am 15. Januar 1889 wurde er - wiederum von Patriarch Sofronios - in der Patriarchalkathedrale des hl. Nikolaos in Kairo zum (Titular-) Metropoliten der Pentapolis geweiht.

Auch als Metropolit wirkte der hl. Nektarios weiterhin demütig als Patriarchalvikar von Kairo. Zu dieser Zeit wurde die Kirche des hl. Nikolaos mit Wandmalereien ausgestattet und Nektarios bekümmerte sich besonders um das Vermögen des Patriarchates. Sowohl seine Erziehung wie gleichermaßen auch sein Charakter machten ihn würdig für seine hierarchische Aufgabe. Sein Ruhm veranlasste jedoch viele neidische Kleriker, sich gegen ihn zu wenden.

Sie zögerten nicht einmal, bei Patriarch Sofronios eine falsche Anklage gegen ihn zu erheben und zu behaupten, Nektarios strebe nach dem Patriarchenthron. So wurde er sechzehn Monate nach seiner Weihe zum Metropoliten der Pentapolis erstmals von Patriarch Sofronios angegriffen.
Durch ein Schreiben des Patriarchen wurde der Metropolit der Pentapolis ohne Verfahren seines Amtes als Patriarchalvikar von Kairo enthoben und ihm verblieben lediglich die Aufgaben des Patriarchalkommissars.
Am 11. Juli 1890 folgte dann ein zweiter Brief von Sofronios, in dem der Patriarch zum Ausdruck brachte, dass er die weitere Anwesenheit des Metropoliten der Pentapolis in Ägypten für unnötig halte; er werde daher ersucht, „den Patriarchalen Sitz zu verlassen und abzureisen, wohin immer er wolle“.

 

So beschritt Nektarios nur vier Jahre nach seiner Ankunft in Ägypten als Opfer von Intrigen und falschen Anschuldigungen den Weg ins Exil und kam - ohne Arbeit und Gehalt, aber begleitet von der Bitterkeit dessen, dem Unrecht geschehen war - in Athen an, wo er eine Stelle als Prediger erbat.
Der Minister für Kirchliche Angelegenheiten aber schlug die Bitte ab und erst am 15. Februar 1891 wurde der frühere Metropolit zum einfachen Aushilfsgeistlichen und Prediger in der Gegend von Evoia bestellt, wo er aber schon bald die Achtung und die Verehrung des Volkes gewann und ein gesuchter Beichtvater wurde.

1893 wurde er in die Provinz Fthiotis und Fokis versetzt und am 8. März 1894 dann durch Königlichen Erlass zum Direktor der Kirchlichen Rizarios-Schule, also des Priesterseminars in Athen, bestellt. Unter seiner Leitung erlangte die Schule bald ein hohes geistiges, intellektuelles und ethnisches Niveau. Er unterrichtete selbst Pastoraltheologie , ohne sein übliches Programm mönchischer Askese und des Gebets aufzugeben. Auf der Suche nach Stille und Abgeschiedenheit unternahm er 1898 eine Pilgerfahrt zum Heiligen Berg Athos.

Nach dem Tode von Patriarch Sofronios 1899 schrieb Nektarios einen Brief an den neuen Patriarchen von Alexandreia, Fotios, in dem er um Wiedereinsetzung bat, erhielt aber keine Antwort. Daraufhin schrieb er an den Ökumenischen Patriarchen Joakeim III., bekam aber auch von Konstantinopel keine Antwort.

Nach Erreichung des 60sten Lebensjahres beschloss Nektarios, der 1907 in Athen ein „Handbuch für Priester“ veröffentlicht hatte, das seine pastorale Erfahrung widerspiegelt, um seine Pensionierung einzukommen, die ihm von der Verwaltung des Priesterseminars am 7. Dezember 1908 gewährt wurde.

Schon 1904 begann er, dem Wunsch seiner geistigen Töchter folgend, auf der Insel Ägina ein Frauenkloster in dem im Inneren der Insel gelegenen alten Kloster „Zur lebenspendenden Quelle“, das er neu gründete und jetzt der Heiligen Dreieinigkeit weihte.
1908 legte er mit 62 Jahren sein Amt als Schuldirektor nieder und zog sich ganz nach Ägina zurück. Dort blieb er für den Rest seines Lebens - er lehrte, malte Ikonen, ermutigte die Monialinnen und anderen Gläubigen, Werke des Glaubens zu tun. In den Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre verbot er den Monialinnen streng, irgendwelche Nahrungsmittel zu horten und wies sie im Gegenteil an, alles Übrigbleibende an die Armen zu verteilen, von Tag zu Tag allein auf das Erbarmen Gottes vertrauend.
Erverfasste auch eine Reihe bemerkenswerter Bücher, so die 1912/13 in Athen in zwei Bänden erschienene „Historische Studie über die Ursachen des Schismas, über die Gründe der Fortdauer und die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Vereinigung der östlichen und der westlichen Kirche“, ferner eine „Historische Studie über das kostbare Kreuz“ (Athen 1914) und eine „Studie über die göttlichen Mysterien“ (Athen 1915). Weitere seiner Veröffentlichungen sind u.a. eine „Christliche Ethik“, ein Katechismus, eine Abhandlung über die Ökumenischen Konzilien, eine Evangelienharmonie und Arbeiten zur Christologie und zur Gottesmutter.

In einem umfangreichen Briefwechsel pflegte er einen intensiven Gedankenaustausch auch mit den Kirchen des Westens, u.a. mit dem Abt Arsenios des unierten Klosters von Grottaferata bei Rom. In all diesen Jahren wuchs er selbst in seiner Spiritualität bis zu dem Tage, da der Herr ihn rief, ein Mitglied Seines Ewigen Reiches zu werden: Am 8. November 1920 entschlief Bischof Nektarios nach kurzem Krankenhausaufenthalt in Athen und wurde unter großer Beteiligung des Volkes nach Aigina überführt und dort am Klosterhof beigesetzt. Bald begann die Wallfahrt zu seinem Grabe, sodass man am 2. September 1953 sein Grab öffnete und dann seine Gebeine in die Kirche übertrug.

Am 20. April 1961 wurde die Verehrung des Nektarios in Ägina von der Synode des Ökumenischen Patriarchates in Konstantinopel anerkannt und kanonisiert und der 9. November zu seinem Festtag bestimmt. Das Offizium verfasste Vr. Gerasimos, ein Mönch der „Kleinen Hl.-Anna-Skite“ vom Athos,.

Anfangs tat sich das Patriarchat Alexandreia noch etwas schwer mit der Verehrung des Mannes, den es einst verstoßen hatte.
Jetzt aber verkündete Patriarch Petros VII. in aller Klarheit:
„Der hl. Nektarios wurde ein Held des christlichen Glaubens und ein Beispiel für einen jeden von uns, dem wir nacheifern sollen. ...
Während der Zeit der Verfolgung ertrug er diese mit Geduld.
Er schwieg angesichts der gegen ihn erhobenen falschen Beschuldigungen und ertrug den Angriff voller Bereitschaft zu vergeben, mit Liebe und Geduld. Er überstand alle Prüfungen in der Hoffnung, dass er von Gott gerechtfertigt würde.
Das Patriarchat von Alexandreia und Ganz Afrika bittet nun unter meiner Führung und 108 Jahre nach der ungerechten Verbannung des hl. Nektarios vom alexandrinischen Sitz durch einen Entscheid der Heiligen Synode von Alexandreia den Heiligen um Vergebung für die ungerechten Handlungen der früheren Patriarchen. Seine starke und heilige Persönlichkeit, seine unwiderstehliche Charakterfestigkeit und seine heiligen Lehren sind einige der Beispiele, die wir zusammen mit allen Gläubigen, Klerikern wie Laien, nachahmen sollen.

Sein heiliges Leben war der Grund, dass er vom christlichen Bewusstsein der Orthodoxen Kirche als ein ‚Heiliger unseres Jahrhunderts‘ anerkannt wurde“.

(Autor: Hypodiakon Nikolaj Thon)


Troparion (1. Ton):
Den Spross von Silibria und den himmlischen Nothelfer aus Ägina,
den in kritischen Zeiten Erschienenen, den echten Freund der Tugenden, Nektarios, wollen wir Gläubigen verehren, den Diener,
der für Gott in Begeisterung geriet.
Denn er entströmt nach außen allerlei Heilungen für alle, die ehrfürchtig rufen:

Ehre sei Jesus Christus, Der dich geehrt hat.
Ehre sei Ihm, Der durch dich Wunder bewirkt.
Ehre sei Ihm, Der durch dich allen die Heilung schenkt.

 





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