Orthodox Christlich in lebendiger Tradition
LEBEN in GOTT
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Während der ganzen Lich
ten Woche wird in allen Gottesdiensten der Kirche nur die Freude von der Auferstehung des Heilands verkündet. Anlässlich aller Gottesdienste, sogar der Begräbnisse, wenn sie in dieser Woche stattfinden, verharren wir in der Auferstehungsfreude. Trotzdem hat die Kirche am Freitag der Lichten Woche noch eine freudebereitende Botschaft für uns. Sie stellt uns nämlich die Gottesmutter dar, welche der Anfang unserer Erlösung ist. Der Platz dieses Festes ist ein Beweis für die Ehre, welche die Kirche der Gottesmutter bringt. Diese Feier ist ein Zeugnis für uns, dass die Kirche dort, wo sie den auferstandenen Christus verkündet, auch die verkündet, aus welcher er Fleisch annahm, diejenige, die der Anfang seines Erlösungswerkes war.Die Mutter Gottes wird in dieser Feier als Quelle der seelischen und leiblichen Heilung vorgestellt, als zu uns dauernd fließende Gabenquelle, als Wunderquelle, über deren Genuss wir uns freuen. Dieser Vergleich hat seinen Ursprung an einer wirklichen Quelle, durch welche die Gottesmutter viele Heilungen bewirkt hatte und wo der Kaiser Leon der Große eine Kirche zu Ehren der Gottesmutter erbauen ließ. Die Kirche ist nachher von Justinian, Basilius dem Mazedonier und seinem Sohn, Leon dem Philosophen, erneuert worden. Die Feier ist als Gedenktag der Erneuerung dieser Kirche entstanden und wird bis heute gefeiert. Im Verlauf der Zeit aber wandelte sich die Feier der Kirchenerneuerung immer mehr in ein Fest der Gottesmutter um, welche die Quelle aller durch Wasser geschehenen Heilungen ist.
Was versteht man unter der „lebensspendenden Quelle der Gottesmutter“?
Angefangen am Ostersonntag, hört man in der Kirche eine Woche lang nur ihren Aufruf, uns zu freuen über die aus dem Grabe Christi, dem Quell der Unverderblichkeit zu uns strömenden Gaben:
„Wohlan, neuen Trank lasst uns trinken, nicht Wundertrank aus dürrem Felsen, nein, der aus dem Grabe Christi strömenden Unvergänglichkeit Born, in welchem wir Kraft erlangen.“
So, wie wir Christus Quell des Lebens, des lebendigen Wassers, der Unvergänglichkeit und der Unsterblichkeit nennen, so nennen wir auch die Gottesmutter:
„Quelle, aus welcher alles Gute strömt und uns allen die Huld fließt“ „himmlisches Manna und göttliche Quelle des Paradieses“ , Quelle voller „Wunder, die bereit zufließen sind“.
Am Freitag der Lichten Woche ruft uns die Kirche, um auch aus dieser Quelle, aus diesem Gnadenwasser zu trinken, um aus dem überfluss von Huld und Barmherzigkeit zu kosten, welcher aus der immer sprudelnden Quelle der Gottesmutter zu uns kommt:
„Ihr Kranken, schöpft das Heilungswasser, weil die Allreine aus der göttlichen Quelle den wahren Genuss ausgießt und den Wonnestrom herausfließen lässt. Deswegen trinken wir gläubig aus dem im überfluss vollen Brunnen.“
Wenn wir die beiden Quellen und das von ihr herausfließende Wasser näher betrachten, bemerken wir, dass es sich um dasselbe erlösende und heilende Wasser handelt, welches aus einem einzigen Quell, Gott, hervorfließt, was die Festgottesdienste klar hervorheben:
„Freue dich, Maria, du, die edelste des Menschengeschlechtes, Allreine. Freue dich, weil der Schöpfer des Alls wie ein Tropfen auf dich herabkam und dich als unsterbliche Quelle zeigte, du göttliche Braut."
„Als erhellte und geheiligte Lade des Gebieters des Alls kenne ich dich, Jungfrau und Quelle der Unvergänglichkeit, welche das Wasser, Christus, hervorquellen lässt, aus dem wir trinken."